Failles des Allemands

4.9.2019

Wir verzichten auf den Besuch der Wasserfälle für 20 US Eintritt pro Person. Jetzt nach der Trockenzeit sollen sie nicht sehr beeindruckend sein und in Sambia haben wir sehr viele wunderschöne Wasserfälle gesehen. Was uns interessiert ist dieses “Loch der Deutschen”.

In Rutana in der Peace Lodge (super sauber und extrem freundliches Personal) zeichnet uns der englisch sprechende Armand den Weg auf. Über eine gute dirt road erreichen wir das “Loch”: Es ist eine Schlucht. Schön zum Anschauen und angeblich 250 m tief. Angeblich sollen sich hier um den ersten Weltkrieg herum die Engländer, die Tansania von den Deutschen erobert hatten und die Deutschen gegenüber gestanden haben. Vielleicht waren es auch die Belgier, da ist man sich hier nicht so einig. Auf jeden Fall soll die Schlucht den Deutschen das Leben gerettet haben, da sie (und hier ist man sich auch nicht einig) die Schlucht entweder bergauf oder bergab als Fluchtweg genutzt haben.

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Am eigentlichen Schild “Failles des Allemands” ist von der Schlucht nicht viel zu sehen. Das ganze Dorf steht jedoch um unser Auto herum. Leider wird nach Geld gebettelt und als wir ohne etwas zu geben weiter fahren wirft ein Mädchen einen Stein. Dieser trifft die hintere Scheibe und hinterlässt eine Macke. Zum Glück ist die Scheibe nicht zersprungen und die Macke nicht wirklich groß. Doch ungeahndet können wir das nicht lassen, sonst wird der nächste Reisende wieder mit Steinen beworfen.

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Didi fährt mit Vollgas das Auto zurück und VAnGO stößt schwaren Rauch aus dem Auspuff. Es sieht aus, wie ein Feuer speiender Drache. Alle rennen sofort weg, doch ich erkenne das Teenager Mädchen, das den Stein geworfen hat. Sie rennt weg und ist zwischen den Hütten verschwunden. Für uns nicht mehr auffindbar. Sprachlich ist das Erklären der Situation schwierig. Als ich einen Stein aufhebe und pantomimisch nach unserem Auto werfe wird die Sache für die Dorfbewohner klar. Doch das Mädchen bleibt verschwunden. Didi hält einen älteren Mann so lange am Arm fest und droht mit der Polizei, bis das Mädchen auftaucht. Sie kniet sofort vor Didi nieder und hat offensichtlich Angst.

Wir haben schon oft gesehen, dass nach Tieren (Kühe, Ziegen,…) Steine geworfen werden, um sie zu verscheuchen. Auch nach Kindern werden in einigen Ländern Steine geworfen. Es gehört hier zum Alltag. Doch wir können ein solches Verhalten, wenn es gegen uns gerichtet ist nicht dulden. Wie gesagt: Der nächste Tourist wird das nächste Opfer sein. Vielleicht wird ihn der Stein, der durch s offene Fenster fliegt am Kopf treffen oder eine Scheibe zerspringt, die dann in Afrika nicht beschafft werden kann. Wir hoffen, dass sämtliche Dorfbewohner aus dieser Geschichte gelernt haben.

Steil und steinig führt der Weg zurück zum Hotel.

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