Dolisie

08.04.2017

Auf dem Weg von Brazzaville nach Dolisi soll es Banditen geben…die gefürchteten Ninjas

Was sind Ninjas?

Es handelt sich dabei um Überbleibsel der Ninja-Miliz, einer offiziell nicht mehr bestehenden Kampfeinheit, die während des kongolesischen Bürgerkrieges von 1997-2003 auf wechselnden Seiten kämpften. Den Ninjas werden Vergewaltigungen und Ermordung hunderter oder gar tausender Zivilisten vorgeworfen. Der Schauplatz vieler dieser Gräultaten: Illegale Straßensperren. Meist sind sie schwarz gekleidet und bis an die Zähne bewaffnet. Es handelt sich um junge afrikanische Männer, einige davon sehr sehr jung. Uns wurden sie beschrieben als Dreadlocks tragende, zugekiffte Jugendliche.

 

Die Straße ist erst seit einem halben Jahr fertig gestellt und irgendetwas gefällt manchen Menschen daran nicht. Sie haben versucht eine neue Brücke zu sprengen und Reisende, die wenige Wochen vor uns diese Strecke gefahren sind, wurden überfallen. Ca. 15 Männer mit Maschinengewehren versperrten den Weg. Als ein in die gleiche Richtung fahrender Lkw nicht anhält, schaffen sie es Vollgas zu geben und durch die Lücke mit hindurch zu fahren. Doch es wird geschossen. Verletzt wurde niemand, aber im Auto ist ein Loch…

Wir fahren etwas angespannt los. Immer dicht hintereinander. Didi fährt vor, weil er notfalls durch die Straßensperre mit VAnGO durchfahren will. Dan ist immer dicht hinter uns. Wir essen im Auto und stoppen lediglich zwei mal in der Nähe von den unzähligen Polizei/Militärkontrollen.

An jeder kleinen Brücke sehen wir Militär. Wir werden oft kontrolliert. Einmal auch von einer Gruppe des Militärs, von denen einer sturzbetrunken ist!

Als wir ankommen, trinkt er seine Bierflasche leer und wirft diese dann im hohen Bogen hinter das Mannschaftszelt. Dann kommt er herüber zu unseren Autos getorkelt. Sein Maschinengewehr immer schön über die Schulter gehängt.

Um ehrlich zu sein, ist uns in diesem Moment sehr unwohl. Er grinst uns zwar freundlich zu als wir losgefahren sind –Gottseidank hat uns sein Kollege kontrolliert- aber man weiß ja nie wie schnell die Stimmung kippen kann. Dann will man nicht einem Volltrunkenen mit einem Maschinengewehr im Anschlag gegenüberstehen!

Wir kommen aber ohne Probleme und erleichtert nach 400 km an unserem Ziel Dolisi an.

Fotos mache ich erst nach dem brandgefährlichen 100 km, da ich vor Abfahrt in Brazzaville alle Wertsachen versteckt habe.

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der schöner Regenwald…

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An einem Kreisel müssen wir eigentlich links Richtung Dolisi abbiegen.

Hier werden wir von einem rundgesichtigen Polizisten angehalten. Er hat etwas weiches, freundliches gar lustiges in seinem Gesichtsausdruck und so probiert Didi spontan die “hard-core-Version” der Strategie “Ich spreche und vestehe kein Französich” aus.

“Monschü”, meint Didi und ich breche innerlich fast zusammen vor Lachen.

“Bonjour”, antwortet der noch nicht irritierte Beamte. Er möchte Papiere sehen.

Didi gibt zu verstehen, dass er kein Französisch spricht. Dieser Beamte gibt ziemlich schnell auf. Zwinkerndes Smiley

Er seufzt, fragt noch hilfsbereit nach, ob wir nach Pointe Noire möchten (da möchten wir auch wirklich hin, aber eben nicht an diesem Tag). Wir sagen ja, weil wir gar nicht realisiert haben, dass wir uns am Abzweig nach Dolisi befinden. Er erklärt den Weg, wünscht uns eine gute Reise und wir fahren gerade aus. Party-Smiley Wir lachen uns noch immer schlapp als uns Dan zu verstehen gibt, dass wir abbiegen hätten müssen. Engel

 

Die Stadt macht einen freundlichen und aufgeräumten Eindruck.

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Wir finden ein Restaurant mit großem Parkplatz, geführt von einem im Kongo aufgewachsenen und Overlander-freundlichem exzentrischen Franzosen, der uns kostenlos übernachten lässt. Wir essen in seinem Restaurant und er zeigt uns sein kleines, mit Masken gefülltes Privatmuseum. Er spricht nur französisch, aber seine Körpersprache ist so eindrucksvoll und deutlich, dass wir uns blendend “unterhalten”.

