Bujumbura-Hauptstadt Burundis

6.9.2019

Unser Weg führt uns durch die Berge, wo in den Dörfer der Markt mitten auf der Hauptstraße abgehalten wird:

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Wir sind von Burundi positiv überrascht. Es gehört zu den ärmsten Ländern Afrikas. Wir hatten erwartet, dass es kaum etwas zu Essen gibt und die Menschen uns bedrängen. Doch nichts davon ist der Fall. Die Landbevölkerung ist fleißig, jeder geht einer Arbeit nach (häufig auf den Feldern) und das Angebot an Obst und Gemüse ist groß. Zurückhalten und sehr höflich begegnet man uns. Selten wird gebettelt. Wir haben den Eindruck, dass Burundi gut organisiert ist und man sich mit den Menschen auf Augenhöhe unterhalten kann.

In der Hauptstadt sehen wir hochmoderne Hotels, Supermärkte und Restaurants. Europäischer Standard und auch dementsprechend teuer. Skuriler Weise sind die Preise aufgrund der Präsenz der Hilfsorganisationen so hoch… In einer von Italienern geführten Pizzeria gehen wir lecker Pizza essen und dürfen am Strand in einem bewachten Areal einer im Bau befindlichen Bar übernachten. Vom Strand aus kann man bei klarer Sicht die Berge im Kongo sehen. Leider sehen wir sie nur schemenhaft.

In Burundi haben wir es uns richtig gut gehen lassen: Omlette zum Frühstück oder Schoko Croissants und jede Menge leckeren Kaffees. Steak, Pizza und Salate zum Abendessen. So gut und billig gelebt haben wir wohl noch nie.

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Quelle des Nils und die heißen Quellen

5.9.2018

Südlich von Rutovu befinden sich angenehm temperierte Quellen, in den die Einheimischen gerne baden. Es gibt zwei natürliche Pools. Einen für Frauen und einen für die Männer. Didi und ich gehen also getrennt voneinander baden. Winking smile  Es ist ein ganz spezielles Erlebnis.

“Mein” Badetümpel ist klein und schon gut belegt. Teenager und eine ältere Frau waschen sich hier mit viel Seife. Es wird gekichert aber verständigen können wir uns leider nicht. Ein Mädel steckt den Kopf unter Wasser während eine andere die Sekunden zählt. Als beide gleichzeitig den Kopf unter Wasser stecken zähle ich auf deutsch, was bei den anderen zu weiterem Gekicher führt und als ich die dreiunddreißig Sekunden mit trois – trois übersetze finden sie es großartig. Schee (hessisch für schön) Winking smile

Didi s Pool ist wesentlich größer und ist umrahmt von einer Grasfläche. Ein traumhaft natürlicher Warmwasserpool. Die Männer starren ihn wohl die ganze Zeit an und ca. 10 jährige Jungs leiern ständig den selben Satz “Give me money” runter. Trotzdem genießt auch Didi das warme Bad.

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Die Quelle des Nils ist enttäuschend. Wir lassen die Bilder sprechen:

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In Rutovu übernachten wir in einem Hotel, das früher mal sehr nobel gewesen sein muss. Aus der Dusche kommt schon seit über einem Jahr kein Wasser mehr raus und so müssen wir uns mit einer bucket shower (Wasser wird in einem Eimer zur Verfügung gestellt) begnügen. Die Matratze ist gut, das Zimmer sauber. Und für 5 Euro für s Zimmer beschweren wir uns nicht weiter. Winking smile Im Hotelrestaurant gehen wir abends essen. Zunächst wird die Menue-Karte ewig lange gesucht. Nachdem wir uns für ein Gericht entschieden haben heißt es, dass wir lediglich aus zwei Gerichten auswählen können. Das hätte man auch gleich sagen können. Außerdem muss der Koch erst geholt werden. Unsere Erwartungshaltung sinkt und wir sind uns gar nicht mehr so sicher, ob wir hier wirklich etwas essen sollen. Wir schließen vom Service auf die Qualität des Essens. Wir malen uns aus, dass das Steak knochentrocken sein wird und die Pommes halbroh und fettgetränkt. Doch werden wir positiv überrascht. Seit Namibia haben wir nicht mehr so gut gegessen. Das Steak ist butterzart und die Pommes auf den Punkt. Dieser Koch ist spitze. Er freut sich sehr über unsere Lobeshymne. Danke für das extrem leckere Essen.

