Auf dem Weg nach Suakin

8.2.2020

Sudan ist ein Traumland für Wildcamper. Überall ist Platz und kein Mensch in Sicht. Doch die letzten Tage sind bereits angebrochen, die Fähre ist gebucht.

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Der Schwarzmarkt blüht. Mal sehen, ob es in Suakin noch einmal Diesel für uns gibt. Wenn nicht, ist es auch o.k., denn wir haben ja getankt. Winking smile

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Musawwarat Tempel, Naqa Tempel, Meroe Tempel

3.2.2020

Herrlich wieder im “Gelände” zu schlafen. Buschcampen kann man es nun nicht mehr nennen. Winking smile Wenig Büsche, alles flach.

Auf dem Weg zu den Tempeln biegen wir zum “6th cataract” des Nils ab.

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Wir fahren zuerst zum Musawarat Tempel, werden aber vom hohen Eintrittspreis (20 US $ pro Pesron) abgeschreckt. So bleiben wir außerhalb des Zauns, da sich dieser nicht wirklich zu lohnen scheint. Nach einer Nacht in der Wüste, mit abendlichen netten Besuch zweier Jungs (die leider kein Englisch sprechen), fahren wir zum Naqa Tempel. Dieser ist nun wirklich sehr hübsch anzuschauen und auch dortige Löwentempel gefällt uns gut.

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Unweit des Naqa Tempels holen die Einheimischen Wasser aus einem Brunnen, der so tief ist, dass das Seil, an dem der Eimer befestigt ist, an einen Esel gebunden wird, der dann ca. 20m weit laufen muss, damit der Eimer das obere Ende des Brunnens erreicht.

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Meroe:

Von Khartoum aus kommend darf man den links der Straße liegenden Teil der Pyramiden kostenlos besuchen. Für die Ansammlung der gut erhaltenen Pyramiden ist Eintritt zu entrichten. Da man die Pyramiden nicht betreten kann, schauen wir uns auch diese lediglich aus der Ferne an.

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Von Khartoum in Richtung Norden

2.2.2020

Obwohl uns die Stadt gut gefällt, sind wir doch froh aus dem Verkehrschaos und Lärm wieder heraus zu fahren. Gestern sind wir glücklicher Weise an einer Tankstelle vorbei gefahren, an der nur 5 Autos Schlange standen. Sofort haben wir unseren Tank aufgefüllt. Diesel war vorhanden. Jetzt fehlt nur noch Benzin für unseren Kocher und zum Einkaufen müssen wir auch noch. Dass es direkt beim Metzger auch die Beilage zu kaufen gibt finde ich extrem praktisch.

Die Tickets für die Fähre konnten wir bei Baadoum Travels in der Maha Mall zum offiziellen Preis (nicht wie bei dem “Fixer” zu einem überhöhten) erwerben.

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Diese “Mad Max” Reifenaufschlitzer drehen sich beim Fahren mit und sind echt gefährlich. Als Fußgänger möchte ich diesen Dingern, die mit Vorliebe an Überlandbussen und Lkw angebracht sind (die mit affenartiger Geschwindigkeit fahren), lieber nicht im Wege stehen.

Sufi Tanz in Omduraman (Khartoum)

31.1.2020

Sufismus, der mystische Pfad des Islam, hat eine lange Tradition im Sudan. Jeden Freitag huldigen die Sufi ihrem Gott, indem sie sich im Tanz und Gesang in eine Art Trance begeben und sich wie die Derwische im Kreis drehen. Sie versammeln sich am Grab ihres einstigen Führers dem Scheich Hamed al Nil, welches auf einem riesigen Friedhof steht. Es mutet seltsam an zunächst an den Gräber vorbei zu schreiten, um dann den Menschen bei dem von Trommeln begleitetem Tanz zuzuschauen. Ganz so wohl fühlen wir uns nicht, da einige Entrückte der Erde schon sehr ver-“rückt” zu sein scheinen und in anderen Sphären schweben. Winking smile

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Khartoum und der Blattfeder-Schmied

