Gemischte Gefühle

19.9.2019

Mit Ruanda sind wir nicht wirklich warm geworden. Die extrem fordernde und nicht endende Bettelei (wir versuchten zu erklären, was lediglich zu weiteren “Give me money-Endlosschlaufe” führte), die Distanzlosigkeit der Menschen (selbst beim Wasser lassen am Straßenrand hinterm Busch kommen sie noch auf einen zugelaufen), die für uns nicht erklärbaren Verhaltensweisen (Erwachsene Menschen sind uns nicht nur ein mal absichtlich direkt vor unser Auto gelaufen, haben gewunken und sind nicht ausgewichen) und ein Steine werfendes Kind stehen im starken Kontrast zu den außerordentlich (aber leider nicht überwiegend) positiven Erlebnissen mit David (der versuchte uns beim Auffinden des Sensors zu helfen), einem netten Gespräch mit einem Lodge Manager, der zuvorkommenden und höflichen Bedienung eines Lebensmittelhändlers, die Gastfreundschaft der Nonnen.

Wir versuchten uns zu erklären, weshalb die Mehrzahl der Einwohner so –in der Schweiz würde man sagen “speziell”- ist. Kommt es durch die Traumatisierung des Genozid 1994, durch die Meningitis Epidemie 2002, durch die mangelnde Bildung (viele der ärmeren Bevölkerung nehmen ihre Kinder aus der Schule, wenn sie die Schulgebühren nicht mehr bezahlen können/wollen), die “Sprachverwirrung” (bis 1998 war Französisch Amts- und Schulsprache, seitdem Englisch), die Überbevölkerung (wohl kaum oder doch)…? – Wir wissen es nicht. Auffällig für uns war die Andersartigkeit (leider im negativem Sinne) zu all den anderen bisher bereisten afrikanischen Ländern.

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