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Failles des Allemands

4.9.2019

Wir verzichten auf den Besuch der Wasserfälle für 20 US Eintritt pro Person. Jetzt nach der Trockenzeit sollen sie nicht sehr beeindruckend sein und in Sambia haben wir sehr viele wunderschöne Wasserfälle gesehen. Was uns interessiert ist dieses “Loch der Deutschen”.

In Rutana in der Peace Lodge (super sauber und extrem freundliches Personal) zeichnet uns der englisch sprechende Armand den Weg auf. Über eine gute dirt road erreichen wir das “Loch”: Es ist eine Schlucht. Schön zum Anschauen und angeblich 250 m tief. Angeblich sollen sich hier um den ersten Weltkrieg herum die Engländer, die Tansania von den Deutschen erobert hatten und die Deutschen gegenüber gestanden haben. Vielleicht waren es auch die Belgier, da ist man sich hier nicht so einig. Auf jeden Fall soll die Schlucht den Deutschen das Leben gerettet haben, da sie (und hier ist man sich auch nicht einig) die Schlucht entweder bergauf oder bergab als Fluchtweg genutzt haben.

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Am eigentlichen Schild “Failles des Allemands” ist von der Schlucht nicht viel zu sehen. Das ganze Dorf steht jedoch um unser Auto herum. Leider wird nach Geld gebettelt und als wir ohne etwas zu geben weiter fahren wirft ein Mädchen einen Stein. Dieser trifft die hintere Scheibe und hinterlässt eine Macke. Zum Glück ist die Scheibe nicht zersprungen und die Macke nicht wirklich groß. Doch ungeahndet können wir das nicht lassen, sonst wird der nächste Reisende wieder mit Steinen beworfen.

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Didi fährt mit Vollgas das Auto zurück und VAnGO stößt schwaren Rauch aus dem Auspuff. Es sieht aus, wie ein Feuer speiender Drache. Alle rennen sofort weg, doch ich erkenne das Teenager Mädchen, das den Stein geworfen hat. Sie rennt weg und ist zwischen den Hütten verschwunden. Für uns nicht mehr auffindbar. Sprachlich ist das Erklären der Situation schwierig. Als ich einen Stein aufhebe und pantomimisch nach unserem Auto werfe wird die Sache für die Dorfbewohner klar. Doch das Mädchen bleibt verschwunden. Didi hält einen älteren Mann so lange am Arm fest und droht mit der Polizei, bis das Mädchen auftaucht. Sie kniet sofort vor Didi nieder und hat offensichtlich Angst.

Wir haben schon oft gesehen, dass nach Tieren (Kühe, Ziegen,…) Steine geworfen werden, um sie zu verscheuchen. Auch nach Kindern werden in einigen Ländern Steine geworfen. Es gehört hier zum Alltag. Doch wir können ein solches Verhalten, wenn es gegen uns gerichtet ist nicht dulden. Wie gesagt: Der nächste Tourist wird das nächste Opfer sein. Vielleicht wird ihn der Stein, der durch s offene Fenster fliegt am Kopf treffen oder eine Scheibe zerspringt, die dann in Afrika nicht beschafft werden kann. Wir hoffen, dass sämtliche Dorfbewohner aus dieser Geschichte gelernt haben.

Steil und steinig führt der Weg zurück zum Hotel.

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Burundi Grenze

3.9.2019

Auf Tansania Seite geht es schnell. Pässe und Carnet stempeln. Fertig in 15 min.

Vor der Einreise nach Burundi muss man sich die Hände waschen und es wird Fieber gemessen. Elektronisch. Mit einem hochmodernen Gerät. Anschließend darf man durch die Schranke zur Immigration.

Alle sind extrem freundlich und heißen uns willkommen.

