Die Lehmburgen von Koutammakou

Im 11. Jahrhundert verlangte man von den in Burkina Faso lebenden Soma sich zum Islam zu bekehren. Da sie an ihrem Animismus festhalten wollten, flüchteten sie in Benins Norden. Von dort aus, suchten sie nach neuem Lebensraum und ließen sich in diesem Bereich Togos nieder.

Zunächst lebte dieses Volk in den Bäumen, die in der Regenzeit und vor wilden Tieren aber keinen Schutz boten. Auf der Suche nach Unterschlupf fand man Felsüberhänge und einen Baobab-Baum, in dem ca. 20 Menschen schlafen konnten. Von diesem Baum inspiriert ersann man die Bauweise der doppelstöckigen Lehmburgen, den Tatas. Anscheinend war diese Bauweise auch nötig, um sich vor verfeindeten Stämmen und später auch vor den Kolonialmächten (zunächst den Deutschen, dann den Franzosen) zu schützen. Ob sich die Europäer davon haben einschüchtern lassen?… kaum vorzustellenAhnungsloses Smiley

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Ein Tata wird in mehreren Lagen gebaut. Wasser und Erde werden vermischt und nachdem das Fundament gebaut ist, eine ca. 20 – 30 cm hohe Mauer gebaut. Man lässt diese über Nacht trocknen und setzt am nächsten Tag die zweite Lage darauf. So führt man das fort, bis nach ca. 3 Monaten, die Burg fertig ist.

Das Gebäude hat nur einen einzigen Eingang, der verschlossen werden kann. Fenster gibt es keine. Links und rechts neben der Tür, sind Gucklöcher eingebaut. Auch vom ersten Stock aus gibt es ein Guckloch nach unten, welches mit einem Stein abgedeckt ist, so dass man sehen kann, was dort vor sich geht. Im Erdgeschoss leben die Tiere, wie z.B. Hühner. In der Mitte der runden Burg ist ein Platz, in dem Feuer gemacht und gekocht werden kann.

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Über eine Holzleiter gelangt man in den ersten Stock, wo sich die Vorratsspeicher, Waschplatz und die Schlafzimmer befinden. Um ins Schlafzimmer zu kommen, muss man ganz schön sportlich sein Zwinkerndes Smiley Und was ist, wenn man nachts mal zum Pipi-machen muss?? Verwirrtes Smiley In dem Mini-Raum schläft man zu dritt….

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Vor einem Tata befindet sich immer ein Fetisch. Vorher wird das Haus nicht bezogen. Es gilt als unbewohnbar, solange es noch ohne Ahnensegen/Göttersegen ist. Auch im Haus haben wir in fast jedem Raum einen Fetisch gesehen. Nein, nicht die Handtasche, das darunter Zwinkerndes Smiley

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Die Menschen hier sind verpflichtet, zunächst ein Haus in traditioneller Bauweise zu bauen, bevor sie ein “modernes” bauen dürfen. Das ist wohl der Deal für das UNESCO Weltkulturerbe. Wenn man dann kein Geld mehr für ein Haus mit größeren Räumen hat…nun ja, Pech gehabt.

Michael mit Messer um den Hals. Getreide, Körner, Chillies, etc werden getrocknet und in den Getreidespeichern (das ist da, wo man das Dach wie einen Deckel abnehmen kann) in Körben aufbewahrt,  der Dorf-Chief und eine Dame mit Hut:

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Wir finden die Häuser und die Geschichte, die uns unser Führer Michael in englischer Sprache erzählt sehr interessant. Obwohl wir eine größere Diskussion mit ihm hatten, scherzen und lachen wir viel. Ich bringe ihm sein erstes deutsches Wort bei “Kichererbse” und er kann es kaum abwarten, den nächsten deutschen Touristen damit zu überraschen. Zwinkerndes Smiley

 

Der Saft dieser Pflanze wird als Heilmittel gegen Schlangenbisse verwendet. Man reibt sich damit ein und trinkt davon (wohl mit Wasser vermischt oder Hirsebier?). Michael sagt noch, als Didi fragt ob er den Saft auch anfassen könne, er soll aufpassen, dass er nichts davon in die Augen bekommt. Für den Moment geht das auch gut. Der Saft trocknet und Didi verreibt den Rest in seiner Hand.

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Auf der Weiterfahrt verlangt er nach Sonnencreme, weil er sich die Nase verbrannt hat. Sonnenbrand jetzt noch? Wo wir so lange schon unterwegs sind? Ich habe keinen bekommen. Nachdem Didi sich das ganze Gesicht mit Creme eingeschmiert hat, brennt das ganze Gesicht. Erst jetzt denkt er an den Schlangenbissbaum. Erstauntes SmileyParty-Smiley

 

 

Leider hat auch dieser Besuch einen kleinen Beigeschmack, den wir hier für andere Reisende noch kurz berichten:

Es geht wieder einmal ums Geld. Im Reiseführer steht, dass man pro Person 1500 CFA “Eintritt für ein Dorf” zahlen muss. Das ist zwar komisch, dient aber dem Erhalt der Lehmburgen und ist somit o.k., finden wir. Dann wollte man aber nochmal 10.000 CFA plus 5.000 CFA für den angeblich obligatorischen Guide. Wir wären fast nicht weiter gefahren. Wir glauben nämlich nicht, dass dies rechtens ist…

Auf unser Nachfragen, wofür wir 2x Eintritt zahlen müssen, erklärt uns Michael, dass die 10.000 CFA dafür da sind, dass wir die ganze Gegend erkunden dürfen. Für die 1.500 CFA pro Person lässt er die Kette am Gate runter. Nach langer Diskussion einigen wir uns mit Michael darauf, dass wir den großen Baobab Baum nicht sehen müssen und uns ein Dorf genügt. Somit entfallen die 10.000 CFA. Nach dem ersten Haus, meint er dann dass die Tour zu Ende sei. Jetzt wird Didi erst richtig sauer und droht sogar mit der Touristenpolizei (keine Ahnung, ob es hier überhaupt eine gibt), denn er hat uns mehrere Häuser in einem Dorf versprochen. Um das Ganze abzukürzen: Wir besichtigen noch zwei weitere Häuser und begrüßen den Dorfchef.

Als Tipp können wir weiter geben, dass wenn man im letzten Dorf vor der Grenze zu Benin übernachtet wohl nur die 1.500 CFA pro Person Eintritt zahlen muss. Wir stellen uns vor, dass es auch in diesem letzten Dorf Tatas gibt, die man dann ungestört und auch ohne Führer besichtigen kann. Eventuell muss man der Familie, der das Haus gehört etwas Geld geben, aber das ist sicherlich billiger als unser Guide. Dennoch war in diesem Fall der Guide ganz gut, da er sehr gut Englisch gesprochen hat und Interessantes berichten konnte. Jedem bleibt nun selbst überlassen, was er mit dieser Info macht Zwinkerndes Smiley

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