Im Landesinneren über Gabela zu den Fledermausgrotten

05.05.2017

Dieser Umweg ist landschaftlich ein Genuss und sehr zu empfehlen.

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Kurz vor Sumbe biegen wir Richtung Gabela ins Landesinnere ab. Bei den Binga Wasserfällen könnte man sicherlich gut übernachten, doch es ist erst Mittagszeit. Viel zu heiß und zu früh zum campen.

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Wir kommen an eine Kreuzung und wie üblich hier in Afrika findet man dort Verkaufsstände und fliegende Händler, die versuchen ihre Ware (meist Essen und Getränke) an den Mann zu bringen. Der Schnellste macht das Geschäft und so rennen die Frauen zirkusreif, ihre Schüsseln auf dem Kopf balancierend zum Fahrzeug.

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Viele Asphaltstraßen in Angola sind in einem erbärmlichen Zustand. Slalomfahren ist angesagt, wenn man sich keinen Achsbruch zuziehen möchte. Die Löcher sind manchmal einen halben Meter tief.

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Die abwechslungsreiche Landschaft begeistert uns und wieder finden wir einen traumhaften Übernachtungsplatz.

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Bei der Suche nach einem Plätzchen zum Schlafen achten wir immer darauf, dass vorher dort jemand (egal ob Mensch oder Tier) gelaufen oder gefahren ist. Wir möchten nicht zu den Nachkriegsverletzten zählen. Dieser Panzer wird gerade zur Touristenattraktion im Städtchen Uku. Das Gelände um ihn herum wurde schon auf Minen untersucht und nebenan entsteht ein Gebäude, ob Museum, Restaurant oder was auch immer konnten wir wegen der Sprachbarriere leider nicht heraus finden.

Neben VAnGO sieht der Panzer fast wie ein Spielzeug aus. Gut, dass er keine Menschen mehr töten wird.

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Auf selbstgebastelten Rollern haben die Kids hier einen riesigen Spaß.

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Kurz bevor es bei Sumbe wieder auf die Küstenstraße geht, kann man rechts in einen unscheinbaren Weg abbiegen, der zu den Sumbe Caves führt. Wir steigen bei ca. 35 Grad in die Schlucht hinab zur Fledermaushöhle. Der Geruch ist beißend, so dass die Augen tränen und wir nur ganz flach atmen können. Vor der Höhle hatten wir schon eine Hütte gesehen und in der Höhle begegnen wir Kindern, die wohl für das Besorgen des Abendessens zuständig sind. Wie sie hier in der stickigen, stinkenden Luft Stunden verbringen können (oder müssen)? Erfolgreich sind sie auf jeden Fall und wir denken an Ebola…eine der vermuteten Übertragungsarten ist die Fledermaus!

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Wieder auf der Küstenstraße stoppen wir für ein Foto an der Cubal River Gorge. Schön anzusehen, aber entlanglaufen scheidet wegen der Hitze heute aus.

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Miradoura da Lua

02.05.2017

Nachdem wir uns stundenlang durch den Verkehr in Luanda Richtung Süden gequält haben, stoppen wir beim Parkplatz und Aussichtspunkt “Mondlandschaft”.

Spektakulär hat sich das Wasser seinen Weg durch den Boden gebahnt und eine fantastische Landschaft hinterlassen.

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Sonnenuntergang am Abend von unserem mobilen Zuhause aus:

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Luanda 2, man will uns berauben!

01.05.2017

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Bevor wir uns auf den Weg in den Süden machen, übernachten wir noch einmal im Yachthafen. Wir möchten die Halbinsel bis zur Spitze entlang laufen. Unseren Spaziergang habe ich mir dann aber doch anders vorgestellt.