Auf Burundi Seite wäre es auch unkompliziert gewesen, hätte die Botschafterin gestern nicht einen Fehler gemacht: Sie hat die Visum Nummer doppelt vergeben. D.h. Didi und ich haben die gleiche Visumsnummer. Man weiß nicht so recht, was man tun soll und so wird erst einmal versucht die Dame per whatsapp zu erreichen. Nach einer Stunde hin- und hergetippe des Beamten mit -oder wer weiß mit wem- der Botschafterin bekomme auch ich meinen Einreisestempel. Geändert wurde im Pass nichts… Mal sehen, ob sie mich wieder raus lassen. Winking smile

Der erste Eindruck von Burundi ist: Tolle Berglandschaft, kaum Plastikmüll, viele Menschen tragen Sonnenbrillen, die Frauen tragen ihre Haare “offen”, dh. sie flechten sie nicht und tragen auch keine Perücken, viele sprechen besser Englisch als ihre tansan. Nachbarn und sie sind extrem freundlich. Wir fühlen uns wohl. Und das in einem Land, das vom auswärtigen Amt mit Gefahrenstufe 4,7 (von 5!!!) eingestuft wird. Irak hat 4,6 Punkte und DRC 3,6.

Um es vorweg zu nehmen: Wir haben aufgrund dessen nicht wild gecampt. Unsicher haben wir uns zu keinem Zeitpunkt gefühlt.

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Kigoma

1.9.2019

Hinter Mpanda endet die Teerstraße. Das heißt, die 310 km bis Kigoma ziehen sich. Langsam geht es auf der festen Sandstraße voran, bis wir unverhofft wieder auf Teer treffen. Auf dem Parkplatz des Aqua Hotels dürfen wir direkt mit Blick auf den See campen. Schön ist es hier. Der Gombe NP ist ganz in der Nähe. Zum Glück hatten wir schon extrem tolle Erlebnisse mit Schimpansen (Guinea Bissau und Kamerun) und können uns somit die 500 US Dollar sparen. Winking smile

Plastiktüten sind in Tansania verboten und so verpackt man das (in Plastik verpackte Brot –lol-) in ein mit Tackernadeln zusammen geheftetes Zeitungspapier.

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Die Busse fahren extrem schnell. Hier ist eigentlich 50 km Höchstgeschwindigkeit. Und sie erwarten außerdem, dass man Platz macht und zwar flugs.

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Hochzeit:

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Das deutsche Schiff Liemba (Graf von Götzen) liegt hier seit knapp einem Jahr im Hafen, da es nicht mehr fahrbereit ist. Wir würden uns die Liemba aufgrund ihrer spannenden Geschichte (die Deutschen versenkten sie absichtlich, damit sie nicht in die Hände der Briten fallen konnte) gerne anschauen, doch der Kapitän Titus ist wenig motiviert. Wir hatten schon gehört, dass er keine Räume aufschließt und man nicht in den Maschinenraum oder auf die Brücke darf. Somit wird die Sache für uns uninteressant. Schade.

Wir besorgen noch das Nötigste und tanken voll, da wir nach Burundi möchten. Ein armes Land. So arm, dass es angeblich wenig Lebensmittel und kein Sprit gibt.

Die Visumbeschaffung in Kigoma ist unkompliziert. Man benötigt lediglich seinen Reisepass und ein Passfoto sowie die Gebühren in US Dollar. Fertig.

Katavi NP und die Hippos-Mpanda und das Krankenhaus

28.8.2019

Den Katavi NP durchfahren wir im kostenlosen Transit. Kudus, Büffel und einige Antilopen kreuzen unseren Weg. Am Nordausgang des Parks liegt nur wenige Meter außerhalb der Nationalparkgrenze das Riverside Camp. Wir schaffen es heute sowieso nicht mehr nach Mpanda, wo Didi sein Blut zur Sicherheit auf Malaria testen lassen möchte. Er fühlt sich gut, aber… Malaria ist heimtückisch.

Wir beschließen also im Riverside Camp zu übernachten. Direkt am Fluss. Alles voller Hippos. Wir sind begeistert. Fasziniert verbringen wir den Abend mit den Hippos. Diese im Fluss im Nationalpark. Wir ca. 5m von ihnen entfernt an Land außerhalb des Parks.

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Es ist so schön hier, dass wir beschließen nach dem Blutabnehmen wieder hier her zu kommen.

