DAPP

5.8.2019

Wir haben unser Lieblingsbekleidungsgeschäft entdeckt: DAPP steht für “Development Aid from People to People”. Auf dem Schild des Ladens, in dem wir einkaufen steht noch der Zusatz “Global trends with second hands”. Spendenkleider aller Welt werden hier für wenig Geld verkauft. Keine Angst, wir nehmen niemandem Kleidungsstücke weg. Es ist Freitag und “alles muss raus”. Der Laden ist noch voll gepackt mit Ware und am Montag kommt neue. Wir fragen uns, wie man diese Massen bis dahin noch los werden will. Heute gibt es jedes Kleidungsstück zum Einheitspreis von 1800 Kwacha (ca. 2, 20 Euro).

Didi braucht neue T-Shirts und ich schaue mal, was es so gibt. Ich habe noch nie eine Hose von Prada besessen. –lach- Und in Uganda und Äthiopien kann es schon mal kalt werden, also wird die warme Jacke auch noch gekauft.

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Auch Didi kauft Markenklamotten, die fast noch wie neu aussehen.

Mulanje-Fort Lister Gap

4.8.2019

Wir drehen eine Runde um den Berg und befahren die Schlucht, die einst eine Sklavenroute war. Die Landschaft ist wunderschön. Der Pistenzustand eher nicht. Über spitzes Gestein hoppeln wir voran. Die “Straße” wird irgendwann “einspurig”… ups… wie lange wohl? Wird sie wieder breiter? Wir quetschen uns für ca. 1 km durch. Zurückfahren wäre auf der steinigen Gebirgspiste nicht lustig gewesen, denn drehen hätten wir nicht können. Die Fahrt ist anstrengend, doch auf der anderen Seite der Schlucht soll die Straße gerade im Bau sein und bald geteert werden. Diese Auskunft hat mir ein Tourguide in Mulanje gegeben. Wahrscheinlich hat er vergessen, das Jahr dazu zu sagen. Von Bauarbeiten keine Spur. Also hoppeln wir durch die Dörfer weiter. Hierher hat sich noch kein Tourist verirrt (später bei der Brücke werden wir wissen weshalb) und so winken uns die Menschen einfach fröhlich zu, ohne zu betteln. Herrlich dieses Hin- und Hergewinke zwischen ihnen und uns. An einer “Pommesbude” halten wir an. Zwei Portionen Pommes bitte aus leckeren Süßkartoffeln kosten zusammen 24 europäische Cent (= 200 Kwacha). Das ist der Preis, den Einheimische bezahlen. Eine Frau meinte in “local language”, die allerdings keine Zahlen kennt sowas wie “…Mzungu (Weiße)… one thousand Kwacha…”. Zu spät, der Deal ist schon gemacht. Winking smile

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11 km vor dem mit Petra und Win (wir hatten die beiden auf der Straße in Sambia kennen gelernt) verabredeten Campingplatz kommen wir an eine Holzbrücke. Eigentlich sieht sie gar nicht so schlecht aus. Aus der Ferne. Bis ich die beiden sehr sehr großen Löcher in Spurbreite entdecke. Die Holzbretter sind schlicht und ergreifend nicht mehr vorhanden. Die Stahlkonstruktion darunter ist auf Didis Seite total verbogen. Langsam tasten wir uns heran und als das Holz quietscht und knarrt. Als wir mit den Vorderreifen in Nähe der Löcher sind, gibt Didi Gas. Was hinter uns passiert ist wissen wir nicht. Unsere Herzen klopfen und wir sind froh, dass wir rüber gekommen sind.

Pet und Win sind so nett, dass wir glatt noch einen Tag dran hängen und den dann auch von morgens bis abends mit quasseln verbringen. Win kocht mittags noch lecker und so vergeht die Zeit wie im Flug. Schön war s mit euch beiden. Bis gerne irgendwann wieder einmal. Smile

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Mulanje Gebirge

3.8.2019.

Die geteerte Straße führt nun bis auf wenige Kilometer fast bis zum Parkeingang.

