The Garage Moshi

21.10.2019

Sam, der gemeinsam mit seinem Bruder Dimitri The Garage Moshi leitet, scheint ein sehr netter Mensch zu sein, der Ahnung von Autos hat. Das ist schon mal gut.

Als er erfährt, dass das kaputte Ventil der Vakuum Pumpe auch in Atemmasken gegen Schlafapnoe verbaut ist, fährt er sofort mit Didi in eine große Apotheke. Doch leider kennt man hier diese Atemmasken nicht. Schade.

Sam hängt sich ans Telefon und erfährt, dass es hier in der Gegend zwei Ford E350 gibt, die aber nicht gefahren werden. Doch leider stimmt die Motorisierung nicht mit unserem überein, d.h. die Pumpe passt nicht (und leider sind die Reifen zu alt und haben auch nicht die richtige Größe).

Wir können die komplette Pumpe in den USA bestellen, doch in Afrika ist der Zoll immer das Problem. Wenn man beim Zoll niemanden schmiert, bekommt man das Teil ewig lange nicht raus. Auch hier weiß Sam Rat.

Angeblich wird die Pumpe in genau einer Woche geliefert. Angeblich. Wir haben Zeit und Didi versucht kreativ -nach Art MacGyver- die Pumpe zu reparieren. Zunächst mit einer Büroklammer, die in eine Feder gebogen wird. Das klappt aber nicht. Der nächste Versuch, mit Gummi aus einem alten Reifenschlauch geschnitten, einem Plastikteil, das Didi aus dem Deckel einer Peaceful Sleep Dose schneidet und einer Schraube ist vielversprechend. Wir würden gerne fahrbereit sein, da wir einiges erledigen müssen. Vielleicht bekommen wir in Arusha Reifen? Es gibt Einiges aufzuarbeiten.

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Das hart erkämpfte sieben tägige TIP müssen wir verlängern. Bank, einkaufen, Ölwechsel, Blog schreiben, Internet, Carnet Antrag stellen, Äthiopien Visum… und noch vieles mehr. Alles ist aufgrund des Reifen Krimis liegen geblieben. Unser Geld werden wir wohl nicht wieder sehen. Da trifft nur der erste Teil des Spruches auf uns zu: The money has gone on safari, but will come back.

Das Äthiopien Visum muss in Deutschland ausgestellt werden (da es in Kenia für niemandem egal welcher Nationalität mehr ausgestellt wird) und dazu wird ein Kopie des Carnets benötigt. Hannes und Svenja, zwei Langzeitreisende, können uns dann alle Papiere mitbringen (vielen Dank an euch). Aber die fliegen schon in gut einer Woche. Jetzt muss alles schnell gehen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich auch mal öffentlich über diesen Weg bei Frau Zinitch vom ADAC bedanken. Sie arbeitet einfach hervorragend und immer zu 100% zuverlässig. Bodo und Sabine haben wir durch das Eilig machen wahrscheinlich ein bisschen gestresst, obwohl sie das verneinen. Bestimmt, um uns nicht noch mehr negative Gefühle, als wir bereits eh schon wegen der ganzen Geschichten haben, zu vermitteln Winking smile. Ihr seid echt toll. Secret telling smile Auch an euch einen ganz herzlichen Dank für die Mühe, die euch unser Äthiopien Visum bereitet hat. Bei unserem Termin im Iran seid ihr ganz herzlich zu einem leckeren Essen eingeladen (betrinken darf man sich da ja leider nicht Winking smile). Und wir freuen uns schon riesig darauf, euch wieder zu sehen und würden uns gerade jetzt gerne nach Namibia und die wunderschöne Zeit mit euch zurück beamen.

Unsere Reifengröße ist hier leider nicht aufzutreiben. Da müssen wir uns für die Weiterfahrt nach Nairobi (wo wir sie bisher aber auch noch nicht gefunden haben) etwas einfallen lassen. Sam vermittelt uns zu einem Reifenflicker. Eine Vulkanisierungsmaschine wie in Nairobi haben sie hier leider nicht. Mleche hat Erfahrung beim Reifenflicken. Das sieht man sofort. Es wird Gummi abgeschnibbelt, genäht, aufgeraut, Flicken angepasst und dann kommt alles in die “Vulkanisierungsmaschine a la Afrika”. Unter unserem Reifen brennt Feuer!! Mleche checkt ab und zu die Temperatur, indem er zunächst mit der Hand und dann mit dem Draufsprühen von Wasser prüft. Es dampft. Es sieht aus, wie in einer Hexenküche. Nach ca. einer Stunde und nachdem er mal eben zwischendrin schnell zum Beten in die Moschee gegangen ist, scheint er zufrieden zu sein. Wir finden, dass es gut aussieht. Smile  https://youtu.be/qAD-v8jgrxM

