Good bye Africa

12.2.2020

Südafrika12903

Ein Leben auf der Straße, ein Leben im Van….
Nach über 4 Jahren auf dem afrikanischen Kontinent verlassen wir ihn nun mit der Fähre von Sudan nach Saudi Arabien.

1501 Tage auf dem „schwarzen“ Kontinent prägen.
Jedes Land hat seine Eigenheiten und oft ist es so, dass man mit dem Grenzübertritt einen neuen Raum betritt, der so gar nichts mehr mit seinem Nebenraum zu tun hat. Die Leute sind komplett anders, die Kultur, Bildung, Haus und Ackerbau könnten oft nicht unterschiedlicher sein. Immer wieder ist es eine spannende Situation für uns „Neuland“ zu betreten.
In mehr als 1500 Tagen haben wir sehr viele schöne, aber auch weniger schöne Erlebnisse gehabt. Letztendlich waren es aber oft Erfahrungen, die man im „normalen“ Leben so nicht erlebt und auf die wir -bis auf wenige Ausnahmen- nicht verzichten möchten.
Vor allem die Vielzahl der visuellen Eindrücke, die auf uns darnieder prasseln, lassen sich nicht in Worten fassen. Wir haben Länder besucht, in denen die AK47 zum Straßenbild gehört wie in Deutschlands Herbst der Regenschirm. Wir sind Menschen begegnet, die uns eine Gastfreundschaft entgegen gebracht haben, die oft nicht begreifbar war für uns. Wir hatten unvergessliche Begegnungen mit Wildtieren, so nahe dass uns der Atem stockte und unser Körper vor Furcht erstarrte. Faszinierende Landschaften, oft bizarr und unreal. Ob unberührter Regenwald, mit Palmen bewachsene Traumstrände, unendliche Weiten der Wüste oder die mit leuchtend grünem Tee bewachsenen rollende Hügel im Hochland. Dann noch die Nächte unter unfassbar klarem Sternenhimmel oder am „African TV“ (Lagerfeuer).

Alles hatte seinen Reiz und war so anders als in unserer Heimat, in der wir aufgewachsen sind. Manches davon hatte uns regelrecht zum Längerbleiben aufgefordert und oft genug gaben wir nach.

Seit 4,5 Jahren hat unser Zuhause 4 Räder. Oft musste es unvorstellbare Strecken unter diese Räder nehmen und ebenso oft dachten wir uns “ Unfassbar wie er das alles wegsteckt“. Natürlich gab es während der knapp 140.000 km auf Afrikas Pisten die ein oder andere Panne. Natürlich fragte unser rollendes Zuhause auch ab und an mal nach Streicheleinheiten. Dennoch, das teuerste Ersatzteil bisher war das Autoradio für 240 Euro. Das sagt doch einiges aus denke ich.

Bisher 1563 Tage unterwegs! 38 Länder, 61 Grenzübertritte, tausende Roadblocks mit korrupten Beamten, die bis zum Scheibenwaschwasser alles kontrollieren, um einen Grund zu finden an Geld zu kommen. Noch mehr nette Begegnungen, Smalltalk am Straßenrand mit Militär, Polizei und natürlich auch der normalen Bevölkerung. Kaum einer kann hier verstehen, was wir machen und wie wir leben. Seit viereinhalb Jahren unterwegs ohne die Familie, ohne Freunde und ohne festem Dach über den Kopf. Ein Nomadenleben.

Zu unseren Übernachtungsplätzen gehörten Nationalparks, der Parkplatz eines Stundenhotels ebenso wie der Parkplatz an der Waterfront von Kapstadt, Hunderte Wildcamps mit grandiosem Rundumblick sowie auch der Straßenrand in Südafrikas Metropolen oder die Einladung des Managers in die Luxuslodge, bei Botschaftern zu Hause oder beim House-sitting. Ob auf der Wiese neben der Schule oder im Vorgarten der Kirche, auf Farmen, bei Antipoacher Einheiten, vor der Polizei oder – wenn es mal wieder etwas länger dauert- auch an der Grenze. Unser Übernachtungsplatz ist flexibel. Meist wissen wir frühmorgens noch nicht, wo wir abends schlafen. Auch wir sind flexibel. Müssen das auch sein, unerschrocken trotzen wir allen Unberechenbarkeiten.

Bekanntschaften gab es unzählige. Oft nur oberflächliche, aber wir haben durchaus auch Freunde fürs Leben gefunden. Oft waren es ebenfalls Overlander und der Abschied fiel schwer. Doch die Welt ist klein und Kontakt zu halten ist in dieser modernen Zeit so einfach.

