Die grüne Grenze Nigeria nach Kamerun – selbst Einheimische fahren hier kaum – Teil 2

Wir durchfahren also nun diesen Grenzfluss nach Kamerun. Es sind zwar einige Einheimische am Fluss anwesend, die hier wohl in der Gegend ein Haus bewohnen müssen. Ansonsten ist hier wenig los. Auf die Frage, ob wir gegenüber weiterfahren können in ein Dorf oder gar in eine Stadt schaut man auf unsere Autos, begutachtet die Reifen und fragt nach Allradantrieb.

Dann nickt man wohlwollend und und meint: “It s possible…..but takes long”…… “The road is very very bad”Augen rollendes Smiley

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Na dann wollen wir mal los…….der Abend naht und es sind laut unserer Osmand Map auf dem Tablet noch gut 50 km bis zum nächsten größeren Dorf.

Die Piste wird enger und führt durch einen wunderschönen Regenwald. Gott sei Dank ist es trocken, denn der stellenweise tiefe Staub, der sich auf der Piste verteilt hat wird bei Regen zu einer fiesen schmierseifenartigen  Schicht, die selbst bei geringen Steigungen schon die Reifen haltlos auf den Felsen durchdrehen lassen. Und Steigungen haben wir einige zu überwinden. Zwei davon sind so steil und mit großen Felsen und Geröll gespickt, dass wir, ebenso wie Dan, beide Sperrdifferenziale einsetzen müssen, um diese materialschonend zu erklimmen.  Cooles Smiley

Da ich vorausfahre warte ich an einer dieser Steigungen auf Dan, da es hier am Ende des Berges auch noch um eine Kurve geht und der Weg dort sehr schräg ins Tal abfällt……..gut 30 Meter tief ohne Netz und doppeltem Boden.Verlegenes Smiley

Wenn hier im Busch etwas schief läuft, dann wäre es fatal. Noch fataler als es eh schon wäre selbst in Europa. Ninja

Also warte ich auf Dan. Als er selbst nach 10 min. nicht da ist –im Dickicht verliert man sich beim Fahren schon nach wenigen Metern aus den Augen!- werden wir nervös. Umdrehen geht nicht. Es ist einfach zu eng. Nicht nur an der Stelle, an der ich stehe sondern überall!

Kurz darauf kommt Sam angejoggt. Völlig außer Atem erzählt er uns, dass der Jeep von Dan Feuer gefangen hat im Motorraum!Enttäuschtes Smiley

Mehr kann er nicht sagen. Dan hatte wohl die Flammen mit dem Feuerlöscher wieder ausbekommen, was aber alles kaputt ist vermochte Sam nicht zu sagen.

Wie gesagt, umdrehen völlig unmöglich, also fahre ich die ganze Strecke rückwärts. Dani läuft hinter dem Auto zusammen mit Sam und den Stechmücken, die jetzt in der langsam einsetzenden Dämmerung noch mehr vorhanden sind. Nach vielleicht einem Kilometer taucht Dan hinter mir auf….Smiley

Ich hatte mich schon auf ein Nachtlager im Busch und ein Abschleppen aus dieser Gegend gedanklich angefreundet…..

Dan erzählt, dass es einen Kabelbrand an seinen Scheinwerfern gegeben hat und er es glücklicherweise schnell gerochen hat. Genau über der Brandstelle befindet sich der Servoöl-Ausgleichsbehälter aus Kunststoff. Nicht auszudenken, wenn dieser auch Feuer gefangen hätte. Da hilft dann kein billiger Baumarktfeuerlöscher mehr!

Ok also nichts wie weiter, es wird Dunkel und der gefährliche Anstieg liegt vor uns. Eine Nacht hier im Busch scheint uns sicher.  Wir erklimmen die Anhöhe mit weniger Problemen als erwartet und tauchen erneut ein in das Urwalddickicht.

Ungefähr nach einer Stunde –die Piste wird immer enger- gelangen wir in ein Dorf mit 2-3 Häusern. Hier ist auch ein Schlagbaum, der uns den Weg versperrt. Prima denken wir, eine Grenzkontrolle!

Doch weit gefehlt. Das Häuschen dazu steht leer und man sagt uns, dass wir hier nicht zu warten brauchen. Hier ist nach dem Bau des Häuschens noch nie ein Beamter abgestellt gewesen.

Wir müssen weiter fahren nach Abonshie. Dort gäbe es eine Grenzkontrolle!

