Luanda Club Naval

24.04.2017

Luanda ist die Hauptstadt Angolas und gerade hier erkennt man die Aufbruchstimmung des Landes. Leider hat aber auch hier die Wirtschaftskrise, vor allem die einbrechenden Ölpreise Einfluss genommen auf den Bauboom der vergangenen 10 Jahre. Viele Baustellen stehen still.

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Wie in allen Großstädten Afrikas leben Reich und Arm dicht aneinander. Es ist immer wieder erschreckend für uns was Armut hier bedeutet.

Die Lebensumstände vieler sind für Mitteleuropäer einfach nicht vorstellbar. Umso mehr wundert es, dass es nicht zu größeren Konflikten kommt zwischen Reich und Arm.

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Townships…

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…direkt neben der Strandpromenade.

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Von einem Freund haben wir erfahren, dass direkt in der Stadt ein Bootshafen liegt und der dortige Manager extrem Overlanderfreundlich ist. Man darf auf dem bewachten Parkplatz übernachten und die clubeigenen Duschen und Toiletten benutzen. Und Internet gibt es hier auch. Das ganze natürlich völlig kostenfrei!

Da müssen wir hin!

Die Eingangsschranke lässt man uns sofort passieren und wir müssen schon etwas herumfragen bis uns das Büro von Bruno gezeigt wird.

Der Manager begrüßt uns freudig und fragt sofort, ob wir hier übernachten wollen.

Ja gerne natürlich!

Er zeigt uns alles und meint, dass wir so lange bleiben sollen wie wir wollen. Luanda ist schön und es wäre schade, wenn wir morgen schon wieder weiterfahren.

Es klingt schon fast wie eine Bitte an uns und wir sind von dieser Gastfreundschaft wirklich überwältigt.

Um ehrlich zu sein, fühle ich mich hier fast wie auf Arbeit……aber das muss ja nichts Schlimmes sein Cooles Smiley 

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Am nächsten Tag machen wir erst mal ……..gar nichts Engel

Naja so ganz stimmt das nicht. Wir erledigen ein paar Kleinigkeiten, die in den letzten Wochen liegengeblieben sind, surfen im Internet und genießen das tolle Wetter, die Aussicht und die freundlichen Leute, die hier vorbei kommen. Viele sind neugierig und fragen woher und wohin und teilen uns mit wie toll sie das finden. Angolaner scheinen extrem offen zu sein und reisefreudig.

Immer wieder begegnet uns hier auch das fast schon übertriebene Thumps up. Ein typische Geste der Angolaner für ein OK, alles klar.

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Nach diesem Faulenzertag sind wir bereit für einen “Stadtbummel”. Wir wollen die Festung besuchen in der ein Militärmuseum untergebracht ist.

Auf dem Weg dorthin sehen wir Altes und Neues.

Vom Krieg gekennzeichnete

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toll renovierte

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und neu gebaute Häuser direkt nebeneinander.

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Das Museum: Etwas kommunistischer Stil ist doch übrig geblieben oder?

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Im Außenbereich stehen viele Kriegsfahrzeuge, die stellenweise noch Spuren zeigen, die sie vom Krieg davongetragen haben.

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Dieser lustige Geselle hat uns doch sehr zum Schmunzeln gebracht. Ich überlege immer noch, an wen er mich erinnert!

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Es gibt auch noch einen Innenbereich, in dem einige Waffen ausgestellt sind und der die Geschichte Angolas erzählt. Natürlich vor allem die lange Zeit des Bürgerkrieges. Sicher wäre es sehr interessant zu wissen, warum genau ein Volk in solche Zwiespalt kommen kann, aber leider ist alles in Portugiesisch beschrieben und wir verstehen garnix…..

Letztendlich kam kurz nach der Unabhängigkeit Angolas die Frage auf, ob man lieber ein kommunistischer oder ein demokratischer Staat werden will. Deshalb schlug man sich schnell die Köpfe ein und USA Südafrika, Kuba und Russland halfen gerne mit Waffen und Fahrzeuglieferungen aus um das ganze zu unterstützen Teufel

Leider fahren hier auch immer noch eine Menge Unimogs herum. Allerdings habe ich keine Ahnung, ob diese zu Kriegszwecken geliefert wurden oder Überbleibsel sind aus Hilfsorganisationen.

Das Interessante und irrsinnige ist, dass Angola von 1961 bis 1974 einen Krieg der Unabhängigkeit geführt hat. Kaum war man unabhängig, schlug man sich von 1975 bis 2002 weiter. Scheinbar konnten einige Zeitgenossen nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen. Insgesamt also hat das Land 41 Jahre ohne Unterbrechung Krieg mit sich selbst geführt.

Über 500000 Menschen fanden den Tod und über eine Millionen gelten als vermisst, so die offiziellen Zahlen. Die Wahrheit dürfte weit darüber liegen, da Volkszählungen in diesem Zeitraum nie stattfanden und selbst heute noch die Bevölkerungsanzahl nur grob geschätzt werden kann.

Wir haben einige Leute hier kennengelernt, die etwas älter sind als wir und eigentlich nur Kampf und Leid gesehen haben in ihrem Leben.

Vielleicht ist man gerade deshalb hier so superfreundlich und hilfsbereit?

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Außen hat man einen schönen Blick auf Lubango

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Witzig ist, dass eine Kanone direkt auf den Präsidentenpalast zeigt!

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Anschließend schlendern wir noch die Strandpromenade entlang und genießen die westliche Atmosphäre, auf die wir so lange verzichten mussten.

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Dieser Mann hier paddelt den lieben langen Tag im flachen Wasser direkt an der Promenade, um einen Fisch zu bekommen, der ihm etwas den Magen füllt. Wohlgemerkt immer in der prallen Sonne bei knapp 40 Grad…..

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…während keine 20 Meter davon entfernt die Oberschicht im (auch für uns zu teurem) Strandkaffee sitzt und beim Pina Colada über das Meer schaut.

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Wir fühlen uns in solchen Momenten schon sehr unwohl in unserer weißen Haut. Verlegenes Smiley

Direkt gegenüber ist auch die Nationalbank Angolas. Beim Bestaunen des Prachtbaues entdecken wir durch Zufall nebenan eine Treppe, die auf einem Platz nach unten verschwindet. Schaut aus wie ein U Bahnhof denken wir. Aber nachdem das ja nicht sein kann hier und wir extrem neugierige Gesellen sind, laufen wir da einfach mal runter.

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Wir kommen in das Museum des Geldes, das natürlich zur Bank gehört. Wir werden freundlich hereingebeten. Eintritt kostet es nicht und es ist schön kühl dort unten. Was könnte uns also aufhalten?Nur ein Scherz

Leider ist fotographieren verboten, und außer viel Geldscheinen aller möglicher Länder und natürlich der Geschichte des angolanischen Kwanza -der den Namen vom Kwanza Fluss hat – gibt es wenig zu sehen.

Aber eines wird mir immer in Erinnerung bleiben!

In einem Plexiglaskasten mit zwei Öffnungen, in die gerade so die Hände passen liegt ein Goldbarren! Und zwar ein Goldbarren der sogar Dagobert Duck in Verzückung gebracht hätte. Ganze 12 kg wiegt das gute Stück und jeder der mag kann hineinlangen und versuchen das schwere glatte Monstrum in die Hand zu nehmen. Dies ist gar nicht so leicht denn selbst der Aufseher schafft es nicht!

