Die Grenze Espungabera und Inhassoro

3.5.2018

Der kleine, bullige Mann macht diese Grenze etwas anstrengend. Er hat alle Zeit der Welt und lässt uns erst mal warten. Wir füllen das Immigrationsformular aus und möchten in Medical, der Landeswährung bezahlen. Soll billiger sein. Er meint, wir müssen in US Dollar bezahlen. Ja, klar. Damit kann man im Cash-armen Simbabwe auf dem Schwarzmarkt Geld verdienen. Nach einem “Anruf” bei seinem Boss ist es dann doch möglich in der Landeswährung zu bezahlen. Kostet aber 8 Dollar mehr pro Person. Didi ist vorbereitet und zeigt ihm ein Foto, das ein Freund an der südafrikanisch/mosamikanischen Grenze vom Preisschild aufgenommen hat. 3100 Met stehen da. Er lässt sich aber nicht irritieren und fordert 3500 Med. Da hat er wohl gewonnen. Wir bezahlen in Dollar – 50 US Dollar pro Person.

Eine Quittung möchte er uns nicht geben. Die muss, so wie uns bekannt ist, in Medical ausgestellt sein und da würde er mit seinem “Umrechnungskurs” wohl in Schwierigkeiten geraten. Auf einem Zettel kritzelt er eine Art Zahlungsbestätigung.

“Hier an dieser Grenze”, sagen und die Versicherungsmädels, kostet die Versicherung 40 US (von anderen Grenzen hören wir 20 – 30 US). Wir zeigen unsere internationale Versicherung vor, die einhellig abgenickt wird.

Schaun wir mal, ob das alles noch interessant wird auf unserem weiteren Weg durch Mosambik. Die Polizei soll hier sehr korrupt sein…

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Mosambik ist ein lebhaftes mit Straßenhändlern gespicktes Land. Kaum halten wir am Straßenrand an, kommen die Händler gerannt. Didi ist der Rummel an seinem Fenster zu viel. Er deutet auf mich und schon bildet sich eine Menschentraube vor meinem Fenster. Für eine Ananas möchte er 200 Medical. Hier wird also wieder gehandelt und ich kenne den reellen Preis. Zwinkerndes Smiley So wechseln zwei Ananas für insgesamt 100 Medical den Besitzer.

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Die mächtige Brücke über den Save Fluss biegt sich schon sehr durch… und die Hauptstraße, die das Land von Nord nach Süd verbindet existiert auch nur noch vage.

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In Inhassoro campen wir bei Goody Villas, einem sehr schönen Campingplatz direkt am Strand und in der Johnsons Bar warten wir auf die Ebbe.

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Chirinda Rainforest

2.5.2018

Unsere letzte Übernachtung in Simbabwe.

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Es ist der südlichste Regenwald Afrikas und wir fühlen uns wie im Lope NP in Gabun. Riesige Hornvögel erinnern mit ihrem gewaltigen flap-pause-flap-pause-flap-Fluggeräusch an Jurrasic Park. Wir erwarten, dass jeden Moment Gorillas um die Ecke biegen. (Die gibt es hier übrigens leider nicht.)

Die Wanderung zum Big Tree und Valley of the Giants lohnt sich.

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Macadamia Nüsse und Avokados

30.4.2018

Didi und ich besuchen Debbie noch ein letztes Mal. Gemeinsam gehen wir zu ihrem Lieblingsaussichtpunkt und in das Troutbeck Hotel. Immer wieder muss man auf Reisen Abschied nehmen. Es fällt schwer.

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Wir sind auf dem Weg nach Chipinge.

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Katrina und Rory leben auf dem Grundstück einer Macadamia Nuss und Avokado Farm. Gerne zeigen sie uns die Nüsse, die jetzt geerntet werden. 6 – 8 Wochen ist hier Hochbetrieb, bevor dann alles wieder in eine Art Dornröschenschlaf verfällt. Es wird mit der Hand gepflückt, die erste weiche Schale maschinell entfernt, in einem großen Behälter in der zweiten braunen Schale getrocknet, um dann nach China zum Rösten geschickt zu werden. Von dort werden sie teuer in die ganze Welt verkauft.

