Munyamadzi GMA

17.7.2019

Nach dem Abzweig nach links (also bevor man ans Chifungwe Gate in den South Luangwa) einfährt, nennt sich die Piste nun nicht mehr 05 Escarpement Road, sondern Hunters Road. Wir befinden uns in einem Jagdgebiet, dh außerhalb des NP, was bedeutet, dass wir überall nach Herzenslust bush campen dürfen. So richtig idyllisch wäre das, wenn da nicht diese Tse Tse Fliegen wären. Sie sind zwar nicht ganz so aggressiv wie die im Kafue NP, dennoch schmerzt ein Stich sehr und schwillt bei mir wieder heftig an. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass man von diesen Viechern die Schlafkrankheit übertragen bekommt. Und das will man nicht wirklich. Also heißt es: Im Auto bleiben und am nächsten Morgen weiter fahren, ohne das Fahrzeug zu verlassen.

Das Escarpement haben wir hinter uns gelassen und so schaukeln wir auf relativ ebener, aber ziemlich ruckeliger Piste, mit teilweise steilen und engen (im Moment trockenen) Flussdurchfahrten, dahin.

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Am Luangwa Fluss angekommen stehen wir dann vor einem Problem…

05 Escarpment Road

16.7.2019

…ist strickt 4×4.

Wir fragen bei einem Deutschen, der schon seit 20 Jahren in Sambia lebt nach, wie denn die Strecke ist. Informieren uns im Internet. Die Aussagen sind unterschiedlich, jedoch ist man sich wohl einig, dass man die Strecke mit mindestens zwei Fahrzeugen zur Sicherheit fahren soll und dass alles, was größer als ein Toyota ist an Suizid grenzt. Einer meinte, die Serpentinen wären viel zu eng für unser Auto. Es hätte loses Geröll in der Qualität von Gerölllawinen wie man sie aus den Alpen kennt. Lose Steinbrocken in der Größe unserer Autoreifen. Die Stufen im Bereich der felsigen Abschnitte wären so hoch, dass man sich mit Sicherheit den Unterboden aufreißt und wenn das nicht passiert, so sind mit Sicherheit die Federn und/oder Reifen dahin. Außerdem extrem steil. Ständige Absturzgefahr. Scharfkantige, Reifen fressende Steine.

Wir fragen uns wirklich, ob wir diese Strecke fahren sollen…

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Der Himmel ist bewölkt und so schwebt über uns die Befürchtung, dass es regnen könnte. Nicht, dass wir angst hätten nass zu werden, doch die berüchtigte Escarpment Road wird dann zum Höllenritt. Steil ohne Ende und rutschig wie Schmierseife – unbefahrbar. Sagt man. Doch wir haben Glück. Es regnet nicht, im Gegenteil… die Wolken verziehen sich. Wir fahren von West nach Ost, also bergab.

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Und so sieht es wirklich aus: Ja es ist steil. Sehr steil. Aber nicht steiler als der steilste Pass in Namibia. Die steilsten Passagen sind sogar betoniert!! Es gibt loses Geröll, aber weit weg von Lawinengefahr und die Brocken sind auch nicht super groß. Die Serpentinen sind manchmal eng, aber wir mussten nie zurücksetzen und hatten auch nie das Gefühl am Rande des Abgrunds zu fahren. Es hat in Richtung Tal immer noch genügend Platz für Bäume. Nicht jeder Stein ist scharfkantig. Winking smile Die Stufen in den felsigen Passagen sind aber tatsächlich hoch. Mit offroad Erfahrung aber gut machbar. Alles in allem: Eine anspruchsvolle Strecke, die wirklich nur mit 4×4 befahren werden sollte, vor der man aber keine Angst haben muss.

Wir starten bei ca. 1500 m und fahren knapp 40 km sanft bergab. Hier hat man von ca. 1200 m einen guten Blick in das dunstige Luangwatal. Auf 6 km fällt der Weg 700 m ab!! Auf den Fotos sieht man leider das Gefälle nicht. Es ruckelt und schüttelt uns ganz schön durch.

Didi meistert die Strecke mit Bravour. War ja nicht anders zu erwarten. Winking smile Keinen Platten, alle Federn sind noch ganz und auch der Unterboden hat nichts abbekommen. -lach- In den Schränken ist nach der Abfahrt alles wieder “neu geordnet.” Winking smile

Uns hat s gefallen.

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Gerade als wir eine kleine Pause einlegen möchten, werden wir von Tse Tse Fliegen attackiert. Nein, nicht schon wieder! Ich gehe nicht mehr raus! Hab keine Lust auf noch mehr juckende, schmerzende Stiche. Das war eine gute Entscheidung, denn kaum zwei Minuten später, entdecken wir diese Weggenossen (20 km außerhalb des Nationalparks):

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Ab jetzt halten wir die Augen auf. Doch außer ein paar Kudus und Elefantendung sehen wir heute keine Tiere mehr. Wir fahren an der Abzweigung zum South Luangwa nach links, also am Park vorbei, kommen erneut durch einen Check Point und übernachten in einem Seitenweg, wo wir frischen Dung sehen und auf Elefanten hoffen. Wir befinden uns im Munyamadzi GMA.

