9.1.2025
Auf dem Weg zum “Ende der Welt” liegt der Amboy Krater leicht zugänglich an einer Straßenkreuzung. Didi hat leider Kopfschmerzen. Ich wandere alleine einmal um den Krater herum und mittendurch.
8.1.2025
Kleinere und größere Kuriositäten sowie Kunstwerke liegen auf unserem Weg.
In Beatty gibt es den größten Süßwarenladen Nevadas. Wer dort mit Kindern hineingeht hat schon verloren , denn Kuscheltiere gibt es dort auch in Massen.
Rhyolite ist eine Geisterstadt und überrascht mit einem relativ gut erhaltenen Kasino, mehreren Fassaden und einem Kunstwerk: Das letzte Abendmahl in Form von Geistwesen (belgischer Künstler). Wir interpretieren positiv. Der freiwillige Helfer im Visitor Center ist ein ehemaliger Polizist aus Las Vegas, der durch mehrere Rückenverletzungen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und sich seit dem mit der Malerei, besonders den Kohlezeichnungen, beschäftigt. Die Portraits sind wunderschön und er meint, dass die Kunst ihn über die schwere Zeit hinweg geholfen hat. “Geht eine Tür zu, öffnet sich eine andere”, sagt er und wirkt dabei glücklich.
Armagosa Valley ist kein Tal, sondern eine T-Kreuzung mit zwei Tankstellen, einem Campingplatz, einem Feuerwerkskörpergeschäft, einem Lebensmittelgeschäft mit dem Motto Area 51 und einem Bordell (die billigere Tankstelle liegt auf der Seite des Bordells ). Area 51 ist nicht weit von diesem Ort entfernt und so dreht sich alles um “Aliens” und UFOs.
In Shoshone können wir Höhlenwohnungen von außen betrachten.
Durch die Mojave Wüste, in der es heftig stürmt, fahren wir am größten Thermometer der Welt, in Baker noch einmal an Aliens vorbei bis zum “Ende der Welt”.
5.1.2025
Die Jubilee Pass Road führt uns direkt zum Badwater Basin, dem tiefsten Punkt im Death Valley. Wir parken Vango 85,5 m (laut unserem GPS 101 m) unter dem Meeresspiegel und laufen auf den Salzsee. Weitere Sehenswürdigkeiten sind Devil`s Golf Course (hier bilden die Salzkristalle Formationen, die uns an Pilze erinnern), der Artists Drive windet sich durch farbiges Gestein, durch den Golden Canyon kann man bis zum Zabriskie Point wandern, der mit einem atemberaubenden Blick auf den unterhalb liegenden Canyon überrascht. Durch den 20 Mule Canyon führt eine kurze Offroadstrecke durch gelbliche an versteinerte Dünen erinnernde Schlucht. Als wir in eine unbefestigte Stichstraße einbiegen, kommen wir nicht weit. Drei Autos stehen Mitten auf dem Weg. Eine ältere Dame kommt auf uns zu und fragt, wie wir zu ihrer Gruppe gehören. Ähm… gar nicht. Sie erklärt uns, dass dieser Weg für Touristen noch gesperrt ist und das Gate eigentlich hätte geschlossen sein müssen. Schade. Wir unterhalten uns noch sehr nett mit der Archäologin. Bei der Verabschiedung stellt sich heraus, dass wir uns mit einer Berühmtheit unterhielten. Robin Turner. Wow.
Wir übernachten außerhalb des Parks auf einem verlassenen Campingplatz mit gefühlt 30 anderen Fahrzeugen, die es uns gleich tun.
Am nächsten Tag schauen wir uns bei Sonnenaufgang das Badwater Basin von oben (Darwins View) sowie weiter nordwestlich die Harmony Borax Mine an, stoppen bei Devil`s Corn Field und Stovepipe Wells, um uns dann auf den langen Weg zum Ubehebe Crater und dem sogenannten Racetrack zu machen. Der Racetrack fasziniert durch seine wandernde Felsbrocken. Auf dem See hinterlassen kleinere und auch größere Steine spuren auf dem ausgetrockneten See. Lange war dieses Phänomen ein Rätsel. Es müssen zwei Faktoren zusammen kommen, um die Fortbewegung zu ermöglichen. Zu den seltenen Zeiten, wenn die Pfanne mit Wasser bedeckt ist und dieses dann gefriert, wird der Stein von Eis umschlossen. Wenn das Eis schmilzt bzw. die kleinen Eisschollen vom Wind bewegt werden, tragen sie den Stein mit sich fort.