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Die Tochter der beiden schuf dieses Kunstwerk als Arbeit zu ihrem Kunststudium aus alten, wertlosen Bond Geldscheinen.

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Eulen im Garten – wie friedlich.

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Rory fuhr 1984 von England in seine Heimat Simbabwe mit einer “Ente”. Algerien, Niger, Zentralafrikanische Republik, Dem. Rep. Kongo, Uganda… Mauretanien und Angola waren damals das “no-go”.

Er war 21 Jahre alt und völlig unvorbereitet. Ohne Zelt, Moskitonetz, Sandbleche, Kühlschrank Zwinkerndes Smiley … Einmal bekam er Malaria und hat es Dank der Tabletten von gut ausgerüsteten Schweizern überlebt. Steckenbleiben im Schlamm war kein großes Problem. Die leichte “Ente” hat er dann einfach mit seinem Kumpel per Hand aus dem Schlamm herausgehoben.

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Zurück zur Landwirtschaft: Auch bei den Avokados ist gerade Hochbetrieb. Viele Früchte schaffen es nicht durch die Qualitätskontrolle und verderben, denn es sind so viele, dass die Menschen es nicht schaffen sie aufzuessen. Wir dürfen eine ganze Tüte voll mitnehmen. Smiley

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Wir tauschen zwei Abende lang Reisegeschichten aus und geben gerne über das Leben in Deutschland Auskunft. Seit Senegal fragen uns Menschen, die auf der Suche nach einem “besseren Leben” sind, über Deutschland aus. Wir möchten keine falschen Hoffnungen wecken (die ja in den Köpfen schon vorhanden sind) und erzählen von Kirchensteuer und GEZ Abgaben. Dass man für das Fernsehschauen bezahlen muss, selbst wenn man blind und/oder taub ist möchte uns niemand so wirklich glauben.

Bei Rory, der in einem großen Haus mit noch größerem Garten lebt und dafür gerade mal so viel Miete bezahlt (hier sind Wasser und Elektrizität inklusive!) wie bei uns auf dem Land für ein ca. 15 qm großes Zimmer (und die Miete darf er auch noch für Reparatur- und Verschönerungsarbeiten am Haus einbehalten), finden wir unser neues Lieblingsthema.

Wir berichten von den Wasserabgaben. Dass wir für Frischwasser ebenso wie für das verbrauchte Wasser bezahlen müssen. Er bekommt große Augen. Als wir erzählen, dass wir auch für das auf unser Hausdach und Grundstück gefallenes Regenwasser bezahlen müssen sind seine Augen so groß wie Gullideckel. Ich kann seine Gedanken lesen: Selbst unter Mugabe mit seinen “Hinterlassenschaften” (Eco-cash und Konsorten), ist er doch froh in Simbabwe zu leben und nicht irgendwo anders.

 

Exkurs Eco-Cash:

Simbabwe ist pleite, es gibt keine Banknoten mehr. Das heißt man bekommt von seinem Konto auf der Bank max. 20 Bond (die nicht international anerkannte Währung Simbabwes) pro Tag ausgezahlt. Dafür muss mit dem Bus (wenn man Glück hat besitzt man ein Auto) in die nächst größere Stadt fahren und dann stundenlang anstehen. So geht ein ganzer Tag vorüber.

Transaktionen mit der Bank dauern ewig und wie gesagt die Banken sind oft weit weg.

Ein schlauer, jetzt sehr reicher Mann, hat sich das Eco-Cash System ausgedacht. Überall, selbst im kleinsten Dorf befindet sich ein Eco-Cash Container, an dem man bis vor ca. 2 Jahren auch noch Cash bekommen hat. Damit ist auch jetzt Schluss, da es kaum noch Bargeld im Land gibt (wer hat sich da wohl kurz vor Ende letzten Jahres noch bedient?). Mit der Eco-Cash App kann man aber problemlos mit seinem Handy Geld an Freunde, Bekannte, Geschäftspartner schnell und unkompliziert überweisen. So werden Zahlen virtuell hin- und hergeschoben, aber die Wirtschaft funktioniert wenigstens. Selbst die hohen Gebühren (variieren, bis zu 20%) werden klaglos hingenommen. Man erklärt uns, dass es besser sei als damals mit der Hyperinflation. Als das Geld nichts mehr wert war, es aber noch kein Eco-Cash gab wurden Güter getauscht. Tausche Zucker gegen Diesel, Salz gegen Salatöl usw. Das war umständlich und mühsam.