Doch leider dauert das länger als erwartet und leider ist auch das Ergebnis nicht das Erhoffte. Um es vorweg zu nehmen. Die Parasiten sind immer noch da.Sad smile

Das erste Krankenhaus ist noch im Bau. Doch einen Bluttest könne man durchführen sagt uns der extrem junge Arzt mit dicker Golduhr und einem Zahnstocher im Mund. Leider fällt der Test positiv aus und Didi soll Medikamente intravenös bekommen. Doch die Verständigung ist extrem schlecht, da selbst dieser Arzt kaum Englisch spricht. In Tansania –zumindest in diesem untouristischen Teil- besteht man förmlich auf Kisuaheli. Als dann zwei Ärzte und eine Schwester auch noch mit dem Rechnen Probleme haben, zweifeln wir auch die Berechnung der Dosis an. Es wäre jede Menge Flüssigkeit, die Didi drei mal alle 12 Stunden erhalten soll. Es ist gerade 12 Uhr mittags und ein Arzt und die Schwester sind der Meinung, dass die nächste Spritze um 18 Uhr gegeben werden müsste!!!! 12 plus 12 ist 18. Wir gehen dann mal lieber….. Surprised smile

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Direkt am nächsten Krankenhaus geraten wir in einen Stau: Eine Hochzeit. Die Hochzeitsfahrzeuge fahren im Kreisel rund herum und blockieren somit den Verkehr. Smile

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Auch im zweiten Krankenhaus verläuft der Bluttest positiv, doch man empfiehlt uns hier die Einnahme von Artequick (Malaria Tabletten mit einem anderen Wirkstoff). Na das klingt doch gut.

In einer Apotheke fragen wir außerdem nach weiteren Quicktests. Vorrätig sind sie nicht, aber man könne sie “besorgen”. Die Unterhaltung mit dem Kumpel des Apothekers verläuft auf KiSuaheli und wir verstehen lediglich das Wort Hospital. Hm, ob die Quicktests dort “organisiert” werden? Wir fühlen uns plötzlich ein bisschen wie Drogendealer… illegale Geschäftemacher. Aber wir vermuten ja nur… und als wir uns über den Preis einig sind ist der Deal perfekt und nach 15 Minuten ist alles erledigt.

Malaria

25.8.2019

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Didi berichtet:

Gestern bin ich mit dickem Schädel aufgewacht und hatte den ganzen Tag ein ähnliches Gefühl wie nach einer durchzechten Nacht. Ihr kennt das Gefühl und den darauf folgenden Schwur das man nie wieder Alkohol trinken wird?
Wir gingen ein wenig spazieren. Ich bekam mehrfach einen Schwächeanfall und Kreislaufprobleme.
Es wir sicherlich an der Hitze liegen und daran, dass ich extrem wenig gegessen hatte an dem Tag. Cola, Schokolade und eine eiskalte Dusche hat mich dann auch etwas aufgepuscht als wir wieder am Auto zurück waren.  Das schlechte feeling blieb dennoch.
Nachts dann verbrachte ich Stunden wachliegend mit Gedankenspiralen. Es war wie wenn meine Gedanken der Inhalt einer Waschmaschine sind. Vor dieser sitze ich und versuche mich auf eines der vorbeihuschenden Kleidungsstück zu konzentrieren. Aber es geht nicht. Alles saust vorbei und die Gedanken sind immer wieder aufs Neue an Neuem für Sekundenbruchteile fixiert. Chaos im Kopf……und das Gefühl verrückt zu werden. Dazu noch dieses dauerhafte Herzstechen das ich habe.
Nachts um 3 Uhr dann messen wir Fieber. Ich habe NIE Fieber und eher Untertemperarur.  Jetzt schon….
Dani besteht auf einen Malaria Schnelltest, welcher nach 2 Minuten das schonungslose Ergebnisse zeigt.
„meine“ Malaria ist wieder zurück. Vielleicht auch eine Neue? Man weiß es nie in welchen Ecken des Körpers sich diese Parasiten verstecken und wann sie wieder ausziehen um ihr zerstörerisches Werk von neuem zu beginnen. Bei mir scheinen sie das Gehirn besonders zu mögenDisappointed smile
Wächst das eigentlich wieder nach, was sie Viecher da so zerlöchern?Eye rolling smile
Vor 2 bis 3 Wochen waren wir in Malawi am Malawisee.
„Malaria-Malawi“? Ist diese Wortgleichheit eigentlich Zufall?
Nach meiner ersten Malaria Tropica Erfahrung in Togo, bei der ich dem Sensenmann gerade noch so davonlaufen konnte, haben wir immer Notfallmedikamente dabei.
Für 3 Tage lang 2x täglich Coartem ( mit 80mg Arthemeter und 480mg Lumefantrine) in Verbindung mit 2-4x 1000mg Paracetamol. Das hat bisher gut geholfen. Bei Bedarf noch 800er Ibuprofen gegen die Glieder und Kopfschmerzen.
Das Ganze in Spritzenform wäre noch besser, aber die sind gerade aus.
Das wichtigste ist NICHT abzuwarten! Auch wenn der Quicktest negativ ausfällt ist es besser anzunehmen man habe Malaria und dagegen vorzugehen. Die Ärzte in Malariaregionen gehen genau so vor. Ab dem 3ten Tag kann Malaria tödlich sein! Warten und Zweifeln ist also eine ganz schlechte Idee.
Ich bin kein Arzt und gebe hier nur meine persönliche Erfahrung und Vorgehensweise weiter! Als Langzeitreisender ist die Dauereinnahme von Prophylaxe keine Lösung.
Es gibt durchaus schlechtere Orte zum auskurieren als hier am Tanganyikasee und
wie immer in solchen Situationen sage ich mir:
„Das alles ist immer noch viel besser als morgens um halb sieben auf dem Weg zur Arbeit im Stau zu stehen“