Mutinondo Wilderness

13.7.2019

…ist ein Paradies für Wanderer. Sogar Didi ist begeistert und wir wandern zwei volle Tage. Muskelkater ist angesagt Winking smile, aber wir fühlen uns prächtig. Es tut gut, sich zu bewegen. Am Ende des Tages gönnen wir uns eine kleine Tour mit dem Kanu. Wunderschön.

Laut Manager gibt es lediglich zwei Regeln: Nicht vom Felsen stürzen und nicht auf Schlangen treten (sich beißen lassen). Ich füge noch eine dritte hinzu: Don t let ants in your pants! Beim Ausruhen auf einem der Felsen, brennt mein Oberschenkel plötzlich wie nach einem Bienenstich. Zuerst vermute ich einen Skorpion als Ursache, kann aber keinen entdecken. Lediglich eine ziemlich große Ameise krabbelt des Weges. Es ist eine sogenannte Stink Ant, auf deren Biss ich natürlich wie immer allergisch reagiere. Der Schmerz lässt lange nicht nach und um den kleinen roten Fleck schwillt meine Haut sofort an, wird Handteller groß, heiß und hart. Wir wandern trotzdem weiter. An dem Stich habe ich noch 5 Tage “Freude”.

Unterwegs sehen wir im dichten Wald Antilopen und Katzenspuren. Wir sind nicht alleine. Winking smile

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Kapishya Hot Springs, Shiwa Ngandu und Mpika

11.7.2019

Die heißen Quellen besuchen wir nur kurz, da der Besitzer unverschämt hohe Preise für Eintritt und Camping verlangt. Und mal ehrlich: Wie lange liegt man in einer heißen Quelle?

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Auf der Weiterfahrt fühlen wir uns plötzlich wie auf einer Alm, auf der jedoch eine Art Burg steht. Shiwa Ngandu, der wahrgewordene Traum eines britischen Auswanderers.

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Die letzte Regenzeit hat so einiges an Straße weggespült.

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In Mpika kehren wir bei Andreas im Bayamo s ein. Er lebt seit fast 20 Jahren hier und kann so Einiges erzählen. Sehr nett.

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Father Arthur

9.7.2019

Morgens besuchen wir die Chisimba Wasserfälle in der Nähe von Kasama.

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Mittagspause möchten wir am Denkmal “Von Lettow Vorbeck” machen, als wir…

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…von Father Arthur angesprochen werden.

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Er wohne nicht weit weg, er wäre an unserer Geschichte interessiert, wir könnten bei ihm auf dem Grundstück schlafen, es sei ein sicherer Platz… nun. Er ist überzeugend und wirkt freundlich, also fahren wir ihm hinter her. Wir verbringen einen sehr netten und informativen Abend. Arthur ist gebildet, hat ein großes Allgemeinwissen und möchte sein Land voran bringen. Leider machen ihm der Bildungsmissstand und das fehlende Geld schwer. Ihm schwebt Aufklärungsarbeit für die Farmer vor, damit diese nicht immer nur Mais anbauen, sondern im Wechsel Millet, Sorghum und Kasava. So würden die Nährstoffe im Boden länger erhalten bleiben.

Er hat viele Ideen, aber nicht die Mittel und fragt uns, ob wir Menschen kennen, die gerne in Sambia bei ihm leben und ihm helfen möchten. Wir stehen Volunteer Arbeit kritisch gegenüber, doch Father Arthur ist kein Fauler und smart ist er noch dazu. Mit ihm könnte es vielleicht was werden. Es wird mit Sicherheit jedoch Geld von euch an ihn und für die Projekte fließen müssen…. Das ist eben immer das Problem bei solchen “Volunteer-Tätigkeiten”… das “freiwillige” Geld geben, denn “the money in Europe is already there”. So die Meinung von Arthur, der übrigens nicht mehr als Priester tätig ist. Die Gegend ist arm und die sehr einfache Unterkunft für Researcher oder freiwillige Helfer noch nicht fertig gestellt. Wahrscheinlich wäre die Fertigstellung des Hauses ein Teil der “Unterstützung”. Wer Interesse hat, kann uns anschreiben, dann stellen wir den Kontakt her. Verantwortung für den Ausgang der Geschichte übernehmen wir jedoch nicht. Falls das jemand in Angriff nimmt, würde uns interessieren, ob es Top oder Flopp war.

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Sein Haus. Er durfte für den Papst den Schirm halten.

Kalambo Wasserfall

8.7.2019

Mit 221 m Höhe ist der Kalambo Wasserfall doppelt so hoch wie die Viktoria Fälle und der zweithöchste in Afrika. Ca. 500 Stufen führen zum Aussichtspunkt. Auch von Tansania Seite kann man einen Blick auf den Wasserfall werfen, allerdings verdeckt hier ein Felsvorsprung die Sicht auf das untere Ende.

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Das Militär hat sich hier gerade für einen Monat niedergelassen und am Sonntag waschen die Soldaten ihre Wäsche im Fluss. Früh morgens um werden werden wir mit soldatischem “one, two, three… up, one…down…” geweckt. Die Armen müssen Frühsport machen.