Mit Michi musste ich damals noch über halsbrecherische Pisten auf der Ladefläche eines Pickup (mit gefühlten 10 anderen Menschen und ebenso vielen Säcken Mais) sitzend die ca. 10 km lange Strecke zurück legen. Dass wir bei der Höllenfahrt nicht herunter gefallen sind, war erstaunlich. Damals trafen wir Moses, der im Mulanje ein Rock Climbing und Abseiling Business starten wollte. Doch es war schwierig an das entsprechende Equipment heran zu kommen. In Malawi gab es vor 15 Jahren absolut nichts. Wirklich GAR NICHTS. Moses war an meinem Kuppelzelt interessiert. Ohne meine jetzige Reiseerfahrung wollte ich es ihm damals schenken. Das Problem war nur, dass ich es noch zwei Wochen lang brauchte und der Endpunkt meiner Reise (Lilongwe) auch nicht gerade um die Ecke von Mulanje liegt. Von Moses lernte ich, dass Schenken keine gute Idee ist. In Afrika würde man Sachen tauschen. Geschenkt wolle er es nicht haben. Was ich dafür haben wolle, fragte er. Ich wollte schon immer eine Trommel haben. Doch jetzt gleich mitnehmen ging als Backpacker auch nicht. Alles kein Problem. In Lilongwe sollte ich mein Zelt in einem bestimmten Laden abgeben. Die Trommel würde auf mich dort schon warten. Ok. Deal. In Lilongwe angekommen fand ich das Geschäft, doch meine Trommel war nicht da. Handy s gab es damals noch nicht in Malawi, doch irgendwie hat die nette Ladenbesitzerin heraus gefunden, dass meine Trommel auf dem Weg sei. Ob ich zum Busbahnhof laufen könnte. Ja, kann ich. Doch wie finde ich dort meine Trommel? Ich hatte keine Ahnung, wie sie aussieht und auch den Überbringer kannte ich nicht. Keine Sorge. Der Kurier wird dich finden. Du bist die einzige Weiße. Winking smile Stimmt. Hatte ich ganz vergessen. Winking smile Auf dem Busbahnhof ging es hektisch und absolut chaotisch zu. Ein Kommen und Gehen der großen und kleinen Busse. Geschrei. Gepäck wurde auf die Dächer verladen. Die Essensverkäufer reichten ihre Ware zu den offenen Fenstern in die total überfüllten Busse. Ein Bus hielt fast direkt neben mir. Ein Mann sprang heraus, drückte mir die Trommel wortlos in die Hand und war blitzschnell wieder verschwunden. Es ist wahrscheinlich die hässlichste Trommel überhaupt. Das Trommelfell ist aus Ziegenhaut gemacht. Das Fell ist noch dran und die Ziege noch nicht lange tot. Sie stinkt. Befestigt ist das Fell statt der üblichen Schnüren mit Nägeln. Wie bekomme ich die Trommel nach Deutschland? Ich kaufte eine Plastiktasche. Eine von den großen bunten mit Reißverschluss. Dort hinein packte ich die kniehohe Trommel. Im Flugzeug verstaute ich sie im Handgepäck, aber nicht direkt über meinem Sitz Winking smile und der Duft, der in Frankfurt beim Öffnen der Klappe aus dem Handgepäckfach kam war sprichwörtlich atemberaubend. Die Fluggäste schauten sich schon nach der Ursache des Gestanks um. Ich zog es somit vor, noch ein bisschen länger sitzen zu bleiben. Winking smile

Ich liebe diese Trommel. Sie erinnert mich an ein sehr schönes Erlebnis.

Jetzt wieder im Mulanje Gebirge bin ich neugierig, ob Moses seine Geschäftsidee verwirklichen konnte. Auf dem Campingplatz im Mulanje frage ich nach. Ja, man kennt ihn und ja er hat seinen Traum verwirklichen können und war erfolgreich damit, aber ich komme zu spät. Moses ist im vergangenen Jahr verstorben. Er war in meinem Alter…

Ich bin betrübt und es beschäftigt mich noch einige Zeit. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet, obwohl ich weiß, dass die meisten Menschen in Malawi nicht das 50. Lebensjahr erreichen. In meinem Kopf sah das Wiedersehen ganz anders aus.