Doch deutsche Mechanikerhände packen wie ein Schraubstock zu und halten das gute Stück Edelmetall ganz fest. Natürlich gibt es keine Chance, dass ich den Barren herausbekomme und auch der Versuch ganz unauffällig etwas mit meinem Fingernagel von der Oberfläche abzukratzen misslingt. Engel

Ich gebe auf und lege dem Aufseher das Stück so hin, dass auch er es einmal in seinen Händen halten kann. Zwinkerndes Smiley

Am Abend kommt uns Wolfram auf dem Parkplatz besuchen. Er hat von uns gehört und bringt auch seinen Sohn Eddi und dessen Frau Nina mit Tochter Alice mit, um ein Bier uns zu trinken.

Wolfram ist deutschstämmig lebt aber schon über 40 Jahre in Angola. Auch er hat viel erlebt in dieser Zeit….

Wie viel Angolaner ist auch seine Leidenschaft mit dem OffRoader auf Tour zu gehen, um das Land zu erkunden. Fast die Hälfte aller 4×4 Fahrzeuge hier haben ein Dachzelt aufgeschnallt und sehen aus, als ob man gerade in den Urlaub fährt. Man hält sich hier bereit fürs Wochenende und genießt die schöne Natur in vollen Zügen, wenn man es sich leisten kann.

Wir bekommen an diesem Abend unwahrscheinlich viele Insidertipps, welche Orte wir unbedingt besuchen müssen und welche Strecken dazu am besten zu befahren sind.

Vielen Dank noch mal an Euch!

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Vollgepackt mit so vielen Tipps machen wir uns am nächsten Morgen gleich auf ins Abenteuer.

Ciao Club Naval, wir kommen bald wieder!

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Shipwreck Beach

22.04.2017

Ganz in der Nähe von Luanda gibt es einen Strand an dem unzählige Schiffswracks liegen. Auch in Luanda selbst sollen einige sein. Aber außerhalb der Stadt ist es natürlich viel schöner anzusehen sagt man.

Mit der wildromantischen Steilküste im Hintergrund ist es spektakulär und wir denken uns, dass sich das auch nach einem guten Übernachtungsplatz anhört. Cooles Smiley

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Leider ist es Dani nicht so wohl an diesem Tag. Sie hat schlecht geschlafen und ist müde. Auch der Magen drückt etwas……

Auf dem holprigen Feldweg zu den Wracks passiert es dann, sie lässt sich das Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen und wir beschließen, egal was uns dort vorne erwartet, wir werden dort rasten und übernachten.

Von der weiteren Fahrt bekommt sie nicht mehr viel mit. Weinendes Smiley

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Leider sieht man hier aber auch gut, was sonst so alles angespült wird…..es schockt uns immer wieder wie viel Plastikmüll für uns unsichtbar in den Weltmeeren treibt.Teufel

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Gottlob finden wir an einer Anhöhe ein herrliches Plätzchen, das uns auch eine kleine Brise kühler Meeresluft verspricht. Es ist kochend heiß und die Tagestemperatur kratzt an den 40 Grad.

Aber hier lässt es sich aushalten findet auch Dani und ich pflege und hege sie die nächsten 2 Tage hier so gut ich kann. Nur ein Scherz

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Sie schläft fast den ganzen Tag, hat etwas Fieber und die Bauchschmerzen werden nur langsam besser. Wir fürchten, dass es eine beginnende Malaria ist….Trauriges Smiley

Dani hatte –im Gegensatz zu mir- die letzten Wochen eine Malariaprofilaxe eingenommen, um möglichst auszuschließen gerade im Kongo krank zu werden. Es kann aber passieren, dass man trotzdem Malaria bekommt. Die Anzeichen dafür sind dann oft schlecht zu bewerten und häufig auch abgeschwächt.Was tun in einem Land, in dem man kein Wort versteht und somit ein Arztbesuch zur Farce wird? Wir behandeln erst einmal selbst und Dani nimmt vorsorglich Coartem ein, das wir als Notfallmittel dabei haben. Dieses Malariamittel hat auch mir gut geholfen und wird in hohen Dosen auch von den lokalen Ärzten gerne gegeben.

Während Dani den ganzen Tag pennt, inspiziere ich die nähere Umgebung und mache ein paar Bilder. Engel

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Warum hier so viele Wracks liegen haben wir leider nicht herausbekommen. Liegt es an kriegerischen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahren oder ist eine Meeresströmung daran Schuld? Auch gibt es hier sehr viele Sandbänke. Wer weiß, aber zum schön Anschauen wurden sie sicherlich nicht hierher gebracht.

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Ölplattform bei Sonnenuntergang,

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und in der Nacht…..von unserem Bett aus sehr gut zu sehen.

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Ein wunderschöner Platz ist das hier. Und letztendlich genießen wir alle die Zwangspause. Es ist immer wieder schön auch mal etwas sesshaft zu werden und für kurze Zeit  das Vagabundenleben aufzugeben.

Nach zwei Tagen geht es Dani dank der guten Pflege wieder besser und ich habe mächtig Sonnenbrand Verspotten.

Wir machen uns also auf den Weg in die Stadt Lubango.

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Dies scheint ein Überbleibsel zu sein vom Krieg denke ich?

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Bei einem Stopp am Supermarkt sehe ich das hier. Sehr einfallsreich finde ich, wenn auch die Lichtausbeute etwas mager sein dürfte.

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Luozi und unsere Überquerung des Kongo Rivers

17.04.2017

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Luozi, unsere erste Stadt, der wir in der demokratischen Rep. Kongo einen Besuch abstatten.

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Wir fahren sofort zur Zollbehörde, um den Stempel ins Carnet zu bekommen. Der Beamte ist sehr freundlich, bietet uns sofort Stühle an und nach 10 Minuten sind wir wieder draußen.

Nun gehen wir erst einmal auf den Markt. Wir müssen Geld am Schwarzmarkt tauschen, etwas zu Essen kaufen und vielleicht finden wir sogar ein Restaurant? Tagträume Flirten - Frau

Es wird feste gezockt hier in Luozi. Geld scheint also vorhanden zu sein bei der Bevölkerung, denken wir uns. Natürlich sind dabei auch immer Zigaretten und Bier im Spiel. Das gibt es ja auch nicht umsonst hier.

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Alle sind freundlich und grüßen uns herzlich, als wir durch die Straßen schlendern.

Auch finden wir eine Wechselstube. Wir sind nun Millionäre Cooles Smiley

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Man mag es nicht glauben, aber dieser Mann hat tausende von US Dollars in seiner unverschlossenen Schublade liegen. Als  wir ihn nach einen Platz fragen, an dem wir etwas essen können lässt er alles einfach liegen und geht mit uns einen Häuserblock weiter. Soviel zum gefährlichen, kriminellen Kongo denken wir uns. Als wir ihn fragen ob er keine Angst hätte, dass etwas gestohlen wird scheint er erst einmal unsere Frage nicht zu verstehen. “Nein nein, das ist kein Problem”, sagt er dann. Smiley

Unser Essenswunsch wird also erhört! Wir haben die Auswahl zwischen diesen zwei Restaurants:

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Lecker war es!

Neben wenig Gemüse und keinem Obst gibt es einen Schraubengroßhandel hier

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und eine Tankstelle.

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Was will man also mehr.

Als wir zu unserem Auto zurückkommen, werden wir erwartet. Ein grimmig dreinschauender Polizist erklärt uns, dass wir ihm folgen sollen zur Station.

Ach ja…..warum erkenne ich diese Typen immer sofort. Ist schon klar was er will.

Da sitzen wir also in seiner armseligen Stube. Er uns gegenüber mit seiner prunkvollen goldenen Armbanduhr und er füllt Formulare aus. Dieselben, die wir schon beim Immigrationsbeamten, der wohl nicht schreiben kann, 100 km zuvor ausgefüllt hatten.