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In jeder anderen Großstadt wäre dieses Stückchen Land das mondänste und teuerste der ganzen Stadt. Hier hausen die Ärmsten der Armen in kleinen Zelten am Strand. Es ist relativ schmutzig und alles scheint sich irgendwie im Bau zu befinden. Ich möchte eine paar Fischer fotografieren und werde, als ich den Auslöser betätige,  von einem der Männer wüst beschimpft. Er nimmt einen großen Stein auf und tut so, als ob er ihn nach mir werfen will. Didi greift verbal ein und der Mann lässt den Stein fallen. Hm… hier sind die Menschen anders als bisher…

 

Auf dem Rückweg überholt uns ein Bettler von hinten, zeigt auf Didis Plastiktüte mit dem Brot, das wir kurz vorher gekauft haben. Er möchte eines haben. Doch irgendwie verhält er sich anders, als die bisherigen Bettler. Im Vorbeigehen dreht er sich zu mir um und ich habe das Gefühl, dass er meine Kameratasche im Auge hat. Ich halte sie gut fest und in diesem Moment kommt sein Kumpel von hinten und greift nach meiner Tasche. Ich schubse ihn weg. Didi hat die Situation sofort erfasst und schlägt nach dem Mann, der dann auch schnell die Kameratasche los lässt. Nun will der andere danach greifen, aber Didi ist wieder schneller. Er schlägt die beiden in die Flucht. Schnell sind sie über einen Zaun in den angrenzenden Park geklettert und flüchten. Die kommen sicher nicht wieder.Ninja

Da denkt man, dass man die “gefährlichen” Länder (Nigeria, Kamerun, die beiden Kongos) hinter sich gelassen hat und in einem relativ modernen Land findet der erste Raubangriff statt. Bei einer 10 Millionen Stadt muss man wohl aber damit rechnen…selbst an helllichtem Tag.

Wir kehren zu unseren Autos zurück und treffen Amilca, einen netten Angolaner, der schon vor ein paar Tagen von uns begeistert war. “Ihr macht es richtig. Ihr seht etwas von der Welt. Ich möchte das auch einmal machen und euren Blog verfolgen.” Nun begrüßt er mich freudig und öffnet den Kofferraum seines Autos. “Das alles habe ich für euch gekauft.” Der Kofferraum ist gefüllt mit Einkaufstüten. Ich kann es nicht glauben und möchte das auch gar nicht annehmen. Doch ablehnen geht nicht, er wirkt beleidigt. Er möchte uns die Sachen tatsächlich schenken und hat riesig Freude daran, uns eine Freude zu machen. Ich lade alles auf unseren Tisch…Bier, Sekt, Müsli, Orangen und Äpfel, Toilettenpapier…der Mann hat sich Gedanken gemacht.

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Ich bedanke mich überschwänglich.

Abends denken wir an die vielen armen Menschen hier, die solche Geschenke viel nötiger hätten als wir. Doch Amilca wollte speziell uns eine Freude machen und wir haben uns wie Schneekönig gefreut. Weihnachten, Ostern und Geburtstag – alles an einem Tag. Smiley Unglaublich wie viele super nette Menschen wir auf dieser Reise schon getroffen haben. Wir können viel lernen.

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Quedas do Calandula

28.04.2017

Wir fahren weiter zu den Wasserfällen, die wir von zwei Seiten aus betrachten. Zunächst fahren wir auf einer engen mit Schlaglöchern übersäten Straße zu einem alten zerfallenen Hotel, das in den nächsten drei Monaten wieder aufgebaut und zu einem Luxushotel umgebaut werden soll. Wir befinden uns gegenüber der Fälle und sind vom Anblick überwältigt. So groß hatten wir uns sie nicht vorgestellt. Die Wasserfälle von Calandula sind höher als die Victoria Wasserfälle, aber nicht ganz so breit (um ehrlich zu sein sind sie weit davon entfernt) und sind somit die zweitgrößten Fälle Afrikas.

Wir haben Glück und schmuggeln uns mit einer zeitgleich angekommen Gruppe angolanischer Touristen in die Baustelle ein. Vom einem Zimmer des Rohbaus haben wir einen wunderbaren Blick auf die Fälle.

Von dieser Seite führt ein steiler, schlammig und sehr rutschiger Pfad hinab zum Fluss. Wir schwitzen schon beim Runtergehen und werden unten von der Gischt des Wasserfalls komplett durchnässt.

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Der Weg bis zur anderen Seite der Fälle (Luftlinie wären es keine 500 m) ist lang, Zwinkerndes Smiley doch er lohnt sich. Über glitschige Felsen kann man bis zur Wasserabbruchkante laufen. In Deutschland wäre das großflächig umzäunt und abgesperrt. Zu dicht kann ich nicht an den Abgrund gehen. Ist schon ganz schön hoch…108 Meter um genau zu sein.