38 Länder 38 Bilder. Wild zusammengewürfelt aus unserem Leben in Afrika.

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Grenze Suakin

12.2.2020

Es ist die chaotischste Grenze seit Beginn unserer Reise. Durch das Tagelange Ruhen des Schiffverkehrs legen heute drei Schiffe gleichzeitig ab. Dh. all diese Menschen und die, die noch zusätzlich einen Fährplatz bekommen haben, müssen heute abgefertigt werden. Die Organisation der Abfertigung trägt ein Übriges zum Chaos bei.

Bereits um 8 Uhr ist die Schlange an einem der beiden kleinen Häuschen (in dem lediglich je zwei Beamte Platz finden) beachtlich. Frauen stehen getrennt von den Männern an. Die Schlange bei den Frauen ist kürzer. Ich stelle mich an, um den Boarding Pass für Didi und mich zu erlangen. Nach kurzer Zeit bin ich schon ziemlich genervt, weil diese “Weiber” (sorry, aber zivilisierter kann ich es nicht ausdrücken) drängeln und schubsen was das Zeug hält. Irgendwann stehe ich direkt vor dem Fenster des Beamten. Natürlich wird hier noch mehr gedrängelt und Fährtickets werden von hinten versucht durch das Fenster zu reichen. Diejenige mit dem längsten Arm wird als erstes bedient. Nun gut. Das kann ich auch. Links und rechts von meinem Kopf bin ich von zwei verschiedenen Armen eingeklemmt und von hinten drückt es. Jetzt hat der Beamte auch noch ein Problem mit seinem Computer. Er fragt mich irgend etwas, doch lediglich auf arabisch. Englisch spricht hier keiner. Geduld Dani. Nur nicht aufregen. Irgendwann ist es soweit. Die Boarding Pässe werden an die Reisepässe getackert. Fertig, sagt er. Ich stoße mich mit viel Druck vom Fenstersims nach hinten ab und bin endlich wieder in Freiheit.

Wir denken, wir könnten jetzt unseren Ausreisestempel bekommen, doch nein. Wir müssen wieder zurück an eben dieses kleine Gebäude. Es fehlt ein Stempel. Und dann fehlte noch ein Stempel. Und jetzt wollen sie eine Kopie des Sudan Visums, inkl. der Alien Registrierung. Doch der einzige Kopierer steht hinter verschlossener Tür und der Typ mit dem Schlüssel ist seit zwei Stunden nicht auffindbar. Ohne Kopie kein Ausreisestempel. Die spinnen doch. Wenn sie eine wollen, dann sollen sie dafür sorgen, dass sie einen Kopierer haben oder einer zugänglich ist. Nachdem Didi die Hutschnur platzt erscheint von irgendwo her ein englisch sprechender Mann. Er arbeitet auf der Fähre und bietet uns an die Kopie dort anfertigen zu lassen. Mit dieser Kopie gehen wir an den Schalter, im großen Hauptgebäude, an dem wir schon ein paar Mal waren. Jetzt schickt er uns wieder weg. Wir müssen zunächst die Ausreisegebühr entrichten. Das geht relativ schnell. Wieder an den Exit-Schalter. Nein, ein Stempel fehlt noch. Wir sollen wieder zu dem kleinen Gebäude nach draußen gehen. Dort ist die Schlange riesig. Mittlerweile stehen auch hinter dem Häuschen Menschen an. Ein Irrenhaus. Wir ergattern den Stempel, den jemand ohne hinzuschauen auf unseren “Laufzettel” drückt. Wofür die ganze Stempelsammelei gut sein soll, weiß nur Allah. Jetzt endlich bekommen wir den Ausreisestempel in unsere Pässe gedrückt. Doch wir brauchen auch noch den Stempel im Carnet.

Das ist genauso eine Odysee wie bei der Immigration. Im Immigration Gebäude gibt es auch eine Zollbüro. Doch diese weigern sich unser Carnet zu stempeln. Eine Begründung gibt es nicht. Das andere Office sei zuständig. Dort ist aber niemand. Und der Beamte im Gebäude dazwischen hat Urlaub. Vertretung gibt es keine. Seit 8 Uhr sind wir hier. Um 14:30 Uhr bekommen wir endlich (nach dem Ausfüllen von Formularen in arabischer Sprache) endlich doch noch unseren Stempel ins Carnet gedrückt. Die Beamten kommen wohl immer erst um 14 Uhr zur Arbeit. Der Beamte, der unser Auto checkt füllte einen Zettel aus. Ein anderer schrieb die Daten in unser Carnet. Ein dritter drückte dann endlich noch den Stempel rein.

