Ein Scheich aus Dubai

30.09.2020

Bis der saudische Agent alles geregelt hat ist wieder 1 Monat verstrichen und die Preise pro Container auf 9.600 Euro gestiegen. Uff. Das ist happig.

Ich sende eine whatsapp an zwei Scheichs, die uns eigentlich erwarten… seit geraumer Zeit. Ich entschuldige mich, dass es so bald mit einem Treffen leider nicht klappt. Der Scheich fragt, wie wir das mit unserem Auto geregelt haben. Ich schildere die Situation. Er fragt, ob wir schon einmal an den Transport der Fahrzeuge (per Lkw) von Jeddah nach Dubai nachgedacht hätten. “Ja, haben wir. Aber wir bräuchten erneut eine brokers authorization (die letzte Freigeschaltete gilt ja nur für den Verschiffungsagenten) und das kriegen wir nicht hin. Wir haben das monatelang versucht.”

“Just a moment. Let me check something.”

Der Beginn einer außergewöhnlichen Geschichte.

VAnGO ganz allein in Saudi-Arabien

20.9.2020

Vango steht sicher neben dem Auto unserer Freunde Dagi und Oli in Hamzas Garage. Von daher machen wir uns keine Sorgen über Diebstahl oder ähnliches. Kopfzerbrechen bereitet uns jedoch immer noch die Zollfrage. Beide Autos sind schon viel zu lange im Land und wir wissen nicht was passieren könnte, sollte das dem saudischen Zoll irgendwann einmal auffallen und nicht gefallen. Wir haben lediglich die mündliche Zusage eines höhergestellten Zollbeamten, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. Doch die Bedingung war, dass wir kurz vor Ausreise den Grenzübergang nennen sollten. Nun können wir aufgrund der Grenzschließungen nach KSA unsere Fahrzeuge nicht über die Landgrenze außer Landes bringen. Wir suchen nach Alternativen.

Der erste Verschiffungsagent ist zunächst vielversprechend. Doch bietet er keine Container-Verschiffung an. Nach wochenlangem Verhandeln für RoRo (Roll on Roll off) und das Abwägen des Diebstahlrisikos werden seine Preise immer höher und wir schauen uns nach einer Alternative um.

Pangaea mit Sitz in Dubai klingt vielversprechend. In Saudi habe man Verbindungen zu einem Agenten, der vor Ort alles regeln könne. Die Verhandlungen laufen gut, bis es heißt, dass wir eine brokers authorization unterzeichnen müssen und dafür müssen wir persönlich vor Ort sein. Diese Vollmacht benötigt man, um sein Auto durch den Zoll zu bringen. Vor Ort können wir nicht sein und von Deutschland aus ist die Sache kompliziert. Der Notar muss eine solche Vollmacht beglaubigen. Das Landgericht überbeglaubigen und das Bundesgericht ist dann nochmal dran. Die schicken das Schreiben zur saudischen Botschaft, die dann auch nochmal Stempel drauf drückt. Kostet ca. 300 Euro und wir wissen nicht, ob es dann auch das Dokument ist, das in KSA anerkannt wird. Wir suchen nach Lösungen. Der saudische Agent scheint eine gute Idee zu haben. Er hat beim Zoll ein customs account für uns erstellt, dass von der saudischen Botschaft in Berlin in unserem Beisein frei geschaltet werden kann. Das klingt gut. Dann müssten lediglich Didi und Oli nach Berlin fahren. Doch die saudische Botschaft hat von einem solchen account noch nie etwas gehört und will nicht auf s Knöpfchen drücken. Auch nicht in unserem Beisein. Die saudische Botschaft ist sehr nett und hört sich unser Problem an, kann aber leider keine Lösung bieten.

Die Pandemie verschließt die Türen

15.9.2020

Wir sind zur Bewegungslosigkeit verdammt. Alles, was man anpacken möchte, scheitert an Grenzschließungen oder Corona-Reglungen. Wir hoffen, dass wir nach Saudi-Arabien zurück kehren können, doch die Grenzöffnung nach KSA wird immer wieder verschoben. Die Saudis möchten keine weitere Corona-Welle riskieren. Verständlich. Doch für uns bedeutet dies, dass wir unsere Reise nicht wie gewünscht über die Landroute (Oman, VAE, Iran, Türkei, Europa) beenden können. Tatsächlich werden die Grenzen erst am 1.8.2021 wieder geöffnet sein… meinem 1. Arbeitstag.

Unsere Sorge gilt nun unserem Auto: Wie können wir es von Saudi-Arabien nach Deutschland bringen, ohne vor Ort in Saudi zu sein?

Wie alles begann (Abfahrt Deutschland)

Am Tag vor unserer Abfahrt hat unser Gefährt -wir wollen es ab jetzt immer VAnGO nennen- aufgrund des ersten Kälteeinbruches und wochenlangem Stillstandes akute Startprobleme. Die Batterien aufzuladen half sofort und am nächsten Morgen gab es auch keine Probleme mehr. Aber in kalten Nächten immer mit dem Gedanken im Kopf einzuschlafen, ob am nächsten Morgen VAnGO wieder anspringt wollte ich nun auch nicht. Vor allem in einsamen Gegenden kann einem das den Tag vermiesen. Enttäuschtes Smiley

Also kurzum 2 neue Batterien bestellt bei einem Batteriegroßhändler, um sie dann während der Durchreise dort abzuholen und “schnell” einzubauen.

Unsere Abfahrt verschiebt sich aus den verschiedensten Gründen bis in den Nachmittag.

Didis Worte: “Nun fahren wir, sonst kommen wir nie weg….” Also Abfahrt erst um 16 Uhr, noch einige Besorgungen machen und dann vielleicht auch noch schnell auf die Waage mit VAnGO!?

Ok, die Wiegestelle machte leider schon um 16 Uhr zu….. also warum dann nicht einfach unseren ersten Reisetag am Main im schönen Würzburg beenden. Ein letztes mal durch die Innenstadt schlendern und im Bürgerspital einen Schoppen leckeren Frankenwein trinken Zwinkerndes Smiley

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Am nächsten Morgen ein letzter Blick von unserem Bett aus auf die Festung und ab geht´s zur Waage.  Erst dachte ich ja die Morgensonne die sich im Display der Anzeige spiegelt gaukelt mir etwas vor doch tatsächlich. 5,2 Tonnen wiegt VAnGO nun. Komplett mit allem Nötigen und Unnötigem vollgepackt. incl. Dani und mir –OK ich gebe es zu, Dani fällt dabei nicht soooo sehr ins Gewicht- und vollgetankt mit ca. 250ltr. Diesel und 110ltr. Wasser.

Naja so ist es nun,  amerikanisches Schwermetall gepaart mit deutscher Pack Wut ergibt eine satte Straßenlage und erhöht den Spritverbrauch. Augen rollendes Smiley

In Ludwigsburg geht´s zu dem Batteriegroßhändler. Die georderten Batterien passen leider nicht wirklich gut. Gerade bei der zweiten Batterie, die am Unterboden verbaut ist… Also die extrem freundlichen und hilfsbereiten Verkäufer nach Alternativen suchen lassen und am Ende bekommt VAnGO zwei wunderbare Optima in rot verpasst. Nachdem diese schweren Dinger alles andere als handlich sind und die Unterflurbatterie an VAnGO auch nicht mit servicefreundlicher Unterbringung glänzt, hoffe ich insgeheim NIE mehr Batterien wechseln zu müssen! Vor Wut kochen

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Weiterfahrt nach fast 4 Stunden bis nach Ludwigsburg, um dort zu übernachten.