Um Geschäfte mit benachbarten Ländern zu machen, benötigt man Dollar in Cash (überweisen geht ja mit dem Bond-Mickey-Maus-Geld nicht und die Visa Karte funktioniert somit im Ausland auch nicht). Seit einem Jahr floriert der Schwarzmarkt. Zeitweise bekommt man 1,2 bis 1,5 mehr Bondnoten, wenn man bereit ist seine US Dollar herzugeben. So verzweifelt ist die Suche nach den international anerkannten Dollars. Eigentlich und offiziell ist der Kurs 1:1

 

Leider haben wir nur wenig Zeit, da unser Visum abläuft. Für unseren nächsten Aufenthalt sind wir aber herzlich willkommen. Danke ihr beiden. Geheimnis erzählendes Smiley

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Ein Abend mit Dan`s Freunden

28.4.2018

Unweit von Debbies Farm wohnen Nicci und Ant. Nicci ist im Alter von 18 Jahren aus Simbabwe geflüchtet, aber mit ihrer neuen Heimat England nie so richtig warm geworden. Doch ihre große Liebe Ant hat sie dort kennen gelernt und das Geld wird ebenfalls in England verdient. Der Kompromiss ist, in ihrem selbst gebauten Haus in den Eastern Highlands für ein paar Monate im Jahr zu leben und die Seele baumeln zu lassen und Energie aufzutanken. Die drei Kinder finden es großartig. Wir gehen  schwimmen, grillen am Abend und am nächsten Morgen heißt es von allen Abschied nehmen.

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Eine letzte Wanderung mit Dan. Es wird eine Weile dauern bis wir unseren Freund wieder sehen. Die Zeit war viel zu kurz und wir haben das Gefühl uns nicht intensiv mit ihm unterhalten zu haben. Hoffentlich wird es ein “nächstes Mal” geben.

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An der Kreuzung fährt er links… mit dem Daumen nach oben aus dem Fenster gestreckt. Wir fahren nach rechts.

Nyomoro Farm–Wiedersehen mit Debbie

23.4.2018

Solch eine große Farm zu verwalten macht ganz schön viel Arbeit. Um alles muss sich Debbie selbst kümmern. Sei es die Milchproduktion, Bauarbeiten, die Belange und Sorgen ihrer Angestellten und der Menschen in den umliegenden Dörfern.

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Wir freuen uns sehr Debbie wiederzusehen und wandern, schauen beim Melken zu, relaxen, quasseln und genießen die schöne Zeit mit Debbie und den beiden anderen, denen die Auszeit vom Reisen offensichtlich auch gut tut.

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Eastern Highlands mit Dan und Emily

19.4.2018

Didi und ich sind für ein paar Tage “Reiseführer”, da wir die Gegend schon kennen und Dan und Emily somit eine Pause vom selbst recherchieren bekommen. Wir fahren zum Leopard Rock Hotel in den Bvumba Mountains…

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…nach Mutare und…

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…La Rochelle Botanical Gardens nördlich von Mutare.

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Diesen Ort kennen wir noch nicht. Er nennt sich “Drifters” und wurde durch das Buch “The last resort” bekannt. Mr. Rogers gewährte in den schwierigen Zeiten vielen Leuten Unterschlupf. Bleiben durfte er, weil die ehemalige Backpackerunterkunft den hohen Regierungsbeamten als Bordell diente. Sex and Drugs and Rock n Roll. Ja, mit Marihuana, Gold und Diamanten hat er wohl ebenfalls gehandelt und sich so über Wasser gehalten. Zwinkerndes Smiley 

Heute verdient er sich sein Geld mit einer kleinen Kaffee Rösterei.

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Freitag abends gab es in den “alten Zeiten” immer Pizza im Drifters. Wir sind an einem Freitag Abend hier und lernen von Emily und Dan, wie man Pizza im Dutch Oven zubereitet. Mit der richtigen Oberhitze ist die Pizza in 20 Minuten fertig und schmeckt extrem lecker.

