Kunta Kinteh

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Unser erstes Gambia-Highlight soll wieder eine UNESCO Weltkulturstätte werden. Albreda ist mit dem Dorf Juffureh zusammengewachsen. Hier fand Alex Haley nach sieben Generationen seine Wurzeln in Kunta Kinteh wieder und schrieb den Roman “Roots”, der verfilmt wurde. 12 Jahre dauerte seine Recherche im gesamten Land, bis er hier in Juffureh auf einen Griot (einen Geschichtenbewahrer, den jedes Dorf besaß und vielleicht auch heute noch einige besitzen) stieß, der ihm seine, Alex Geschichte, erzählen konnte.

Die Statue oben links ist Symbol für die Gleichstellung der Menschen und das Ende des Sklaventums.

Wie die Ile de Goree in Senegal, wurde auch hier eine Insel als letzte Station vor der “Verladung” der menschlichen Ware auf Schiffe auserkoren. Wir besuchen sie am nächsten Tag. Für heute schlendern wir durch s Dorf und begegnen jeder Menge, wir nennen sie “Hello Kittys”. Die Kiddies begrüßen uns Toubabs (Weiße) mit “Hello” und fragen dann nach “Minty” (Bonbon), dabei lächeln sie herzlich und fröhlich und nehmen dich sogleich an die Hand. Ist schon süß… aber wir wollen sie nicht noch weiter zum Betteln ermuntern und haben außerdem keine Lkw Ladung mit Bonbons dabei. Also geben wir nichts. Böse sind sie aber nicht. Sie probieren dann eben beim nächsten Toubab ihr Glück.

 

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Wenn die Kinder dann älter und männlich sind, nennt man sie Bumster. Ok, natürlich nicht alle. Aber manche bieten gerne ungefragt ihre “Hilfe” an. Organisieren alles was du möchtest. Verhandeln Preise. Kennen deine Bedürfnisse. Viele Touristen haben einen eigenen Bumster mehr oder weniger “freiwillig ausgewählt”, der immer genau weiß, wo du bist, was du tust und ob du es eventuell auch versuchst ohne ihn zu tun. Das geht natürlich gar nicht. Denn er möchte ja nur dein “Bestes”. Hier im Dorf werden wir gefragt, wo unser “Boy” sei. Wir lachen und geben zu verstehen, dass wir ganz gut alleine zurecht kommen.

Tja und die älteren weiblichen Kinder bzw. junge Frauen … traurig, aber wahr. Der Sextourismus floriert. Übrigens auch “umgekehrt”, sprich ältere europäische Dame schmücken sich auch gerne mit den gut gebauten einheimischen Männern.

Das Sklaventum ist abgeschafft… hm…. und da waren ja auch noch die Marabouts Kindern im Senegal….

 

Wir fahren mit der Piroge zu James Island, jetzt auch Kunta Kinteh Insel genannt. Um es vorweg zu nehmen. Wir sind von dieser professionell durchgeführten und geschichtlich hochinteressanten Tour begeistert.

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Die Insel diente zunächst als Lagerhalle für die Sklaven. Von hier aus führte ihr Weg eng zusammengepfercht im Bauch eines Schiffes nach Amerika. Später, als der Sklavenhandel unterbunden werden sollte, diente die Insel als Fort. Auf ihr wurden Kanonen positioniert, die in der Lage waren den Gambia Fluss in seiner kompletten Breite zu bewachen. Später kamen noch Forts in Barra und Banjul hinzu. So wurde dem Handel mit Menschen hier ein Ende bereitet.

Im Museum dürfen wir leider nicht fotografieren.

Gerade entsteht hier ein neues Gebäude, ein Informationszentrum für Touristen. Das Nordufer Gambias, auch Gambias Armenhaus genannt, ist im Aufschwung.

Um das Dorf herum, gibt es Gemüsegärten. Die Frauen bewässern die Pflanzen, indem sie ein tiefes Loch in die Erde graben und mit einem Eimer, an dem eine Schnur befestigt ist, das Grundwasser bzw. Gambia-Fluss Wasser abschöpfen. Ich frage nach Tomaten. Leider sprechen in diesem Garten die Frauen kein Englisch. Sie bedeutet mir irgendwie, dass die Zeit der süßen Tomaten vorbei sei. Sie hat noch bittere Tomaten im Angebot. Sie merkt, dass ich die Pflanze kritisch studiere und die gelbe Frucht als nicht wirklich reif einstufe. Sie pflückt eine, lässt den Eimer ins Loch herab, wäscht die Tomate, beißt mit ihren Zähnen den Strunk heraus, beißt ab, kaut, schluckt den Bissen herunter und streckt mir das Gemüse mit einem strahlenden Lachen und den Worten “Vitamines “entgegen. Ich beiße ab und verziehe das Gesicht…. puhhh wirklich sehr bitter. Didi mag diese Sorte Tomate auch nicht. Die Frauen lachen sich kaputt und sind aber nicht böse, dass wir nichts kaufen. Im Gegenteil. Alle sind extrem freundlich und lachen viel mit uns auch wenn sie merken, dass wir keine “normalen” Touristen sind, bei denen das Geld locker sitzt.

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