28.1.2020

Nachdem uns “The best auto garage” etwas dubios vorkam (er erschien am nächsten Tag zur verabredeten Zeit nicht und ließ den “Deal” per Telefon platzen, nachdem er selbst den Preis um ein Drittel anheben wollte), kümmern wir uns selbst um unser Problem. Wir finden Mohamed. Ach was…echt. Ein Mohamed. Winking smile Ich glaube, 80% heißen hier so werden aber immer ein bisschen anders geschrieben. Winking smile Gut für mein schlechtes Namensgedächtnis. Also wir finden Mohamed. Er sagt, dass er uns helfen kann und macht einen ehrlichen und sympathischen Eindruck. Englisch kann er leider nicht… Er findet binnen einer Stunde eine Ford Feder. Beeindruckend, da hier sehr sehr selten amerikanische Autos herum fahren. Sie hat genau die Maße unserer Feder, doch leider zwei Löcher statt einem in der Mitte. So ein Pech. Die andere Feder, die er als Alternative findet ist leider 5mm schmäler, dafür dicker. Leider auch zu lang. D.h. die muss auf jeden Fall angepasst werden. Die Federnfirma mit den professionellen Maschinen hat leider vor einigen Jahren geschlossen und so müssen wir zu einem Schmied. Mohamed organisiert alles und ist für das “Finish” zuständig. Am staubigen Straßenrand besitzt er eine Presse und ein bisschen Werkzeug. Damit hat er sich selbständig gemacht. Klar, dass er beim Preis auch ein bisschen drauf schlägt. Aber es hält sich in Grenzen und wir bezahlen ihm gerne das Geld, weil er auf gute Arbeit Wert legt. Dem Schmied sagt er schon ganz genau, wie er es haben möchte und einmal muss der Schmied dann auch nochmal ran zum Nachbessern. Handbetrieben wird das Eisen heiß gemacht und anschließend fachmännisch drauf rum geklopft. Begutachtet, ob es auch gerade ist und nochmal geklopft. Irgendwann ist Mohamed zufrieden und wir sind es auch. (youtube Film kommt später…Winking smile)

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Khartoum

27.1.2020

Wir campen im Blue Nile Sailing Club direkt am blauen Nil. Ein staubiger, lauter (Straße plus Moschee) Parkplatz. Doch wir treffen viele Overlander: Marc, einen alleinreisenden Deutschen, ein südafrikanisch/schottisches Ehepaar auf dem Weg in ihre Heimat, ein Ehepaar aus der Schweiz und einen südafrikanischen Motorradfahrer. Die Amerikaner, die wir am Tana Lake kennen gelernt haben sind auch hier, fahren aber am nächsten Morgen schon sehr früh wieder weiter. Es sind alles super liebe Menschen und so wird uns der Aufenthalt durch sie versüßt.

Als ich Fotos vom Nil mache, werde ich zu einer Bootsfahrt eingeladen. Schnell hole ich Didi und die halbstündige Sundowner-Fahrt geht los. Herrlich der Blick vom Wasser auf die Stadt. Viele Sudanesen sind äußerst nett und gastfreundlich. Das tut gut. Smile Im Straßenverkehr können sie aber auch sehr aufbrausend sein. Die arabische Sprache unterstützt die Dramaturgie. Winking smile

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In Khartoum fließen der blaue und der weiße Nil zusammen. Man kann gut den Farbunterschied von einer Brücke aus erkennen (auf dem Foto sieht man es nicht so deutlich). Die beiden Gewässer fließen für einige Kilometer neben einander her, bevor sie sich vermischen.

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Mahdis Tomb: Das Grab des Mahdi. Hier darf man auch als nicht-Moslem hinein. Unter einem Baum spielen Männer Musik. Wir werden herzlich willkommen geheißen. Überall im Land sind übrigens Tongefäße mit Wasser aufgestellt. Niemand soll durstig sein.

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Wir sind beeindruckt von dieser modernen Stadt (zumindest große Teile sind sehr modern). Es scheint alles zu geben, was das Herz begehrt. Vor allem im Supermarkt gehen uns die Augen über. So viele schmackhafte Leckereien haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Auch in den Restaurants weiß man mit Gewürzen umzugehen. Die Milchprodukte (Joghurt, Käse) sind sehr fein und die Pasten wie Humus, Auberginenmus, etc extrem schmackhaft. Gesund ist das Ganze außerdem. Die leckeren ca. Handteller großen Brote schmecken uns auch (und sind unglaublich billig. 1 Brot kostet 1 sudan. Pfund!! das ist lediglich 1 Cent).  In Schwarzafrika würzt man eigentlich lediglich mit Salz, das Fleisch ist hart oder zäh. In Äthiopien ist das Essen viel zu scharf, das Fleisch immer noch zäh. Im Sudan können die Köche, egal ob Streetfood oder im Restaurant, kochen. DANKE Sudan. Smile

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Tana Lake

23.1.2020

In Gondar werden wir von einem netten jungen Mann angesprochen, der von unserer Reise begeistert ist und uns zu einem Kaffee bei sich zu Hause einlädt. Er ist in einem sehr guten Hotel als Rezeptionist angestellt und lebt in einem ca. 10 qm großen Zimmer, in dem ein Bett steht und die Sachen, die ihr hier seht. Sein Baby ist drei Wochen alt und es ist Sitte, dass die Mutter der Ehefrau für 2-3 Monate bei den Kindseltern einzieht, um zu helfen und die junge Familie zu entlasten. Herzensliebe Menschen.

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Auf dem Weg zum See geraten wir wieder in das immer noch andauernde Timkat Fest.

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Am See treffen wir auf zwei nette Amerikaner, die wohl den einzig anderen Reisemobil-Ford F550 (wir haben einen E350) in Afrika fahren. Winking smile Leider entdecken wir hier, dass eine Blattfeder gebrochen ist. Sad smile Im Sudan soll es eine Federnfabrik geben. Also langsam bis dort hin. Eigentlich wollten wir bei Kim am See noch etwas ausruhen, doch uns zieht es nun weiter.