Wir düsen zum Hafen. Wieder ein anderer Mann checkt unser Ticket, schreibt etwas auf unser Auto. Didi darf VAnGO selbst in die Fähre fahren. Endlich geschafft.

Zum Glück hat es ein Restaurant auf dem Schiff. Wir haben einen Bärenhunger. Hähnchen mit Reis und anschließend einen leckeren Kaffee. Noch während wir beim Essen sind, legt die Fähre ab. Puhhhh. Glück gehabt.

Naja, sie versucht abzulegen. Durch den starken Wind muss ein Pilotschiff seitlich gegen unser Schiff drücken, um es in Fahrtrichtung zu bringen. Eine halbe Stunde dauert der Kampf, doch dann können wir den Hafen verlassen.

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15:30 Uhr Abfahrt und bye bye Afrika.

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Die Fähre von Spanien nach Marokko brauchte ca. 2 Stunden. Von Afrika nach Asien benötigen wir die ganze lange, stürmische durch Seekrankheit gezeichnete Nacht. Zum Glück haben wir eine Kabine gebucht (kostet lediglich 11 Euro pro Person Aufpreis). Binnen kürzester Zeit belagern die vielen Reisenden nicht nur ihre gebuchten Sitzplätze, sondern auch die Treppen, Flure und den Außenbereich. Man richtet sich ein für die Nacht. Essensreste sind schon jetzt überall auf dem Boden zu finden und wie die Toiletten aussehen, möchte ich gar nicht wissen.

Am nächsten Morgen sehen wir, dass nicht nur wir seekrank waren. Überall ist Erbrochenes zu sehen.

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Kurz vor dem Anlegen in Dschiddah sollen sich alle Passagiere im Restaurant einfinden. Nachdem der Doktor uns “gesehen” hat, sollen wir unsere Pässe bekommen. Wieder geht es geschlechtlich getrennt zu. Zuerst die Männer. Ich erfahre von einem jungen Mann, dass wir alle eine Medizin einnehmen müssen. Ne, nicht mit mir. Wer weiß, was das ist. Er sagt, wenn ich sie nicht nehmen möchte, sei es auch kein Problem. Alle hätten Angst vor dem Corona Virus. Dafür sei die Medizin. Wie schlau, dass man dann alle Menschen auf engstem Raum zusammen versammelt…. Auch Didi lässt die Pille heimlich “verschwinden” und trinkt das gereichte Wasser einfach so.

VAnGO darf von Didi von der Fähre gefahren werden. Doch dann übernimmt ein saudischer Fahrer das Steuer. Wir müssen in einen Bus einsteigen und zur Immigration fahren.

Suakin

9.2.2020

An unserem letzten bush-camp tauscht Didi das kaputte Kreuzgelenk der Kardanwelle aus. Wir hoffen, dass dies die Ursache für das mahlende Geräusch ist.

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Welch ein furchtbar trostloser Ort. Es gibt unheimliche viele Bettler, Dreck, kein sauberes Wasser, keinen nennenswerten “Supermarkt” und wir sehen wie vier Männer in Handschellen abgeführt werden. Hier wollen wir am Liebsten so schnell wie möglich wieder weg. Im Baaboud Office müssen wir uns einen Tag vor Abfahrt der Fähre melden hieß es in Khartoum. Es gibt unglaublich viele kleine Läden, in denen man die Fähre buchen kann, doch die Schilder sind alle in Arabisch. Erst beim zehnten Mal hinsehen, erkennen wir in dem verblichensten aller Schilder das Emblem unserer Fährgesellschaft. Doch leider spricht man hier kein Englisch. Wir treffen auf Mahmood. Ein gebildeter Sudanese, der mehrere Sprachen und zum Glück auch Englisch spricht. Er erzählt uns, dass die Fähre seit zwei Tagen nicht ablegen konnte. Grund sei das schlechte Wetter. Heute soll sie starten und wir könnten sicher auch einen Tag früher mitfahren. Ja, gerne. Wir bereiten VAnGO auf die Überfahrt vor. Sichern unser Zuhause vor Dieben und sind eine Viertel Stunde nach dem angegebenen Zeitpunkt fertig. Doch die Fähre ist auch für heute wieder gecancelt worden. Schöner Mist. Wir suchen uns außerhalb der Stadt einen Übernachtungsplatz. In Suakin ist uns die Atmosphäre nicht freundlich genug und außerdem ist es tatsächlich zu windig. Hinter einem Steinhügel finden wir einen windgeschützten Platz. Hier kann ich auch ungestört kochen und wir verbringen die letzten Stunden im Sudan auf angenehme Weise. So denken wir.