Schön, wir haben ja Zeit und es hat auch nur knapp 40 Grad……Teufel

Aber mittlerweile sind wir alle so abgebrüht, dass uns selbst das nicht die kleinste Änderung unseres Blutdruckes bewirken kann. Wir sitzen da und unterhalten uns, machen Witze und schmieden Pläne wie wir weiterfahren.

Natürlich erklären wir ihm, dass wir schon längst den Stempel im Pass haben und er sich das Ganze eigentlich sparen könnte, aber er ist natürlich anderer Meinung. Warum er sich die Mühe macht erfahren wir bald.

Als er alles ausgefüllt hat schaut er mich an und sagt:

“10 US Dollar.”

Ich schaue ihn an und kippe den Kopf seitlich:

“Bitte? …..für was?”

“Für den Stempel im Pass.”

Ich lache ihn freundlich an, wie wenn er einen guten Witz gemacht hat und sage:

“Ich will keinen Stempel haben, den willst Du reinmachen in meinen Pass. Deshalb musst Du mir etwas bezahlen!”

Er schaut mich unfreundlich an…..das mag er nun gar nicht hören.

Ok denke ich mir dann halt anders. Ich beuge mich über den Tisch und sage:

“Schau mal, ich zeige dir etwas” und greife mir dabei meinen Pass von seinem Tisch.

Ich zeige ihm den Stempel, der schon im Pass ist und sage:

“Ich habe schon den Stempel und ich zahle NICHTS.”

Als er den Pass wieder haben will behalte ich ihn zunächst. Da er dummerweise aber noch die anderen Pässe hat und ich unnötigen Stress vermeiden will, gebe ich ihm meinen auch wieder.

Nun reden wir zu dritt auf ihn ein und machen ihm klar, dass er mit seinen Forderungen bei uns auf die Falschen getroffen ist. Noch nie haben wir bezahlt und werden das auch keinesfalls tun. Kein Stempel dieser Welt, der in unseren Pass gedrückt wurde, hat oder wird Geld kosten.

Punkt aus fertig…..

Als ich ihm fordernd die Hand ausstrecke, gibt er mir die Pässe zurück. Wir bedanken uns freundlich und lassen einen enttäuschten Beamten zurück, der eben eine Zusatzeinnahme in Höhe eines halben Monatslohnes verloren hat….Nach oben zeigen

 

Wir fahren raus aus der Stadt, um wenige Meter später an einem Highlight einer Afrikadurchquerung anzukommen.

Der Congo River oder auch Zaire River genannt.

Er ist der tiefste Fluss der Welt mit einer Tiefe von über 220 Metern und der zweitgrößte Fluss der Welt (nach dem Amazonas)  Er hat eine Länge von 4700 km, kreuzt den Äquator 2 mal und beansprucht 13% der gesamten afrikanischen Landmasse!

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Und da müssen wir jetzt rüber!

Nein nicht so…..

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wir nehmen die Fähre.

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Fährfahrten in Afrika sind immer wieder ein kleines Abenteuer. Nicht selten gehen sie unter oder treiben mit defektem Motor irgendwohin. Immer gibt es auch harte Verhandlungen (gerade mit Weißen) über den Preis der Überfahrt. Und meist wird ein Preis verlangt, dass man denken mag, man kauft die ganze Fähre mitsamt Besatzung.

Nicht so jedoch hier! Eine große Ausnahme. Der Preis ist fix und er ist fair! Es gibt ein Preisschild.

Wir bezahlen 20 USD. Gib mir Fünf!

Das ist die Anfahrt zum Anlegesteg,

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wo der hier auch erst einmal hängen bleibt……keine Ahnung wann und wie er jemals den Hang hinaufkommt

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Egal, nun sind wir dran.

Die Fähre besteht aus drei kleinen piroggenähnlichen Booten, welche mit den Planken, auf denen wir nun stehen miteinander verbunden sind.

Funktioniert….bisher, wenn nicht – der Fluss ist ja nur 220 Meter tief. Strebersmiley

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Er hat keine Bedenken.

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Er hier vieleicht?

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Und sie?

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Dani jedenfalls nicht.

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Geschafft!

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Ob er hier weiß, dass man den Helm anders herum aufsetzt? Ich habe es ihm nicht verraten Vor Lachen auf dem Boden wälzen

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Sein Kollege ist smarter, er fährt und steht immer im Schatten.

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Die hier scheinen ewig zu laufen, auch wenn er aussieht, als ob er eben erst aus dem Fluss gezogen wurde.

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Wir jedenfalls haben nun wieder “festen” Boden unter den Rädern,

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und schlagen abermals ein “wild camp” am Straßenrand auf.

Wir genießen die Abendsonne und die extreme Freundlichkeit der Menschen, die am Abend noch hier vorbeilaufen. Kongo DRC ist ein fantastisches Land und wir lieben es….

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…und genießen die Wildheit, mit der es im nächsten Land Angola vorbei sein wird, in vollen Zügen.

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Wir müssen nach Luozi

16.04.2017

Wir müssen trotzdem nach Luozi und unser Carnet abstempeln lassen. Was soll s, der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Wieder suchen wir uns nicht den bequemsten Weg, sondern eher einen außergewöhnlichen. Nun ja etwas verfahren haben wir uns auch dabei glauben wir.Strebersmiley

Zunächst fahren wir auf einem halbwegs erkennbaren Weg, der bald aber so schmal wird, dass wir annehmen, dass er unmöglich noch 100 km so weitergehen kann. Es ist mehr ein Trampelpfad und wird von zweispurigen Fahrzeugen wohl eher selten benutzt. 

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Nach einigen Kilometern wird er aber wieder breiter, so dass wir Hoffnung schöpfen.

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Dan hat an einem starken Ast, der in den Weg geragt hat den Kotflügel seines Jeeps abgerissen. Er ist aber schnell wieder mit Kabelbinder und Tape fixiert. Das sollte die nächsten 50000 km locker halten.Cooles Smiley

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In einem Dorf fragen wir sicherheitshalber noch einmal nach, ob wir hier wirklich richtig sind. Nachdem uns dies von der netten Dame bestätigt wird, kann ja nichts mehr schief gehen.

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Schulsystem im Aufbruch:

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Auffallend im Kongo ist, dass die Menschen hier unwahrscheinlich freundlich sind. Gerade in diesem Teil, in dem man augenscheinlich keine Touristen gewohnt ist, ist die Herzlichkeit mit der man uns überall empfängt unfassbar.

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In Afrika trägt Frau alles auf dem Kopf. So hat man beide Hände frei für wichtigere Dinge. Sehr praktisch eigentlich…..

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….und manchmal durchaus schön anzusehen.

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Beim Straßenbau darf man im Kongo aber gerne noch etwas sorgfältiger sein, finden wir. Party-Smiley

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Wir kommen nur langsam voran -heute nur knapp 40km- und so schlagen wir, wie so oft, unser Nachtlager direkt am Straßenrand auf. Außer Fußgängern und vielleicht mal einem Moped kommt hier eh keiner vorbei.

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Natürlich sind die Bewohner des nächsten Dorfes sehr interessiert an uns. Solche komischen Typen sieht man hier selten und so bleiben alle bis Sonnenuntergang bei uns stehen und beobachten uns ganz genau.

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Und weil das noch gut 2 Stunden dauert nutzt man die Zeit gleich, um die Haare zu machen. Auch gut, denn so haben auch wir etwas zum Bestaunen.Smiley mit herausgestreckter Zunge

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Wie erwartet, die Sonne geht unter und alles geht nach Hause.

