Axum

16.1.2020

Axum-gegründet von der legendären Königin von Saba? Jener Herrscherin, deren Sohn die Bundeslade von Jerusalem nach Axum gebracht haben soll?

Tatsache ist, dass das Axumitische Reich nach Ägypten und dem Reich Meroe über die am weitesten entwickelte Kultur Afrikas verfügte. Axum war die Hauptstadt eines der mächtigsten Reiche dieses Kontinents (von Eritrea über Nordostsudan bis hin zur südlichen Hälfte der arabischen Halbinsel.

Der Stelenpark diente den vor- und frühchristlichen Herrschern als Friedhof. Grabkammern wurden zunächst mit unbehauenen Stelen markiert. Später wurden diese immer größer und aufwändiger dekoriert.

Das Bad der Königin von Saba, ein kleiner See, der lediglich vom Regenwasser gespeist wird, dienst den Bewohnern auch heute noch als Bad und Waschplatz. Was uns schockiert ist, dass auch dieses Wasser von den Bewohnern, die über keine häusliche Wasserversorgung aus der Leitung verfügen, zum Trinken, Kochen, etc verwendet wird. Ein Blick in den See genügt um zu sehen, dass es stark verschmutzt ist. Da muss man doch krank werden… Traurig, für ein Land, dass so viel Kultur zu bieten hat. Für uns ist es ebenfalls schwierig unsere Wasservorräte aufzufüllen. Wir finden kaum Brunnen oder zugängliche Flüsse. Teilweise müssen die Menschen hier über 7-8 Stunden laufen, um Wasser holen zu können (ob immer sauber, wagen wir nach dem Anblick des Bades der Königin von Saba zu bezweifeln).

Die Stadt Axum an sich gefällt uns gut. Kopfsteinpflaster mit farblich abgesetztem Muster, sauber, aufgeräumt. Es gibt Cafe s und nette Restaurants. Um den Stelenpark herum kann man unter schattigen Bäumen ungestört spazieren gehen und die angenehme Geschäftigkeit der Stadt auf sich wirken lassen.

Auf dem Weg nach Axum:

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In Axum:

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Auf Äthiopiens Straßen

14.1.2020

Jeder scheint irgendwie geschäftig zu sein. Und das Leben findet auf der Straße statt: Kühe, Schafe, Ziegen von A nach B treiben, Heu auf Eseln oder Kamelen transportieren, kochen, verkaufen oder sich unterhalten. Zu diesem Zweck wird der Bürgersteig (falls vorhanden) zur Verkaufsmeile oder als Ablagefläche für Baumaterial, wie Schotter oder Holz, benutzt. Ist der Platz nicht ausreichen, wird ein Stückchen der Fahrbahn mitbenutzt. Falls es eine zweispurige Straße ist, wird die rechte Spur mit all diesen Dingen belagert. Tuk Tuks und Minibusse haben ihre Haltestellen dazwischen oder je nach Bedarf häufig auch in der Mitte der Straße. Die Bilder können das Chaos gar nicht wider geben.

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Das Autofahren ist in Äthiopien anstrengend. Ständig muss man hoch konzentriert sein. Das liegt an der Mentalität von Mensch und Tier. Sie waren zuerst hier und von daher gehört die Straße ihnen. Auch die von den Chinesen neu gebauten Teerstraßen. Da kommt es vor, dass einem schon mal ein Mensch direkt vor die Stoßstange läuft!! Unglaublich, aber das passiert hier häufig. Wir fahren durch die Dörfer nie schneller, als Schrittgeschwindigkeit. Ein Motorradfahrer ist uns in spitzem Winkel in die Seite gefahren! Wir waren schon fast an ihm vorbei und so klein, dass man uns nicht bemerkt sind wir nun auch nicht. Passiert ist zum Glück auch in diesem Fall nichts. Auch die Viecher verhalten sich nicht anders. Statt weg zu laufen, steuern sie direkt auf unser Auto zu. Hupen nützt nichts. Es wird ignoriert. So etwas haben wir noch nie erlebt. Äthiopien ist anders, in jeder Hinsicht. Ein äthiopischer Tourguide meinte, dass die Menschen hier mehr Angst davor hätten nass, obwohl sie ja wieder trocknen, als überfahren zu werden.

