Begegnung mit Mennoniten

8.8.2024

Auf dem Weg zur Fähre, die über den Lake Huron führt, durchfahren wir ein Gebiet, in dem viele Mennoniten leben. Ähnlich wie die Amish kleiden sie sich anders als wir, fahren mit Kutschen, haben einen eigenen Lebensstil. Allerdings sehen wir auch viele Traktoren, Stromleitungen und andere Dinge, mit denen sie sich eigentlich nicht identifizieren wollten, doch zur Versorgung der Familie in der heutigen Zeit wohl benötigt werden. Einfach ansprechen möchten wir sie nicht und sind froh als wir diverse Schilder sehen, auf denen Maple Sirup und Schafsmilchprodukte angeboten werden. Auf dem ersten Bauernhof treffen wir auf eine sehr schüchterne jüngere Frau, die Auskunft zur Herstellung des Ahornsirups gibt. Eine tiefgründigere Unterhaltung findet nicht statt. Wir kaufen eine Flasche des weniger streng schmeckenden Sirups. Umsichtig rät sie uns zur Plastikflasche, da Glas auf Reisen leicht zerbrechen kann.

Wir hätten gerne Maple Butter gekauft und so fahren wir zum nächsten Hof, doch die wohlschmeckende Butter ist leider ausverkauft. Eine ältere Frau schiebt ihren Enkel zügig ins Haus, als wir mit unserem Auto vor dem Haus auftauchen. Freundlich schickt sie uns weiter.

Die dritte Anlaufstelle ist richtig nett. Eine junge Frau erscheint mit ihren viel jüngeren Geschwistern im kargen ca. 10 qm großen Verkaufsraum, in dem sich eine Theke und ein Kühlschrank mit Glastür befinden. Wir begrüßen uns, Didi und ich schauen uns die Produkte an und unterhalten uns auf deutsch. Das macht die Mennonitin neugierig und sie sucht das Gespräch. Sie möchte wissen, ob wir Hochdeutsch sprechen und ihr Philadelphia-Dutch, wie sie es nennt, verstehen. Sie ist richtig glücklich, als sie merkt, dass sie Hochdeutsch versteht und meint, dass die Predigten bei den Versammlungen (so nennen sie die Messe) auch auf Deutsch stattfinden, aber sehr schwer verständlich sind. Wir können sie beruhigen, indem wir sagen, dass die Bibel in einem schwer verständlichen Deutsch geschrieben ist. Gerne hätten wir uns länger mit ihr unterhalten und wir glauben auch, dass sie es auch genossen hätte, doch keiner von uns wusste, wie er es anfangen sollte. Eine Einladung zum Kaffee in unserem Auto? Wir sind froh, wenigsten diese kurze, vorsichtig abtastende Begegnung gehabt zu haben. (Fotos von Personen haben wir aus Respekt nicht gemacht)


Niagara Fälle

7.8.2024

Am Abend in quietschenden Farben angeleuchtete Fälle… hm, kann muss man aber nicht haben. Das Städtchen ist ein einziger Touristenort. Las Vegas stelle ich mir ähnlich vor. Schrille Fahrgeschäfte, überteuertes Eis, bunte Leuchtreklame. Die Wasserfälle sind beeindruckend und die Stromschnellen sowie die Breite des Flusses ebenso.

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Quebec

5.8.2024

Wir trauen unseren Augen nicht, als wir auf den Parkplatz am Rande der Altstadt Quebecs fahren: Maja und Sebastian stehen dort am Häuschen des Pförtners, mit dem sie sich unterhalten. Auch sie machen große Augen, als sie uns sehen. Wir freuen uns und erkunden die Stadt gemeinsamen.

Vorher kommen wir an Woodstock, einem Wasserfall und einem Sheep-dog-qualifying vorbei.

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Neuschottland

29.7.2024

Ich bin immer noch krank. Somit erkunden wir nur langsam die Halbinsel um Halifax herum. Für längere Fahrten bin ich einfach noch nicht fit genug und somit schwindet der Plan, schnellst möglich nach Alaska zu fahren. Es ist wohl einfach noch nicht meine Zeit: In Halifax erwischt uns ein Wolkenbruch, der meiner Gesundheit nicht wirklich gut tut und endet in einem Rückschlag mit Fieber. Als ich mich nach dem Baden in einem See abtrocknen möchte, entdecke ich einen Blutegel an meinem Fußgelenk… nun denn. Dann machen wir halt langsam.