Dani berichtet:

Um ca. 2 Uhr nachts höre ich Didi stöhnen. Es geht ihm schlecht. Er sieht fiebrig aus. Das Thermometer zeigt knapp 40 und ich wühle nach dem Malaria Quick Test. Positiv. Ich denke sofort an die furchtbaren Stunden in Togo, als Didi das erste Mal Malaria hatte. Coartem plus 1000mg Paracetamol zum Fieber senken. Zum Glück muss Didi nicht erbrechen. Trotz ruhelosem Schlaf mit Schüttelfrost und Fieber fühlt sich Didi nach der zweiten Dosis Coartem plus Paracetamol (8 Stunden nach Einnahme der ersten) eigentlich ganz gut. Das Fieber ist auf “erhöhte Temperatur” zurück gegangen. Am Nachmittag bekommt er wieder Schüttelfrost und hohes Fieber. Auch die Nacht wird wieder schlaflos. Die Tabletten wirken zwar besser, als beim ersten Mal in Togo (damals haben wir nicht schnell genug reagiert), doch ich bin über den Verlauf doch besorgt. Im nahe gelegenen Dorf gibt es kein Krankenhaus, das einen Bluttest durchführen geschweige denn Infusionen legen kann. Das nächste Krankenhaus ist mindestens 6 Stunden Fahrtzeit (je nach Straßenzustand, den ich nicht kenne) entfernt. Außerdem haben wir einen Plattfuß. Ich habe noch nie einen Reifen selbst geflickt, lediglich zugeschaut. Ich mache mir Sorgen, da wir das rettenden Krankenhaus nicht erreichen können.

Am zweiten Tag geht es Didi zum Glück so weit gut, dass er mir mit Rat zu Seite stehen kann. Wagenheber ansetzen. Flickzeug raus. Den Reifen nach weiteren, als dem einen bekannten Loch mit Seifenwasser absuchen. Ich finde ein zweites Loch. Es ist ein Riss. Kompliziert zu flicken, besonders wenn man unerfahren ist. Das Ersatzrad ist auch keine Alternative, denn das ist schon lange “durch”. Es hat ein Loch so groß, dass man es nicht mehr flicken kann und nur als Notrad mit starkem  Luftverlust zu gebrauchen wäre. Didi muss also doch ran und nachdem ich alles vorbereitet habe, damit er nicht zu viel arbeiten muss, bekommt er beide Löcher im Handumdrehen dicht. Der Mann hat halt Erfahrung. Winking smile Ich pumpe noch Luft in den Reifen bin froh, dass wir nun fahrbereit sind.

Nach der Einnahme der letzten Coartem am Morgen des dritten Tages gönnen wir uns noch einen Ruhetag, da es Didi nun sehr viel besser geht. Ich bin soooo erleichtert.

Father Edbert bringt mir einige Worte Suaheli bei. Er erklärt jede Redewendung ausführlich und es ist hochinteressant die kulturellen Unterschiede, die sich in der Sprache ausdrücken zu verstehen. “Asante” Danke Father Edbert.

Am Tag darauf fahren wir weiter.

Kipili am Tanganyika See

24.8.2019

Die Strecke nach Kipili zieht sich ganz schön, wenn man auf gut ausgebauter Teerstraße immer nur für ein paar Kilometer 80 km/h und sonst nur 50 km/h fahren darf. Aber wenigstens ist sie geteert… Winking smile

In einer Mission dürfen wir direkt am See campen. Father Edibert heißt uns herzlich willkommen. Unweit der Mission finden wir die Ruine einer Kirchenanlage. Ein erhöht gelegener Platz mit wunderschöner Aussicht auf den See.