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Über den Osborne Damm geht es zum Pungwe Falls Lookout.

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Wir schauen uns das Sommerhaus Cecil Rhodes an, das heute als Hotel genutzt wird. Nebenan, im ehemaligen Stall,  ist ein kleines Museum.

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Während Dan und Emily zum Worlds View hinaufsteigen (da waren wir letztes Jahr schon), genießen Didi und ich die Aussicht von unten.

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Wiedersehen mit Dan Grec am Mt Beacon

18.4.2018

Vier ein halb Monate waren wir mit Dan an der Westküste von Nigeria bis Namibia unterwegs. Im Juni 2017 haben wir uns in Windhoek getrennt, da Dan für einige Monate in seine Heimat Australien flog. Der Abschied von unserem Freund fiel nach der zusammen schweißenden Reise sehr schwer. Wir waren uns damals sicher, dass wir uns bald wieder sehen. Es hat gedauert…

Jetzt hat es dann endlich doch noch geklappt. Smiley

Die Freude auf beiden Seiten ist unendlich groß. Wir fallen uns in die Arme und quasseln sofort drauf los. Hach,  ist das schön. Smiley Wir besteigen Mt Beacon, um auf dem Gipfel unsere “Wiedervereinigung” zu feiern, vergessen in der Aufregung aber Bier mitzunehmen.

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Dan ist jetzt nicht mehr alleine unterwegs. Seine Freundin Emily fährt seit letztem Jahr mit.

Osborne Dam

17.4.2018

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Kurz vor dem Pass, auf der südöstlichen Seite des Damms finden wir dieses schöne Plätzchen und wähnen uns alleine. Durch die buschige Vegetation sehen wir jedoch nicht, dass wir buchstäblich umringt sind von kleinen Hütten. So kommt es wie es kommen muss. Ein Besucher nach dem anderen schaut vorbei und sie geben sich die “Klinke” in die Hand. Für Stunden haben wir Unterhaltung.

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Wir sind aber durchaus entspannt, da in Simbabwe die Konversation auf Augenhöhe verläuft und wir interessante Gespräche führen.

Morgen ist der Tag der Unabhängigkeit und wir fragen, ob der groß gefeiert wird. Zurückhaltung und Nachdenklichkeit mit vorsichtig formulierten Antworten sind die Reaktion. Hier werden sie nicht feiern, da die Vorteile, die mit der Unabhängigkeit kommen sollen, bisher noch nicht eintrafen. Dies wären: Arbeitsplätze, eigene im Ausland anerkannte Währung, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur…

Im Moment ist noch keine Veränderung spürbar. Mugabe ist weg, die Partei ist aber noch die gleiche. “Same bus, different driver.” Heißt es hier. Alle sind auf die Wahlen im Herbst diesen Jahres gespannt.

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In der Hauptstadt Harare

12.4.2018

Eigentlich sind Städte ja nicht so unser Ding.

Harare ist anders, als die bisherigen afrikanischen Städte. Die Grundstücke sind groß und mit üppigen Gärten versehen. Das Klima ist angenehm und in den Wohnvierteln von Luftverschmutzung nichts zu spüren. Sauber, geordnet, angenehm. Die Fußgängerzone verblüfft. Hier lässt es sich leben.

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Harare s Haupt- und Nebenstraßen:

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Wir besuchen Coral (die wir beim letzten Mal schon kennen gelernt haben – Nyamoro Farm) und deren Freund Cullen und verbringen ein paar super schöne Tage zusammen. Wir erfahren viel über die bewegte Vergangenheit Simbabwes und die vielen Einzelschicksale. Lighty, der Hund links im Bild, der seinen Namen bekommen hat, weil Coral ihn neben einer Ampel (traffic light) gefunden hat, wächst uns ebenfalls sehr ans Herz. Fast hätten wir ihn mitgenommen. Zwinkerndes Smiley