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Am nächsten Morgen bekommen wir wieder Besuch und hier verschenken wir die ersten Brillen. Die Menschen haben hier keinerlei Zugang zu ärztlicher Versorgung. Wir haben in DRC noch kein einziges Krankenhaus gesehen. Hier, so denken wir, kann Schorsch s Wunsch wahr werden. Schorsch ist der Vater eines sehr guten Freundes von Dani. Es sind seine Brillen, die wir verschenken. Er hat sie gesammelt und immer den Wunsch gehegt, sie eines Tages nach Afrika zu schicken. Die beiden Männer werden die Brillen an die richtigen Menschen weiter geben, da sind wir uns sicher. Im Foto sind sie ein bisschen steif, aber sie haben sich wie die Schneekönige gefreut. Danke Schorsch Smiley

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Danach machen wir uns gleich auf, denn der Weg ist noch lange,

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aber die wunderschöne Landschaft entschädigt uns für die Strapazen des langsamen Dahingehoppels.

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Anhalter:

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Dieses Fahrrad stammt wohl noch aus der Kolonialzeit? Top in Schuss wie der Fahrer auch.Cooles Smiley

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Wir begegnen eher selten anderen Fahrzeugen. Aber wenn dann stecken sie immer fest!

Nachdem wir ja freundliche Menschen sind, helfen wir natürlich gerne und so gut wir können! Einmal davon abgesehen kommen wir ja sonst eh nicht daran vorbei.Vor Lachen auf dem Boden wälzen

Eine langwierige Bergungsaktion folgt hier.

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Einzig diesem Beifahrer scheint alles am A…. vorbeizugehen Smiley mit geöffnetem Mund

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Glücklich ist der, der nicht mittendurch muss.

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Es fängt das Regnen an,

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womit sich schnell die Straßenverhältnisse wieder minimal verschlechtern,

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und wir deshalb kurzentschlossen hinter einem Schulgebäude unseren Campground eröffnen.

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Das hat den riesen Vorteil, dass man am nächsten Morgen keinen Wecker benötigt und mit interessanten Dingen bespaßt wird.

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Nein diese Kinder waren wirklich total lieb und zurückhaltend. Wir haben es sehr genossen, hier Gast sein zu dürfen.

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Weiter gehts, immer noch Richtung Luozi.

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Endet hier unsere Reise abrupt……im Niemandsland noch nicht ganz in DRC (ehem. Zaire) angekommen?

15.04.2017

Im nächsten Dorf sehen wir sie wieder. Hier wird das Schmuggelgut aus Kongo abgeladen. Zwinkerndes Smiley

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Kurz nach dem Dorf wird es eng. Eine Piste ist nicht mehr zu erkennen und wir fahren kilometerweit einen Trampelpfad entlang. Ob wir noch richtig sind? Keine Ahnung……zumindest die Richtung stimmt noch.Engel 

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Der letzte Regen hat in diesen Hang einen tiefen Graben gespült. Dieser ist sehr breit und  kaum zu umfahren. Eine breite Spur bei einem Offroad Fahrzeug ist oft gut und hilft bei Schrägfahrten vor dem Umkippen. Doch alles Gute hat auch seine Schattenseite und hier wird uns die breite Spurweite von VAnGo zum Verhängnis.

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Der Boden ist schmierig und rechts ist ein Wall. Wäre ich bedachter unterwegs gewesen, hätte ich schon vorher an dieser Engstelle Sandbleche hingelegt. Aber man ist ja faul und versucht es erst mal so….Nachdenkliches Smiley

Auf den Bildern sieht der Hang gar nicht steil aus, aber in Wirklichkeit ist die Steigung schon sehr steil!

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Ich merke, wie die Vorderachse nach links rutscht und gebe Gaaaaas.

Mit der Vorderachse komme ich so noch vorbei aber hinten schmiert VAnGO in den Graben. 

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Noch ein kurzer Gasstoß und nun ist auch das linke Vorderrad in dem tiefen Loch.

MIST!

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Erst einmal denke ich: “Ist ja nicht so schlimm. Ich fahre halt nach unten wieder raus.”

Doch leider ist es viel schlimmer. Nach unten geht es noch tiefer in den Graben und herausfahren ist unmöglich. Weiter zurück und VAnGO kippt um. Nach vorne sieht es nicht viel besser aus.

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Aus und Einsteigen fällt mir heute besonders schwer….an meinem Alter liegt es diesmal nicht Strebersmiley

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Es gibt nur einen Weg….und der ist nach vorne. Bisher war ich immer der Meinung, dass eine Seilwinde unnützes Gewicht ist, das wir mitschleppen. Eine typische Fehlinvestition. Noch nie hatte ich sie gebraucht! Heute bin ich extrem froh darüber, dass diese verbaut ist. Nur mit der Winde ist es möglich, das Auto wieder aus dem Graben zu bekommen und vor demUumkippen zu sichern.

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Trotzdem müssen wir auch Sandbleche unterlegen, um ein Absacken oder plötzliches seitliches Wegrutschen zu verhindern. Alles ist eine extrem wage “Konstruktion”. 

Es ist eine wirklich schweißtreibende Arbeit. Das liegt an den über 40 Grad, fehlendem Schatten und nahezu 100% Luftfeuchtigkeit. Aber ebenso ist es viel Angstschweiß, der mir heute wie ein Bächlein die Nase herunterläuft,

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denn auch die Befestigung des Windenseils ist alles andere als sicher. Hier hängt nun unser Schicksal dran! Dieser Busch entscheidet ob wir unsere Reise fortsetzen können oder sie hier abrupt enden wird.

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Oh bitte lieber Gott lass das halten Augen rollendes Smiley

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Geschafft VAnGO steht wieder halbwegs gerade. Aber nun mittig über dem Graben. Dessen Kante ist ebenso breit wie die Spur und alles andere als stabil. Jederzeit kann VAnGO wieder abrutschen!

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Nichtzahlende Zuschauer hat es inzwischen auch genug……Verärgertes Smiley

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Wieder müssen die Sandbleche herhalten, somit wird die Last besser verteilt und ich kann halbwegs verhindern, dass die Erdkanten wegbrechen.

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Immer wieder muss ich nach wenigen Zentimetern die abenteuerliche Absicherung verschieben und anpassen.

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Zum Schluss wird es noch mal eng.

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Überglücklich und nach über 3,5 Stunden für 15 Meter Weg setzen wir nun gaaanz vorsichtig unsere Fahrt fort Nur ein Scherz

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Vielleicht sollte ich besser über einen Fahrzeugwechsel nachdenken? Der junge Mann hier hat die Probleme nicht….Engel

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Wie hätte ich die Situation verhindern können?

-Aussteigen und mir die Sache genau ansehen

-Dani als Einweiser heranziehen

-Sandbleche auslegen an der Engstelle.

Dies alles hätte verhindern können das das Fahrzeug abschmiert und wir eine Menge Arbeit und Angst hatten.

Ein klarer Fehler meinerseits…….das Nächste mal mache ich es besser hoffe ich Engel

Zwischen den Grenzen Kongo Brazzaville (Rep. Kongo) und Kongo Kinshasa (DRC)

15.04.2017

Wir versuchen also -wieder einmal- einen Grenzübergang zu nehmen, der eigentlich gar nicht existiert. Der Weg ist auf keiner uns bekannten Karte eingezeichnet und auch unsere google street map kennt hier zwar eine Menge Wege, aber es fehlt ein Stück zwischendrin, so dass eine Verbindung zwischen den Ländern hier in der Gegend nicht möglich scheint. Wir haben aber von anderen Overlandern gehört, dass es geht. Also suchen wir den Weg.

Allerdings scheint es, dass wir eine andere Möglichkeit gefunden haben als unsere Vorgänger…..leider eine schwierigere, wie wir später erfahren.

Zunächst geht alles noch recht einfach von Statten. Wir durchfahren eine wunderbar hügelige und einsame Gegend

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und ab und an durchfahren wir einsam liegende Dörfer. Manche haben sogar liebevolle Wegweiser.