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Am nächsten Tag heißt es gleich früh morgens, dass die Fähre heute ebenfalls nicht ablegen wird. Das gefällt uns und auch Mahmood, den wir über die Neuigkeiten, die wir vom Büro in Khartoum bekommen, auf dem Laufenden halten, gar nicht. Er hat die Nase voll und entscheidet sich, von Port Sudan nach Khartoum und von dort aus nach Dscheddah zu fliegen. Recht hat er.

Wir fahren wieder zu unserem Schlafplatz und hoffen auf den nächsten Tag. Die Entscheidung wird sogar bereits vorher getroffen. Ja, die Fähre wird morgen ablegen. Wir sollen um 8 Uhr früh am Gate sein, da die Fähre früher als üblich ablegen soll.

Auf dem Weg nach Suakin

8.2.2020

Sudan ist ein Traumland für Wildcamper. Überall ist Platz und kein Mensch in Sicht. Doch die letzten Tage sind bereits angebrochen, die Fähre ist gebucht.

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Der Schwarzmarkt blüht. Mal sehen, ob es in Suakin noch einmal Diesel für uns gibt. Wenn nicht, ist es auch o.k., denn wir haben ja getankt. Winking smile

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Abstecher nach Karima

5.2.2020

Auf dem Weg nach Karima haben wir wieder Glück beim Tanken. An einer Tankstelle westlich von Atbara sieht Didi ein Baufahrzeug, das gerade betankt wird. Ich sehe lediglich die Schilder “closed”, die an sämtlichen Zapfsäulen stehen. Frech stellen wir uns hinten an. Wir haben das Gefühl, das zwischen dem Tankwart und einem anderen, der gerade auf die etwas abseits gelegene Dieselzapfsäule zuläuft, beratschlagt wird, ob man uns wohl Diesel geben möchte. Man will. Smile Und Benzin für unseren Kocher haben sie außerdem. Smile Ohne stundenlanges Schlange stehen im Sudan tanken. Das ist nicht normal. Zwar würde es angeblich toleriert, wenn Touristen sich vordrängeln, doch wir haben dabei ein schlechtes Gefühl. So ist es uns viel lieber.

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Am Jebel Barkal kann man sein Auto nah an die Pyramiden (kostenlos) heran fahren, um hübsche Fotos zu machen. Das tun wir auch. Den Berg darf man auch besteigen, doch plötzlich bekomme ich Durchfall und am nächsten Tag Fieber. So wird leider nichts aus der Besteigung des Berges. Wie in Äthiopien auch schon, fühle ich mich bereits am nächsten Tag wieder besser und am dritten Tag geht es mir wieder gut. Was das wohl ist?

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Kurz bevor wir uns für die Nacht einrichten wollen, kommt aus der Wüste ein aufgeregter Mann auf uns zugelaufen. Mit seinem weißen Gewand und der Weste darüber erinnert er mich doch sehr an Karl May`s Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abdul Abbas Ibn Hadschi Dawud al Gossarah. Er spricht ausschließlich arabisch und gestikuliert, dass er mit seinem Toyota, er zückt dabei seinen Autoschlüssel, stecken geblieben ist. Wir sind gerade eben mit dem Luftablassen fertig geworden, weil wir im tiefen Sand ebenfalls stecken geblieben waren, und verstehen was er will. Aufgeregt und wild gestikulierend, steuert er auf die Beifahrertür zu, als er gemerkt hat, dass wir verstanden haben, was sein Problem ist. Über Sanddünen geht es in die Wüste, allerdings Richtung Norden. Er kam aus Westen auf uns zugelaufen. Wir sind uns über den Orientierungssinn des Sudanesen nicht so ganz einig, doch er findet tatsächlich sein Auto wieder. Vor Freude springt er aus dem Auto und bedeutet, dass wir nun unser Abschleppseil heraus holen sollen. Ich tippe auf die Sandbleche und er ist begeistert. Es kann ihm gar nicht schnell genug gehen. Wer weiß, wie lange er schon umhergeirrt ist. Flinklegt er seine Weste ab und hilft Didi die Sandbleche herunterzuheben und weiß auch genau, wie mit ihnen umzugehen ist. Er schaufelt, schnell wie ein Eichhörnchen, eine Kuhle vor seine beiden Hinterräder. Verbietet Didi zu helfen. Legt die Sandbleche in Position. Gibt Didi die Autoschlüssel und somit die Ehre das Fahrzeug zu befreien und schiebt dann hinten noch zusätzlich an. Didi fährt den Toyo souverän aus dem Tiefsand und der Araber jubelt, hüpft vor Freude auf und ab und wirft die Arme in die Luft. “Hamdulillah” (Preis sei Gott – Übersetzung aus Karl May Winking smile), ruft er begeistert und erleichtert, wirft sich Didi an den Hals, um ihn zu küssen und hilft noch schnell die Sandbleche wieder an Ort und Stelle zu verstauen. Auch diese werden geküsst. Wie ein Wirbelwind saust er hupend an uns vorbei, diesmal Richtung Teerstraße. Was er überhaupt hier wollte, bleibt uns ein Rätsel. Er ist auf jeden Fall sehr glücklich und so haben auch wir Freude daran.