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Brazzaville – kein Sprit, kein Visum, wenig Lust

04.04.2017

Eines der ersten Dinge, die wir erledigen wenn wir in ein neues Land reisen ist eine SIM Karte zu kaufen, um an eine Internetverbindung heranzukommen. Free Wifi gibt es in Westafrika eher selten. Ab Nigeria hatten wir es nie gefunden.

Leider ist es oft umständlich sich registrieren zu lassen für eine neue SIM Karte. Immer jedoch ist es zeitaufwändig. Im Kongo haben wir nach zusammengezählt 9 Stunden Wartezeit aufgegeben…..Etliche “Agenturen” waren einfach nicht fähig unsere bereits gekauften Karten freizuschalten…..

Hier Dan beim Warten im gemütlichen Shop von MTN

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Also weiter Richtung Hauptstadt Brazzaville

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Kongo überrascht uns sehr, mit augenscheinlich vorhandenem Reichtum, guter Hauptstraße und gut organisierter Wasserversorgung.

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In der Präsidentenstadt Oyo begegnen wir gar etwas, was wir seit Marokko nicht mehr gesehen haben!

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Und einem Krankenhauskomplex, den wir im Kongo so auch nie vermutet hätten. Um es vorsichtig zu formulieren, ist das Bild, das uns durch Medien vermittelt wird doch etwas einseitig, finden wir.

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Natürlich ist der 1te Welt Standard nicht in allen Dingen vorhanden. So haben wir seit drei Tagen Schwierigkeiten an Kraftstoff zu kommen. Diesel ist eher weniger das Problem aber Dans Jeep benötigt Benzin. Und das ist seit hunderten von Kilometern (Ouesso) an allen Tankstellen ausverkauft. Und da wo es noch etwas zu geben scheint, geht es eher chaotisch bis aggressiv zu.

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Da nimmt man jede Mitfahrgelegenheit wahr

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Dan muss vom Zusatztank umfüllen

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Denn der Weg nach Brazzaville ist noch weit!

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Und nicht immer gut

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Geldspielautomaten sind der große Renner hier. Was uns doch sehr wundert ist, dass selbst 10 Jährige hier täglich ein kleines Vermögen verspielen. Beim Warten auf unsere SIM haben wir das sehr gut und lange beobachten können Strebersmiley 

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Prioritäten werden in Afrika anders gesetzt. Wir denken oft darüber nach, warum das so ist.

Vielleicht wird es etwas verständlicher wenn man begreift, dass ein Morgen bei weitem nicht so abgesichert ist wie in Mitteleuropa? Wer weiß, hier kann morgen schon ein Bürgerkrieg oder Ebola ausgebrochen sein. Eine Geldentwertung, kein Wasser, kein Strom, von der Schlange gebissen und ohne ärztliche Versorgung das Leben jäh beendet. Alles was uns schrecklich erscheint, ist fast normal und gehört zum Leben. Deshalb lebt man mehr im Jetzt und genießt das Heute statt wie bei “uns” in die Zukunft zu investieren und darauf zu bauen, dass alle Versprechungen und Hoffnungen in Erfüllung gehen.

Nicht alles, aber einiges gefällt uns an dieser Denk- und Lebensweise. Engel

Wort zum Sonntag zu Ende…Regenbogen

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Bei Mab machen wir einen Abstecher zum Lac Blue, der in einem Nationalpark liegt. Dort wollen wir eigentlich eine Gorilla Auffangstation besuchen. Wir erfahren, dass die Gorillas im Käfig gehalten werden und lehnen dankend ab. Der Abstecher war trotzdem ganz lustig Cooles Smiley

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Afrikaner sind Stapelkünstler

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Wir erreichen endlich Brazzaville. Dan erreicht mit seinem wirklich letzten Tropfen das Hotel HippoCamp in dessen Hof wir übernachten werden. Ein alter Overlander Treff ist hier, warum auch immer…..uns gefällt es nicht wirklich. Der Besitzer ist superfreundlich, aber Toilette und Dusche sind in einem nicht gebrauchsfähigen Zustand. Und wir sind wirklich einiges gewohnt….Durchtrieben

Wir sind nur in Brazzaville, um morgen ein Visum für Angola zu beantragen. Die Chancen sind eher gering hier, aber Versuch macht klug.

Nach langem Herumfragen und der Hilfe des Nachtwächters vom HippoCamp bekommt Dan auch 75 Liter Benzin gebracht. Eigentlich wollte er 125 haben, aber mehr war wohl in der ganzen Stadt nicht aufzutreiben. Angebot und Nachfrage beeinflussen den Preis, das muss Dan nun am eigenen Leib spüren.

Normalpreis 560 CFA (ca 85 cent) nun liegt der unverhandelbare Preis bei 1500 CFA (2,30 Euro) plus Taxikosten!