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Am meisten verblüfft uns die Wasserversorgung im Kongo. Überall stehen die von staatlicher Seite bereitgestellten Wassertanks, die eine über Solar betriebene Pumpe verfügen. Keine Spur von Wasserknappheit, die wir eigentlich erwartet haben.

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Irgendwann wird dann der Weg anspruchsvoller……

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An einer engen Passage steht ein alter klappriger Toyota. Die Besatzung spricht nur die lokale Stammessprache und wir bekommen nicht heraus, was das Problem ist. Unter dem Toyota hat sich jedenfalls schon eine pechschwarze Ölpfütze gebildet. Vorbeifahren geht nicht, da es zu eng ist. Was nun?

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Gemeinsam schieben wir den schwer beladenen Toyota LandCruiser bergauf an eine Stelle an der Dan seitlich in den Busch fahren kann.

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Nun lassen wir den LandCruiser wieder zurückrollen und binden ihn an Dan´s Jeep an. Abschleppen ist angesagt. Strebersmiley

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Das Bergeseil der LandCruiser Besatzung ist eher afrikanisch hemdsärmelig….aber wir versuchen es mal.

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Der Pose nach, scheinen die Jungs mehr als überzeugt zu sein von dem alten Bastseil.

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Es scheint fast, als haben sie es der jungen Dame vorher abgenommen. Party-Smiley

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Natürlich reißt es nach ca. 20cm Fahrt.

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Also holen wir unseres raus.

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Uns so kommt es, dass ein Jeep einen LandCruiser über die Grenze Rep. Kongo nach Dem. Rep. Kongo zieht!

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Sobald es etwas bergab geht, legt der Toyotafahrer den Gang ein und der LandCruiser klappert wieder mit einer Leerlaufdrehzahl von gut 2500 U/min vor sich hin. Scheinbar war die Batterie leer oder der Motor komplett abgesoffen. Der Ölverlust sowohl in flüssiger Form unter dem Auto, als auch in Form von blauem Qualm ist normal hier. Solange er stinkt und qualmt rennt er noch. Nur ein Scherz

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Wir lassen die Jungs wieder nach vorne fahren. Sie sind viel schneller unterwegs als wir. Ohne Gnade prügeln sie den LandCruiser über die löchrige Piste. Nachdenkliches Smiley

Brazzaville – kein Sprit, kein Visum, wenig Lust

04.04.2017

Eines der ersten Dinge, die wir erledigen wenn wir in ein neues Land reisen ist eine SIM Karte zu kaufen, um an eine Internetverbindung heranzukommen. Free Wifi gibt es in Westafrika eher selten. Ab Nigeria hatten wir es nie gefunden.

Leider ist es oft umständlich sich registrieren zu lassen für eine neue SIM Karte. Immer jedoch ist es zeitaufwändig. Im Kongo haben wir nach zusammengezählt 9 Stunden Wartezeit aufgegeben…..Etliche “Agenturen” waren einfach nicht fähig unsere bereits gekauften Karten freizuschalten…..

Hier Dan beim Warten im gemütlichen Shop von MTN

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Also weiter Richtung Hauptstadt Brazzaville

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Kongo überrascht uns sehr, mit augenscheinlich vorhandenem Reichtum, guter Hauptstraße und gut organisierter Wasserversorgung.

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In der Präsidentenstadt Oyo begegnen wir gar etwas, was wir seit Marokko nicht mehr gesehen haben!

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Und einem Krankenhauskomplex, den wir im Kongo so auch nie vermutet hätten. Um es vorsichtig zu formulieren, ist das Bild, das uns durch Medien vermittelt wird doch etwas einseitig, finden wir.

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Natürlich ist der 1te Welt Standard nicht in allen Dingen vorhanden. So haben wir seit drei Tagen Schwierigkeiten an Kraftstoff zu kommen. Diesel ist eher weniger das Problem aber Dans Jeep benötigt Benzin. Und das ist seit hunderten von Kilometern (Ouesso) an allen Tankstellen ausverkauft. Und da wo es noch etwas zu geben scheint, geht es eher chaotisch bis aggressiv zu.

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Da nimmt man jede Mitfahrgelegenheit wahr

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Dan muss vom Zusatztank umfüllen

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Denn der Weg nach Brazzaville ist noch weit!

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Und nicht immer gut

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Geldspielautomaten sind der große Renner hier. Was uns doch sehr wundert ist, dass selbst 10 Jährige hier täglich ein kleines Vermögen verspielen. Beim Warten auf unsere SIM haben wir das sehr gut und lange beobachten können Strebersmiley 

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Prioritäten werden in Afrika anders gesetzt. Wir denken oft darüber nach, warum das so ist.

Vielleicht wird es etwas verständlicher wenn man begreift, dass ein Morgen bei weitem nicht so abgesichert ist wie in Mitteleuropa? Wer weiß, hier kann morgen schon ein Bürgerkrieg oder Ebola ausgebrochen sein. Eine Geldentwertung, kein Wasser, kein Strom, von der Schlange gebissen und ohne ärztliche Versorgung das Leben jäh beendet. Alles was uns schrecklich erscheint, ist fast normal und gehört zum Leben. Deshalb lebt man mehr im Jetzt und genießt das Heute statt wie bei “uns” in die Zukunft zu investieren und darauf zu bauen, dass alle Versprechungen und Hoffnungen in Erfüllung gehen.

Nicht alles, aber einiges gefällt uns an dieser Denk- und Lebensweise. Engel

Wort zum Sonntag zu Ende…Regenbogen

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Bei Mab machen wir einen Abstecher zum Lac Blue, der in einem Nationalpark liegt. Dort wollen wir eigentlich eine Gorilla Auffangstation besuchen. Wir erfahren, dass die Gorillas im Käfig gehalten werden und lehnen dankend ab. Der Abstecher war trotzdem ganz lustig Cooles Smiley

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Afrikaner sind Stapelkünstler

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Wir erreichen endlich Brazzaville. Dan erreicht mit seinem wirklich letzten Tropfen das Hotel HippoCamp in dessen Hof wir übernachten werden. Ein alter Overlander Treff ist hier, warum auch immer…..uns gefällt es nicht wirklich. Der Besitzer ist superfreundlich, aber Toilette und Dusche sind in einem nicht gebrauchsfähigen Zustand. Und wir sind wirklich einiges gewohnt….Durchtrieben

Wir sind nur in Brazzaville, um morgen ein Visum für Angola zu beantragen. Die Chancen sind eher gering hier, aber Versuch macht klug.

Nach langem Herumfragen und der Hilfe des Nachtwächters vom HippoCamp bekommt Dan auch 75 Liter Benzin gebracht. Eigentlich wollte er 125 haben, aber mehr war wohl in der ganzen Stadt nicht aufzutreiben. Angebot und Nachfrage beeinflussen den Preis, das muss Dan nun am eigenen Leib spüren.

Normalpreis 560 CFA (ca 85 cent) nun liegt der unverhandelbare Preis bei 1500 CFA (2,30 Euro) plus Taxikosten!

Die Qualität ist natürlich auch nicht die beste. Es riecht mehr nach Verdünnung, jede Menge Wasser ist darin und andere undefinierbaren Dinge. Der Spezialfilter holt alles raus, aber an der miesen Qualität kann auch er nichts ändern. Der Jeep wird nun einige Tage lang hustend und qualmend die Berge erklimmen müssen Verlegenes Smiley

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Nachdem das angolanische Konsulat klar und deutlich zu uns sagt “Nein ihr bekommt kein Visa von uns, da ihr nicht im Kongo wohnt” versuchen wir nicht weiter unser Glück hier und verlassen ziemlich spontan die Stadt. Auch wegen des herrschenden Ninja Problems auf unserer Weiterreise verschweigen wir wohin wir fahren bzw. geben falsche Auskunft an jeden, der uns fragt.