Man braucht gute 10 Minuten bis die Schranke von dem Knotenwirrwarr des Seiles, das sie umschlingt befreit ist. Diese Schranke war ganz sicher dieses Jahr noch nicht auf Zwinkerndes Smiley

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Wir fahren erst einmal weiter, aber uns ist klar, dass wir uns nun nach einem halbwegs geraden Platz Ausschau halten müssen, an dem wir schlafen können. Dann taucht ein Dorf mit ca. 5 Häusern auf und wir fragen, ob wir hier schlafen dürfen. Natürlich ist man erfreut über unseren Besuch und genehmigt uns dies sofort.

Wir stellen uns direkt vor eines der Häuser und Sam stellt sein Zelt im Dunkeln ebenfalls auf den Vorplatz.

Die Leute hier lassen uns schnell in Ruhe als wir versprechen, uns morgen früh ausgiebig mit Ihnen zu unterhalten. Nun sind wir müde und wollen nur noch schlafen. Heiß ist es hier im Regenwald in dieser Nacht. Dennoch schlafen wir gut und lange.

Bis auf Sam. Er wird gegen 4 Uhr in der Früh von einem Hahn geweckt, der sich entschlossen hat seinen morgendlichen Weckruf direkt an seiner Zeltwand zu tätigen. Und das natürlich nicht nur einmal.

Am Morgen steht natürlich schon das ganze Dorf Spalier und wartet darauf, dass sich endlich unsere Autotüren öffnen. Wir kochen Kaffee und Tee und verteilen ihn so gut es geht an alle, erzählen woher wir kommen und was wir so treiben hier. Dani s Kaffee wird erst getrunken, nachdem sie selbst von der Tasse ein Schluck genommen hat. Vorkosterin? Wir denken, dass es sich um das übliche Höflichkeitsritual handelt. Zwinkerndes Smiley

Nach einer guten Stunde verabschieden wir uns und fahren erst mal etwas weg von hier, um dann zu frühstücken. Wir wollten nicht den Leuten hier etwas “voressen” und zum Teilen hätte unser Vorrat wirklich nicht gereicht.

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Die Piste wird breiter aber nicht besser bis nach Abonsne.

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Hier jedoch heißt es wir müssen, entgegen unserer Richtung, nach Norden nach Abonshie bei Abong am Grenzfluss fahren. Dort gibt es den Stempel………angeblich.Party-Smiley

Ok es sind nur 1h Umweg und da wir uns immerhin schon 24h “illegal” im Land aufhalten wollen wir diese Möglichkeit versuchen.

Tatsächlich befindet sich dort eine Custom Control und Police. Wer hätte das gedacht!

Nachdem wir mit Ärger rechnen, da ja auch durch den Ausgangsstempel aus Nigeria unsere Einreise nachvollziehbar ist und wir aus der falschen Richtung kommen, stellen wir sicherheitshalber das Auto hinter der Schranke ab.

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Aber alles läuft gut. der Polizist sagt uns, dass er seit drei Jahren nun hier vor Ort ist und noch kein Fremder je an diesem Übergang war. Kein Wunder denke ich, denn der breite Grenzfluss hier kann nur mit einer Piroge überquert werden. Er ist selbst jetzt in der Trockenzeit zu tief. Da haben wir ja Glück gehabt, dass bei unserer Durchquerung gestern die Wassertiefe keine Rolle gespielt hat.

Dan hat weniger Glück, er verhaspelt sich mit seinen Aussagen und man schaut sein Carnet genauer an. Man stellt fest, dass es ja gar nicht für Kamerun gilt und will, dass er ein Laissez le passage “kauft” welches 90 Euro kostet. Nachdem das natürlich auch mich betrifft und man nun auch mein Carnet genauer ansieht versuche ich die Kurve zu bekommen.

Immer wieder nehme ich dem Beamten unter einem Vorwand das –ja schon abgestempelte- Carnet wieder aus seinen Händen und versuche zu erklären warum Kamerun nicht darauf angegeben ist. Letztendlich überzeuge ich ihn dadurch,dass ja auch Deutschland nicht darauf ist oder Frankreich und die Europäer einfach schlampig sind beim Auflisten der Länder…….Vielleicht wissen sie ja gar nicht, dass Afrika aus verschiedenen Ländern besteht usw. Smiley mit herausgestreckter ZungeFlirten - Mann

Er lässt uns von Dannen ziehen und wir schauen, dass wir so schnell es geht das Dorf verlassen.

Wellcome Cameroon……..nun haben wir es geschafft. Nur noch weitere 50 Pistenkilometer bis wir bei Nkambe eine schlechte Teerstraße erreichen.

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