Petty`s Cove

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Halifax–Vango vom Hafen abholen

25.7.2024

Didi hatte beim Verschiffungstermin in Hamburg zwei Reisenden kennengelernt, die ebenfalls ihr Fahrzeug nach Halifax überführen möchten. Maja und Sebastian haben in Halifax zufälligerweise keine 500 Meter von uns ein AirBnB gebucht und wir verabreden uns, um unsere Autos vom Hafen abzuholen. Doch so schnell geht das gar nicht. Zuerst müssen wir zum Agenten (einmal quer durch die Stadt in ein abgelegenes Viertel), der uns Papiere in die Hand drückt. Dann zum Zoll (wieder quer durch die Stadt, auch nicht gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen), die uns ebenfalls Papiere in die Hand drückt und dann zum Hafen (wieder ein anderes Eck). Vor der Mittagspause können wir unsere Fahrzeuge entgegen nehmen, allerdings ist Vango nicht unbeschädigt. Es wurde versucht, das Radio aus dem Armaturenbrett herauszureißen, an verschiedenen Knöpfen des Cockpits wurde herumgespielt und diese dabei abgebrochen… alles sehr ärgerlich und mit Arbeit verbunden.

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Dennoch: Wir haben unser rollendes Zuhause, in dem wir das kommende Jahr verbringen werden und fahren erst einmal zum Strand. Ich bin immer noch krank und hätte nichts gegen einen all-inclusive-Urlaub (ist ja eigentlich gar nicht mein Ding), wo ich bedient werde und stumpf auf`s Meer blicken kann. Die Strandtage tun auf jeden Fall gut. Maja und Sebastian kommen mit.

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Dan (mit dem wir ca. 5 Monate in Afrika unterwegs waren) ist gerade in Halifax, weil er sein Auto nach Island verschifft. Wir verabreden uns. Es gibt ein paar Dinge zu besprechen. Wir verbringen einen schönen Abend mit ihm, seiner Partnerin und seinem Baby.

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Halifax

24.7.2024

Nach einem turbulenten Jahr sitzen Didi und ich am Abend vor unserem Abflug endlich gemütlich vor dem Fernseher als plötzlich die Frage aufkommt, ob wir für Kanada eine Einreisegenehmigung benötigen. Ich sage: “Nein, wir dürfen uns ohne Visum bis zu einem halben Jahr in Kanada aufhalten.” Dennoch wird noch schnell gegoogelt und schon beginnt der Stress. Wenn man nicht über den Landweg nach Kanada einreist, benötigt man eine vorherige Registrierung (eTA), die von der kanadischen Regierung abgenickt werden muss.

Fernseher aus, Computer an, viele Fragen beantworten, 7 Euro bezahlen und eine Stunde später auf die Bestätigungs-Email warten. Didi bekommt seine sofort. Ich erhalte die Nachricht, dass mein Antrag erst geprüft werden muss. Das kann bis zu 72 Stunden dauern und vom Buchen von Flügen oder gar das Antreten der Reise wird somit abgeraten. Gaaaaanz toll!!! Kurz vor Mitternacht checke ich meine Emails und kann beruhigt schlafen gehen. Auch ich darf nach Kanada einreisen.

Da reist man jahrelang durch Afrika und dann passiert einem solch ein Fehler. Zum Glück ist es nochmal gut gegangen.

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Mandy fährt uns zum Flughafen – sooo lieb. Am Abend landen wir in Halifax, holen unseren Mietwagen ab und fahren zur AirBnB Unterkunft.

PS: In Island (kurzer Zwischenstopp) wird übrigens vor dem Boarding das eTA geprüft.

VAnGO ist wieder daheim

Mit Pangaea werden beide Autos auf einen open-top-container geladen. Zwei Stürme durchkreuzt das Schiff bevor es in Bremerhaven ankommt. Bei der Abholung möchte man uns zunächst nicht auf das Hafengelände lassen. Es dauert eine Weile, doch wir schaffen es noch vor der Mittagspause und dem Schichtwechsel der Lageristen unsere Autos fahrbereit zu machen.

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Unser Auto ist daheim und wir sind darüber sehr froh und erleichtert, dass es zwar lange gedauert aber doch noch geglückt ist.

VAnGO wird nun erst einmal richtig sauber gemacht, gehegt und gepflegt bevor es weiter geht. Irgendwie, irgendwo, irgendwann.

VAnGO auf dem Abschleppwagen

5.10.2020

Die Ereignisse überschlagen sich. Der Scheich aus Dubai hat Lösungen parat. Wir vertrauen ihm unsere Autos an, die in Jeddah auf zwei Abschleppwagen geladen werden, um ins ca. 2500 km entfernte Dubai transportiert zu werden. Der erste Abschleppwagen ist zu schwach für unser Auto. Mit den zweiten klappt es dann. Wir kennen aber die Fahrweise der Einheimischen und auch die abschnittsweise mit Schlaglöchern gespickte Strecke und halten für 2 Tage den Atem an.