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Im übrigen Schwarzafrika (für uns begann es mit Senegal und endete mit Kenia) sind die Menschen sehr aufmerksam und haben eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe (viel besser, als die unsere wie wir finden). Sie sehen und hören einfach ALLES. Im Straßenverkehr geht es zwar chaotisch in den Städten zu, doch ist alles irgendwie “im Fluss” und die Sache läuft. Anders in Äthiopien. Autos und bei Gefahr hupen wird völlig ignoriert. Wir fahren auf einer kerzengeraden Teerstraße. Von Weitem sehen wir einen Bus an der Straßenseite parken. Die einheimischen Reisenden müssen mal für kleine Mädchen und Jungs. Kurz bevor wir an dem Bus vorbei fahren, läuft von rechts eine Frau auf die Fahrbahn. Es ist knapp. Didi hupt wie wild, bremsen können wir nicht mehr. Die Frau hätte uns schon lange sehen müssen, wenn sie denn auf die Straße geschaut hätte. Wie im Traum läuft sie zunächst weiter bevor sie dann doch erschrickt und im letzten Moment noch ein paar Schritte rennt. Das war extrem knapp. Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, wie sich die Menschen und die Tiere hier verhalten. Wenn wir es nicht selbst erlebt hätten (und zwar täglich mehrmals), könnten wir es nicht begreifen. Unser Herzinfarktrisiko ist mit Sicherheit gestiegen.

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Zu all dem kommen leider noch die Steine werfenden Kinder dazu. Weshalb sie das tun, kann uns keiner erklären. Sie sehen uns kommen, bücken sich, heben einen Stein auf. Erwachsene stehen daneben, aber sie scheinen gar nichts zu bemerken. Ich denke wirklich, dass es an der Auffassungsgabe und Wahrnehmung der Menschen liegt, dass sie nicht reagieren. Mangelnde Bildung ist das nächste Problem. Wenn wir bei einem Steinewerfer anhalten, weiß er aber schon, dass er das wohl nicht darf und rennt weg. Wir versuchen den umstehenden Erwachsenen zu erklären, dass dieses Verhalten nicht in Ordnung ist, stoßen aber auch hier auf Unverständnis. “It can happen. Move on.”, bekommen wir zu hören. Zwei deutsche Fahrradfahrer erzählen uns, dass sie sogar von Erwachsenen mit faustgroßen Steinen beworfen wurden. Gebildetere Einheimische schieben es auf die mangelnde Bildung und erkennen das Problem. Unternommen wird aber seit Jahrzehnten nichts dagegen. Zum Timkat Fest werden wir sogar mit Stöcken von Jugendlichen attackiert. Es gehört zum Fest und zur Tradition, dass die Jungs in Gruppen durch die Straßen mit Stöcken laufen. Sie rufen Parolen und singen, tanzen im Kreis. Wir fahren durch vieler solche Gruppen, die sich auf der Straße befinden, langsam hindurch bzw. stoppen und lassen sie an uns vorbei ziehen. Eine Gruppe ist aggressiv, doch als Didi die Tür öffnet und aussteigt, lassen sie die Stöcke sinken.

Viele rennen sofort auf unser Auto zu, wie diese Menschen hier zum Bus, um zu betteln. Ein “Nein” wird oft nicht akzeptiert.

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Dieses Mädchen war so darauf konzentriert ihre Mangos verkaufen zu wollen, dass sie gar nicht bemerkt (oder es ihr gleich war?), dass Didi keinen Meter entfernt von ihr uriniert.