 

Mächtiger Baobab…

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…direkt bei einer der Zeitaufwendigen Kontrollen.

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Ich erlaube mir den Polizisten zu fragen, was er denn nun mit all unseren Daten macht, die er fein säuberlich auf einen fettigen Schmierzettel geschrieben hat.

“Diesen gebe ich meinem Boss!”

“Und dann?”

“Der hat dann die Daten von Euch dem Visa und denen des Fahrzeuges!” (incl. Name und Beruf des Vaters und der Mutter)

“Und dann?”

Leere starrt mich an……….er hat garantiert noch nie über Sinn oder Unsinn diese aufwändige Prozedur nachgedacht. Hier macht man was befohlen wird. Augen rollendes Smiley

Canyon Rouge

29.03.2017

Bei Lekoni in der Nähe Francevilles soll es wunderschöne Canyons geben. Dank unseres Navigationssystems finden wir diese auch recht schnell und fahren an den Canyon Rouge.

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Um an den Canyon zu gelangen, fährt man ca. 5km durch eine sandige Piste. Irgendwann und ganz plötzlich steht man dann vor dem im hohen Elefantengras verdeckten Abgrund! Also etwas aufpassen und besser nicht mit zu viel Schwung durch den Sand pflügen. Nur ein Scherz

 

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Wer schubst hier wen?

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Nachdem es uns hier so gut gefällt und auch die Moskitos bzw Fourros sich zurückhalten, bleiben wir hier ein paar Tage und genießen die Einsamkeit.

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Leider ist ein Plug im Reifen undicht und ich muss einen Neuen setzen bevor wir weiterfahren.

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Einer arbeitet und 15 schauen zu……

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Unser Stammrestaurant Cooles Smiley

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Es gibt hier in der Gegend auch einen Canyon Blance. Allerdings finden wir diesen nicht und haben auch keine Lust auf tagelange Suche. Es wären ca. 80km Piste zu fahren und diese ist kaum zu sehen und verzweigt sich sehr oft. Wir brechen ab.

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Kurz überlegen wir, ob wir hier schon Richtung Kongo fahren wollen.

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Allerdings können wir nicht abschätzen, wie man einen “illegalen” Übertritt der Grenze im Kongo gegenübersteht und wie/wo wir dann unseren Einreisestempel bekommen. Außerdem haben wir gerade ein klein wenig die Lust an schlechten Pisten verloren und fühlen uns auf Teer pudelwohl. Nur ein Scherz

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Hallo Kongo wir kommen!

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Die lange Fahrt nach Franceville

 

26.03.2017

Wir fahren von Dilolo über Lastoursville nach Franceville

Zum einen soll die Strecke schön sein und zum anderen wollen wir bei Lekoni über die Grenze in die Republik Kongo.
In Afrika sind die Chinesen…..zum einen um Straßen zu bauen, zum anderen um den Kontinent seine Rohstoffe zu entnehmen.
Hier eine andere Hinterlassenschaft die ich am Wegesrand gefunden habe. Arbeitssicherheit spielerisch beigebracht Zwinkerndes Smiley

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Modernes Afrika

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die Strecke wird bald schlechter und wir mögen es noch nicht wahr haben das eine Stadt mit weit über einhunderttausend Einwohnern über solch einen Hauptverbindungsweg verfügt und das wir uns die nächsten 700 km auf dieser Nationalstraße befinden. Erfahrungsgemäß wird es nicht besser Enttäuschtes Smiley

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unerwartet eine schöne Kirche am Wegesrand

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unser erster Übernachtungsplatz ebenfalls am Wegesrand. Verkehr ist hier eh keiner, heute ist uns noch kein Auto entgegengekommen also werden wir sicher nicht gestört heute Nacht. Höchstens vom starken Regen der einsetzt

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Die Beschilderung der Rue National 6 ist ähnlich gut wie in Europa

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die Straße aber nicht. An dieser Stelle haben wir noch 480 km vor uns……Verwirrtes Smiley

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und es wird natürlich nicht wesentlich besser im laufe des Tages

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Bierverkauf am Strassenrand

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Chinesen beim Straßen vermessen,. Mitten im Nirgendwo!

Ob dies ein gutes Zeichen ist und wir bald auf eine neugebaute Teerstraße treffen?

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Nein wohl ehr nicht. Diese Brücke hat mir dann doch eine kleine Sorgenfalte auf die Stirn gemeißelt Trauriges Smiley

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aber am Ende geht´s immer irgendwie

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besser wird es danach aber auch nicht

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Nächste Übernachtung bevor wir kurz vor Franceville wieder auf Teer treffen

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Grüße an eine ganz besondere Freundin Zwinkerndes Smiley

 

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Ein aufgeschleuderter Stein zertrümmert die Scheibe von Dan´s Jeep. Im Innenraum liegen jede Menge Splitter und Tesaband muss herhalten.

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Kaum zu glauben wie sehr wir uns gerade über modernen Straßenbau freuen!

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bei Franceville einer dreckigen und nicht einladend wirkende Großstadt besuchen wir noch einen Stausee und das zugehörige Kraftwerk. Das Militär dort nimmt uns die Pässe ab und dann dürfen wir einfahren. Alles recht unkompliziert hier Cooles Smiley

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Diese alte Hängebrücke war ebenfalls auf dem Gelände. Allerdings konnten wir wegen den Horden an Mosquitos nicht wirklich die Zeit genießen und waren bald wieder weg

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Wir suchen uns ein abgelegenes Plätzchen ganz in der Nähe zum schlafen und genießen bei einem Sundowner die Aussicht

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natürlich alles Originalteile ob mit oder ohne SchreibfehlerStrebersmiley

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Lope Nationalpark – auf den Spuren einer Gruppe von Gorillas

11.03.2017

Wir verlassen die einzige Teerstraße Gabuns bei Mayene, um in den Lope Nationalpark zu fahren. Die Landschaft soll in der Gegend toll sein und sowohl Elefanten als auch Gorillas soll es geben. Gerade die Gorillas interessieren uns.

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Die Landschaft öffnet sich und weite Ebenen überraschen uns. Ob diese von radikalem Kahlschlag stammen? Manche sagen ja, aber es gibt auch Stimmen, die meinen das könnte gar nicht sein, da es schon Jahrhunderte zurückliegen müsste. Was wiederum mit den damalig technischen Mitteln schwer möglich gewesen wäre.

Wie dem auch sei. Das Landschaftsbild, das sich uns bietet begeistert uns. Endlich kann man mal wieder die Augen schweifen lassen und die Ferne genießen. Im Regenwald ist es manchmal schon etwas “bedrückend” Verliebt

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Nein, ich habe VAnGO nicht dort abgeliefert! Bin gleich zurück

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Wunderschöner Übernachtungsplatz auf einem Hügel mit Blick auf den Fluss. Wir sind begeistert.

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Ausblick von unserem Bett

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Abendglühen

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Der Zug nach Franceville fährt abends an uns vorbei (Die Fahrt mit dem Zug soll übrigens eines der Highlights eines Gabun Urlaubs sein.)

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Und Morgens werden wir von Rangern, die zufällig vorbeikommen, um unseren Frühstückskaffee gebracht. Wir sollen weiterfahren meint man bestimmt, da wir uns schon im NP befinden.  Ok wir wollten eh gerade packen, warum also diskutieren, dass es weder Schilder gibt noch, dass das Office zum Park 3 Fahrstunden weiter steht.