Ich lasse die Bilder für sich sprechen:

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Meine Wanderschuhe haben gute Dienste geleistet. Bei den Gorillas in Gabun haben sie ihre Sohle verloren. Aufbewahrt hatte ich sie für den Schlamm in der Dem. Rep. Kongo. Hier in Angola finden sie nun ihre letzte Stätte an einem schönen Platz. Zwinkerndes Smiley 

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Auf dem Rückweg nach Luanda entdecken wir diese blau-schwarzen zeltähnlichen Gebilde am Straßenrand. Es handelt sich um Fallen für Tse Tse Fliegen. Die fliegen wohl auf blau und schwarz. Wir möchten nicht zu nahe herantreten, um zu erforschen, wie diese Fallen funktionieren. Die Tse Tse Fliege überträgt die lebensgefährliche Schlafkrankheit. Nach 1-4 Wochen fällt man ins Koma und stirbt dann… Auch hier ist Angola weit vorne und hat die zweithöchste Sterblichkeitsrate der Welt.

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Die Dörfer sind dann schon schöner anzuschauen und weniger bedrohlich….obwohl…auch hier gibt es noch ausgediente Panzer. An den trauen wir uns nicht näher heran. Es könnte ja auch eine der Minen sein, die ihn zum stehen gebracht hat.

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Zurück in Luanda:

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Panzer bei Camembe

28.04.2017

Wir fahren von den Pedras Negras über die Hauptstraße durch hübsche Orte in die Nähe von Camembe. Hier soll es noch alte Panzer aus Zeiten des Krieges geben. Im hohen Gras finden wir lediglich einen und wir wagen es nicht, näher heranzugehen. Es gibt immer noch über 15 Millionen Mienen verschiedenster Art in Angola. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht mindestens einen Menschen sehen, der entweder im Rollstuhl sitzt oder ein Bein verloren hat. Pro Monat gibt es 60 Verletzte/Tote!!

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Zum Weiterfahren ist es nun zu spät. Wir suchen uns ein minenfreies Plätzchen und finden direkt neben der Straße einen Platz, an dem Sand abgegraben wird. Gut, hier sind schon Lkw und Bagger kreuz und quer gefahren. Hier sollten wir sicher sein. Und zum Pipi machen gehen wir dann einfach gar nicht erst ins Gebüsch. Zwinkerndes Smiley

Abends wechselt Didi den Dieselfilter. Es wurde Zeit, denn VAnGO hat angefangen sich mit Schluckauf zu beschweren. Die Qualität des Diesels ist in Afrika extrem schlecht. Angola ist aber der Spitzenreiter bisher. Wir bemerken dies durch Leistungsverlust, stark erhöhtem Verbrauch und dicken schwarzen Rußwolken, die wir manchmal hinterlassen.

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Das hier ist kein Ölfilter sondern ein Dieselfilter! Das schwarze Zeug, das er herausgefiltert hat ist schwer verdaulich.

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Wir verdauen unsere Eindrücke bei einem Bier. Angola ist faszinierend und erschreckend zugleich.

Pedras Negras

26.04.2017

Auf dem Weg zu den schwarzen Felsen wird uns der Weg von der Polizei versperrt. Kurz vor dem kleineren Städtchen Lucala dürfen wir plötzlich nicht mehr weiter? Umfahren kann man diesen Streckenabschnitt leider nicht, es sei denn man nimmt 350 km Umweg in Kauf… Wir sind nicht die einzigen, die nicht weiter dürfen. Am Straßenrand stehen schon ca. 10 weitere Fahrzeuge.

Über der Stadt sehen wir zwei Armeehubschrauber kreisen. “Die suchen jemanden”, denken wir. “Hat da jemand eventuell die Brücke gesprengt?” Es stehen in wenigen Monaten Wahlen an und da weiß man ja nie…

Nur ca. 20 min. später dürfen alle weiterfahren. Nach allem was wir sehen –Menschenaufläufe, Flaggen, Parteibändchen- nehmen wir an, dass der Präsidentschaftskandidat mit den Helikoptern zu einer Rede eingeflogen war und aus Sicherheitsgründen der komplette Straßenverkehr gestoppt wurde. Kurz nachdem die Hubschrauber weg geflogen sind, dürfen wir nämlich weiter fahren.