Andere Personen sind beim nächsten Mal direkt auf ihn zugekommen, um die offene Fahrertür herumgegangen (die diesmal als Sichtschutz dienen sollte) und haben ihn von oben bis unten angeschaut. Verschämt weg gegangen sind sie nicht. Sie starrten weiter. Das Verhalten dieser Menschen ist uns rätselhaft.

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Je nach Dorf und Gegend werden wir unterschiedlich begrüßt. Mal mit “you, you, you” Rufen oder “pen” oder “money” oder “Farangee” (Fremder/Weißer) oder “Heiland” (wir sind zunächst verwundert, doch es ist hier Wasser gemeint Winking smile) oder “Welcome” oder “China”. Die beiden letzteren sind auf jeden Fall freundlich gemeint. Die Chinesen bauen Straßen und das ist den Einheimischen wohl recht.

Angenehm ist in Äthiopien, dass es wenig Speedbumps gibt und wir weder von Militär noch von Polizei nach Geld oder Geschenken gefragt werden. Wir werden nicht einmal von ihnen angehalten. 

Und von diesen sowieso nicht. Winking smile

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Tigray

13.1.2020

Wir möchten die schönste der Felsenkirchen (sie ist mit besonders schönen Malereien aus dem 15. Jhd. ausgestattet), die Abuna Yemata besuchen. Doch ist sie von allen Kirchen in der Umgebung Megab am Schwierigsten zu erreichen. Man muss über eine steile Felswand klettern (den Fotos nach schätze ich eine Kletterei im oberen 4./unteren 5. Schwierigkeitsgrad). Ohne Seil. Winking smile Wenn man das gemeistert hat, geht es weiter steil bergauf und zum guten Schluss muss man noch eine Felsenbrücke und ein schmales Felsband mit einem Blick von 400m in die Tiefe meistern. Schwindelfrei und körperlich top fit sollte man sein.

Wir dürfen in der Korkor Lodge ganz ohne Bezahlung (wow!Smile) auf einem geschotterten Platz mit unglaublich schöner Aussicht auf die Berge schlafen. Schon am Abend bin ich ziemlich müde, schiebe es aber den anstrengenden Tagen in der Danakil Ebene zu. Am nächsten Morgen habe ich Kreislaufprobleme und irgendwie fühle ich mich nicht gut. Didi besteht auf Fieber messen. 38,4! In diesem Zustand muss ich wohl zu keiner Kirche hoch klettern. Sad smile Malaria habe ich nicht. Das ergibt der Quicktest. Aber Nierenschmerzen habe ich. Dr. Google meint, ich habe Nierenbeckenentzündung. Wir warten einen Tag ab, doch das Fieber wird trotz Paracetamol nicht besser. Da man in Afrika (und wie wir finden besonders auch in Äthiopien) nichts riskieren sollten, nehme ich ein Breitbandantibiotikum ein. Am Tag darauf geht es mir viel besser und das Fieber ist fast weg, doch jegliche Anstrengung wäre jetzt falscher Ehrgeiz. Leider müssen wir auf den Besuch der Kirche verzichten. Vielleicht ein nächstes Mal…

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Danakil Ebene (Dallol und Erta Ale)

10.1.2020

In Mekele buchen wir uns als Selbstfahrer bei EDT ein, sprich wir werden hinter den Autos einer organisierten Tour her fahren. Alleine sollte man sich in das Gebiet der Afar nicht wagen. Sie haben den Ruf nicht lange zu fackeln und bei nicht Bezahlen an deren zahlreichen Straßensperren, schon mal gerne “Zeichen zu setzen”. Sei es mit einer Entführung von Touristen oder dem Erschießen. Wir erleben mit, wie unsere ganze Gruppe (5 Autos) an einer neu errichteten “Polizeisperre” der Afar angehalten wird. Man will uns nicht durch lassen. Zu gefährlich heißt es. Es sei denn der Tour-Operator zahlt 7000 Birr (ca. 200 Euro). Die Drohung wirkt, das Geld wechselt den Besitzer und nach ca 30 min setzen wir unseren Weg zum Vulkan Erta Ale fort.