Die Qualität ist natürlich auch nicht die beste. Es riecht mehr nach Verdünnung, jede Menge Wasser ist darin und andere undefinierbaren Dinge. Der Spezialfilter holt alles raus, aber an der miesen Qualität kann auch er nichts ändern. Der Jeep wird nun einige Tage lang hustend und qualmend die Berge erklimmen müssen Verlegenes Smiley

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Nachdem das angolanische Konsulat klar und deutlich zu uns sagt “Nein ihr bekommt kein Visa von uns, da ihr nicht im Kongo wohnt” versuchen wir nicht weiter unser Glück hier und verlassen ziemlich spontan die Stadt. Auch wegen des herrschenden Ninja Problems auf unserer Weiterreise verschweigen wir wohin wir fahren bzw. geben falsche Auskunft an jeden, der uns fragt.

 

Mächtiger Baobab…

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…direkt bei einer der Zeitaufwendigen Kontrollen.

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Ich erlaube mir den Polizisten zu fragen, was er denn nun mit all unseren Daten macht, die er fein säuberlich auf einen fettigen Schmierzettel geschrieben hat.

“Diesen gebe ich meinem Boss!”

“Und dann?”

“Der hat dann die Daten von Euch dem Visa und denen des Fahrzeuges!” (incl. Name und Beruf des Vaters und der Mutter)

“Und dann?”

Leere starrt mich an……….er hat garantiert noch nie über Sinn oder Unsinn diese aufwändige Prozedur nachgedacht. Hier macht man was befohlen wird. Augen rollendes Smiley

Ouesso

02.04.2017

Im Kongo fahren wir auf den besten Straßen Afrikas…wer hätte das gedacht? Brandneu und keine anderen Fahrzeuge auf der Straße von der Grenze Gabuns bis zur Abzweig in den Norden, also für ca. 200 km Zwinkerndes Smiley

Der kleine Grenzübergang verläuft übrigens unspektakulär. Wir stempeln am Tag vorher in Lekoni beim freundlichen Beamten aus, übernachten im Canyion Rouge und fahren gemütlich auf guter Straße bis zum freundlichen Zollbeamten im Kongo, der sich gerne beim Ausfüllen des Carnet behilflich sein lässt.

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Das hier ist die Zollstation. Die findet man natürlich auf Anhieb Strebersmiley

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Der Immigrationsbeamte ist dann leider ein Mensch der herrischen Sorte. Er kommandiert seinen “Untergebenen” erbarmungslos und herablassend herum. Wir versuchen die peinliche Situation zu ignorieren. Der arme Mitarbeiter soll dann unsere Personalien auf einen Zettel schreiben. Offensichtlich benötigt er aber eine Brille. Als er danach zu greifen versucht, verbietet es ihm sein Chef. Fehler sind vorprogrammiert und der eingeschüchterte Mann weiß schon, dass er gleich rund gemacht wird. Wir haben Mitleid, können aber nichts tun, außer uns zu unterhalten, so dass dieser Unmensch an Immigrationsbeamten keine Bühne für sein grausames Spiel hat.

Zu spät denken wir daran, dass wir noch Brillen aus Deutschland haben. Dieser Beamte wäre bestimmt froh darüber gewesen. Wir werden aber noch andere Menschen finden, die Schorsch s Brillen dringend benötigen.

Es gibt hier noch keine öffentlichen Verkehrsmittel. So werden wir beim Zoll und bei der Passkontrolle von den jeweiligen Beamten gefragt, ob wir Einheimische mitnehmen können. Zunächst sind es nur 2 Schulkinder, dann möchten noch eine junge Frau mitgenommen werden und als es sich herumgesprochen hat, dass wir Leute mitnehmen, kommen noch mehr. 40 km möchten sie mitfahren… keine Ahnung wie sie sonst dort hingekommen wären. Wir sehen kein anderes Fahrzeug, lediglich Afrikaner, die die Fahrbahn als Gehweg benutzen und mitten auf der gut ausgebauten Landstraße laufen.

Wir übernachten bei Silvano in Makoua, wo Didi sich um unseren Reifen kümmert. Wieder ein Loch! Langsam wird es ein bisschen eng mit der Qualität unserer Reifen…

Auch der Anschluss für die Druckluft zum Reifen aufpumpen muss repariert werden.

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Am nächsten Tag machen wir uns auf den langen Weg in den Norden. Wir möchten einen Nationalpark besuchen und außerdem sollen dort Pygmäen leben.

Die Fahrt dorthin ist eher langweilig. Gute Teerstraße mit viel Grün rechts und links. Wenig Abwechslung.