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Kurz nachdem man von der Hauptstraße bei Cacuso abbiegt, sieht man in der Ferne schon die Pedras Negras. Sie wechseln je nach Jahreszeit ihre Farbe. Es handelt sich um Konglomeratgestein, wobei es rätselhaft ist, wie das hierher gekommen ist. Weit und breit ist es sonst nirgends zu finden. Wir parken direkt auf einem Felsen mit wunderschöner Aussicht auf die umliegende Ebene. Ein idealer Campground wie wir finden

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Am nächsten Tag entdecken wir, dass wir nicht weit von den versteinerten Fußabdrücken einer Königin übernachten haben. Sie nahm ein Bad und wurde von Soldaten entdeckt, die sie nackt sahen. Als die Dame flüchtete hinterließ sie ihre Fußabdrücke im Stein so sagt die Sage.

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Eine steile Treppe führt zum Gipfel einer der runden Felsen. Es ist heiß. Die Landschaft ist wunderschön. Wir laufen sehr vorsichtig. Die Spuren des Krieges sind auch hier immer noch zu sehen und Minen ein echtes Problem in Angola.

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Man sagt das in Angola noch heute 60 Personen pro Monat! durch Minen verletzt werden. Unfassbar diese Zahl.

Angola zählt zu den Ländern der Welt, in welchen die meisten Minen liegen. Da wird man automatisch sehr vorsichtig wenn man die Straße verlässt.

Luanda Club Naval

24.04.2017

Luanda ist die Hauptstadt Angolas und gerade hier erkennt man die Aufbruchstimmung des Landes. Leider hat aber auch hier die Wirtschaftskrise, vor allem die einbrechenden Ölpreise Einfluss genommen auf den Bauboom der vergangenen 10 Jahre. Viele Baustellen stehen still.

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Wie in allen Großstädten Afrikas leben Reich und Arm dicht aneinander. Es ist immer wieder erschreckend für uns was Armut hier bedeutet.

Die Lebensumstände vieler sind für Mitteleuropäer einfach nicht vorstellbar. Umso mehr wundert es, dass es nicht zu größeren Konflikten kommt zwischen Reich und Arm.

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Townships…

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…direkt neben der Strandpromenade.

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Von einem Freund haben wir erfahren, dass direkt in der Stadt ein Bootshafen liegt und der dortige Manager extrem Overlanderfreundlich ist. Man darf auf dem bewachten Parkplatz übernachten und die clubeigenen Duschen und Toiletten benutzen. Und Internet gibt es hier auch. Das ganze natürlich völlig kostenfrei!

Da müssen wir hin!

Die Eingangsschranke lässt man uns sofort passieren und wir müssen schon etwas herumfragen bis uns das Büro von Bruno gezeigt wird.

Der Manager begrüßt uns freudig und fragt sofort, ob wir hier übernachten wollen.

Ja gerne natürlich!

Er zeigt uns alles und meint, dass wir so lange bleiben sollen wie wir wollen. Luanda ist schön und es wäre schade, wenn wir morgen schon wieder weiterfahren.

Es klingt schon fast wie eine Bitte an uns und wir sind von dieser Gastfreundschaft wirklich überwältigt.

Um ehrlich zu sein, fühle ich mich hier fast wie auf Arbeit……aber das muss ja nichts Schlimmes sein Cooles Smiley 

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Am nächsten Tag machen wir erst mal ……..gar nichts Engel

Naja so ganz stimmt das nicht. Wir erledigen ein paar Kleinigkeiten, die in den letzten Wochen liegengeblieben sind, surfen im Internet und genießen das tolle Wetter, die Aussicht und die freundlichen Leute, die hier vorbei kommen. Viele sind neugierig und fragen woher und wohin und teilen uns mit wie toll sie das finden. Angolaner scheinen extrem offen zu sein und reisefreudig.

Immer wieder begegnet uns hier auch das fast schon übertriebene Thumps up. Ein typische Geste der Angolaner für ein OK, alles klar.

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Nach diesem Faulenzertag sind wir bereit für einen “Stadtbummel”. Wir wollen die Festung besuchen in der ein Militärmuseum untergebracht ist.

Auf dem Weg dorthin sehen wir Altes und Neues.

