Macadamia Nüsse und Avokados

30.4.2018

Didi und ich besuchen Debbie noch ein letztes Mal. Gemeinsam gehen wir zu ihrem Lieblingsaussichtpunkt und in das Troutbeck Hotel. Immer wieder muss man auf Reisen Abschied nehmen. Es fällt schwer.

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Wir sind auf dem Weg nach Chipinge.

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Katrina und Rory leben auf dem Grundstück einer Macadamia Nuss und Avokado Farm. Gerne zeigen sie uns die Nüsse, die jetzt geerntet werden. 6 – 8 Wochen ist hier Hochbetrieb, bevor dann alles wieder in eine Art Dornröschenschlaf verfällt. Es wird mit der Hand gepflückt, die erste weiche Schale maschinell entfernt, in einem großen Behälter in der zweiten braunen Schale getrocknet, um dann nach China zum Rösten geschickt zu werden. Von dort werden sie teuer in die ganze Welt verkauft.

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Die Tochter der beiden schuf dieses Kunstwerk als Arbeit zu ihrem Kunststudium aus alten, wertlosen Bond Geldscheinen.

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Eulen im Garten – wie friedlich.

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Rory fuhr 1984 von England in seine Heimat Simbabwe mit einer “Ente”. Algerien, Niger, Zentralafrikanische Republik, Dem. Rep. Kongo, Uganda… Mauretanien und Angola waren damals das “no-go”.

Er war 21 Jahre alt und völlig unvorbereitet. Ohne Zelt, Moskitonetz, Sandbleche, Kühlschrank Zwinkerndes Smiley … Einmal bekam er Malaria und hat es Dank der Tabletten von gut ausgerüsteten Schweizern überlebt. Steckenbleiben im Schlamm war kein großes Problem. Die leichte “Ente” hat er dann einfach mit seinem Kumpel per Hand aus dem Schlamm herausgehoben.

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Zurück zur Landwirtschaft: Auch bei den Avokados ist gerade Hochbetrieb. Viele Früchte schaffen es nicht durch die Qualitätskontrolle und verderben, denn es sind so viele, dass die Menschen es nicht schaffen sie aufzuessen. Wir dürfen eine ganze Tüte voll mitnehmen. Smiley

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Wir tauschen zwei Abende lang Reisegeschichten aus und geben gerne über das Leben in Deutschland Auskunft. Seit Senegal fragen uns Menschen, die auf der Suche nach einem “besseren Leben” sind, über Deutschland aus. Wir möchten keine falschen Hoffnungen wecken (die ja in den Köpfen schon vorhanden sind) und erzählen von Kirchensteuer und GEZ Abgaben. Dass man für das Fernsehschauen bezahlen muss, selbst wenn man blind und/oder taub ist möchte uns niemand so wirklich glauben.

Bei Rory, der in einem großen Haus mit noch größerem Garten lebt und dafür gerade mal so viel Miete bezahlt (hier sind Wasser und Elektrizität inklusive!) wie bei uns auf dem Land für ein ca. 15 qm großes Zimmer (und die Miete darf er auch noch für Reparatur- und Verschönerungsarbeiten am Haus einbehalten), finden wir unser neues Lieblingsthema.

Wir berichten von den Wasserabgaben. Dass wir für Frischwasser ebenso wie für das verbrauchte Wasser bezahlen müssen. Er bekommt große Augen. Als wir erzählen, dass wir auch für das auf unser Hausdach und Grundstück gefallenes Regenwasser bezahlen müssen sind seine Augen so groß wie Gullideckel. Ich kann seine Gedanken lesen: Selbst unter Mugabe mit seinen “Hinterlassenschaften” (Eco-cash und Konsorten), ist er doch froh in Simbabwe zu leben und nicht irgendwo anders.

 

Exkurs Eco-Cash:

Simbabwe ist pleite, es gibt keine Banknoten mehr. Das heißt man bekommt von seinem Konto auf der Bank max. 20 Bond (die nicht international anerkannte Währung Simbabwes) pro Tag ausgezahlt. Dafür muss mit dem Bus (wenn man Glück hat besitzt man ein Auto) in die nächst größere Stadt fahren und dann stundenlang anstehen. So geht ein ganzer Tag vorüber.

Transaktionen mit der Bank dauern ewig und wie gesagt die Banken sind oft weit weg.

Ein schlauer, jetzt sehr reicher Mann, hat sich das Eco-Cash System ausgedacht. Überall, selbst im kleinsten Dorf befindet sich ein Eco-Cash Container, an dem man bis vor ca. 2 Jahren auch noch Cash bekommen hat. Damit ist auch jetzt Schluss, da es kaum noch Bargeld im Land gibt (wer hat sich da wohl kurz vor Ende letzten Jahres noch bedient?). Mit der Eco-Cash App kann man aber problemlos mit seinem Handy Geld an Freunde, Bekannte, Geschäftspartner schnell und unkompliziert überweisen. So werden Zahlen virtuell hin- und hergeschoben, aber die Wirtschaft funktioniert wenigstens. Selbst die hohen Gebühren (variieren, bis zu 20%) werden klaglos hingenommen. Man erklärt uns, dass es besser sei als damals mit der Hyperinflation. Als das Geld nichts mehr wert war, es aber noch kein Eco-Cash gab wurden Güter getauscht. Tausche Zucker gegen Diesel, Salz gegen Salatöl usw. Das war umständlich und mühsam.

Um Geschäfte mit benachbarten Ländern zu machen, benötigt man Dollar in Cash (überweisen geht ja mit dem Bond-Mickey-Maus-Geld nicht und die Visa Karte funktioniert somit im Ausland auch nicht). Seit einem Jahr floriert der Schwarzmarkt. Zeitweise bekommt man 1,2 bis 1,5 mehr Bondnoten, wenn man bereit ist seine US Dollar herzugeben. So verzweifelt ist die Suche nach den international anerkannten Dollars. Eigentlich und offiziell ist der Kurs 1:1

 

Leider haben wir nur wenig Zeit, da unser Visum abläuft. Für unseren nächsten Aufenthalt sind wir aber herzlich willkommen. Danke ihr beiden. Geheimnis erzählendes Smiley

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