Medina-Khaybar Fort-Madain Saleh

1.3.2020

Es ist staubig. Leider sehen wir somit von der Berglandschaft nicht viel. Medina ist nach Mekka die zweite heilige Stadt, die für Nicht-Muslime, nicht zugänglich ist. Wir fahren auf der Umgehungsstraße und entdecken die Torbögen, die anscheinend als eine Art Stadtmauerersatz dienen. Wir vermuten, dass wir nicht weiter ins Zentrum fahren dürfen. Sehr schade, aber wir haben auch gar keine Zeit. Von der tollen Moschee ist von der Ringroad aus nix zu sehen.

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An den Tankstellen kann man Auto und Seele auftanken lassen Winking smile

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Khaybar Fort ist ein verlassen Oasenstadt. Hier muss es einmal sehr schön gewesen sein.  Wir schlendern durch die verlassenen Straßen und genießen die alte Architektur der Lehmgebäude.

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Eindrücke auf der Landstraße:

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Ich fahre, als mich ein Auto überholt und sofort wieder abbremst. Das Auto fährt neben mir mit gleicher Geschwindigkeit und gibt mir “Daumen hoch”. Die verschleierte Frau filmt mich vom Beifahrersitz aus mit ihrem Handy und fährt dann weiter. Nach kurzer Zeit sehe ich das Auto am Straßenrand parken. Ich fahre daran vorbei und bemerke im Rückspiegel, dass es losfährt. Nachdem sie mich eingeholt haben, bedeuten sie mir anzuhalten, um ein Selfie zu machen.

Rolling on the floor laughing

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Wir fahren noch gut 150 km weiter und finden einen traumhaften Schlafplatz zwischen riesigen Felsen.

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Der Weg nach Al Ula führt durch eine bizarre Gegend. Je näher wir uns der Stadt nähern, desto größer wird unsere Begeisterung über die Felsformationen, die sich hier gebildet haben.

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Zurück in der Werkstatt

29.2.2020

Wir schlafen in einer Seitenstraße ein paar hundert Meter von MAN entfernt. Wieder sind wir um 7:00 Uhr dort. Der Werkstattleiter Aliv ist aus dem Urlaub zurück und nimmt sich unseres Problems an. Dieser Mann ist nicht ohne Grund Werkstattleiter. Er hat Ahnung, und zwar richtig. Außerdem strahlt er Ruhe aus, was für unsere Angespanntheit gut ist. Gemeinsam finden Didi und er sogar die Ursache des Problems (was Didi vorab bezweifelte). Letztendlich eine Kleinigkeit. Eine Reparaturhülse, die Didi über einen eingelaufenen Flansch angebracht hat ist etwas zu kurz und deshalb quetscht sich der Simmerring nach dem Einbau dieses Flansches etwas. Didi ändert das schnell ab. Hand in Hand wird stressfrei gearbeitet und wir werden lockerer. Die Zeit drängt zwar, da Madain Saleh in drei Tagen bis Oktober schließt, doch mit Ruhe kommen wir gut voran.

Als Aliv jedoch die Farbe es Öls sieht, das wir gekauft haben, winkt er ab. Wir sollen ihr Öl nehmen. Unserem traue er nicht, obwohl GL 5 drauf steht. Nachdem dieses Öl aber geschäumt hat und auch Didi es so gar nicht leiden konnte, ist er nun superhappy und dankbar für das Angebot.   Nach einer letzten Kaffeepause, sagen wir nun wirklich zum letzten mal auf Wiedersehen, bekommen noch MAN Tassen geschenkt und machen uns auf den Weg. DANKE an MAN. Wir werden eure Warmherzigkeit und Hilfsbereitschaft nie vergessen.

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Nach 50 km kontrollieren wir das erste Mal, ob der Ölstand stimmt. Ja, alles gut. Auch nach weiteren 50 km und nach weiteren 100 km sieht es gut aus. Ein bisschen Öl fehlt, aber der Simmerring leckt nicht mehr. Beruhigt und glücklich fahren wir bis kurz vor Medina und übernachten am Straßenrand hinter einem Felsen.