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Dort befindet sich auch eine Luxuslodge, die wir neugierig besuchen.

Der supernette Manager gibt uns die Preise für Safaris im Park. Selbstfahren nicht möglich…..Elefanten, Büffel, Affen kann man garantiert sehen meint er.

Als ich ihn frage wie es mit Gorillas aussieht, nur daran hätten wir Interesse…..kommt ein klaren “Nein, keine Chance hier” zurück.

Na das ist wenigstens ehrlich denke ich mir!

“Aber ich kenne jemanden, der kann euch zu Gorillas führen! Die gibt es weiter unten bei Mikongo” 

Wir horchen auf und lassen uns den Namen geben, bedanken uns und fahren weiter, nachdem wir noch etwas auf dem wunderschönen Areal herumgelaufen sind.

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Weit kommen wir nicht…..ein Polizist hält uns an einer Straßensperre auf.

“Woher, wohin, was wollt ihr usw”

“Nach Mikongo, wir wollen zu Gislain Ngonga”

“Der ist nicht dort! Der ist mit seinen Kindern im Busch”

Aha, hier kennt jeder jeden und der Polizist an der Straße sieht ja auch jeden vorbeikommen und hält immer ein Pläuschchen…….das hat durchaus auch seine Vorteile. Nach Mikongo sind es 2 Stunden Fahrtzeit wenn alles gut läuft!

Der Polizist greift zum Telefon und eine Stunde später ist unser Sofa voll mit Gislains Kindern.

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Das sind übrigens nicht alle seine Kinder. Es fehlen noch 2 und am liebsten würde Gislain so zwischen 12 und 20 haben…….Nur die Frau fehlt ihm im Moment. Er ist alleinerziehend seit 5 Jahren!

Respekt Gislain, so guterzogene Kinder findet man selten. Weder hier noch in Europa.

Wir sind uns nicht sicher was uns erwartet. Natürlich sind wir hier nicht im Zoo und wilde Gorillas sind mehr als scheu und auch nicht ungefährlich. Ggilain sagt, dass die Chancen bei 60% liegen, dass er uns zu einer Gruppe führen kann.

Wir kennen ihn nicht und es kann sein, dass wir hier eine Menge Geld bezahlen für einen totalen Reinfall. jeder hier schimpft sich schnell “Guide”, auch wenn er nur als kleiner Junge einmal im Busch war. Aber der Preis den wir aushandeln ist durchaus akzeptabel, billiger werden wir wohl nie mehr die Chance haben. Also zugreifen, auch wenn es vielleicht nur ein Wandertag wird.

Wir decken uns noch mit Lebensmitteln ein und ein paar Militärjungs wollen unbedingt mit Dani fotografiert werden Cooles Smiley

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Gislain fährt nun mit uns nach Mikonko. Die Piste dorthin führt durch wunderschöne Gegend, ist manchmal gut,

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manchmal aber auch nicht Zwinkerndes Smiley

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Bei Mikongo geht es dann noch 9km in den Urwald

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zu einer aufgelassenen Gorilla Research Station. Nun erst erzählt uns Ggilain, dass er knapp 20 Jahre seines Lebens mit Gorillas verbracht hat. Er hat hier gearbeitet und ist der einzige, der geblieben ist. Er liebt die Natur und die Tiere und will hier nicht mehr weg….auch wenn es oft nicht einfach ist für ihn hier.

Wir scheinen den richtigen Mann getroffen zu haben. Wie dem auch sei, Ggilain ist durch seine zurückhaltende freundliche Art ein extrem angenehmer Bursche.

An der Station liegen noch einige Skelette herum welche sehr interessant für uns sind. Wann bekommt man schon einmal einen Gorilla oder Elefantenschädel zu Gesicht?

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Dies ist EIN Elefantenzahn!

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Die Nacht wird überraschenderweise kühl und angenehm. Wir genießen die Geräusche des Urwaldes und träumen bald friedlich vom morgigen Tag.

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Noch in der Morgendämmerung brechen wir auf.

Wir folgen Ggilain in einem Wirrwarr von kleinen Trampelpfaden in den Busch.

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Schon nach 10 Minuten bereue ich, nicht mein Handy dabei zu haben. Ohne Navigation und Standort unseres Auto habe ich keine Chance mehr zurückzufinden…..und das schon jetzt, wo wir gerade mal 500 Metern Luftlinie von VAnGO entfernt sind.

Der Weg führt vom Camp weg über eine Hängebrücke über eine kleinen Fluss und dann über Pfade, die zwischen einem Meter und 30cm breit sind. Die meisten scheinen Trampelpfade von Elefanten zu sein, denn ihre Fußstapfen sind kaum zu übersehen. Zwinkerndes Smiley

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So tief im Regenwald herrscht ein unbeschreiblicher Geruch. Er verfolgt uns regelrecht. Oder doch eher wir ihm? Erstauntes Smiley

Es ist modrig hier. Ich erinnere mich an den Geruch aus meiner Kindheit, als ich oft in uralten Bauernstuben zu Besuch war. Dort hat das alte modrige Holz der Decken und Dielenfußböden ähnlich gerochen.

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Hier jedoch hat man immer wieder einen anderen Geschmack in der Nase. Es mischt sich süßlich der Geruch von Elefantenkot und der fruchtige gärende Geschmack der Früchten mit unserem eigenen Schweißgeruch, der nicht zu verleugnen ist. Es ist fürchterlich schwül und selbst wenn man nur herumsteht tropfen einem die Schweißperlen an der Nasenspitze herunter.

Es klingt lächerlich, aber es scheint abzukühlen wenn man sich bewegt!

Ich erinnere mich an die Geschichte von dem Kamel, das durch die Wüste rennt und irgendwann Tod umfällt …..Es ist weder verdurstet noch vor Erschöpfung gestorben. Nein es ist erfroren Party-Smiley

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Wir sind nun knapp 2 Stunden unterwegs. Schweigsam ohne ein Wort. Nur Handzeichen und leises Flüstern sind erlaubt und auch ein leises Auftreten ohne Ästeknacken wäre schön. Ggilain bleibt immer wieder unverhofft stehen und horcht. Manchmal hat er Spuren entdeckt. Vermutlich sieht er ständig Spuren und zeigt uns nur die wirklich Wichtigen.

Dieser Mann ist unfassbar. Nie habe ich einen solch guten Fährtensucher gesehen. Noch nicht einmal in den Karl May Filmen waren die so gut wie er!

Plötzlich über uns ein Geräusch, das uns sofort an Jurassic Park erinnert, als der Flugsaurier über den Köpfen kreist. Flapp, flapp, flapp, ssssssss. Genau dieses Geräusch ist es, wir sind uns sicher! Unglaublich laut halt es zu uns herunter. Weit oben in den Baumwipfeln fliegt ein riesiger Hornvogel aufgeschreckt davon.

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Unter uns ein Kothaufen von Antilopen, der bedingt durch die Luftfeuchtigkeit hier in kürzester Zeit verschimmelt….irgendwie schaut selbst das schön aus 😛

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Aufgeschreckt springen immer wieder Mandrills und andere Affen in den Bäumen und im Wald umher.

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Nun frische Spuren von Buschschweinen und ein großer Platz, an dem es riecht wie in einer Schwarzbrennerei.

Die Tiere finden hier bestimmte Früchte, die sie lieben. Die harte Frucht in der Größe einer Mandarine fängt am Boden liegend das gären an und somit bildet sich etwas Alkohol…..ja die Viecher wissen was sie wollen 😉

Frisch gepflückt schmeckt diese übrigens auch uns 🙂  Es ist die Bamou Frucht, sie haben eine Haut wie ein Granatapfel. darunter ist eine weiße klebrige Faserschicht, und im gelben Fruchtfleisch stecken vier Nüsse. Diese werden von Gorillas und auch Elefanten sehr hoch geschätzt! Sie riecht ähnlich wie vergorener Apfelsaft.

