Rifgebirge

man warnt überall vor dieser Strecke…..und wir können es nur bestätigen. Schon 10-20km vor Ketama werden wir mehrfach vom aggressiv fahrenden Gegenverkehr auf der Paßstrasse in Kurven geschnitten und das obwohl wir eindeutig das größere Auto mit der dickeren Stoßstange haben. Ein völliger Widerspruch zu dem bisherigen fahrverhalten der Marokkaner die eigentlich relativ umsichtig und verhalten fahren.

Ich bin vor ca 20 Jahren schon einmal die Strecke zwischen Ketama und Taounate gefahren und mir war damals schon Angst und Bange.

Marokko zählt zu den größten Cannabis Produzenten der Welt! Angeblich unternimmt man seit geraumer Zeit mit beachtlichen Anstrengungen etwas dagegen. Mit einem 80 Mill Euro schweren entwicklungsprogram sollen die Bauern in über 70 gemeinden dazu gebracht werden Weizen anzubauen. Cannabis bringt denen aber eine um ca 18fach höheren Gewinn….

Ich frage mich wohin die 80 Mil.l Euro gegangen sind???!!!!!

Für mich jedenfalls hat sich hier seit den letzten 20 Jahren NICHTS geändert. Auf der ganzen Strecke haben wir nicht einen einzigen Polizisten, geschweige denn eine der sonst allgegenwärtigen Straßenkontrollen gesehen. Vom Norden kommend biegt man in Ketema ab auf die Nebenstrecke und sofort steckt man inmitten einem nicht zu beschreibenden dreckigen Straßenzug. Dunkle finstere Gestallten stehen mitten in der Straße und versperren so die enge Durchfahrt und verhindern damit eine halbwegs zügige Durchfahrt. Ich sehe auch 2 Ratten über die Straße sausen und im Kanal verschwinden…. Nahezu jeder Zweite streckt uns Haschriegel entgegen und die Aufforderung etwas abzukaufen ist wird oft mit aggressivem Gesten unterstrichen. Was noch auffällt. Nicht ein einziges Kind oder Frau ist hier zu sehen! Endlich aus der Stadt draußen hört der “Spaß” aber leider nicht auf. Die nächsten 80km werden wir von immer wieder wechselnden Fahrzeugen überholt, ausgebremst, in die Zange genommen und auch geschnitten. Es scheint im Zeitalter des Handys viel schlimmer geworden zu sein da man so schon die Kollegen im nächsten Ort auf uns aufmerksam machen kann und die schon bereit für eine Verfolgungsfahrt im Auto sitzen und uns erwarten. Man bedroht uns nicht aber man will uns mit extremen Bedrängen Hasch verkaufen und verbreitet allgemein mit den Handlungen ein extremes Unwohlsein. Ich vermute es ist Absicht einfach nur um Fremde aus dem Anbaugebiet herauszuhalten und vor allem auch um zu verhindern das man anhält und sich womöglich noch “genauer” umsieht. Wir jedenfalls wollen –trotz dringendem Bedürfnisses- noch nicht mal zum pinkeln anhalten. Jedes  mal wenn die oft 2 oder 3 Fahrzeuge die Verfolgung aufhören dauert es keine Minute und die nächsten Autos tauchen auf und nach dem überholen wird auch er wieder die Geschwindigkeit bis auf fast Schritttempo reduzieren um wieder zu beschleunigen sobald nur irgendwie die Chance besteht zu überholen auf dieser engen kurvigen Strecke.

In jedem zu durchfahrendem Ort wechseln die Fahrzeuge, Leute und auch Kinder springen auf die Straße um mit eindeutigen Gesten und Rufen zum kauf von Hasch aufzufordern

Ab Taounate wird es ruhiger und der Stresspegel bei uns baut sich langsam wieder ab. Erst in Ain Aicha treffen wir wieder auf eine Polizeikontrolle und wir fühlen uns wieder sicher.

Meine Empfehlung: Wer diese wirklich landschaftlich super schöne Gegend befahren will sollte dies nur in einer größeren Gruppe machen und dennoch lieber nicht anhalten. Alleine mit einem Fahrzeug würde ich es nicht mehr machen wollen!

 

Hier noch etwas aus Wiki:

60–70 % des britischen Haschischs kam 2003 aus Marokko, wo Hanf vor allem im Rif-Gebirge im Norden des Landes auf einer Fläche von rund 250.000 Hektar angebaut wird. Marokko exportiert etwa 3000 Tonnen Haschisch pro Jahr. Damit bestreiten schätzungsweise 200.000 Bauern mit Familien, das heißt etwa eine Million Marokkaner, ihren Lebensunterhalt.

 

 

Hier auch Bilder aus dem Netz. Wir haben lieber keine Bilder gemacht!

 

 

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