Am nächsten Morgen kurz nach der Abfahrt werden wir von einer großen Gruppe Pavianen am Straßenrand überrascht. Wir halten, wie einige andere auch, an und die Affen springen aufs Auto auf der Suche nach Futter. Gottseidank sind sie friedlich und lassen sowohl unsere Scheibenwischer als auch die Spiegel am Fahrzeug Smile with tongue out .

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Ein lustiges Erlebnis ist, als sich ein Affe noch während der Fahrt am Spiegel festhält und ins Seitenfenster schielt. Wie ein Schwarzfahrer am Zug hängt er da und hofft noch auf ein “Leckerli”.Saudi Arabien774Saudi Arabien783Saudi Arabien780Saudi Arabien793

Irgendwann (wir fahren natürlich nur Schritttempo) merkt er, dass er bald zu weit zurücklaufen müsste zu seiner Gruppe und springt mit einem quietschenden Laut ab.Rolling on the floor laughing

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Von Jeddah Richtung Norden

28.2.2020

Zur Belohnung für die erfolgreiche Reparatur haben wir uns Kamel gegönnt. Schmeckt extrem lecker.

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Zwei Wochen haben wir in Jeddah verbracht. Wir freuen uns auf einsamere Gegenden. Heute geht s endlich weiter. Smile Entlang der Küste fahren wir Richtung Norden. Ca. 100 km nördlich von Jeddah finden wir einen netten Platz am glasklaren, blauen Meer. Morgens kontrolliert Didi den Ölstand des Getriebeöls. Es fehlt sehr viel Öl und das bisschen, das er noch fühlen kann ist schaumig. Oje. Wir haben ein Problem. Didi füllt Öl nach und wir fahren erst einmal weiter Richtung Norden. Vielleicht war von Anfang an zu wenig drin, weil sich alles noch verteilt hat? Nach 100 km kontrolliert Didi wieder. Es fehlt 1 l Öl, von 3 l. Das geht gar nicht. Großer Mist. Wir haben ein Problem, das eine Lösung braucht. Didi kann sich nicht wirklich erklären, warum so viel Öl verloren geht. Der eingebaute Simmerring ist neu!

Ich frage bei MAN nach, ob wir am nächsten Tag noch einmal kommen dürfen.

“Yes, you can.”

Endlich, Kegel und Tellerrad sind da

27.2.2020

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Gestern hatten wir einen Teilerfolg: Endlich eine halbwegs passende Batterie gekauft, wenn es auch keine Solar Batterie ist, denn die scheint es hier nicht zu geben…hm… Sonnenstunden wären hier im Land ja ausreichend vorhanden für Solaranlagen. Aber Kraftstoff für Generatoren ist hier so billig, dass sich das niemals lohnt. Auch sind Kegel und Tellerrad für das  Differenzial ist angekommen –jiiiiipiiieeeh- und wir dürfen bei MAN selbst reparieren. Juchhu –endlich haben wir einen Platz gefunden. Das hat Tage gedauert: Manche Werkstätten erlauben keine “heavy duty” Arbeiten, sprich nichts, was Ölflecken hinterlässt. Andere würden uns einen Platz “vermieten” für horrendes Geld. Und wieder andere würden uns nicht erlauben, die Arbeit selbst zu machen (haben dann aber erst in sieben Tagen den nächsten Termin frei und würden für die Arbeit 4-5 Tage benötigen. Vom Preis dafür will ich hier gar nicht sprechen, und ob es dann gut/richtig gemacht wird, weiß man auch erst hinterher). Zum Glück ist der MAN Manager Herr Hassan super super nett.

Somit können wir heute, an einem Donnerstag, mit der Reparatur beginnen. Wenn wir nicht an einem Tag fertig werden, sitzen wir untätig am Freitag hier herum. Denn Freitag ist hier Sonntag. Werkstätten und Geschäfte werden nicht geöffnet.