Leider hat uns der Tour Veranstalter hier angeschwindelt. Wir sagten ihm, dass wir von einer Reisenden gehört haben, dass der Vulkan seit letztem Jahr lediglich raucht, es aber keine Lava mehr zu sehen gibt. Nein, dem sei nicht so. Der Vulkan sei seit drei Wochen wieder aktiv. Voller Erwartung erklimmen wir 1 1/2 Stunden lang den Berg, um festzustellen, dass er lediglich beißende Rauchschwaden ausstößt. Zwei bis drei winzig kleine Magmaflecken können wir entdecken. Man verspricht uns, dass wir früh am Morgen mehr sehen werden. Hm.

So beziehen wir erst einmal unser Nachtlager. Die Matratzen sind in einem mit Steinen umfriedeten Platz dicht nebeneinander gelegt. Eine Matratze liegt ziemlich schräg auf dem harten Boden, so dass an Schlaf nicht zu denken wäre. Didi und ich ziehen also zwei der vier Matratzen in den Steinkreis direkt nebenan und werden aufgeklärt: Das könnten wir nicht tun. Entweder alle vier Matratzen werden verlegt, oder keine. Grund: Es wurde für unsere Gruppe (zwei Mädels sind bei uns noch mit von der Partie) lediglich diese eine Zimmer!!! gebucht. Möchten wir zwei “Zimmer”, kostet das Aufpreis. Alle vier lachen wir fassungslos drauf los. Das wird unser “running gag” für die nächsten zwei Tage werden.

Um 4:30 Uhr werden wir geweckt. Von unserem “Zimmer” aus sind es 30 Gehminuten bis zum Vulkankrater. Die Aktivität ist genauso mau wie am Abend vorher. Weil es im Programm so steht, müssen wir noch in den stinkenden, beißenden Gasen den Sonnenaufgang abwarten. Wir weisen darauf hin, dass es bewölkt ist und es keinen spektakulären Sonnenaufgang geben wird. Unsere Mädels sind unserer Meinung, doch die anderen Reisenden (der übrigen drei Autos) möchten wohl bleiben. Nun denn. Auf einmal ist es hell, ganz ohne die runde Scheibe am Himmel und wir sehen wenigstens wo wir abends zuvor und heute früh entlang gelaufen sind. Winking smile Im Tageslicht können wir dann leider auch den ganzen Müll sehen. Sad smile

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Nach einem leckeren Frühstück haben wir auch heute wieder eine lange Fahrt vor uns. Erst am Nachmittag kommen wir an unsere nächsten “Unterkunft” an: Windschiefe Betten, grob aus Holz gezimmert, auf die die Matratzen gelegt werden. Schlafen unter dem Sternenhimmel. Bloß, dass es auch heute bewölkt ist. Zugegebenermaßen ist das Wetter wohl extrem ungewöhnlich. Normalerweise ist es sehr heiß (bis zu 50 Grad) und sternenklar. Nachts war es am Vulkan sehr kalt, hier unterhalb des Meeresspiegels sind die Temperaturen angenehm. Didi und ich freuen uns, dass wir heute wieder im Auto schlafen können.

Abends fahren wir zum Salzsee und baden im Salzwasser. Der Sonnenuntergang wird auf dem See bewundert… naja, Wolken halt. Das Wetter sei ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Zu kalt und zu bewölkt. Aber es gibt Wein. Winking smile