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Wir überlegen, während wir im nahegelegenen Lakeshore Camp einen Kaffee trinken (und zwei nette Heppenheimer kennen lernen), ob wir für die kommende Nacht unser Camp in die romantische Kirchenruine verlegen sollen.

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Zum Glück tun wir es nicht, denn in der Nacht bekommt Didi Malaria.

Mbeya und die heißen Quellen

23.8.2019

Unsere erste Nacht in Tansania verbringen wir gleich mit wild campen. Die Tansanier machen einen sehr netten und freundlichen Eindruck. Der World s End Viewpoint liegt auf über 2000 m oberhalb von Mbeya und somit wird der Abend frisch. Winking smile Die Sicht ist um diese Jahreszeit leider nicht so gut, aber die Fahrt hierher ist herrlich kurvig und landschaftlich abwechslungsreich.

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In Mbeya (einer nicht gerade kleinen Stadt) heben wir tansan. Schilling ab und sind nun wirklich Millionäre. Über 2.000.000 Schilling (ca. 900 Euro)… die müssen erst mal im Auto Platz finden. Winking smile Wir wollen einen Teil davon gleich im Supermarkt in Lebensmittel umsetzen, doch ist in Tansania Schluss mit den gut sortierten Supermärkten. Im Klartext: Es existieren keine Supermärkte, die diesen Namen verdienen. Der am besten sortierte Gemischtwarenladen ist ca. 4 x 6 m groß. In der Mitte befinden sich Kühltruhen mit Fleisch. In den seitlich angebrachten Regalen stapeln sich Konserven, Haushaltsmittel, Küchenutensilien bis zur Decke. Die von Kenia importierten Waren sind unverschämt teuer (400g Speck für 10 Euro) und somit verlassen wir dieses Geschäft und begeben uns zum Markt. Welch eine angenehme Überraschung: Die Auswahl an Obst und Gemüse ist riesig. Die Ware frisch und unglaublich preiswert. Wir schlagen zu. Die Verkäufer überschlagen sich beim Anpreisen ihrer Ware und sind extrem freundlich. Sie haben auch mit uns ihre wahre Freude: Die 10.000 Schilling Banknote ist anscheinend doch zu groß (das sind nicht einmal 5 Euro). 7.000 Wechselgeld ist schwer aufzutreiben. Als wir beim nächsten Stand angelangt sind, kaufe ich etwas für 2.000 und der Händler und ich sind uns einig, dass das von meinem Wechselgeld abgezogen wird. Der letzte Einkauf für 5.000 Schilling bei einem weiteren Händler und meine 10.000 sind aufgebraucht. Alle lachen und sind sich einig, dass sie das Geld untereinander schon korrekt aufteilen werden. Richtig herzig dieses Erlebnis.

Die Stadt ist quirlig und lebhaft. Einen deutlichen Unterschied zu den bisher von uns bereisten Ländern bilden die Tuk Tuks. Überall –auch auf den Landstraßen- sind Verkehrspolizisten zu sehen. Und sie haben Radarpistolen!!! Wenn man nicht zu schnell wird, lassen sie einen ohne anhalten zu müssen durchfahren. Toleranz gibt es bei der Geschwindigkeitsübertretung keine. Für Tansania braucht man viel Zeit und Geduld. 80% der Strecke ist mit 50 km/h – so unser erster Eindruck.

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Bei Songwe biegen wir rechts ab, um die Maji Moto (Suaheli Wort für heißes Wasser) zu suchen. Da es schon spät ist übernachten wir erst einmal im Steinbruch. Am nächsten Morgen finden wir den Chef des Steinbruchs, der Englisch spricht. Er gibt uns einen seinen Arbeiter mit, da wir die Quelle nicht selbst finden würden meint er. Sehr nett. Der Arbeiter spricht leider kein Englisch. Uns ist schon aufgefallen, dass hier sehr wenige Menschen Englisch sprechen. Das hätten wir gar nicht erwartet. Wir verständigen uns mit Händen uns Füßen mit unserem ruhigen Führer und gelangen an die heißen Quellen. Kochend heiß sprudelt und gluckert das Wasser aus der Erde und hinterlässt farbenfrohe Spuren.