Die Reparatur ist kompliziert, zeitintensiv und benötigt einiges an Spezialwerkzeug wie zB Messuhren. Somit stehen wir mit Beginn der MAN Arbeitszeit parat. Von 7:00 Uhr morgens arbeiten wir bis abends um 18:00 Uhr durchgehend mit nur 20min Pause. Gleich früh morgens werden wir noch einmal angenehm von der Hilfsbereitschaft des Teams überrascht. Der Manager hat dafür gesorgt, dass wir in der Halle, über einer Grube arbeiten dürfen und uns Stephen an die Seite gestellt. Er und Jestine sollen uns den ganzen Tag über helfen. Wow. Andere Mitarbeiter sehen im Vorbeigehen, was wir tun und legen wortlos Plastiktüten für die Schrauben und Papiertücher hin. Als Didi mit dem Saubermachen beschäftigt ist, kommt wieder ein “Engel” mit Bremsenreiniger vorbei. “Take this”, sagt er kurz. Aus aller Herren Länder kommen die Mitarbeiter und wir sind begeistert vom Arbeitsklima. Fleißig und ausgeglichen wird Hand in Hand gearbeitet.

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Zurück zu uns: Jestine und Stephen haben Ahnung von der Materie und auch Ideen, wie man die Dinge angehen kann, wenn es mal nicht wie am Schnürchen voran geht und das nötige Werkzeug fehlt. Doch ein ganz wichtiges Werkzeug fehlt: Der Abzieher, um die Lager schadensfrei vom alten Kegelrad zu bekommen. Dies muss während der Einstellarbeiten mehrmals gemacht werden und ist somit sehr wichtig. Auf meine Idee mit einem Arbeiter loszuziehen, damit Didi in der Zeit, in der ich den Abzieher kaufe weiter arbeiten kann, sehe ich den erschrockenen Blick der männlichen Arbeiter: “This is Saudi.” Ich dürfe mich ausschließlich in Begleitung Didi´s in der Öffentlichkeit bewegen. Ich sage, dass Saudi sich geöffnet hat, woraufhin der Manager befragt wird. Er gibt seine Erlaubnis und gerade als Stephen und ich losfahren wollen, kommt Didi und hält uns davon ab. “Wir haben eine Lösung”, sagt er. Er hat Abfallmaterial gefunden, das man umfunktionieren kann…. nach etwas Bearbeitung.  Jestine hat schnell daraus ein brauchbares Hilfswerkzeug hergestellt. Die beiden Jungs sehen schon genau, was Didi benötigt bevor er danach fragt. Eine unglaubliche Erleichterung der Arbeit.

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Es ist eine kniffelige Arbeit und soll ja auch genau gemacht sein. Wir werden leider nicht fertig, obwohl der zweite Manager uns noch nach Werkstattschluss weiter arbeiten lässt. Er müsse sowieso noch anwesend sein meint er.

Erschöpft von der high speed Arbeit ohne Pause fallen wir ins Bett und können den Ruhetag morgen gut gebrauchen. Mit Muskelkater wachen wir beide auf. Körperliche Arbeit und dann noch für 11 Stunden am Stück sind wir nicht (mehr) gewohnt. Smile with tongue out

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Am Samstag klingelt der Wecker wieder um 5:00 Uhr. Leider sind die meisten Werkzeuge heute weggeschlossen und man kommt nicht ran. So improvisiert Didi wieder und misst das Drehmoment der Lagervorspannung mit Gewichten statt mit dem nötigen Werkzeug. 

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Aber heute läuft es. Der Pinion (Kegelrad) sitzt gut und jetzt muss nur noch die Feineinstellung und das Spiel zwischen Kegel und Tellerrad (backlash) erledigt werden. Das könnte locker noch einmal den ganzen Tag dauern, doch wir sind bereits kurz vor der Mittagspause fertig. Jippppiiiieeeeeh!!!