Wir hatten am Abend vor dem Racetrack Playa am Straßenrand (das ist von Nationalparkseite aus erlaubt) an einem dafür vorgesehen Platz übernachtet, da wir ansonsten in die Dunkelheit gefahren wären. Beim Abendessen hören wir Regen. Ups. Regen im Death Valley? Vier Tropfen oder so haben wir gezählt und legen uns irgendwann ins Bett, als es heftiger Wind aufkommt und Regenschauer mit sich bringt. Wir schlafen dennoch gut und erwachen morgens mit dem Blick auf schneebedeckte Berge. Das hätten wir nicht erwartet. Aber gut, es ist Winter, für manche Pässe werden Schneeketten empfohlen, doch die Wettervorhersage versprach 23 Grad… Die Aussicht ist wunderschön, doch die Straße ist 40 km lang leider übelstes Wellblech. Wir beschließen eine andere Strecke zurückzufahren und entscheiden uns für die Lippincott Road. Ausgeschrieben ist sie für erfahrene Offroad-Fahrer. Es geht über große und kleinere spitze Steine.teilweise exponiert, immer steil den Berg hinunter. Die Ausblicke auf das Saline Valley sind wunderschön, die Strecke (wenn man sie bergab fährt) nicht wirklich anspruchsvoll. Über die Saline Valley Road kommen wir zum schneebedeckten South Pass. Selbst die Joshua Trees sind nachmittags noch teilweise mit Schnee bedeckt. Die Landschaft begeistert und ich kann mich an den Joshua Trees gar nicht satt sehen. Da kommt der U2 Fan in mir durch. Zurück auf der Landstraße 190 übernachten wir inmitten der Joshua Trees, bevor wir uns am nächsten Tag auf den Weg Richtung Beatty machen.
2.1.2025
Von mehreren Seiten wurde uns das Valley of the fire als schönster Park in der Nähe von Las Vegas ans Herz gelegt. Nomen est Omen. Die Felsen sind feuerrot, schimmern auch manchmal gelblich. Die Linienführung der Felszeichnungen erinnert tatsächlich an offene Flammen. Die Wanderungen dort sind wirklich zu empfehlen. Abwechslungsreiche farbenfrohe Gesteinslandschaften, Slot Canyons und wie mit einem Pinsel kolorierte Felsen. Wir genießen bei milden Temperaturen die kleinen und großen Wanderwege.
Auch der Red Rock Canyon wurde uns empfohlen und wir können uns wirklich nicht entscheiden, welchen Park wir schöner fanden. Im Red Rock Canyon sind die Felsformationen gleich zu Beginn des Scenic Drive einmalig. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Leider ist es bewölkt, so dass die Fotos nicht den tatsächlichen Eindruck wieder geben können.
Übernachtet haben wir am Lake Mead. Das ist der See, der vom Hoover Dam aufgestaut wird. Die Abendstimmung ist wieder einmal atemberaubend schön.
Auf dem Weg zum Death Valley legen wir einen Stopp in Pahrump ein, wo wir eine Verabredung mit Tom und Frank haben. Wir verbringen einen sehr schönen Nachmittag mit den beiden und gehen abends lecker indisch Essen.
31.12.2024
Auf ins Getümmel. Las Vegas ist laut, schrill, bunt. Die grelle Beleuchtung macht die Stadt auch nachts taghell. Am Rande der Gehwege schallt Popmusik aus Lautsprechern. Das soll wohl den Verkehrslärm übertönen? Beschwingt durch die Musik gehen wir weiter. Die Hotelgebäude sind themengebunden. Wir waren in Venedig, Rom, Ägypten,… Mit kostenlosen Shows bzw. Attraktionen, wie z.B. freie Zirkusvorstellungen im Circus Circus oder einem Nachbau des Markusplatzes in Venedig inkl. Gondoliere, werden die Touristen in die hauseigenen Spielcasinos gelockt. Leider sind die “Slotmachines” heute nahezu alle elektronisch. Im Circus Circus finden wir die “Vintage Slot Machines”. Es rasselt und prasselt Unmengen an Münzen, als einige Spieler gleichzeitig gewinnen. Das Flair steckt an und ich probiere mich an einem 25 Cent “einarmigen Bandit”. Ich gewinne 50 Cent. Im Midway des Circus Circus finden die schönsten kostenlosen Showacts statt. Wir bewundern die Artisten. Die Fotos können die Eindrücke nur bedingt wiedergeben. Man muss Las Vegas fühlen, hören, riechen.
Die Fremont Street ist überdacht, auf deren Unterseite mit Lichtspielen beleuchtet. Straßenkünstler bieten ihre Waren feil. Im Downtown Container Park kann man sich vom Trubel, an Cocktailtischen sitzend, etwas erholen.