Vom Krieg gekennzeichnete

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toll renovierte

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und neu gebaute Häuser direkt nebeneinander.

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Das Museum: Etwas kommunistischer Stil ist doch übrig geblieben oder?

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Im Außenbereich stehen viele Kriegsfahrzeuge, die stellenweise noch Spuren zeigen, die sie vom Krieg davongetragen haben.

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Dieser lustige Geselle hat uns doch sehr zum Schmunzeln gebracht. Ich überlege immer noch, an wen er mich erinnert!

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Es gibt auch noch einen Innenbereich, in dem einige Waffen ausgestellt sind und der die Geschichte Angolas erzählt. Natürlich vor allem die lange Zeit des Bürgerkrieges. Sicher wäre es sehr interessant zu wissen, warum genau ein Volk in solche Zwiespalt kommen kann, aber leider ist alles in Portugiesisch beschrieben und wir verstehen garnix…..

Letztendlich kam kurz nach der Unabhängigkeit Angolas die Frage auf, ob man lieber ein kommunistischer oder ein demokratischer Staat werden will. Deshalb schlug man sich schnell die Köpfe ein und USA Südafrika, Kuba und Russland halfen gerne mit Waffen und Fahrzeuglieferungen aus um das ganze zu unterstützen Teufel

Leider fahren hier auch immer noch eine Menge Unimogs herum. Allerdings habe ich keine Ahnung, ob diese zu Kriegszwecken geliefert wurden oder Überbleibsel sind aus Hilfsorganisationen.

Das Interessante und irrsinnige ist, dass Angola von 1961 bis 1974 einen Krieg der Unabhängigkeit geführt hat. Kaum war man unabhängig, schlug man sich von 1975 bis 2002 weiter. Scheinbar konnten einige Zeitgenossen nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen. Insgesamt also hat das Land 41 Jahre ohne Unterbrechung Krieg mit sich selbst geführt.

Über 500000 Menschen fanden den Tod und über eine Millionen gelten als vermisst, so die offiziellen Zahlen. Die Wahrheit dürfte weit darüber liegen, da Volkszählungen in diesem Zeitraum nie stattfanden und selbst heute noch die Bevölkerungsanzahl nur grob geschätzt werden kann.

Wir haben einige Leute hier kennengelernt, die etwas älter sind als wir und eigentlich nur Kampf und Leid gesehen haben in ihrem Leben.

Vielleicht ist man gerade deshalb hier so superfreundlich und hilfsbereit?

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Außen hat man einen schönen Blick auf Lubango

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Witzig ist, dass eine Kanone direkt auf den Präsidentenpalast zeigt!

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Anschließend schlendern wir noch die Strandpromenade entlang und genießen die westliche Atmosphäre, auf die wir so lange verzichten mussten.

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Dieser Mann hier paddelt den lieben langen Tag im flachen Wasser direkt an der Promenade, um einen Fisch zu bekommen, der ihm etwas den Magen füllt. Wohlgemerkt immer in der prallen Sonne bei knapp 40 Grad…..

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…während keine 20 Meter davon entfernt die Oberschicht im (auch für uns zu teurem) Strandkaffee sitzt und beim Pina Colada über das Meer schaut.

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Wir fühlen uns in solchen Momenten schon sehr unwohl in unserer weißen Haut. Verlegenes Smiley

Direkt gegenüber ist auch die Nationalbank Angolas. Beim Bestaunen des Prachtbaues entdecken wir durch Zufall nebenan eine Treppe, die auf einem Platz nach unten verschwindet. Schaut aus wie ein U Bahnhof denken wir. Aber nachdem das ja nicht sein kann hier und wir extrem neugierige Gesellen sind, laufen wir da einfach mal runter.

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Wir kommen in das Museum des Geldes, das natürlich zur Bank gehört. Wir werden freundlich hereingebeten. Eintritt kostet es nicht und es ist schön kühl dort unten. Was könnte uns also aufhalten?Nur ein Scherz

Leider ist fotographieren verboten, und außer viel Geldscheinen aller möglicher Länder und natürlich der Geschichte des angolanischen Kwanza -der den Namen vom Kwanza Fluss hat – gibt es wenig zu sehen.

Aber eines wird mir immer in Erinnerung bleiben!