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Wir sind soooo erleichtert.

Am Sonntag fahren wir noch einmal zu MAN, um uns mit Süßkram und einem selbst gebasteltem Plakat (typisch Grundschullehrerin Winking smile) beim jetzt anwesenden kompletten Team plus Führungspersonen zu bedanken. Es ist großartig in einem fremden Land Hilfe zu bekommen, wenn man sie dringend benötigt. Abdullahtif, der an der Rezeption arbeitet (und uns zum Glück nicht gleich abgewimmelt, sondern sich unserer Situation angenommen hat) strahlt als wir rein kommen. “Das wäre nicht nötig gewesen”, meinen alle. Herr Hassan widmet uns erneut seine wertvolle Zeit und sorgt dafür, dass die Schokoriegel ans Team verteilt werden. Das Plakat wird an der Pinwand in der Werkstatt aufgehängt.

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Frohen Mutes fahren wir Richtung Norden. Madain Saleh wartet…

Das alte defekte Kegelrad:

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Doch leider kommt es anders……

Wir warten auf das Ersatzteil-noch immer

25.2.2020

Eigentlich hätten die Teile für das Differenzial gestern ankommen sollen, ist es aber nicht. Laut tracking Nummer ist es im 1500 km entfernten Damman gewesen und hat erst gestern Vormittag die “facility” (welche auch immer) verlassen. Sad smile So buchen wir uns für weitere zwei Nächte im Hotel Arqa Almasaken ein.

Wir treffen uns mit dem netten Saudi Abdullah, der uns vor zwei Tagen auf der Straße angesprochen hat und eigentlich mit uns gemeinsam nach Madain Saleh reisen wollte. Diesmal hat er zwei Griechen, die auf dem Weg nach Kapstadt sind, im Schlepptau. Sein Hobby scheint “Touristenaufsammeln” zu sein. Winking smile Er hilft gerne, sagt er. Im Starbucks verbringen wir einen sehr netten Nachmittag im family Bereich.

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Vasilis und Dimitri sehen wir ein paar Tage später noch einmal. Wir wünschen den netten Jungs für die Weiterreise spannende Erlebnisse.

Fischmarkt

20.2.2020

Jeddahs Fischmarkt ist beeindruckend. Und das Beste ist: Man kauft sich auf dem Markt wonach auch immer einem der Sinn steht (Fisch, Prawns, Octopus,…), geht zur Fisch-Ausnehmstation und lässt es im nahe gelegenen Restaurant zubereiten. Doch als wir den Fischmarkt erreichen, werden alle Stände mit einer Plane abgedeckt. Der Mujezin (Muezzin) ruft. Alles steht fünf mal am Tag still, weil die Moschee ruft. Geschäfte werden geschlossen und wir müssen 20 Minuten warten, bis der Verkauf weiter geht. Wir kaufen zwei kleine Fische. Die “Schwarze” bin übrigens ich. Winking smile

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Der einzige Nachteil ist, dass wir nicht in dem schicken Restaurant essen dürfen. Dh. Didi dürfte schon, aber ich als Frau darf dort nicht sitzen. Wir müssen durch einen seperaten Eingang in ein Nebengebäude des Restaurants gehen und dürfen dort in einem Separee gemeinsam unseren Fisch verspeisen. Didi meint, der Raum fühlt sich an wie damals als er in der Werkstatt gelernt hat und man zur Mittagspause mit seinem Sandwich eben in einem solchen Raum auf dem Werkstattgelände gegessen hat.

Mein Trost ist, dass es bei den Männern nicht wirklich lustig zugeht. Es ist sehr still im Männerrestaurant, jeder schaut gelangweilt und es wird nicht gelacht.

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Auf dem Rückweg schlendern wir bei der roten Moschee vorbei und bemerken Einheimische beim Picknick.