Am Silvesterabend stehen wir in der Eingangshalle des Venetian Hotels und betrachten die Reichen und die Schönen und auch die, die nicht ganz so schön sind (da muss der Schönheitschirurg noch etwas üben bzw. hat er wohl getan und es nicht ganz hingekriegt). Dekoltees bis zum Bauchnabel, schwindelerregend hohe Highheels,… die Frauen haben was zu bieten. Die Männer sind nicht ganz so extravagant und freizügig gekleidet. Wir gehen den Reichen hinterher und landen vor der “Sphere”, einer riesigen Kugel, auf der auf der Außenhülle Bilder und abstrakte Lichtspiele zu sehen sind. Wir wissen nicht, wie es innen aussieht, da man die Eintrittskarten schon Monate im Voraus hätte reservieren müssen. Billig sind sie bestimmt auch nicht. Also gehen wir auf den für die Autofahrer abgesperrten Strip (Las Vegas Boulevard) und mischen uns unter die Menschen. Um Mitternacht stehen wir vor Cesars Palace und sind umringt von Feuerwerk, das synchron von den umliegenden Dächern abgefeuert wird. Schön!
Nach einer Stunde Fußmarsch auf dem Strip kommen wir am Circus Circus Parkplatz bei Vango an und verbringen eine weitere ruhige Nacht dort.
28.12.2024
Wir übernachten gemeinsam mit zwei Enten, die direkt auf uns zugelaufen sind und sich abgelegt haben, am südlichen Ende des Mohave Sees.
Die Talsperre staut den Colorado River zum Lake Mead auf. 1931 wurde mit dem Bau begonnen und war nach nicht einmal 5 Jahren abgeschlossen. 221 Meter hoch diente er als Filmkulisse für z.B. Superman, war aber nicht der Schauplatz zum James Bond Film Golden Eye. Die Bungee Jump Szene wurde in der Schweiz gedreht.
25.12.2024
Die Route 66 führt über lange Strecken über Highways. Östlich von Seligman können wir diesen für kurze Abschnitte verlassen und fahren von Seligman über Kingsman nach Oatman, wo sich die “Mother Road”, immer schmaler werdend, über den Sitgreaves Pass schlängelt. Auf dem Pass gibt es Murals und Memorials, die eng mit der legendären Straße verbunden sind. Historische Minen liegen ebenfalls auf ihrer Strecke und sie war/ist für Auto- und Motorradfahrer ein Symbol für Freiheitsdrang und Abenteuer. Die Memorials erinnern an Menschen, die auf der Route 66 gereist sind oder ihr Leben dort verloren haben und deren Angehörige persönliche Gegenstände oder Botschaften mit Wünschen für ihre Liebsten hinterließen.
In Seligman bewundern wir legendäre Fahrzeuge, auf dem Weg nach Oatman kleinere ehemalige Tankstellen und in Oatman selbst die wilden Esel. Die Esel sind Fluch und Segen für das kleine Dorf zugleich. Sie ziehen Touristen an, was gewünscht ist. An Menschen gewöhnt, lassen sie sich füttern (beißen wohl aber auch schon einmal zu und können aufdringlich sein) und haben keine Scheu, die Souvenirläden zu betreten. Die Ladenbesitzer wehren sich mit Wasserflaschen mit Sprühkopf. Wasser im Gesicht mögen die Esel nicht. Würde man sie gewähren lassen, fräßen sie alles, was nicht niet und nagelfest ist, erzählt uns ein ortsansässiger Fotograf. Täglich findet mehrmals eine inszenierte Klamaukschießerei mitten auf der Hauptverkehrsstraße (die einzige Straße in dem kleinen Ort) statt. Dazu wird dann kurzerhand die Straße durch die anwesenden Touristen abgesperrt. Autos haben ca. 15 min. Pause, was anstandslos akzeptiert wird.
23.12.2024
Nach 12 Jahren lernen wir Tom endlich persönlich kennen. Didi hatte damals Vango von ihm gekauft, ohne das Auto jemals in Natura gesehen zu haben. Die Kommunikation fand über Emails in Text und Bild statt. Beide Seiten verstanden sich auf Anhieb gut und ließen sich auf die Transaktion ein. Der positive Eindruck von damals bestätigt sich heute. Tom ist auch mir (für mich war es ja das der erste Kontakt) sofort sympathisch. Wir erzählen von unseren Reisen und natürlich von Vango, den er ernsthaft vermisst und von Toms neuem Reisemobil. Wer möchte kann auch gerne auf seinen Blog schauen:
www.lostbox.org. Bei unserem nächsten USA Aufenthalt werden wir uns wiedersehen. Und wir freuen uns schon sehr darauf.
Hier (Oracle, Arizona) wohnte Tom mit Vango . Und dies ist Toms neues Reisemobil.
Auch Maria und Mark (siehe Cottonwood) treffen wir heute noch einmal. Leider haben die beiden nicht so viel Zeit, da sie beim Umzug helfen müssen. Schade.
Didi und ich gehen an meinem Geburtstag noch einmal in Cottonwood essen. Leeeeeecker!