Jeder einzelne Wasserfall ist etwas Besonderes. Uns haben alle ausgesprochen gut gefallen und wir empfehlen die “Wasserfall-Route” jedem, der Sambia bereist oder Urlaub macht.

Am Tanganyika See

7.7.2019

In Mpulungu besuchen wir den farbenprächtigen Markt. Das berühmte deutsche Schiff Liemba (Graf von Götzen) liegt zur Zeit leider nicht im Hafen.

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Dafür steht aber die älteste erhaltene Steinkirche Sambias mit einem 15 m hohen Kirchturm immer noch am gleichen Ort Winking smile.

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Es ist sehr besiedelt und so finden wir kaum Zugang zum See. Etwas außerhalb in der Tanganyika Science Lodge können wir dann doch noch eine Nacht am See verbringen.

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In Mbala besuchen wir das sehenswerte Moto Moto Museum.

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Unterwegs Richtung Kasama:

Gefängnis in Mbala, Huhntransport, Unfall, Baustelle

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Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz landen wir an einer Seitenstraße bei Collins und seiner Familie. Er ist sehr an unserer Reise interessiert und erlaubt uns am Rande der Farm seines Vaters zu übernachten. Die Menschen in Sambia sind unglaublich freundlich.

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Visa Verlängerung

6.7.2019

In Mporokoso müssen wir erneut unser Visa verlängern. Dies ist in Sambia kostenfrei zwei mal möglich. Das erste Mal haben wir das Visum innerhalb von 3 min. in Livingstone verlängern lassen. Pass hingelegt, Stempel rein, Verlängerungsdatum drauf geschrieben, fertig.

Diesmal dauert es ein bisschen länger. Es ist Freitag Nachmittag. Laut Internet müssten sämtliche Immigration Offices bis 17 Uhr geöffnet haben. Hier ist um 13.30 Uhr keine Menschenseele. Zum Glück kommt ein Beamter des Wildlife Office, das sich im selben Gebäude befindet, den Gang entlang. Er ruft den Immigration Officer an. Unser Beamter will in 2 min. erscheinen. Winking smile Es dauert 10 min., was uns immer noch erstaunt. Es ist ein junger Kerl in ziviler Kleidung. Er ist der Chef Immigration Officer. Einen Schlüssel für sein Büro hat er nicht. Den hat der Kollege. Er würde gleich kommen. Es kommen zwei. Wir werden in das kleine Büro, in das drei Schreibtische gequetscht wurden, geführt. Der Chef erklärt seinen Untergebenen unser Anliegen. Einer stempelt unsere Pässe. Der nächste trägt unsere persönlichen Daten in eine Liste ein (Poesie Album Winking smile) und anschließend wird alles vom Chef (der die ganze Zeit an seinem Handy rumgespielt und youtube videos geschaut hat) geprüft.  Er ist nicht zufrieden. Irgendetwas mit dem Datum scheint nicht zu stimmen. Er korrigiert handschriftlich (na, wenn das mal an der Grenze gut geht Party smile). Kaum 45 min. später ist alles erledigt. Winking smile

Die Abkürzung über Nondo Zum Tanganyika See ist gut befahrbar und so kommen wir gut voran.

Auf dem Weg zum Tanganyika See

5.7.2019

Die Straße ist unwegsam und wir werden ganz schön durchgeschüttelt.

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Am Council Kontrollhäuschen werden einheimische Firmenfahrzeuge überprüft. Wir dürfen durchfahren.

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Wir befürchten schon eine Demonstration, aber hier sind lediglich neue Güter eingetroffen und jeder möchte als Erster am Markt sein. Winking smile

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Lumangwe und Kabweluma Wasserfälle

4.7.2019

Am urwaldbestandenen Kalungwishi Fluss stürzen sich gleich mehrere Wasserfälle mit Getöse in die Tiefe. Wir besuchen zwei davon.

Die Lumangwe Falls (30 m tief und 120 m breit), die man von der Ost- und der Westseite besichtigen kann, erinnern ein klein wenig an die Viktoria Fälle. Auf der Westseite ist man komplett alleine und kann von einem Felsen aus direkt in die Tiefe blicken, während von oben der Fluss in Kaskaden auf einen zukommt. Ein irres Gefühl.

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Auf der Ostseite warnt ein Schild, aber es verbietet das Schwimmen nicht. Winking smile Kein Geländer stört den Blick. Wir campen direkt oberhalb des Wasserfalls. Steile Treppen (die Norm für die Höhe der Treppenstufen wurde nicht immer eingehalten Winking smile) führen zu einer Aussichtsplattform am Fuß der Fälle.

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Die Kabweluma Fälle sind ausschließlich von der Ostseite erreichbar. Sie sind eine der schönsten Wasserfälle, die wir je gesehen haben. Hufeisenförmig, über hohe Terrassen und von grünem Urwald umrahmt stürzt sich der Fluss hier tosend in die Tiefe. Ein atemberaubend schöner Anblick.

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