Beerdigung in Kameruns Bergen

Wir fahren von Norden nach Süden auf der östlichen Seite der berühmt berüchtigten Ring-Road und begegnen in einem Dorf kurz vor Ndu merkwürdigen Gestalten. Wir bekommen zunächst ein bisschen Angst, weil wir denken, dass es sich um einen Protestmarsch gegen die dominierende französische Herrschaft des Landes handeln könnte. Die Vermummten haben aber nichts mit Politik zu tun. Es handelt sich um Djudju`s. Sie repräsentieren die Toten. Die Gruppe läuft von Dorf zu Dorf, um die Beerdigung mitzuteilen. Das geschieht selbstverständlich nicht, ohne genüg Lärm zu machen. Unschlüssig, ob wir fragen dürfen, ob wir an der Zeremonie teilnehmen dürfen, fahren wir weiter.

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Am nächsten Tag sind wir in einem Dorf kurz nach Ndu zu einer Death-Ceremonie –einer Beerdigungszeremonie- in der aller Toten des letzten Jahres gehuldigt wird, eingeladen. Die Zeremonie findet im Haus des Chiefs statt. Zunächst werden wir in dessen Haus gebeten, wo Palmwein trinkend sämtliche Chiefs und Sub-Chiefs der Umgebung auf Stühlen und Holzbänken, der Wichtigkeit nach geordnet, um ein Feuer herum sitzen. Wir stellen uns vor und müssen auch Palmwein trinken. Didi bekommt seinen in einem Horn serviert. Ich in einem Plastikbecher.

Djudju`s sind die mit dem verhüllten Kopf. Es gibt auch schon junge Djudju`s. Sie tanzen mit ihrem Gefolge und werfen ab und an einen Stock vor eine beliebige Person in den Sand. Diese Person muss dann ein Geldstück in den Sand werfen. Somit wird wohl teilweise das Beerdigungsfest finanziert.

Es wird unglaublich viel getanzt, noch mehr gelacht und Unmengen von Palmwein getrunken.

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Wenn man einem erwachsenen Djudju begegnet ist es am besten, wenn man in die Hocke geht. Dann kann er einem nichts zufügen – sprich einen verhexen oder so. Verpasst man den Moment, wird man eventuell so wie die Person auf dem zweiten Bild irgendwohin gezerrt. Es wird aber kein Leid zugefügt. Sieht alles nur ein wenig bedrohlich aus…

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Es gibt durchaus auch moderne Kameruner, die mit Handy oder Tablet fotografieren. Der Herr mit dem Stock im 6. und 7. Bild wirft diesen jemandem vor die Füße. Weiter oben sieht man Sam in der gelben Hose (ja der Weiße Zwinkerndes Smiley), der gerade mal wieder Pech hat und bezahlen muss. Wir haben Whisky gekauft, weil wir hörten, dass das als Zahlungsmittel sehr beliebt ist. Verpackt ist das Stöffchen in Plastik, von der Größe eines Ketchup-Päckchens.

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Jung und Alt nehmen an der Zeremonie teil und keiner stört sich an uns Weißen. Wir sind herzlich willkommen und können den Tag genießen und voll und ganz in diese andere Kultur eintauchen.

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