Das Highlight, Dallol, sehen wir am Tag darauf. Wieder heißt es um 4:30 Uhr aufstehen, um den Sonnenaufgang in Dallol zu bestaunen. Ähm ja, Wolken… Und wieder sind es die vier Querulanten, die dies zu bedenken geben und vorschlagen, es ein wenig geruhsamer angehen lassen zu können. Nein, das ist nicht möglich. Grund ist hierfür, die unserer Meinung nach schlechte Organisation der Tour. Von Mekele aus starten immer um einen Tag versetzt Touren. Die eine beginnt mit dem Vulkan, die andere mit Dallol. Aus Gründen der Kosteneinsparung (wie gesagt verlangen die Afar an ihren Straßensperren Geld und geben vor, dass pro Gruppe ein Guide und einer mit ner AK 47 mitfahren muss) müssen diese in entgegen gesetzter Richtung fahrenden Gruppen immer aufeinander warten. In unserem Fall müssen wir vier nun früh aufstehen, da der Rest “unserer Gruppe” (die wir ja erst am Abend vorher kennen gelernt haben und für uns vier auch nicht unsere Gruppe ist) heute die lange Fahrt zum Erta Ale vor sich hat. Aus diesem Grund ist die Zeit in Dallol leider auch begrenzt und unsere Tour bereits um 10 Uhr morgens beendet. Gebucht hatten wir drei volle Tage! Fazit: Wir würden diesen Veranstalter nicht empfehlen, wissen aber nicht, ob nicht alle Tourveranstalter das genauso unglücklich handhaben.

Dallol mit seinen Farben und Strukturen ist sicherlich ein weiteres Highlight Afrikas. Wir haben die kurze Zeit genossen. Am Ende machen wir noch bei den Salzarbeitern halt. Sie mühen sich den ganzen Tag, um das Salz aus dem trockenen Teil des Sees abzubauen. Wir stellen uns das Ganze bei stechendem Sonnenschein und 50 Grad und mehr vor. Welch eine mühselige Arbeit.

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Von Lalibela nach Mekele

8.1.2019

Westlich der Teerstraße fahren wir über Abergele die dirt road nach Mekele. Die Landschaft ist gigantisch und die Menschen sehr freundlich. An einem Canyon übernachten wir. Der Ausblick ist gigantisch. Lediglich ein Mann kommt mit seiner Tochter vorbei. Er spricht leider kein Englisch. Die Tochter auch nicht. Später am Abend kommt er noch einmal zurück und bietet uns weißliches Irgendwas in einer Wasserflasche an. Wahrscheinlich ist es Alkohol. Da wir uns leider sowieso nicht mit ihm unterhalten können, lehnen wir ab. Sehr schade, denn er hat einen super netten Eindruck gemacht.

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Schulbildung ist außerhalb der großen Städte leider so gut wie gar nicht vorhanden. In anderen Ländern gab es zumindest fast überall einen Baum mit Stühlen darunter und einer Tafel. Einheimische Städter bestätigen unseren Eindruck und sagen, dass es ein großes Problem ist. Ja das sehen wir auch so, denn nur so können wir uns die Steine werfenden Kinder, die uns vor Lalibela begegnet sind und ab Mekele immer wieder begegnen werden, erklären. Sie haben einfach kein Verständnis dafür, dass sie mit ihren Steinen etwas beschädigen könnten und benutzen sie auch, um ihren Namen o.ä. auf unser Auto zu schreiben (das haben wir noch nie erlebt, mit dem Finger schreiben ja, aber mit einem Schlüssel oder einem Stein…hm). Wir trafen Fahrrad Fahrer, die sogar von Erwachsenen mit faustgroßen Steinen beworfen wurden.