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Dschiddah

16.2.2020

Wir haben jetzt mindestens eine Woche Zeit. Dh. wir machen ausgiebig Sightseeing.

Straßeneindrücke. Waterfront (Corniche). Gebetsteppiche zum Ausrollen. Saudis, die am Strand oder an der Waterfront picknicken und ihren Teppich oder Campingstuhl dabei haben. Traditionelle Kleidung maßgeschneidert (ca. 1000 Riyal). Schwarz/weiß  Frau/Mann. Männerwelt. Automatisierte Welt. Straßenreinigungsmaschinen. Kunstwerke. … alles völlig anders, als in Afrika. Wir müssen uns hier erst einmal zurecht finden.

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Durcheinander?

15.2.2020

Es kann sein, dass es für die nächste Woche ein bisschen durcheinander im Blog zugeht. Sorry dafür.

Ist ja nur ne Woche. Winking smile

Nach diesem Zeitpunkt sind die folgenden Beiträge wieder vollständig und in der richtigen Reihenfolge.

Differenzial kaputt

14.2.2020

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Das Geräusch ist nach dem Wechsel des Kreuzgelenks schlimmer, statt besser geworden. Didi vermutet, dass das hintere Differenzial nicht in Ordnung ist. Leider sind es nicht nur die Lager, sonders das Ganze Ding. Sad smile In Dschiddah gibt es kein Ersatzteil. Didi bestellt in den USA und wir hoffen, dass wir das Teil ohne Probleme aus dem Zoll bekommen.

Bevor es zur Bestellung kommt treffen wir auf Muhammed (hatte ich nicht schon in Khartoum erwähnt, dass die Männer fast alle hier so heißen Winking smile). Wir kommen wir nun zu diesem Muhammed? Auf der Suche nach der Lösung für unser Problem landen wir in einer guten Gegend Dschiddahs. Teure Autos ohne Ende. Didi ist im Internet am Recherchieren und ich will Koordination ins Navi im Auto eingeben, als ein Ford neben VAnGO hält. Ich spreche den Fahrer an, ob er eine Ford-Werkstatt kennt. Rafeeque, der Fahrer des Ford, kennt leider keine und hat auch nicht viel Zeit. Er “übergibt” uns an Muhammed. Dieser fährt uns quer durch Dschiddah auf der Suche nach einem Ersatzteil und lädt uns dann noch in ein nicht gerade billig aussehendes Restaurant zum Kamelfleisch Essen ein. Extrem zart und lecker.

Wir bemerken alle drei die Blicke der Menschen, die auf meine farbenfrohe Kleidung fällt. Laut offizieller Saudi-Arabien Internet Seite (visit.saudi) soll ich als Frau lockere, körperunbetonte Kleidung tragen. Das Oberteil sollte so lang sein, dass es den Hintern bedeckt. Haare müssten nicht bedeckt werden. Ich trage Kopftuch und sonst auch alles “nach Vorschrift”. Muhammed bemerkt: “Unsere Frauen tragen schwarz.” Damit mein Saudi Aufenthalt angenehm wird und ich “respektiert” werde, würde er mir gerne eine dieser schwarzen Kutten kaufen. Hm… die Blicke von Mann sowie Frau habe ich ebenfalls bemerkt und mir so meine Gedanken gemacht. Was vom König auf der visit.saudi Seite veröffentlicht wird und was im Land selbst von der Bevölkerung akzeptiert wird, sind wohl doch noch zwei verschiedene paar Schuhe. Saudi Arabien wird offener, aber ich bin um meine Abaya doch ganz froh. Eine Burka (Vollverschleierung) hätte ich jedoch abgelehnt. Ich habe durch den Wind auch so genug mit meinem Kopftuch zu kämpfen.

Die Gastfreundschaft von Muhammed ist wirklich unglaublich. Er erklärt, dass es sein Glaube (er ist Moslem) so vorsieht. 2,5% seines jährlich Ersparten seien für die Armen bestimmt. Die dürfen seine Hilfe auch einfordern. Dieses Recht haben sie. Reisende sind “verletzlich” und somit besonders schützenswert. Er hilft gerne und es bereitet ihm Freude.