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In Ouesso angekommen, werden wir am Ortseingang kontrolliert und hier möchte man Geld. Es wird ein bisschen zäh, aber wir schaffen es wieder einmal ohne zu bezahlen weiter zu fahren. Nachdem wir ja jetzt “Freunde” sind dürfen wir sogar noch  ein Foto des Beamten machen…

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Hier tanken wir erst einmal voll. Benzin (Dan s Jeep braucht Benzin) war bislang nicht zu bekommen. Hier kann er volltanken. Glück gehabt. Diesmal Zwinkerndes Smiley…dazu in Brazzaville mehr….

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Um zum Nationalpark zu kommen, müssen wir über den ca. 35 Meter breiten Fluss mit der Fähre übersetzen. Wir fragen nach dem Preis und sind geschockt. 25 Euro die einfache Strecke!!! Mindestens 50 Euro für den Hin- und Rückweg. Ja richtig, nicht 50 Euro … wir kennen Afrika mittlerweile und wissen, wenn wir auf der anderen Seite sind und die Fährmänner mitbekommen, dass wir unbedingt wieder zurück müssen, weil es für uns keine andere Möglichkeit gibt, steigt der Preis.

Nein, das tun wir uns nicht an.

Wir möchten wieder gehen, doch nun hat uns der betrunkenen Immigrationsbeamte entdeckt, der unbedingt unsere Pässe kontrollieren möchte. Wir befinden uns in Grenznähe zu Kamerun und er möchte einfach nicht hören, dass wir die Fähre nicht nehmen und auch nicht aus dem Kongo ausreisen möchten. Er ist ein extrem unangenehmer Genosse, will unbedingt die Pässe haben und behält diese. Verlangt Geld. Ein anderer Beamter kommt und hat keine Ahnung vom Carnet. Angeblich sei es ungültig. Plötzlich ist Dan s Fahrzeugschein verschwunden……Der Betrunkene behauptet ihn an Dan zurückgegeben zu haben, was natürlich nicht stimmt. Nun tickt Dan aus, weil sich auch immer mehr Beamte von verschiedenen Behörden (Zoll, Polizei, Immigration) einmischen.

Es wird laut. Dan notiert den Namen des Beamten, der unsere Dokumente nicht mehr heraus rücken möchte und Didi macht mit seinem Handy ein Foto von ihm. Ich gehe zu einer Zollbeamtin, die irgendetwas in ihr großes Poesiealbum schreibt und entdecke, dass Dan s Fahrzeugschein durch mehrere Hände bis hier hin gelangt ist. Als ich das Dan und Didi zurufe verlagert sich der Schauplatz an ihren kleinen schattigen Unterstand. Laute Worte werden gesprochen. Der betrunkene Beamte möchte, dass Didi das Foto löscht und dieser denkt nicht dran, sagt, dass er es zur Botschaft schicken wird, um sich über ihn zu beschweren. Das machen wir natürlich nicht, aber die Drohung zeigt Wirkung. Der Betrunkene wird kleinlaut……vielleicht überlegt er sich das nächste Mal wie man freundlicher sein kann? Wer weiß.

Die Beamtin hält sich die Ohren zu und verdreht die Augen. Als ich ihr erkläre, dass wir die Fähre nicht nehmen werden, legt sofort ihren Stift aus der Hand und fragt, weshalb sie dann alle Fahrzeugdaten aufschreibt? Wir sagen, dass uns diese Vorgehensweise auch schleierhaft ist, wir es mehrfach versucht haben zu erklären, aber ihre Kollegen nicht zuhören können.

Sie schüttelt ihren Kopf, steht auf und bringt uns unsere Pässe, die ein anderer Beamter hatte, zurück.

Der Betrunkene möchte immer noch, dass Didi das Foto löscht. Doch Didi bleibt hart und pflaumt den Beamten an, dass er sich das nächste mal besser benehmen soll. Als auch keiner der anderen anwesenden Beamten ihm zur Seite stehen, kehrt er wieder zu seiner Flasche Bier zurück.

Es ist nicht immer einfach ruhig zu bleiben bei den vielen Kontrollen hier.Manchmal wird man nur kurz verhört (woher, wohin, was macht man …) aber oft wird jede Information bis hin zum Namen des Vaters und der Mutter aufgeschrieben. da in diesem Zeitraum auch noch alle anderen Kollegen aufkreuzen (Militär, Polizei, Custom Control und Douane) und jeder zeitgleich Fragen stellt dauert dies meist eine Stunde bis man weiterfahren kann. Wenn man das Prozedere nun zum dritten mal am gleichen tag durchmacht und das bei diesem Klima das hier herrscht, soviel Baldrian kann kein Mensch nehmen damit er da noch ruhig und gelassen bleibt.