Weihnachten in Labilbela

6.1.2020

Mit Lalibela verbindet man die Kirche des hl. Georg, die in Form eines griechischen Kreuzes aus dem Felsen geschlagen wurde. Hier wollte ich schon immer mal hin. Endlich bin ich hier und ich werde nicht enttäuscht. Leider sind alle anderen Kirchen mit Dächern gegen Witterungseinflüsse geschützt worden, was den Blick einschränkt. Weihnachten, das in Äthiopien am 6.1. und 7.1. gefeiert wird, ist ein ganz besonderer Anlass, um hier einige Tage zu verbringen. Pilger laufen über 200 km zu Fuß, um Weihnachten hier feiern zu können. Sie campen mitten in der Stadt in der Nähe der größten Ansammlung von Felsenkirchen. Hunderttausende sind hier und das hat “menschliche” Folgen. Überall riecht es nach Urin und Kot. Doch alle tragen festliches Weiß, sind wunderhübsch anzuschauen und was uns sehr beeindruckt, es ist friedlich. Selbst die Guides und “Shoe shine Jungs” (“Do you want to have your shoes shine?”, fragen sie) akzeptieren auf Anhieb unsere dankende Ablehnung. Kein Geschubse, kein Gedränge, keine bösen oder genervten Worte. Jeder ist zuvorkommend, hilfsbereit und freundlich. Geduldig stehen auch wir in der Schlange, bis wir in die Kirche dürfen. Welch eine Arbeit muss das gewesen sein, diese doch beachtlich großen Kirchen aus dem Stein zu meißeln.

In Äthiopien gibt es auffällig viel mehr ältere Menschen, als in den übrigen afrikanischen Ländern. Staunend beobachten wir, wie sie langsam, aber immer noch relativ trittsicher die steilen, unebenen Treppen und Wege gehen. Manche Frauen sind vom Hals ab bis zur Brust tätowiert. Ein Schönheitsideal. Die Tätowierungen auf der Stirn stellen ein Schutzsymbol dar.

In jeder Kirche Äthiopiens wird eine Kopie der Bundeslade aufbewahrt, jenes Behältnisses, in welchem sich die beiden Gesetzestafeln befinden. Die stark Gläubigen sind davon überzeugt, dass die original Tafeln mit den 10 Geboten in Axum aufbewahrt werden. Zu Weihnachten und zum Timkat Fest wird das Behältnis der Öffentlichkeit gezeigt. Wir stehen vor der Marienkirche, als dies passiert. Didi fotografiert (wie andere Touristen und Einheimische auch), wird aber von einer älteren Frau, die hinter ihm steht zurecht gewiesen. Die Truhe mit den darin enthaltenen Tafeln dürfe auf keine Fall fotografiert werden. Tut man es doch bringt es Unglück und man stirbt. Wir verstehen die meisten Rituale nicht genießen aber die feierliche und friedliche Atmosphäre für einige Tage.

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Addis Abeba

2.1.2020

Silvana, Dorina und ihr Mann Paco laden uns nach Addis ein. Da wir zunächst das Sudan Visum besorgen müssen und deren Haus am anderen Ende der Stadt liegt, kehren wir zunächst bei Wim s Holland Haus ein. Oje, nicht die beste Wahl. Ein enger Hof, in dem ziemlich viel Gerümpel rumliegt. Doch von hier aus kann man zur Sudan Botschaft, bei der es keine Parkmöglichkeit gibt, laufen. Man hat uns allerdings vor dem Weg gewarnt und so nehmen wir ausnahmsweise mal unser Pfefferspray mit. Doch alle sind so früh am Morgen noch verschlafen und friedlich. Der Weg schockiert uns allerdings. In Addis liegen die Slums nicht unbedingt am Stadtrand. Hütten, nicht größer als eine Hundehütte, zusammengebastelt aus Abfallmaterialien stehen dicht nebeneinander am Straßenrand. Von der Straße trennt sie das Abwasserrinnsal. Es stinkt furchtbar, es riecht nach Krankheit. Die Farbe und Konsistenz des “Wassers” ist widerlich. So wundert es uns auch nicht, dass es hier auffällig viele kranke Menschen gibt. Blinde, Verkrüppelte, einer liegt auf dem Boden mit einer offenen Wunde am Bein. Sie nässt. Er liegt in seinem eigenen Wundwasser. Schockierende Anblicke. Wir biegen in die nächste Straße ein und sehen hinter verschlissenen Fassaden, hochpolierte Fliesenböden und schicke Einrichtung. Moderne Cafe s und Restaurants mit gut gekleideten Gästen. Noch eine Ecke weiter und wir sind an unserem Ziel.