 

Schon jetzt ist mir klar. Selbst wenn wir heute keine Gorillas finden, diese Wanderung inkl. Fährtensuche durch den Dschungel ist alleine schon ihr Geld wert. Ich bin so fasziniert von all dem was wir hier erleben und lernen können, dass die Gorillas -beinahe- schon Nebensache werden.

Ein schrilles Zirpen begleitet uns eine Zeit lang. Es ist so laut, dass es uns in den Ohren weh tut…überall knackt es laut zwischen den Bäumen….Waldelefanten müssen ganz in der Nähe sein.

Immer wieder findet unser Guide auch Gorillaspuren am Boden und abgebrochene kleine Zweige, an denen unser neuer Freund genau erkennen kann wie lange es her ist, dass hier ein Gorilla daran genagt hat oder beim Vorbeilaufen daran hängen geblieben ist.

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Plötzlich wird Ggilain ganz langsam und vorsichtig. Er deutet uns an stehen zu bleiben und er geht einige Meter weiter. Nun winkt er uns. Er hat die täglich wechselnde Übernachtungsstelle der Gorillagruppe gefunden, der wir auf der Spur sind. Sie schlafen auf dem Boden, den sie vorher schön mit Blättern abdecken. Er bückt sich und hat plötzlich einzelne Haare eines Gorillas in der Hand….wie macht er das nur? Die Haare sind kaum sichtbar so fein sind sie. Viel feiner als ein menschliches Haar.

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Wir erreichen ein liebliches Flussbett und genießen es, dass wir wieder einmal weiter als 5 Meter weit sehen können.

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Sehr beruhigend ist, als uns Ggilain eine ganz frische Spur eines Panters zeigt…..Der Abdruck ist verdammt groß denke ich, und Ggisails Machete ist die einzige Möglichkeit, die wir -theoretisch- hätten, um einen Angriff des schwarzen Panters abzuwehren.

Unser Guide meint nur, dass dieser keine Menschen angreift……na hoffentlich weiß das auch der Panter 😉 Wir folgen dann doch  wohl besser den Gorillaspuren weiter empfehle ich 😉

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Nach einer Weile findet er auch tatsächlich einen frischen Abdruck eines Gorillas und flüstert

„Sie sind hier…..nicht weit weg“!

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Wir steigen einen Hang hinauf, ganz leise, aber sie haben uns natürlich längst bemerkt. Doch Ggilain ist überglücklich. Er ballt die Faust und freut sich wie ein Olympionike, der gerade eine neue Bestmarke gesetzt hat. Der Typ ist unglaublich, denke ich.Er ist wirklich mit aller Kraft und Seele dabei, uns glücklich zu machen.

Wir schleichen uns immer weiter in die Richtung der Gorillas, die bisher nur Ggilain wahrgenommen hat. Wir haben weder etwas gesehen noch gehört. Aber sie scheinen zu bleiben. Warum sollten sie auch abhauen? Wir sind die Eindringlinge und definitiv die Schwächeren Engel

Nun hören wir es. Das Brustgetrommel des Anführers. Er ruft damit seine Gruppe zusammen und fordert sie auf im näheren Umkreis zu bleiben. Immer wieder sehen wir dunkle Flecken im Busch, die sich bewegen, aber näher heran dürfen wir nicht. Viel zu gefährlich! Diese Gruppe hier ist nicht wie z.B. die Gorillas in Uganda an Besuch von Menschen gewohnt. Sie kennen zwar Menschen, sind also teilhabituiert, aber sie sind nicht daran gewöhnt und reagieren dementsprechend auf Eindringlinge!

Wir beobachten weiter und werden ebenfalls beobachtet! Irgendwann klettert einer der Gruppe auf einen Baum, um uns besser sehen zu können. Das ist gut, denn so haben wir auch beste Sicht auf sie 😉

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So verbringen wir etwa 10 Minuten und ziehen uns dann zurück.

Wir setzen uns ganz in der Nähe auf einen großen Fels, essen etwas und hoffen darauf, dass die Gruppe neugierig wird und sich vielleicht uns nähert. Das tut sie wohl auch, bleibt aber leider sehr versteckt .

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So verbringen wir sicher eine Stunde und horchen auf die Geräusche, die sie machen.

Als plötzlich ein Gorillaruf in anderer Tonlage und weiteres Brusttrommeln zu uns tönt meint Ggilain: “Schnell.”

“Komm auf wir müssen gehen……das war die Frage “Was macht ihr immer noch da, wir haben nun genug von euch!“”

Wir sollten also besser den Rückzug antreten Augen rollendes Smiley

Wir machen uns schnell auf den Rückweg, und Ggilain zeigt uns, dass unsere Spuren, die keine 2 Stunden alt sind nun immer wieder von Elefantenspuren überdeckt sind. Sie sind hier Erstauntes Smiley

Auch liegen wieder jede Menge frischer Früchte herum, als sich plötzlich ein Elefant aus dem Wald meldet. Er kann keine 20 Meter von uns weg sein….aber er ist unsichtbar für uns. Das dichte Gestrüpp schluckt einfach alles. Scheinbar sind wir selbst das Einzige, das sichtbar ist.

Unser Guide meint „Das klingt nicht gut! Er ist unglücklich, hat Schmerzen! Vielleicht ist er krank…wir müssen eine großen Bogen um ihn herum machen. Dürfen keinesfalls näher kommen. Er ist schlecht gelaunt und niemand will einem schlecht gelaunten Elefanten gegenüberstehen.“

Na da hat er aber so was von Recht! Vor allem, wenn man zu Fuß wie wir unterwegs ist…….

Wir schleichen uns also in weitem Bogen um ihn herum und hoffen, dass er bald wieder gesund wird.

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2 Stunden später kommen wir erschöpft und überglücklich wieder im Camp an.

Als wir wieder die 9 km aus dem Dschungel zurück auf die Piste fahren springt Gislain bei einem Halt unvermittelt aus meinem Auto und kommt mit einem abgebrochen Ästchen in der Hand zurück. Er zeigt es mir und sagt: “ Sie sind hier…eine andere Gruppe Gorillas. Maximal eine halbe Stunde her. Schau her. “

Ich sehe mir das Ästchen an und erkenne….Nichts… Er ist abgebrochen und sieht aus, als ob ihn jemand durch die Zähne gezogen hat. Aber wann das war?

Unfassbar unser Gorillaflüsterer.

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Ein unglaubliches Erlebnis. Wie schon erwähnt, wäre ich auch zufrieden gewesen, wenn wir keine Gorillas gesehen hätten. Das Spurenlesen, die Suche an sich und die unvermittelte Nähe zur Natur und so nah dran zu sein an der Wildnis wird mir immer erhalten bleiben. Ohne ein Blechkleid außen herum, ohne Gewehr oder anderer Hilfe, ohne Netz und doppelten Boden eins zu sein mit Mutter Natur.

Nur „bewaffnet“ mit Ggilain, der auf 19 Jahre Erfahrung hier im Dschungel und seinen Tieren zurückgreifen kann. Der die Gorillas mit erforscht hat und den wir ab sofort den Gorillaflüsterer nennen.

Wenn jemand eine ähnlich schöne Erfahrung machen will und zufällig in der Gegend ist Nur ein Scherz

hier seine Kontaktdaten:

 

Sein Haus befindet sich hier:

S 0°6.468´, E 11°36.357´ im Dorf Lope

Ggilain Ngonga

Tel (+241)06795769 oder (+241)07740397

mail: ndjibadi@gmail.com