Schön ist es auch wenn einer der Beamten auf der Beifahrerseite nach den Pässen fragt und diese auch von Dani bekommt und zugleich ein anderer auf der Fahrerseite ebenfalls die Pässe verlangt. Sagt man ihm er muss etwas warten da gerade sein Kollege einen Blick darauf wirft kann dieser es nicht begreifen und reagiert ärgerlich das man ihn warten lässt, beschwert sich und/oder fängt an zu uns mit Schikane zu provozieren….(Auto durchsuchen, Gelbfieberimpfung kontrollieren,  Fahrzeugpapiere, Versicherungen usw. usw.)

 

Wir fahren einige Kilometer aus Ouesso raus, kommen an unserer Lieblingspolizeikontrolle vorbei, die uns nun sehr freundlich durchwinken und übernachten auf dem Gelände einer Priesterschule.

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Pygmäen sehen wir leider keine Trauriges Smiley Lediglich am Straßenrand kann ich im Vorbeifahren einen kurzen Blick auf ein paar wenige kleine Menschen werfen.

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Weiter südlich bei einem unserer Buschcamps kommen aber dann doch noch zwei Pygmäen vorbei, die auf dem Nachhauseweg von ihrer Feldarbeit sind.  (Leider keine Fotos. Ich war zu schüchtern…) Wir fragen, ob wir übernachten dürfen und schütteln Hände. Sie sprechen kein Französisch, lachen aber und sind freundlich. Faszinierend. Der eine ist einen ganzen Kopf kleiner als ich, der andere vielleicht einen halben Kopf. Sie haben eine normale Statur. Alles ist nur etwas kleiner. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden sie hier im Kongo nicht als Menschen anerkannt und auch jetzt sind diese ursprünglichen Waldmenschen nicht wirklich in das System der Schulbildung etc. integriert. Ich hätte gerne mehr von deren Kultur erfahren, doch wir haben leider keine Zeit (da wir uns um das Angola Visum kümmern müssen) und würden außerdem sowieso eher nicht kommunizieren können…

Canyon Rouge

29.03.2017

Bei Lekoni in der Nähe Francevilles soll es wunderschöne Canyons geben. Dank unseres Navigationssystems finden wir diese auch recht schnell und fahren an den Canyon Rouge.

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Um an den Canyon zu gelangen, fährt man ca. 5km durch eine sandige Piste. Irgendwann und ganz plötzlich steht man dann vor dem im hohen Elefantengras verdeckten Abgrund! Also etwas aufpassen und besser nicht mit zu viel Schwung durch den Sand pflügen. Nur ein Scherz

 

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Wer schubst hier wen?

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Nachdem es uns hier so gut gefällt und auch die Moskitos bzw Fourros sich zurückhalten, bleiben wir hier ein paar Tage und genießen die Einsamkeit.

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Leider ist ein Plug im Reifen undicht und ich muss einen Neuen setzen bevor wir weiterfahren.

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Einer arbeitet und 15 schauen zu……

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Unser Stammrestaurant Cooles Smiley

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Es gibt hier in der Gegend auch einen Canyon Blance. Allerdings finden wir diesen nicht und haben auch keine Lust auf tagelange Suche. Es wären ca. 80km Piste zu fahren und diese ist kaum zu sehen und verzweigt sich sehr oft. Wir brechen ab.

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Kurz überlegen wir, ob wir hier schon Richtung Kongo fahren wollen.

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Allerdings können wir nicht abschätzen, wie man einen “illegalen” Übertritt der Grenze im Kongo gegenübersteht und wie/wo wir dann unseren Einreisestempel bekommen. Außerdem haben wir gerade ein klein wenig die Lust an schlechten Pisten verloren und fühlen uns auf Teer pudelwohl. Nur ein Scherz

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Hallo Kongo wir kommen!

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Die lange Fahrt nach Franceville

 

26.03.2017

Wir fahren von Dilolo über Lastoursville nach Franceville

Zum einen soll die Strecke schön sein und zum anderen wollen wir bei Lekoni über die Grenze in die Republik Kongo.
In Afrika sind die Chinesen…..zum einen um Straßen zu bauen, zum anderen um den Kontinent seine Rohstoffe zu entnehmen.
Hier eine andere Hinterlassenschaft die ich am Wegesrand gefunden habe. Arbeitssicherheit spielerisch beigebracht Zwinkerndes Smiley

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Modernes Afrika

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die Strecke wird bald schlechter und wir mögen es noch nicht wahr haben das eine Stadt mit weit über einhunderttausend Einwohnern über solch einen Hauptverbindungsweg verfügt und das wir uns die nächsten 700 km auf dieser Nationalstraße befinden. Erfahrungsgemäß wird es nicht besser Enttäuschtes Smiley

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unerwartet eine schöne Kirche am Wegesrand

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unser erster Übernachtungsplatz ebenfalls am Wegesrand. Verkehr ist hier eh keiner, heute ist uns noch kein Auto entgegengekommen also werden wir sicher nicht gestört heute Nacht. Höchstens vom starken Regen der einsetzt

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Die Beschilderung der Rue National 6 ist ähnlich gut wie in Europa

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die Straße aber nicht. An dieser Stelle haben wir noch 480 km vor uns……Verwirrtes Smiley

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und es wird natürlich nicht wesentlich besser im laufe des Tages

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Bierverkauf am Strassenrand

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Chinesen beim Straßen vermessen,. Mitten im Nirgendwo!