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In der Zwischenzeit hatten wir eine Probefahrt mit VAnGO gemacht. Didi-MacGyver hat wieder ganze Arbeit geleistet. Smile Wir können fahren…. bzw. könnten, wenn wir Reifen hätten. Dennoch warten wir auf das Ersatzteil, das wir aus den USA bestellt haben. Man sagt zwar, dass Provisorien ewig halten, aber…

Tag 10 in einer Werkstatt ohne Aufenthaltsraum, Regen, Matsch, ewig vielen Moskitos und dem Gefühl ausgeliefert und abhängig zu sein. Wir können hier selbst wenig bewegen und die Post können wir auch nicht schneller machen. Das frustriert und zermürbt. Geduld ist nicht unsere Stärke, genauso wenig wie passiv sein zu müssen. Inklusive der Reifengeschichte, wo wir ja auch schon gewartet haben, sind wir seit gut 3 Wochen zum Nichtstun verdammt. Man glaubt es nicht, aber das ist ganz schön anstrengend, weil es eben an die Nerven geht.

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Didi verzweifelt mit der Email und whatsapp Kommunikation mit den diversen Reifenhändlern im ganzen Land und auch in Kenia. Er fragt an, ob die Reifengröße 37×12.5-17 egal welcher Marke erhältlich ist und bekommt z.B. als Rückfrage für welches Fahrzeug sie gedacht sind. Daraufhin werden uns dann die unmöglichsten Reifengrößen u.a. auch mit völliger falscher Felgengröße vorgeschlagen. Nach ewig langen Chats stellt sich heraus, dass diese Reifengröße nirgends erhältlich ist. Für eine Nummer kleiner besteht Hoffnung. In Nairobi konnte jemand drei Maxxis Reifen auftreiben. Ein vierter ist nicht zu finden. Das nützt leider auch nichts. Am Tag 10 chattet Didi mit einem Reifenhändler, der 285/70-17 auf Lager hat. Didi fragt an, ob er die für uns reservieren könnte, da wir in Tansania fest hängen. Nach ewig langem hin und her wegen Ort, Anzahl, wie lange sie reserviert werden können und all den unwichtigen Fragen nach Automarke etc. ist man sich einig. Die Bestätigung erfolgt für Reifengröße 315×70-15. Also völlig falsch und nicht auf den Felgendurchmesser montierbar. Und so geht das schon die ganze Zeit. Die Arbeitsweise hier ist extrem frustrierend für uns. Außerdem steigt der Preis, weil mittlerweile jeder weiß, dass wir dringend Reifen benötigen.

Tag 11: Das Ersatzteil hätte eigentlich vor drei Tagen geliefert werden sollen.

Tag 12: Sam hat uns die letzten Tage ganz schön hängen lassen. Angeblich hat er in den letzten 4 Tagen täglich bei der Post nachgefragt, ob unser Paket angekommen ist. Wie wir jetzt wissen hat er das nicht getan. Morgens gibt er uns Bescheid, dass das Paket bereits am Montag da war. Er übergibt es uns erst Freitag Abend! Und er verlangt noch Geld für seine “Dienste”. Nun denn.

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Wir bauen noch abends das Teil ein, verbringen unsere letzte Nacht in The Garage Moshi und können es kaum erwarten am nächsten Tag hier weg zu kommen.

An dieser Stelle möchte ich Abe von Exuberant Safaris sehr lobend erwähnen. Wir haben ihn leider nie kennen gelernt. Er wurde uns von Mitreisenden empfohlen, die mit ihm den Kilimanjaro bestiegen haben und in den höchsten Tönen von ihm sprachen. Er hat, obwohl er gar nicht im Reifengeschäft tätig ist, wirklich alles versucht, uns zu helfen. Er beantwortet whatsapp immer zuverlässig und umgehend und scheint ein ehrlicher Mensch zu sein.

Später werden wir noch einmal Probleme mit unseren Reifen haben und auch hier hätte er unentgeltlich geholfen. Erfrischend auf solche Menschen zu treffen. Falls jemand den Kili besteigen möchte: www.exuberantkilimanjarosafaris.com whatsapp Abe in Moshi +255 622 589 650. Er hilft auch bei Unterkunft suchen oder was immer man möchte.

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