In einem Plexiglaskasten mit zwei Öffnungen, in die gerade so die Hände passen liegt ein Goldbarren! Und zwar ein Goldbarren der sogar Dagobert Duck in Verzückung gebracht hätte. Ganze 12 kg wiegt das gute Stück und jeder der mag kann hineinlangen und versuchen das schwere glatte Monstrum in die Hand zu nehmen. Dies ist gar nicht so leicht denn selbst der Aufseher schafft es nicht!

Doch deutsche Mechanikerhände packen wie ein Schraubstock zu und halten das gute Stück Edelmetall ganz fest. Natürlich gibt es keine Chance, dass ich den Barren herausbekomme und auch der Versuch ganz unauffällig etwas mit meinem Fingernagel von der Oberfläche abzukratzen misslingt. Engel

Ich gebe auf und lege dem Aufseher das Stück so hin, dass auch er es einmal in seinen Händen halten kann. Zwinkerndes Smiley

Am Abend kommt uns Wolfram auf dem Parkplatz besuchen. Er hat von uns gehört und bringt auch seinen Sohn Eddi und dessen Frau Nina mit Tochter Alice mit, um ein Bier uns zu trinken.

Wolfram ist deutschstämmig lebt aber schon über 40 Jahre in Angola. Auch er hat viel erlebt in dieser Zeit….

Wie viel Angolaner ist auch seine Leidenschaft mit dem OffRoader auf Tour zu gehen, um das Land zu erkunden. Fast die Hälfte aller 4×4 Fahrzeuge hier haben ein Dachzelt aufgeschnallt und sehen aus, als ob man gerade in den Urlaub fährt. Man hält sich hier bereit fürs Wochenende und genießt die schöne Natur in vollen Zügen, wenn man es sich leisten kann.

Wir bekommen an diesem Abend unwahrscheinlich viele Insidertipps, welche Orte wir unbedingt besuchen müssen und welche Strecken dazu am besten zu befahren sind.

Vielen Dank noch mal an Euch!

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Vollgepackt mit so vielen Tipps machen wir uns am nächsten Morgen gleich auf ins Abenteuer.

Ciao Club Naval, wir kommen bald wieder!

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Shipwreck Beach

22.04.2017

Ganz in der Nähe von Luanda gibt es einen Strand an dem unzählige Schiffswracks liegen. Auch in Luanda selbst sollen einige sein. Aber außerhalb der Stadt ist es natürlich viel schöner anzusehen sagt man.

Mit der wildromantischen Steilküste im Hintergrund ist es spektakulär und wir denken uns, dass sich das auch nach einem guten Übernachtungsplatz anhört. Cooles Smiley

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Leider ist es Dani nicht so wohl an diesem Tag. Sie hat schlecht geschlafen und ist müde. Auch der Magen drückt etwas……

Auf dem holprigen Feldweg zu den Wracks passiert es dann, sie lässt sich das Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen und wir beschließen, egal was uns dort vorne erwartet, wir werden dort rasten und übernachten.

Von der weiteren Fahrt bekommt sie nicht mehr viel mit. Weinendes Smiley

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Leider sieht man hier aber auch gut, was sonst so alles angespült wird…..es schockt uns immer wieder wie viel Plastikmüll für uns unsichtbar in den Weltmeeren treibt.Teufel

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Gottlob finden wir an einer Anhöhe ein herrliches Plätzchen, das uns auch eine kleine Brise kühler Meeresluft verspricht. Es ist kochend heiß und die Tagestemperatur kratzt an den 40 Grad.

Aber hier lässt es sich aushalten findet auch Dani und ich pflege und hege sie die nächsten 2 Tage hier so gut ich kann. Nur ein Scherz

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Sie schläft fast den ganzen Tag, hat etwas Fieber und die Bauchschmerzen werden nur langsam besser. Wir fürchten, dass es eine beginnende Malaria ist….Trauriges Smiley

Dani hatte –im Gegensatz zu mir- die letzten Wochen eine Malariaprofilaxe eingenommen, um möglichst auszuschließen gerade im Kongo krank zu werden. Es kann aber passieren, dass man trotzdem Malaria bekommt. Die Anzeichen dafür sind dann oft schlecht zu bewerten und häufig auch abgeschwächt.Was tun in einem Land, in dem man kein Wort versteht und somit ein Arztbesuch zur Farce wird? Wir behandeln erst einmal selbst und Dani nimmt vorsorglich Coartem ein, das wir als Notfallmittel dabei haben. Dieses Malariamittel hat auch mir gut geholfen und wird in hohen Dosen auch von den lokalen Ärzten gerne gegeben.

