Sukuta Camp

 

Nachts um 23 Uhr steigen wir aus dem Flugzeug und werden von Hitze und Schwüle fast erschlagen. Freundlich werden wir am Flughafen mit “welcome to the Gambia” begrüßt. Unsere Koffer wandern durch den Scanner und zwei davon müssen wir öffnen. Nachdem die Dame Holztüren für unseren Schrank, das Blech für die Markise und diverse andere Sachen gesehen hat, gibt sie letztendlich bei der Entdeckung “What is it?” “German Sausage” auf und lässt uns ziehen.

Wir mieten uns bei Joe und Claudia im Camping Sukuta in eine Rundhütte ein, da wir nicht wissen, wie unser Auto nach der langen Standzeit von innen aussieht. Das ist eine weise Entscheidung, denn es stürmt und regnet stark und wir genießen die bequemen Betten unter dem angenehmen Ventilator. Deutscher Standard hat auch seine Vorteile…..

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Mangelware muss hier natürlich vor Diebstahl gesichert werden. Laut lachen

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Am nächsten Tag inspizieren wir unser Auto und Dani ist überglücklich, dass sich kein Schimmel gebildet hat. Dafür ist leider einiges zu reparieren. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit der letzten Monate, hat sich an der Dichtfläche des Ausgleichtanks eines Luftbalges soviel Rost gebildet, dass er undicht ist. Wir können dies jedoch wieder schnell abdichten. Einer der großen Vorteil einer Luftfederung ist der schnelle, unkomplizierte Ausbau.

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Wir nehmen uns die Zeit, um das Auto wieder ordentlich fit zu machen, die Batterie anschließen,

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das Trinkwassersystem zu reinigen und alle Dinge, die wir aus Deutschland mitgebracht haben wieder vernünftig zu verstauen. Ich muss noch einen Markisenhalter neu anfertigen, da ich den in Gambia geschweißten in Deutschland kunststoffüberziehen lassen wollte und dieser von der beauftragten Firma verschlampt wurde…Vor Wut kochen gaaaaaaanz toll!!

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Ich baue noch ein paar Schließbleche an die Türen, um diese mit einem Vorhängeschloss abschließen zu können

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und wir nutzen auch die Zeit für andere Erledigungen, die hier in Afrika immer etwas länger dauern. Man kennt sich nicht aus und welche Waren in welchen Geschäften angeboten werden kann man oft von außen nicht erkennen. So wird die Suche zur Irrfahrt und ohne die Hilfe von Einheimischen, ist kaum etwas zu erreichen.

Wir brauchen eine neue Batterie für die Versorgung unserer “Wohnung”, da die alte kaum noch unseren Kühlschrank über Nacht am Leben erhält. In einem Restaurant fragen wir den Besitzer, ob und wo man hier eine Batterie kaufen kann. Kurz entschlossen läuft er zum benachbarten Mechaniker, der mich in seinem Auto zum Laden fahren will. Wie ja bekannt, haben Schuster immer die schlechtesten Schuhe und so befindet sich der Hyundai Galopper des Mechanikers ebenfalls in einem erbärmlichen Zustand. Offensichtlich funktioniert nur an einem Rad die Bremse, denn schon bei der geringsten Verzögerung quietscht es fürchterlich aus dem vorderen Radkasten und das Fahrzeug bricht seitlich aus, um dann vom Fahrer durch Gegenlenken wieder eingefangen zu werden. Dies alles geschieht schon bei Geschwindigkeiten um die 25 km/h. Schneller als ca. 50 km/h traut er wohl dem Auto nicht mehr zu. Bei jeder Bodenwelle schaukelt sich die Karre auf und es knarrst und knarrt dabei wie auf einem Holzkahn. entweder sind keine Stoßdämpfer montiert oder sie sind mittlerweile bei einer Nullfunktion angekommen. Das Armaturenbrett wackelt im Takt des unrund klappernden Motors und die mehrfach gesprungene Windschutzscheide widerstrebt sich noch den Verwindungen der weichgeklopften Karosse. Sie bewegt sich gut 1 cm in ihrem Rahmen hin und her, wenn es über die allgegenwärtigen Schlaglöcher geht. Tacho…Fehlanzeige. Die Instrumententafel ist leer. Aber das Wichtigste fehlt nicht – die Hupe. Diese betätigt er ca. alle 10 Sekunden. Klar er will wohl vor der Gefahr warnen, die von dieser Kiste ausgeht. Dieser sollte sich keiner in den Weg stellen oder vorausfahrend bremsen. Warum er aber auch in den schlammigen Seitenwegen, in denen sich nicht mal Ziegen befinden, hupt wird mir auch nach längerer Zeit nicht klar. Es scheint die Macht der Gewohnheit zu sein. Nach ca. 15 km Irrsinnsfahrt, aber doch unfallfrei, kommen wir bei einem Batterieladen an, der jedoch geschlossen hat… Party-Smiley

Also das Ganze wieder zurück und morgen fahre ich mit (m)einem verkehrstüchtigen Fahrzeug nochmal zu diesem Laden. Ich finde tatsächlich am nächsten Tag eine Batterie, in der richtigen Größe, die ich kaufe.

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Der Preis für die gebotene Qualität ist o.k. und auf dem Niveau deutscher Ware. Den Einbau übernimmt mein Mechanikerlehrling Dani.

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Auch hat unser Spannungswandler die Standzeit im feuchten Regenklima nicht überstanden. Beim ersten Einschalten fliegt die Sicherung heraus und als ich ihn zerlege zeigt sich, dass die Spule durchgebrannt ist. Ich suche also einen Elektroladen und tatsächlich finde ich wieder mit Hilfe eines Einheimischen  Fernsehhändlers den ich frage

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(und der nun mit mir eine Stunde unterwegs ist!) den richtigen Mann für diesen Job. In einer Seitengasse sitzt jemand neben bzw. auf zerlegten Generatoren und will mir die Spule per Hand neu wickeln. Es ist ein Tagesjob, die geschätzt 10.000 mal einen dünnen Draht um den Anker zu wickeln. Für umgerechnet 7 Euro bekomme ich einige Tage später einen funktionierenden Spannungswandler zurück.  Nun ja, durch die handgewickelte Spule weicht zwar die Ausgangsspannung doch um einiges ab (180 statt 220 Volt), aber für die erste Zeit wird er seinen Zweck erfüllen.

Nachdem Vango wieder fahrbereit ist, fahren wir zu Sanna. Hier bleiben wir nur kurze Zeit, da wir unser Nigeria Visum in Angriff nehmen und dann erst einmal das Land verlassen müssen.

Dani das Organisationstalent!Herz

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