Ob dies ein gutes Zeichen ist und wir bald auf eine neugebaute Teerstraße treffen?

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Nein wohl ehr nicht. Diese Brücke hat mir dann doch eine kleine Sorgenfalte auf die Stirn gemeißelt Trauriges Smiley

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aber am Ende geht´s immer irgendwie

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besser wird es danach aber auch nicht

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Nächste Übernachtung bevor wir kurz vor Franceville wieder auf Teer treffen

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Grüße an eine ganz besondere Freundin Zwinkerndes Smiley

 

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Ein aufgeschleuderter Stein zertrümmert die Scheibe von Dan´s Jeep. Im Innenraum liegen jede Menge Splitter und Tesaband muss herhalten.

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Kaum zu glauben wie sehr wir uns gerade über modernen Straßenbau freuen!

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bei Franceville einer dreckigen und nicht einladend wirkende Großstadt besuchen wir noch einen Stausee und das zugehörige Kraftwerk. Das Militär dort nimmt uns die Pässe ab und dann dürfen wir einfahren. Alles recht unkompliziert hier Cooles Smiley

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Diese alte Hängebrücke war ebenfalls auf dem Gelände. Allerdings konnten wir wegen den Horden an Mosquitos nicht wirklich die Zeit genießen und waren bald wieder weg

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Wir suchen uns ein abgelegenes Plätzchen ganz in der Nähe zum schlafen und genießen bei einem Sundowner die Aussicht

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natürlich alles Originalteile ob mit oder ohne SchreibfehlerStrebersmiley

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Bushmeat

25.03.2017

Schon im Kamerun haben wir das sogenannte Bushmeat, das am Straßenrand zum Verkauf steht, entdeckt. Hier in Gabun sehen wir das erste Mal auch Affen.

Ich lasse die Bilder sprechen:

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Dieses Tier lebt noch Zwinkerndes Smiley und versucht eine Flasche Bier –wohltemperiert bei ca. 37 °C- zu verkaufen. Smiley

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Gemüse wird teure aus Kamerun importiert. Wilde Tiere kann man selbst jagen und muss somit kein Geld in sein “täglich Brot” investieren. Im Gegenteil: Das, was zuviel ist, bindet man einfach an einen Stock, der in einem leeren Ölfass steht. Sobald ein Auto anhält springt man aus seiner Hütte und tritt in die Verkaufsverhandlung ein.

Wir bevorzugen die “food is ready” Plätze mit gegrilltem Hähnchen. Zwinkerndes Smiley

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Von Loanga Lodge zur Shell-Fähre und weiter zum Strand Mayumba

22.03.2017

In der Nacht zuvor regnet es ohne Ende. Es donnert, blitzt und schüttet wie aus Kübeln. Kein Wunder, dass die Straße am nächsten Morgen überschwemmt ist.

Didi und Dan lieben es, in den Pfützen zu spielen… Jungs eben Zwinkerndes Smiley

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Wir müssen, wie auf dem Hinweg auch, durch das Ölfördergebiet von Shell. Alleine darf man hier nicht fahren. Wir werden eskortiert. Bis uns das Pilotfahrzeug an der Schranke abholt, dauert es ein bisschen, denn die Fahrer sind gerade alle beim Essen. Also essen wir auch etwas. Mit 30 km/h gurken wir dem Vorausfahrenden hinterher.

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Wir verlassen nach ca. 8 km das Gelände und sehen einen Elefanten am Straßenrand. Wow. Da fährt man um eine Kurve, sieht Dan mit seinem Jeep, dessen Warnblinkanlage aufleuchtet, stehen, denkt “Oh weh, ein Panne” und sieht im nächsten Moment keine 3 m entfernt einen Elefanten im Gebüsch.

Die Pipelines sehen auf den Fotos zwar nicht hübsch aus, doch in diesem Moment sind wir froh, dass sie eine Barriere zwischen uns und dem Elefanten bilden.

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Wir übernachten in der Nähe des Anglegeplatzes der Fähre und hören einen Elefanten in der Nacht 5 m von VAnGO entfernt grasen. Wir hören, wie er Grasbuschel um seinen Rüssel dreht, aus der Erde herausreißt und schmatzend verzehrt.