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Einige Kilometer vor Tunduma wird es chaotisch, da sich Dutzende Lkw vor der Grenze zu Sambia stauen. Die Spur des Gegenverkehrs wird kurze Hand mitbenutzt und irgendwie quetschen sich die Busse, Tuk Tuks, Lkw, Motorräder, Autos aneinander vorbei ohne aufbrausend zu hupen oder schimpfen. Auf diesem kurzen Stück wird sehr rücksichtsvoll gefahren, was man sonst nicht von Lkw- und Busfahrern behaupten kann. Diese fahren viel zu schnell durch Dörfer und überholen äußerst riskant. Auch beim Überholen pochen sie auf “ihre” Spur und entgegenkommende Tuk Tuks oder Motorräder müssen in den Straßengraben ausweichen. So riskant kennen wir die Fahrweise von anderen afrikanischen Ländern nicht.

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Grenzübergang Malawi-Tansania

21.8.2019

An dieser Grenze soll es unter der Woche sehr hektisch zugehen, da viele Lkw hier die Länder kreuzen. Außerdem sollen die Beamten hier unfreundlich sein und an einer Schranke wird einem angeblich unberechtigter Weise Geld abgenommen. Versicherungsverkäufer und Geldwechsler sollen einen nicht in Ruhe lassen. Wie immer, schauen wir der Sache gelassen entgegen.

Wir kommen an einem Mittwoch an die Grenze. Auf Malawi Seite geht das Ausstempeln der Pässe und des Carnet ruck zuck.

Zuerst begegnen wir den Kfz.-Versicherungsverkäufern und den Geldwechslern. Als wir sagen, dass wir versorgt sind, werden wir nicht mehr behelligt.

Auf der tansanischen Seite ist nicht viel los. Ob es wohl an der Mittagspause liegt? Hier arbeiten die Grenzbeamten im Gegensatz zu denen in Sambia erfreulicher Weise durch. Wir werden am Immigrationsschalter herzlich mit “Karibu – Welcome to Tanzania” begrüßt und geduldig beantwortet man unsere Fragen bezüglich des Visums. Das von uns gewünschte double entry Visum gibt es nicht. Man kann aber mit dem für 90 Tage gültigen single entry Visum das Land verlassen und so oft wieder einreisen wie man möchte. Allerdings werden die Tage im Ausland weiter gezählt. D.h. in unserem Fall ist das Visum vom 21.8.-20.11.2019 gültig. Die 50 US Dollar pro Person sind in bar und in US Währung zu bezahlen. Nachdem wir ein kleines Formular mit unseren persönlichen Daten ausgefüllt haben, wird unsere Angelegenheit zügig und korrekt bearbeitet.

Beim Carnet dauert es etwas länger. Die Dame tippt mit viel Liebe die Daten des Carnet in ihren Computer ein und verlangt Kopien von unseren Pässen, Führerschein und Fahrzeugpapiere. Nach ca. 30 min. schickt sie ihren wohl extra dafür angestellten Kollegen zum Drucker. Er kommt mit einer Rechnung in drei facher Ausfertigung zurück. Damit müssen wir zur Bank. 25 US Dollar pro Monat sind in tansan. Schilling bar auf der Bank einzuzahlen (Geldautomat und Wechselstube vorhanden). Das dauert auch einen Moment. Mit dem Bankbeleg gehen wir wieder zu unserer gemächlich arbeitenden Dame vom Zoll zurück. Jetzt erst kann das eigentliche Formular (road tax, das gleichzeitig das TIP ist) ausgestellt werden. Nach ca. 20 min. schickt sie wieder ihren Kollegen zum Drucker. Diesmal muss er auch die vielen Papiere mit einem Tacker zusammenheften. Welch ein Job. Wie hierfür wohl die Stellenausschreibung aussieht? Winking smile 

An der berüchtigten Schranke, an die Didi absichtlich forsch heranfährt, werden wir nett begrüßt. “Is it your first time in Tanzania?” Didi antwortet taktisch mit “Nein”. Entweder diese Antwort oder die Tatsache, dass wir bereits tans. Schilling hatten (und somit nicht als naive Neuankömmlinge enttarnt sind) oder die Kombination aus beiden bewirkt, dass die Schranke ohne weitere Forderungen geöffnet wird. Karibu to Tanzania.