15.04.2017
Im nächsten Dorf sehen wir sie wieder. Hier wird das Schmuggelgut aus Kongo abgeladen.
Kurz nach dem Dorf wird es eng. Eine Piste ist nicht mehr zu erkennen und wir fahren kilometerweit einen Trampelpfad entlang. Ob wir noch richtig sind? Keine Ahnung……zumindest die Richtung stimmt noch.
Der letzte Regen hat in diesen Hang einen tiefen Graben gespült. Dieser ist sehr breit und kaum zu umfahren. Eine breite Spur bei einem Offroad Fahrzeug ist oft gut und hilft bei Schrägfahrten vor dem Umkippen. Doch alles Gute hat auch seine Schattenseite und hier wird uns die breite Spurweite von VAnGo zum Verhängnis.
Der Boden ist schmierig und rechts ist ein Wall. Wäre ich bedachter unterwegs gewesen, hätte ich schon vorher an dieser Engstelle Sandbleche hingelegt. Aber man ist ja faul und versucht es erst mal so….
Auf den Bildern sieht der Hang gar nicht steil aus, aber in Wirklichkeit ist die Steigung schon sehr steil!
Ich merke, wie die Vorderachse nach links rutscht und gebe Gaaaaas.
Mit der Vorderachse komme ich so noch vorbei aber hinten schmiert VAnGO in den Graben.
Noch ein kurzer Gasstoß und nun ist auch das linke Vorderrad in dem tiefen Loch.
MIST!
Erst einmal denke ich: “Ist ja nicht so schlimm. Ich fahre halt nach unten wieder raus.”
Doch leider ist es viel schlimmer. Nach unten geht es noch tiefer in den Graben und herausfahren ist unmöglich. Weiter zurück und VAnGO kippt um. Nach vorne sieht es nicht viel besser aus.
Aus und Einsteigen fällt mir heute besonders schwer….an meinem Alter liegt es diesmal nicht
Es gibt nur einen Weg….und der ist nach vorne. Bisher war ich immer der Meinung, dass eine Seilwinde unnützes Gewicht ist, das wir mitschleppen. Eine typische Fehlinvestition. Noch nie hatte ich sie gebraucht! Heute bin ich extrem froh darüber, dass diese verbaut ist. Nur mit der Winde ist es möglich, das Auto wieder aus dem Graben zu bekommen und vor demUumkippen zu sichern.
Trotzdem müssen wir auch Sandbleche unterlegen, um ein Absacken oder plötzliches seitliches Wegrutschen zu verhindern. Alles ist eine extrem wage “Konstruktion”.
Es ist eine wirklich schweißtreibende Arbeit. Das liegt an den über 40 Grad, fehlendem Schatten und nahezu 100% Luftfeuchtigkeit. Aber ebenso ist es viel Angstschweiß, der mir heute wie ein Bächlein die Nase herunterläuft,
denn auch die Befestigung des Windenseils ist alles andere als sicher. Hier hängt nun unser Schicksal dran! Dieser Busch entscheidet ob wir unsere Reise fortsetzen können oder sie hier abrupt enden wird.
Oh bitte lieber Gott lass das halten
Geschafft VAnGO steht wieder halbwegs gerade. Aber nun mittig über dem Graben. Dessen Kante ist ebenso breit wie die Spur und alles andere als stabil. Jederzeit kann VAnGO wieder abrutschen!
Nichtzahlende Zuschauer hat es inzwischen auch genug……
Wieder müssen die Sandbleche herhalten, somit wird die Last besser verteilt und ich kann halbwegs verhindern, dass die Erdkanten wegbrechen.
Immer wieder muss ich nach wenigen Zentimetern die abenteuerliche Absicherung verschieben und anpassen.
Zum Schluss wird es noch mal eng.
Überglücklich und nach über 3,5 Stunden für 15 Meter Weg setzen wir nun gaaanz vorsichtig unsere Fahrt fort
Vielleicht sollte ich besser über einen Fahrzeugwechsel nachdenken? Der junge Mann hier hat die Probleme nicht….
Wie hätte ich die Situation verhindern können?
-Aussteigen und mir die Sache genau ansehen
-Dani als Einweiser heranziehen
-Sandbleche auslegen an der Engstelle.
Dies alles hätte verhindern können das das Fahrzeug abschmiert und wir eine Menge Arbeit und Angst hatten.
Ein klarer Fehler meinerseits…….das Nächste mal mache ich es besser hoffe ich