Wim s Holland House:

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Kurz vor der Botschaft erst kommt uns in den Sinn, dass wir mit unseren Sprays wohl kaum durch die Sicherheitskontrolle kommen… hm. Doch eine solche Botschaft haben wir noch nicht gesehen: Security ist nicht vorhanden, man läuft einfach hinein. Hinein in das Container-Gebäude. Wir stehen vor unendlich vielen voll besetzten Stühlen (die Äthiopier beantragen ein Arbeitsvisum), rechts von uns befindet sich ein windschiefer, halb zerfallener Schreibtisch, an dem eine geschäftige Dame sitzt. Wir sollen uns setzen. Na das kann ja dauern. Sie hat einen ca. 30 cm hohen Stapel mit Pässen und Anträgen rechts von sich liegen und arbeiten diesen ab. Zügig, routiniert und ohne viel Tamm Tamm. Die Frau ist auf Zack. Zwischendrin checkt sie, ob wir alle Papiere haben. Die “Hotelbuchung” Winking smile haben wir lediglich in einfacher Ausfertigung. Wir sollen zum Kopieren gehen, sagt sie. Hm. Na gut. Didi zieht los.

Da die Formulare in arabischer Schrift sind, füllt sie diese für uns aus. Wir bezahlen die Gebühr und sollen am Montag wieder kommen!! Es ist Donnerstag!! Und wir wollen am Montag zu Weihnachten in Lalibela sein. Wir bitten sehr höflich darum, das Visum heute noch ausgestellt zu bekommen und sie lässt sich erweichen. Das erste Mal an diesem Tag lächelt sie ein wenig. Um 15 Uhr dürfen wir wieder kommen. Smile

Wir müssen durch die schnelle Ausstellung des Visums (normal ist, dass man es an einem Tag bis 9.00 Uhr beantragt und am nächsten Tag um 14 Uhr abholt) auch nicht noch eine Nacht bei Wim verbringen. Smile Bei Silvana und Dorina treffen wir auf die italienische Gruppe, die in dieser Nacht wieder nach Hause fliegen. Hach, wie ist das schön bei den beiden Schwestern. Am nächsten Tag dürfen wir uns die in dritter Generation bestehende Schuhfabrik der beiden anschauen. Wir verbringen wunderschöne zwei Tage bei den dreien und müssen dann aber los. DANKE an euch für euere Gastfreundschaft und liebevolle Umsorgung. Secret telling smile

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Silvester am Langano See

31.12.2019

Der international Campsite am Langano See ist sicherlich der schönste Campingplatz in ganz Äthiopien. Eine Ruheoase im intensiven Land. Wir bedauern schon jetzt, dass wir nicht länger bleiben können (aber Weihnachten in Lalibela lässt sich leider nicht verschieben Winking smile).

Die Italienier sind schon mächtig am Feiern. Die Stimmung ist super! Wir treffen Tanja und Armin, zwei Deutsche, die leider in entgegen gesetzter Richtung unterwegs sind. Gerne wären wir mit ihnen ein Stückchen gereist. Hach, ist das herrlich den letzten Tag des Jahres mit so vielen lieben Menschen verbringen zu dürfen. Smile

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Abra Minch und die Dorze

29.12.2019

Die Wege in Äthiopien sind weit und ziehen sich. In Abra Minch finden wir ein nettes Plätzchen mit Blick auf die beiden Seen.

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Am nächsten Tag entscheiden wir uns die Offroad-Strecke über Chencha zu fahren. Hier lebt die ethnische Gruppe der Dorze. Diese sind für ihre eigenwillig gebauten Häuser bekannt. Man baut so hoch, da die Termiten die Hütte von unten her abknabbern und diese somit immer kleiner wird/in sich zusammen sackt. Ab und zu muss dann die Höhe der Eingangstür wieder angepasst werden. Winking smile

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