Am nächsten Morgen hat es sich ein Spinne an VAnGO gemütlich gemacht….

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Morgens gesellen wir uns zu den Trucks, die auf die Shell-Fähre warten. Es handelt sich nicht um eine öffentliche Fähre. Man muss sich vorab bei Shell registrieren lassen. Wenn es noch Platz auf der Fähre hat, darf man kostenlos mitfahren. Das spart einen Umweg von mehreren Hundert Kilometern. Doch leider lief mit unserer Buchung etwas schief. Niemand von Shell weiß etwas von uns. Der Kapitän würde uns gerne mitnehmen, aber ihm sind die Hände gebunden und er riskiert seinen Job. Er versucht seinen Boss und etliche andere Verantwortlichen zu erreichen. Die Aussage bleibt aber leider gleich. Wir dürfen nicht mitfahren. Wir sind nicht registriert und stellen somit ein Sicherheitsrisiko dar… Die Autofähre und die Personenfähre legen ohne uns ab…

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… und wir fahren den ganzen Weg über Sangala über Kili ca. 180 km zur Hauptstraße zurück, um einen Nationalpark herum (weitere 150 km), um weiter südlich bei Ndende nach weiteren 200 km zum Strand zu kommen. Mit der Fähre wären es keine 40 km gewesen…

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Für alle Overlander, die die Fähre vom Norden aus Richtung Süden nehmen wollen, hier die Wegbeschreibung. Die Straßen sind auf keiner Karte und auch nicht im Osmand/OSM verzeichnet:

Man biegt bei Yombi von der asphaltierten Hauptstraße auf eine gute Lateritstraße Richtung Sangala (Mandji) ab. Hier sollte man bei der Total-Tankstelle noch einmal volltanken, wenn man –bevor man die Fähre nimmt- zur Loanga Lodge fahren möchte. Das nur als Tipp, weiter geht es mit der Wegbeschreibung. Von Sangala aus, folgt man der Straße weiter bis zu einem Schlagbaum. Hier beginnt das 100 km lange Gebiet einer Holzfirma. Das Passieren ist kein Problem. Nach Verlassen dieses Gebietes kommt man zum Schlagbaum der Firma Shell. Soweit wir wissen kann man sich hier für die Fähre registrieren lassen. Was bei uns schief lief, wissen wir nicht. Hier muss man sagen, wo man hin möchte, damit die Eskorte den richtigen Ausgang wählt. Durch das Gebiet wird man eskortiert. Das ist gut, denn das Pilotfahrzeug kennt den Weg. Zwinkerndes Smiley Nachdem man das Shell Gebiet verlassen hat, folgt man der immer noch gut ausgebauten Piste Richtung Süden. Die Straßenführung ist nicht immer ganz eindeutig, doch wenn man den Lkw oder deren Reifenspuren folgt, findet man schlussendlich nach ca. 100 km die Fähre am west-nördlichen Ende der Lagune Nago in der Nähe Sette Cama (das sich auf der anderen Seite der Lagune befindet). Hier kann man sicher und problemlos übernachten. Alles in allem sind es ca. 300 km ab der geteerten Hauptstraße, die auf einer relativ guten Piste zurück gelegt werden müssen.

Die Fähre legt nur einmal pro Woche, immer mittwochs nach Gamba ab und braucht 3 Stunden. Man darf auf der Autofähre nicht mitfahren. Die Personenfähre benötigt ca. 1 Stunde und legt gleichzeitig mit der Autofähre ab. Man kann in Gamba also noch gemütlich einen Kaffee trinken, bis die Autofähre ankommt. Das Auto wird nicht vom Schiffspersonal bewegt, man darf also zuschließen und den Schlüssel behalten.

 

Der Strand bei Mayumba ist ganz nett, aber nicht umwerfend. Wir sind uns gerade nicht sicher, ob sich dieser gigantische Umweg gelohnt hat… Die Wellen sind um diese Jahreszeit so stark, dass man besser nicht zu tief ins Meer geht.

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Über ein Rollfeld versuchen wir zum Parque National de Mayumba zu gelangen. Die Piste wird immer sandiger und führt leider nicht am Strand entlang. Wir kehren nach ca. 1 Stunde fahrt wieder um, da wir nicht denken, durch das dichte Gebüsch auf diesem Weg an den Strand zu kommen.

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Auf dem Weg zum Strand treffen wir auf eine super nette schwedische Familie, die mit zwei kleinen Kindern für ein Jahr Afrika bereist. Wir genießen den Abend mit ihnen und hoffen, sie einmal wieder zu treffen.

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Loanga Nationalpark

19.03.2017

Wir verlassen die gut geteerte Hauptstraße bei Yombi Richtung Westen und fahren zunächst auf guter Piste durch den Regenwald.