Während Dani den ganzen Tag pennt, inspiziere ich die nähere Umgebung und mache ein paar Bilder. Engel

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Warum hier so viele Wracks liegen haben wir leider nicht herausbekommen. Liegt es an kriegerischen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahren oder ist eine Meeresströmung daran Schuld? Auch gibt es hier sehr viele Sandbänke. Wer weiß, aber zum schön Anschauen wurden sie sicherlich nicht hierher gebracht.

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Ölplattform bei Sonnenuntergang,

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und in der Nacht…..von unserem Bett aus sehr gut zu sehen.

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Ein wunderschöner Platz ist das hier. Und letztendlich genießen wir alle die Zwangspause. Es ist immer wieder schön auch mal etwas sesshaft zu werden und für kurze Zeit  das Vagabundenleben aufzugeben.

Nach zwei Tagen geht es Dani dank der guten Pflege wieder besser und ich habe mächtig Sonnenbrand Verspotten.

Wir machen uns also auf den Weg in die Stadt Lubango.

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Dies scheint ein Überbleibsel zu sein vom Krieg denke ich?

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Bei einem Stopp am Supermarkt sehe ich das hier. Sehr einfallsreich finde ich, wenn auch die Lichtausbeute etwas mager sein dürfte.

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Über N`Zeto zum Strand

20.04.2017

N`Zeto ist eine Stadt im Umbruch. Hier sieht man deutlich die Spuren des Krieges und des Wandels. Straßen werden gebaut, Gebäude renoviert oder neu gebaut. Es wird irgendwann sicher einmal ein sehr schnuckeliges Städtchen sein. (Fotos gibt es leider keine)

Wir kaufen eine SIM Karte (endlich wieder InternetSmiley) und nutzen dies beim Hamburger Essen (lecker) sofort ausgiebig. Wie drei Süchtige sitzen wir am Tisch und jeder starrt in sein Handy/Laptop. Einfach fürchterlich….Nachdenkliches Smiley

Auch hier fragen wir nach Wasser. Wir müssen unbedingt unsere Tanks auffüllen. Wir brauchen es zum Kochen, Trinken, Spülen, Duschen… So wenig Wasser –nur noch 3 Liter- hatten wir noch nie. Und wir hatten noch nie so viel Probleme Wasser zu finden. Das, was man von Westafrika erwartet (kaum Wasser oder lediglich Zugang zu schmutzigem Wasser), trifft für Angola zu.

An einer Tankstelle dürfen wir auffüllen. Gelbes Wasser… nun denn… guter Test für unseren Wasserfilter.

Glücklich fahren wir zum Strand wenige Kilometer südlich von N´Zeto. Hier relaxen wir erst mal etwas, waschen Wäsche und lassen uns von den hohen Wellen herumwirbeln.

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Erster Eindruck in Angola – M´banza Congo

19.04.2017

Die Kleinstadt M`banza Congo ist nicht wirklich anders, wie die übrigen westafrikanischen Städte. Hier steht jedoch die erste Kirche Zentralafrikas.

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Wir verbringen nicht viel Zeit hier. Eigentlich möchten wir hier tanken. Doch es gibt ein Problem. Benzin und Diesel wären vorhanden, aber es gibt keinen Strom, der die Pumpe der Zapfsäule zum Laufen bringt. Die Autos stehen Schlange, denn auch im Rest von Angola soll es Spritmangel geben. So wartet man, bis der Strom wieder vorhanden ist, wann immer das auch sein mag, damit man seinen Platz in der Warteschlange nicht verliert. Wir haben noch genügend Sprit, um bis zur nächsten ca. 140 km entfernten Tankstelle zu fahren. Mal sehen, ob wir dort tanken können…

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Der erste Eindruck ist: Nette Menschen, wunderschöne Landschaft, vom Krieg und Minen gezeichnete Menschen (viele haben nur noch ein Bein), Wasserknappheit (wir finden keinen einzigen Brunnen, der Wasser enthält), viel Armut aber auch großer Reichtum weniger Menschen.