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An der Grenze werden die Fahrer aufgehalten, da die Eigentümer (also wirWinking smile) der Fahrzeuge nicht zugegen sind. Wir waren darauf vorbereitet und sandten vorab Papiere zu, die den Transport autorisieren. Somit ist auch das kein Problem. Beide Fahrzeuge erreichen unversehrt Dubai. Wir erhalten Fotos, auf denen sie bereits auf dem Gelände der Pangaea Verschiffungsgesellschaft zu sehen sind.

Wir sind dem Scheich aus Dubai unendlich dankbar für seine Hilfsbereitschaft und Vertrauen. Die Kosten für den Transport wollte ich ihm vor der Abholung unserer Autos aus Jeddah überweisen. Er antwortete, dass er zuerst die Fahrer bezahlt, sobald sie in Dubai angekommen sind und sich versichert, dass die Fahrzeuge gut dort angekommen sind. Erst dann möchte er von uns bezahlt werden.

Der Scheich kennt uns nicht. Wir hatten lediglich Kontakt über whatsapp… Text- und Sprachnachricht. Einen Vertrag gab es nicht. Auch keinen Handschlag. Er vertraute uns, wir vertrauten ihm. Das war eine extrem schöne Erfahrung, die eine innige Verbindung herstellt, ohne sich jemals gesehen zu haben. Ohne seine Hilfe hätten wir die Autos niemals aus Saudi Arabien ausführen können, ohne selbst vor Ort zu sein. Und Letzteres war durch Corona unmöglich. Wir hoffen sehr, ihn einmal zu treffen. Entweder in Dubai oder bei uns in Deutschland, wo er immer herzlich willkommen ist.

Ein Scheich aus Dubai

30.09.2020

Bis der saudische Agent alles geregelt hat ist wieder 1 Monat verstrichen und die Preise pro Container auf 9.600 Euro gestiegen. Uff. Das ist happig.

Ich sende eine whatsapp an zwei Scheichs, die uns eigentlich erwarten… seit geraumer Zeit. Ich entschuldige mich, dass es so bald mit einem Treffen leider nicht klappt. Der Scheich fragt, wie wir das mit unserem Auto geregelt haben. Ich schildere die Situation. Er fragt, ob wir schon einmal an den Transport der Fahrzeuge (per Lkw) von Jeddah nach Dubai nachgedacht hätten. “Ja, haben wir. Aber wir bräuchten erneut eine brokers authorization (die letzte Freigeschaltete gilt ja nur für den Verschiffungsagenten) und das kriegen wir nicht hin. Wir haben das monatelang versucht.”

“Just a moment. Let me check something.”

Der Beginn einer außergewöhnlichen Geschichte.

Vitamin B hilft

25.09.2020

Nach Monaten zähflüssiger Verhandlungen hängen wir immer noch am customs account bzw. der Vollmacht fest. Hinzugekommen ist das Problem, dass es durch die Pandemie Verschiebungen bei den Seefrachtrouten bzw. bei den Container gibt. Leere Container gibt es in Amerika, aber keine Ware, die von dort aus verschifft werden können. Ware gibt es in China, aber dort sind Container Mangelware. Das führt zu einer erheblichen Preissteigerung. Statt 1800 Euro für einen Container sollen wir jetzt 4000 Euro bezahlen. Tendenz nach oben. Im monatlichen Abstand.

Genau in dieser Phase erhalten wir Kontakt zu einem Scheich. Er möchte helfen und hat offensichtlich auch die Macht dazu. Nachdem er sich bei einem abendlichen whatsapp chat unser Problem hat schildern lassen, geht er schnurstracks am nächsten Morgen zum Zoll und unser customs account ist frei geschaltet. Wow. Wir sind zutiefst beeindruckt. Er schaffte über Nacht das, woran wir monatelang arbeiteten.

Voller Tatendrang und Freude schreiben wir dem saudischen Agenten vom Erfolg. Er macht sich auf die Suche nach einem Schiff und einem Container… ah nein 2 Containern. Das ist eine andere Besonderheit der Saudis. Unsere beiden Fahrzeuge würden in einen gemeinsamen Container passen, doch ist es leider nicht erlaubt zwei Autos unterschiedlicher Eigentümer in einem gemeinsamen Container zu verschiffen. Zwei Container sind natürlich sehr viel teurer als einer…