Didi und ich gehen ein bisschen Wandern. Nur zum Wasserfall und zurück. Es wird von den Guides nicht wirklich gerne gesehen, dass wir alleine laufen. Doch ich habe keine Lust auf andere Gesellschaft, als die von Didi. Das Gebirge ist wunderschön, aber auch hier riecht es nicht mehr nach Zedern. Lediglich die Wanderstöcke riechen gut. Sie werden aus Zedernholz gefertigt, dass man noch weit oben auf dem Berg findet.

Auf dem Weg von Zomba zum Mulanje Gebirge:

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In und um das Mulanje Gebirge:

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Liwonde NP und Zomba Plateau

1.8.2019

Wir heben Geld ab und werden zu fast-Millionären, naja 350.000 Kwacha sind es. Smile Knapp 400 Euro Winking smile

Wir übernachten auf der anderen Seite des Liwonde NP, in der Eco Shire Lodge. Das hört sich teuer und edel an, ist aber sehr “rustikal”. Aber sauber ist es und der NP grenzt direkt ans Grundstück. Eine Aussichtsplattform gibt es auch und wir beobachten von hier aus die Tiere in der Ferne.

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Zomba Plateau Picknick Spot:

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Der Circular Drive ist nicht mehr durchgängig befahrbar und befindet sich generell in einem schlechten Zustand. Viele Wege werden nicht mehr benutzt, weil dort schon alles abgeholzt ist. Die Motorsäge ist auf dem Vormarsch, doch an einigen Stellen wird noch mit der Hand gesägt. Ich vermisse die gut riechenden Zedern. Es wird illegal abgeholzt. Leider. Unglaublich welche Lasten die Menschen hier -Mann, Frau, Kind- auf ihren Köpfen tragen.

Die Steineverkäufer gibt es immer noch und wir kaufen den verschiedenen Händlern ein bisschen was ab oder tauschen es gegen T-Shirts oder Flip Flops. Malawi ist ein extrem armes Land, doch die Menschen haben Initiative und Ideen, wie sie sich ein bisschen Geld verdienen können und das unterstützen wir gerne.

Der Circular Drive endet für uns (da die Piste dann einspurig wird) beim höchsten Berg des Zomba Plateaus.

Man stelle sich die Straße auf den 2075 m hohen Malumbe so vor: Denkt an eine gute asphaltierte, ganz normale Passstraße, mit ihren Serpentinen, deren Kurven ausladend ausgebaut sind und alles mit Leitplanken versehen ist. Vermindert die Breite der Straße nun auf ein Viertel. Denkt euch den Asphalt weg und ersetzt ihn durch ausgewaschene Lehmpiste, in der sich ein Schlagloch nach dem anderen reiht. Manche der Schlaglöcher sind durch Fußball große, scharfkantige Steine “entschärft”. Die paar extra Meter in der Kurve dürft ihr gedanklich genauso wie die Leitplanken weg lassen.  Das Ganze ist außerdem extrem steil und die Äste der Bäume hängen tief. Ab und zu wird die Spurbreite durch hüfthohe Steine links und rechts der Straße ein wenig verringert. Und man hat uns vor der Escarpment Road in Sambia gewarnt… –lach- … die Leute, die uns vor Sambia gewarnt haben waren noch nicht hier.

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Am nächsten Morgen ist es neblig und es beginnt zu regnen. Wir fahren über Blantyre zum Mulanje Gebirge.

Cape Maclear und Monkey Bay

29.7.2019

Schöne Strände am Bilharziose verseuchten Malawi See. Gerne wäre ich Schnorcheln gegangen, doch wir verkneifen es uns. Nach sechs Wochen hätten wir Tabletten nehmen müssen und dann ist es nicht sicher, ob der Parasit auch wirklich abgetötet ist. Nach einem Jahr muss man spätestens einen Bluttest machen lassen und noch einmal nach zwei Jahren. Viele Patienten müssen mehrmals “entwurmt” werden und so ganz ungefährlich ist die Krankheit, die die Organe angreift und langsam auffrisst nicht. Wir genießen dennoch die schöne Stimmung am See. Krass ist hier allerdings mit anzuschauen, wie arm die Menschen sind. Campingplatz und Lodge wirken wie eine Parallelwelt.