Auch beim SIM Kartenkauf hilft er uns noch, da die Beamten bei der Immigration vergessen haben uns eine ID Nummer in den Pass zu schreiben und wir somit nicht registriert werden können. Erst als er sich auf arabisch mit der Dame unterhält wird klar, dass wir auch mit unserer Visa Nummer eine SIM Karte kaufen können. Fingerabdruckgerät am Straßenrand. Alles hochmodern hier.

Vielen herzlich Dank an Muhammed für seine großartige Hilfe. Wir werden es ihm nie vergessen.

Grenze Suakin

12.2.2020

Es ist die chaotischste Grenze seit Beginn unserer Reise. Durch das Tagelange Ruhen des Schiffverkehrs legen heute drei Schiffe gleichzeitig ab. Dh. all diese Menschen und die, die noch zusätzlich einen Fährplatz bekommen haben, müssen heute abgefertigt werden. Die Organisation der Abfertigung trägt ein Übriges zum Chaos bei.

Bereits um 8 Uhr ist die Schlange an einem der beiden kleinen Häuschen (in dem lediglich je zwei Beamte Platz finden) beachtlich. Frauen stehen getrennt von den Männern an. Die Schlange bei den Frauen ist kürzer. Ich stelle mich an, um den Boarding Pass für Didi und mich zu erlangen. Nach kurzer Zeit bin ich schon ziemlich genervt, weil diese “Weiber” (sorry, aber zivilisierter kann ich es nicht ausdrücken) drängeln und schubsen was das Zeug hält. Irgendwann stehe ich direkt vor dem Fenster des Beamten. Natürlich wird hier noch mehr gedrängelt und Fährtickets werden von hinten versucht durch das Fenster zu reichen. Diejenige mit dem längsten Arm wird als erstes bedient. Nun gut. Das kann ich auch. Links und rechts von meinem Kopf bin ich von zwei verschiedenen Armen eingeklemmt und von hinten drückt es. Jetzt hat der Beamte auch noch ein Problem mit seinem Computer. Er fragt mich irgend etwas, doch lediglich auf arabisch. Englisch spricht hier keiner. Geduld Dani. Nur nicht aufregen. Irgendwann ist es soweit. Die Boarding Pässe werden an die Reisepässe getackert. Fertig, sagt er. Ich stoße mich mit viel Druck vom Fenstersims nach hinten ab und bin endlich wieder in Freiheit.

Wir denken, wir könnten jetzt unseren Ausreisestempel bekommen, doch nein. Wir müssen wieder zurück an eben dieses kleine Gebäude. Es fehlt ein Stempel. Und dann fehlte noch ein Stempel. Und jetzt wollen sie eine Kopie des Sudan Visums, inkl. der Alien Registrierung. Doch der einzige Kopierer steht hinter verschlossener Tür und der Typ mit dem Schlüssel ist seit zwei Stunden nicht auffindbar. Ohne Kopie kein Ausreisestempel. Die spinnen doch. Wenn sie eine wollen, dann sollen sie dafür sorgen, dass sie einen Kopierer haben oder einer zugänglich ist. Nachdem Didi die Hutschnur platzt erscheint von irgendwo her ein englisch sprechender Mann. Er arbeitet auf der Fähre und bietet uns an die Kopie dort anfertigen zu lassen. Mit dieser Kopie gehen wir an den Schalter, im großen Hauptgebäude, an dem wir schon ein paar Mal waren. Jetzt schickt er uns wieder weg. Wir müssen zunächst die Ausreisegebühr entrichten. Das geht relativ schnell. Wieder an den Exit-Schalter. Nein, ein Stempel fehlt noch. Wir sollen wieder zu dem kleinen Gebäude nach draußen gehen. Dort ist die Schlange riesig. Mittlerweile stehen auch hinter dem Häuschen Menschen an. Ein Irrenhaus. Wir ergattern den Stempel, den jemand ohne hinzuschauen auf unseren “Laufzettel” drückt. Wofür die ganze Stempelsammelei gut sein soll, weiß nur Allah. Jetzt endlich bekommen wir den Ausreisestempel in unsere Pässe gedrückt. Doch wir brauchen auch noch den Stempel im Carnet.

