Die Schwestern von Huye

7.9.2019

Die Kirche von Huye ist beeindruckend. Wir fragen eine Schwester, ob man hier wohl übernachten kann. Godserife führt uns zum Missionsgästehaus, wo wir auf dem bewachten Parkplatz übernachten dürfen. Die diensthabende Schwester vermittelt uns einen ersten Eindruck vom touristischen Ruanda. Sie verlangt für das Parken unseres Autos und Benutzung der öffentlichen Toilette denselben Preis, den sie für das teuerste Zimmer inkl. Dusche verlangt. Sehr geschäftstüchtig. Nach Vorbringen einiger Argumente ist sie zum Glück verhandlungsbereit, wenn auch missmutig.

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Von hier aus sind es ein paar Schritte bis zur Kirche, die wir uns anschauen und der Chorprobe lauschen. Hier treffen wir “unsere” Schwester wieder, die uns in ihr Schwesternheim einlädt. Vier Schwestern und acht Novizinnen leben hier. Wir werden mit Kaffee und selbst gebackenen Fleischstückchen im Teigmantel bedient. Aufgrund mancher “lost in translation” Situationen lachen wir viel und verbringen so eine für alle Seiten nette Zeit miteinander. Wir bringen ihnen ein paar Worte Deutsch bei und sie uns einige Wörter ihrer Muttersprache. Zum Abschied werden wir mit Orangen frisch vom Baum gepflückt beschenkt. Der zweite Eindruck Ruandas stimmt uns wieder zuversichtlicher und dem Land wohlgesonnen. Winking smile

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Doch am nächsten Morgen, es ist ein Sonntag und viele Männer taumeln betrunken auf der Straße herum, wünschen wir uns schon fast wieder nach Burundi zurück. Wir müssen eine SIM Karte besorgen und Geld abheben. Bei beiden Stopps werden wir von Männern umringt, die aufdringlich an das Auto klopfen und uns anbetteln. Fordernd und recht unfreundlich. Am Geldautomat werden wir von einem Betrunkenen missmutig angeschaut und wir sind froh, dass der Security der Bank ein Auge auf ihn hat. Beim Ausparken schaut uns ein anderer Mann mit einem hasserfüllten Blick an. Grundlos. Wir fühlen uns sehr unwohl und nicht wirklich sicher. Aus irgend einem Grund scheinen wir nicht wirklich willkommen zu sein. Schnell verlassen wir diese Stadt und hoffen, dass dieses Erlebnis eine Ausnahme war.

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