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In Karima kann man noch zwei Gräber besichtigen, die aber leider heute (Freitag ist hier Wochenende) geschlossen sind. Eines soll mit schönen Wandmalereien verziert sein. Die von Reisenden vielgerühmten netten Sudanesen vermasseln sich hier ihren guten Ruf. Der kleinere der beiden davon rennenden Jungs wirft nach uns zwei Mal einen Stein!! Einfach, im Vorbeigehen. Ohne jeglichen Anlass.

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Die Nuri Pyramiden sind ziemlich verfallen. Dieser Abstecher lohnt sich unserer Meinung nach nicht. An einem Tempel finden “Ausgrabungen” statt, die durch den hohen Grundwasserspiegel jedoch Taucher erfordern!?! Der Nil ist nah. Winking smile

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Der unweit davon gelegene versteinerte Wald ist sehenswert.

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Auf dem Rückweg tanken wir an der gleichen Tankstelle noch einmal Winking smile und geraten auf dem Weg dorthin in einen Sandsturm.

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Musawwarat Tempel, Naqa Tempel, Meroe Tempel

3.2.2020

Herrlich wieder im “Gelände” zu schlafen. Buschcampen kann man es nun nicht mehr nennen. Winking smile Wenig Büsche, alles flach.

Auf dem Weg zu den Tempeln biegen wir zum “6th cataract” des Nils ab.

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Wir fahren zuerst zum Musawarat Tempel, werden aber vom hohen Eintrittspreis (20 US $ pro Pesron) abgeschreckt. So bleiben wir außerhalb des Zauns, da sich dieser nicht wirklich zu lohnen scheint. Nach einer Nacht in der Wüste, mit abendlichen netten Besuch zweier Jungs (die leider kein Englisch sprechen), fahren wir zum Naqa Tempel. Dieser ist nun wirklich sehr hübsch anzuschauen und auch dortige Löwentempel gefällt uns gut.

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Unweit des Naqa Tempels holen die Einheimischen Wasser aus einem Brunnen, der so tief ist, dass das Seil, an dem der Eimer befestigt ist, an einen Esel gebunden wird, der dann ca. 20m weit laufen muss, damit der Eimer das obere Ende des Brunnens erreicht.

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Meroe:

Von Khartoum aus kommend darf man den links der Straße liegenden Teil der Pyramiden kostenlos besuchen. Für die Ansammlung der gut erhaltenen Pyramiden ist Eintritt zu entrichten. Da man die Pyramiden nicht betreten kann, schauen wir uns auch diese lediglich aus der Ferne an.

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Von Khartoum in Richtung Norden

2.2.2020

Obwohl uns die Stadt gut gefällt, sind wir doch froh aus dem Verkehrschaos und Lärm wieder heraus zu fahren. Gestern sind wir glücklicher Weise an einer Tankstelle vorbei gefahren, an der nur 5 Autos Schlange standen. Sofort haben wir unseren Tank aufgefüllt. Diesel war vorhanden. Jetzt fehlt nur noch Benzin für unseren Kocher und zum Einkaufen müssen wir auch noch. Dass es direkt beim Metzger auch die Beilage zu kaufen gibt finde ich extrem praktisch.

Die Tickets für die Fähre konnten wir bei Baadoum Travels in der Maha Mall zum offiziellen Preis (nicht wie bei dem “Fixer” zu einem überhöhten) erwerben.

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Diese “Mad Max” Reifenaufschlitzer drehen sich beim Fahren mit und sind echt gefährlich. Als Fußgänger möchte ich diesen Dingern, die mit Vorliebe an Überlandbussen und Lkw angebracht sind (die mit affenartiger Geschwindigkeit fahren), lieber nicht im Wege stehen.