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Timkat Fest in Gondar

19.1.2020

Auf dem Parkplatz des neuen Hotels Zobel dürfen wir kostenlos übernachten. Das ist sehr angenehm, denn zum Timkat Fest sind alle Unterkünfte ausgebucht (brauchen wir ja nicht) und extrem teuer. Selbst das Parken auf dem Parkplatz des Goha Hotels soll 30 US Dollar kosten.

Wir besuchen zunächst den Palastbezirk, das “Camelot Afrikas”.

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In langen Prozessionen werden die Kopien der beiden Tafeln mit den 10 Geboten, die in jeder äthiopisch orthodoxen Kirche aufbewahrt sind, zum Timkat Festplatz getragen. Die Predigen werden mit endlosem Sing Sang über Lautsprecher stundelang übertragen.

Mitten in der Nacht müssen wir dann für die eigentliche Zeremonie aufstehen. Um 3 Uhr früh wollen wir los laufen. Es sind immerhin ca. 4 km Weg zurück zu legen. Doch der Security unseres Hotels möchte uns nicht gehen lassen. Er macht Zeichen (da er kein Englisch kann), dass wir überfallen und mindestens verletzt würden. In diesem Augenblick fährt der hoteleigene Minibus die Auffahrt herunter. Ein Gast hatte wohl verschlafen. Wir halten ihn an und er nimmt uns tatsächlich mit, zur sichtlichen Erleichterung unseres Security. Die Straßen sind ruhig und wir sehen niemanden, der uns verdächtig oder gar kriminell erscheint. Aber man weiß ja nie. So war es sicherlich besser und auf jeden Fall bequemer für uns.

Es sind unendlich viele Menschen bereits versammelt. Wir möchten auf die Haupttribüne, doch man will uns nicht dorthin lassen. Die Präsidentin käme und angeblich sei die komplette Tribüne für sie und ihr Gefolge reserviert. Nachdem wir 1 1/2 Stunden im Dunkeln gewartet haben (hinter uns hat sich eine ca. 700 m lange Schlange gebildet), sieht man ein, dass diese Menschen auch einen Platz brauchen. Ein Drittel der Bühne wird für uns geöffnet. Wir sind hier bestens beschützt. Anzugtragende schwer bewaffnete Männer beobachten aufmerksam die Dunkelheit. Die Präsidentin kommt dann wirklich noch und wir sitzen fast neben ihr. Winking smile

Kurz vor dem Höhepunkt des Festes, an dem alle die möchten ins Wasser zur Taufe springen, stürzt eine der seitlich platzierten Holztribünen ein. Das andächtige Hin- und Herwiegen zum Klang der Zimblen hat die Holzkonstruktion wohl in Schwingung versetzt. Ein schrecklicher Anblick. Kurz entsteht eine Art Panik, doch in Sekundenschnelle sind die Menschen bereits dabei die Holzbalken weg zu schaffen und nach Verletzten zu suchen. Wir sehen wie eine handvoll Verletzter davon getragen wird und nehmen an, dass es Tote geben muss und die Zeremonie abgebrochen wird. Doch das Fest ist anscheinend zu wichtig, um es nicht zu beenden. Nach ca. 1/2 Stunde ist alles “Back to normal”. Angeblich soll es keine Toten geben. Später erfahren wir, dass diese Information falsch ist. Mindestens 15 Menschen kamen ums Leben. Sad smile

Mit der Segnung des Wassers springen die Schwimmer ins Wasser und die Menschen auf den Tribünen werden mit einem Schlauch nass gespritzt. Über die Mauer springen diejenigen, die auch noch unbedingt baden gehen wollen und das ist der Zeitpunkt, an dem man gehen sollte. Jetzt wird es ein bisschen chaotisch.

Mitgenommen von dem erschütternden Erlebnis, der Kälte und der zeitaufwändigen Zeremonie kehren wir zu VAnGO zurück. Für heute reicht es…

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Axum-Gondar

17.1.2020

Die Strecke entlang der Simien Mountains ist wunderschön und die ungeteerte Passstraße ein Genuss. Durch meine Krankheit haben wir keine Zeit die Simien Berge zu besuchen, doch haben wir gehört, dass es für Individualreisende sowieso wieder etwas “nervig” ist, da man mindestens einen Scout mitnehmen muss (wenn man für den keinen Platz im Auto hat, darf man den Park sowieso nicht besuchen) und das Ganze somit nicht wirklich “privates” Naturerlebnis ist. Die Rotbrustpaviane haben wir schon gesehen und die Berge an sich sehen wir von der Straße und unserem einzigartigen Wildcampingplatz auch sehr gut. Welch ein Platz! Gerne würden wir hier länger bleiben, zumal die Einheimischen hier ungewohnt zurückhalten sind. Es laufen doch einige über den großen freien Platz an uns vorbei, heben aber lediglich zum Gruß die Hand. Kein Betteln, keine “you, you, you”-Rufe. Wir fühlen uns sicher und pudel wohl hier. So schlafen wir aus und starten erfrischt in den Tag.

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