Das ist genauso eine Odysee wie bei der Immigration. Im Immigration Gebäude gibt es auch eine Zollbüro. Doch diese weigern sich unser Carnet zu stempeln. Eine Begründung gibt es nicht. Das andere Office sei zuständig. Dort ist aber niemand. Und der Beamte im Gebäude dazwischen hat Urlaub. Vertretung gibt es keine. Seit 8 Uhr sind wir hier. Um 14:30 Uhr bekommen wir endlich (nach dem Ausfüllen von Formularen in arabischer Sprache) endlich doch noch unseren Stempel ins Carnet gedrückt. Die Beamten kommen wohl immer erst um 14 Uhr zur Arbeit. Der Beamte, der unser Auto checkt füllte einen Zettel aus. Ein anderer schrieb die Daten in unser Carnet. Ein dritter drückte dann endlich noch den Stempel rein.

Wir düsen zum Hafen. Wieder ein anderer Mann checkt unser Ticket, schreibt etwas auf unser Auto. Didi darf VAnGO selbst in die Fähre fahren. Endlich geschafft.

Zum Glück hat es ein Restaurant auf dem Schiff. Wir haben einen Bärenhunger. Hähnchen mit Reis und anschließend einen leckeren Kaffee. Noch während wir beim Essen sind, legt die Fähre ab. Puhhhh. Glück gehabt.

Naja, sie versucht abzulegen. Durch den starken Wind muss ein Pilotschiff seitlich gegen unser Schiff drücken, um es in Fahrtrichtung zu bringen. Eine halbe Stunde dauert der Kampf, doch dann können wir den Hafen verlassen.

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15:30 Uhr Abfahrt und bye bye Afrika.

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Die Fähre von Spanien nach Marokko brauchte ca. 2 Stunden. Von Afrika nach Asien benötigen wir die ganze lange, stürmische durch Seekrankheit gezeichnete Nacht. Zum Glück haben wir eine Kabine gebucht (kostet lediglich 11 Euro pro Person Aufpreis). Binnen kürzester Zeit belagern die vielen Reisenden nicht nur ihre gebuchten Sitzplätze, sondern auch die Treppen, Flure und den Außenbereich. Man richtet sich ein für die Nacht. Essensreste sind schon jetzt überall auf dem Boden zu finden und wie die Toiletten aussehen, möchte ich gar nicht wissen.

Am nächsten Morgen sehen wir, dass nicht nur wir seekrank waren. Überall ist Erbrochenes zu sehen.

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Kurz vor dem Anlegen in Dschiddah sollen sich alle Passagiere im Restaurant einfinden. Nachdem der Doktor uns “gesehen” hat, sollen wir unsere Pässe bekommen. Wieder geht es geschlechtlich getrennt zu. Zuerst die Männer. Ich erfahre von einem jungen Mann, dass wir alle eine Medizin einnehmen müssen. Ne, nicht mit mir. Wer weiß, was das ist. Er sagt, wenn ich sie nicht nehmen möchte, sei es auch kein Problem. Alle hätten Angst vor dem Corona Virus. Dafür sei die Medizin. Wie schlau, dass man dann alle Menschen auf engstem Raum zusammen versammelt…. Auch Didi lässt die Pille heimlich “verschwinden” und trinkt das gereichte Wasser einfach so.

VAnGO darf von Didi von der Fähre gefahren werden. Doch dann übernimmt ein saudischer Fahrer das Steuer. Wir müssen in einen Bus einsteigen und zur Immigration fahren.