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Diese Lodge, direkt im Nationalpark gelegen, hat schon mal bessere Zeiten gesehen. Schade, denn der Strand ist hier am Schönsten.

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Mua Mission

28.7.2019

Als ich vor 15 Jahren als Backpacker mit Michi durch Malawi reiste, sah alles noch ein bisschen anders aus. Auch hier. Es gab damals schon das Museum, doch von Souvenirshops, Artshops,… weit und breit keine Spur.

Der Tourismus hat in Malawi Einzug gehalten. Mit all seinen Nebenwirkungen. Betteln z.B. ist mir von damals unbekannt und auch, dass man jetzt preislich über s Ohr gehauen wird, finde ich sehr schade. Die Menschen sind nach wie vor nett und freundlich. Das ist schön. Doch… “der Reisenden zerstört das, was er sucht, indem er es findet.” Die Touristen sind leider selbst daran Schuld. Oft wird den, in Malawi wirklich armen Menschen, auf ihr Betteln hin etwas gegeben. T-Shirts, Geld, Stifte,… An den touristischen Ecken werden wir von den Kindern mit “Sweets, sweets,…” begrüßt. Wenn man nichts gibt, werfen sie mit Steinen oder schießen mit ihren selbst gebastelten Pfeil und Bogen auf einen. Leute, denkt bitte darüber nach!! Ich weiß, es befriedigt euer Ich-habe-etwas-Gutes-getan Gefühl. IHR fühlt euch besser, für die Betroffenen ist es keine nachhaltige Verbesserung ihres Lebensstandards. Wenn ihr etwas geben möchtet, dann nicht ohne Gegenleistung. Tauschen ist in Malawi willkommen. Eine andere Möglichkeit ist z.B. dem Schuldirektor Stifte und Hefte in die Hand zu drücken, die er gegen eine geringe Gebühr verkaufen kann. Es gibt einige Möglichkeiten. Auch diese Auffassung hat die deutsche Entwicklungshelferin mit Nachdruck bestätigt.

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Senga Bay

27.7.2019

Malawi ist überbevölkert. Auto fahren ist hier nicht ganz unanstrengend. Neben den Schlaglöchern muss man hier auch auf den Fahrradverkehr achten, der Kohle oder Holz transportiert, auf Fußgänger, Mini-Busse, die die Fische der Fahrgäste nicht im Innenraum transportieren möchten, usw….

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Besonders an Wochenenden stößt man dann noch auf diese Gesellen, die eine Beerdigungszeremonie begleiten.

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Autofahren ist schon interessant in Malawi. Winking smile

In Senga Bay schlängeln wir uns durch die engen, staubigen Gassen bis wir den Backpacker Cool Runnings erreichen. Auf einer Rasenfläche dürfen wir campen. Nett ist es hier. Am Wochenende werden hier die Dorfbewohner mit kleineren Wunden kostenlos behandelt. Ein schönes Projekt.

Wir lernen eine Deutsche kennen, die für eine große, bekannte auch international tätige Hilfsorganisation arbeitet. Sie spricht offen und wir staunen nicht schlecht, als sie unsere Eindrücke über solche Organisationen und deren “Hilfe” bestätigt. Vieles, was in der Entwicklungshilfe geschieht, sei verschwendetes Geld. Es hängt stark vom Einsatz der Angestellten ab, was vor Ort passiert und wie das Geld verwendet wird. Sie selbst würde nie als Privatperson ihre Spende einer dieser Organisationen anvertrauen. Das Geld verschwindet im Verwaltungsaufwand. Sinnvolle Verwendung für Spendengelder sind ihrer Meinung nach: Bildungswesen und Gesundheit. Genau dieser Meinung sind wir auch.