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Jeder Tag in Simbabwe ist ein Abenteuer. Nichts läuft so richtig glatt. Man muss immer irgendwie improvisieren. Oft ergeben sich daraus aber schöne zwischenmenschliche Begegnungen. Trotz –oder gerade wegen- dieser Hürden lieben die beiden ihr Land und würden nirgends woanders leben wollen. “Zu viele Regeln in anderen Ländern”, meinte Cullen und erzählt von seiner Erfahrung in Australien. Er hat dort für vier Jahre studiert und gearbeitet und fuhr an einem Wochenende mit seinen Freunden an den Strand. Sie wollten sich gegenseitig im Sand vergraben, wie man das eben so macht und begannen ein Loch zu graben. Wohlgemerkt an einem öffentlichen Strand. Der “lifeguard” bemerkte dies und meinte, dass sie das Loch sofort wieder zubuddeln müssten. Es sei verboten, Löcher am Strand zu graben. Verboten?? Selbst nachdem alle Beteiligten versicherten, das Loch nach der Aktion wieder zu zuschaufeln, verweigerte der “Bademeister” seine Zustimmung. “Ach ja, habt ihr euch eigentlich mit Sonnencreme eingeschmiert?”, fragte er noch und das war dann das “Aus” für Australien und das “Ja” für Afrika. Cullen sagte: “Zu viele Regeln in Australien. Ich möchte leben, nicht einfach nur existieren.”

Coral hat ihre Bilder in einer Galerie erfolgreich ausstellen können, was mich sehr für sie freut. Das Mädel wird noch berühmt. Zwinkerndes Smiley

Wir werden von den beiden sehr verwöhnt. Jeden Abend kochen wir gemeinsam und quasseln bis spät in die Nacht. Schade, dass sie so weit weg wohnen. Es könnte sich sicherlich eine tolle Freundschaft mit den beiden entwickeln.

Freitag abends findet bei einem Nachbarn eine Art “Biergarten” statt. An Ständen kann man leckeres Essen kaufen. Getränke werden selbst mitgebracht. Der Eigentümer des Hauses mit dem hier üblichen großen Garten hat finanzielle Probleme und “vermietet” seinen Garten für eben diesen Anlass, um sich ein bisschen dazuzuverdienen. Das ist hier erlaubt, wird von den Nachbarn toleriert und alles ist gut. Die Stimmung ist friedlich und angenehm. Eine tolle Idee, die von den Städtern gut angenommen wird. 

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Weil durch die Vertreibung der Farmer (fast alle Farmer waren Weiße, die um die Jahrtausendwende zur “unerwünschten Person” erklärt wurden) aus dem “Brotkorb Afrikas” ein Land wurde, das kaum mehr etwas produziert und deshalb alles importiert werden muss, sind die Preise extrem hoch. Hier Beispiele aus dem Supermarkt:

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Da müssen wir wohl auf so einiges verzichten…

Bulawayo und Matobo NP

9.4.2018

Burke s Paradise ist ein echter Tipp zum Übernachten in Bulawayo. Von hier aus möchten wir am nächsten Tag früh morgens in den Matobo NP, bekannt für seine Gesteinsformationen und Höhlenmalereien, aufbrechen.

Das Erwachen kommt am Eingangstor:

15 US pro Person plus 10 US für das Auto. 10 US pro Person für die Besichtigung er Höhlen plus 10 US pro Person für den Besuch von Cecil Rhodes Grab. Camping wäre 27 US für uns beide. Die Antwort ist klar: Nein danke.

Nach kurzem Studium der Landkarte nehmen wir die Hauptstraße nach Ketse und fahren somit kostenlos auf der öffentlichen Straße durch den Park. Keine Ahnung, ob die Landschaft hier so viel anders ist, wie im gebührenpflichtigen Teil des Parks. Wir sind auf jeden Fall begeistert.

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Weiter südlich an der NP Grenze gibt es die Höhle Silozwane, die außerhalb des Nationalparks liegt. Es wird ein bisschen holprig, die Wege werden enger, führen durch hübsche Landschaft und Dörfer. Nach kurzer Wanderung –immer den grünen Pfeilen nach- erreichen wir “unsere” Höhle mit wunderschönen Zeichnungen der San. Wir sind ganz alleine und genießen die Ruhe, die Aussicht und die meterhohen und auch die klitzekleinen Malereien.

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