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Lilongwe

26.7.2019

Didi s Drüse ist immer noch geschwollen und wir haben von einem deutschen Arzt gehört, der in der Nähe von Namitete im St. Gabriels Hospital arbeiten soll. Dr. Peter ist unglaublich nett und untersucht Didi mit einem super neuen Ultraschallgerät so gründlich, wie Didi noch nie untersucht wurde. Alle Organe werden untersucht und zum Schluss kommt die Lymphdrüse dran. Innerlich ist Didi pumperl gsund, bis auf die Drüse. Winking smile  Es stellt sich heraus, dass es gar nicht die Lymphe ist, die geschwollen ist, sondern die Speicheldrüse. Das erklärt auch, die wechselnde Größe. Mit Antibiotika sollte das in den Griff zu bekommen sein. Thumbs up

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In Lilongwe wird um diese Jahreszeit Tabak versteigert. Wir finden die “Auction Floors” und sollen 15 $ Eintritt pro Person zahlen. Nachdem wir einen Blick in die Halle geworfen haben, lehnen wir dankend ab. Ich hatte mir vorgestellt, dass es dort laut und lebhaft zugeht, doch in modernen Zeiten, muss man nicht mehr schreiend ersteigern. Es geht geruhsam zu und für den Anblick von hunderten mit Tabak gefüllter Säcke ist uns der Eintrittspreis zu teuer. Von außen betrachtet ist das Ganze auch interessant.

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Grenze nach Malawi

25.7.2019

Die letzten sambischen Kwacha sind in Alkohol und Diesel gut investiert und wir fahren von Chipata aus Richtung Grenze.

Auf sambischer Seite geht es seeehr geruhsam zu und nachdem uns ein Ausreisestempel mit dem Jahr 2018 in die Pässe gedrückt wird, der dann, nachdem ich auf den Fehler hinweise, handschriftlich korrigiert wird ziehen wir unter Begleitung etlicher Geldwechsler hin zur Grenze von Malawi.

Höflich, zuvorkommend und überaus freundlich werden wir von den Beamten empfangen. Zunächst “Health Check”: Es genügt den Impfpass mit der Gelbfieberimpfung vorzuzeigen. Dann Immigration: Welcome to Malawi. 150 US $ Visa-Gebühren für uns beide. Wow! Wir zahlen mit 1 Dollar Noten, die wir gegen Euro von Reisenden bekommen haben. Ohne jeglichen Kommentar verschwindet das Geld hinter dem Tresen. Und ich hatte mich schon auf eine Diskussion eingestellt… Aber Geld ist Geld und wird akzeptiert. Winking smile  Professionell wird auch das Carnet gestempelt und die Road Tax erhoben. Alles unendlich langsam. Noch langsamer und gemütlicher, als es sowieso in Afrika zugeht. Die Geldwechsler stehen nach Erledigung des Papierkrams wieder bereit, doch wir möchten nicht tauschen. Es heißt, dass man hier über s Ohr gehauen wird.

Wenige Kilometer nach der Grenze werden wir von der Polizei gestoppt. Es gäbe Demonstrationen, einige Kilometer weiter. Wir sollen hier warten. Hm… na gut. Wir haben schon gehört, dass der Wahlausgang nicht allgemeinen Zuspruch findet und es Aufstände im Land geben soll. Na dann machen wir erst mal Mittagspause. Keine fünf Minuten später fährt ein Toyota vorbei, wird ebenfalls gestoppt und parkt neben uns. Die kennen wir doch. Winking smile Es ist die holländische Familie, die wir schon im South Luangwa NP getroffen haben. Wir laden sie in unser Auto ein und schwätzen ein bisschen. Man weiß ja nie, wie lange so was dauert und bei einer netten Unterhaltung verfliegt die Zeit ja meist wie im Flug.

Es klopft an unserer Tür und der Polizist meint, dass wir schnell weg fahren sollen. Die Demonstranten kämen hier her und es könnte sein, dass sie mit Steinen werfen oder auf unser Auto klettern… Also nix wie weg, quer durch das Dorf, den vom Polizisten beschriebenen Weg entlang. So umfahren wir die Demo. Später sehen wir die Spuren abgebrannter Reifen auf der Straße… Ups.

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