Nach ca. 100 km kommen wir an einen Schlagbaum. Dies ist das Gelände der Holzfäller. Wir dürfen ohne Probleme passieren. Die Strecke führt über 100 km durch den Regenwald. Da es dunkel wird und wir das nächste Gate nicht vor Sonnenuntergang erreichen können entscheiden wir uns hier zu übernachten. Leider sind wir nicht ganz alleine. Tausende mini kleine Fourrus möchten die Nacht und unser Blut mit uns teilen. Die Blutsauger sind fast nicht zu sehen, so klein sind sie, hinterlassen aber 1 Cent große rote Flecke. Also verziehen wir uns schon um 19 Uhr in unsere stickig-heißen Autos und wagen es nicht, Licht anzumachen, die diese kaum sichtbaren Mistviecher (sorry) durch unser Moskitonetz fliegen können. Wir verbringen eine heiße Nacht (nicht was ihr denkt Zwinkerndes Smiley) und verlassen früh morgens ohne Frühstück diesen Platz. Bloß schnell weg hier. Ich reagiere leider wieder einmal allergisch auf die Bisse und muss dann drei Tage lang unter brennender, juckender Haut leiden.

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Wir verlassen das Holzfällergebiet und kommen kurz darauf an den nächsten Schlagbaum. Diesmal ist es das Gebiet des Ölmagnaten Shell. Hier lässt man uns nicht einfach so durchfahren. Wir benötigen eine Eskorte für die 8 km.Im Schneckentempo fahren wir hinter dem Pilotfahrzeug her.

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Wir finden ein schönes Plätzchen am Strand und übernachten hier mit der Möglichkeit Elefanten am Strand zu sehen. Die Hinterlassenschaft können wir bereits jetzt im Sonnenuntergang beobachten. Zwinkerndes Smiley

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Bevor wir zur Lodge fahren, tanken wir an der letzten Möglichkeit noch einmal auf. Das Benzin riecht eher nach Pinselreiniger, aber wir haben keine andere Wahl.

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Auf sehr schlechter Piste fahren wir die letzten Kilometer bis zur Lodge. Insgesamt sind es ca. 300 km von der geteerten Hauptstraße bis zur Lodge. Die letzten 80 km sind schmal und schlecht. Die letzten 9 km noch schmaler und noch schlechter.

Wir kommen im Paradies an.

Kleine Bungalows aus Holz befinden sich auf grünem, gepflegtem Rasen unter Palmen. Vom Restaurant überblickt man die Lagune. Am anderen Ufer beginnt das Gebiet des Nationalparks. Die Nacht im Bungalow kostet 300 Euro pro Person! Diese Touristen werden hierher üblicherweise mit dem Boot oder dem Flieger gebracht. Ihnen kann man den Landweg ja auch nicht zumuten. Zwinkerndes Smiley

Ob wir armen Schlucker hier bleiben dürfen?

 

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Wir treffen Jannie, den namibischen Manager. Wir sind uns sofort sympathisch. Er erklärt die verschiedenen Aktivitäten und Safaris. Der Preis für eine Safari ist sogar akzeptabel stellen wir verwundert fest. Ich frage vorsichtig nach der Möglichkeit des Campens.

“Kein Problem. Wo ihr wollt”, meint Jannie, “benutzt den Swimming Pool. Für Dusche und Toilette öffne ich euch einen Bungalow. Im Moment ist es nur ein bisschen hektisch, weil nächste Woche Paul Allen (der Mitbegründer von Bill Gates Mircosoft) die komplette Anlage gebucht hat.”

Wow!! Wer hätte das gedacht?

Jannie ist begeistert von unserer Reise und –wie wir denken- froh sich mit “normalen” Menschen unterhalten zu können. Wir freunden uns schnell an.

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Am nächsten Tag treffen wir Megan und David aus Lagos. Wir gehen gemeinsam mit ihnen auf Safari. Zunächst fahren wir mit dem Boot zum Nationalpark und dann geht es mit dem Toyota weiter. Elefanten am Strand Smiley

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Jannie möchte uns die Tassi Lodge im Nationalpark zeigen. Sie ist total heruntergekommen und er möchte sie wieder aufbauen. Das könnte sehr schön werden… Er erzählt unglaublich interessante Geschichten aus seinem Leben mit reichen Menschen, die er als Hotelmanager auf Principe kennen lernte.

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Auf dem Rückweg sehen wir frische Leopardenspuren und die lustigsten Schweine der Welt. Jannie nennt sie Bushpigs (Red River Hog). Sie haben weiße, lange, haarige Büschel an den Ohren, die lustig umherflattern, wenn sie rennen.

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Das Beste kommt aber erst noch. Wir sehen wilde Gorillas. Auch für Jannie ist es das erste Mal, dass er nicht habituierte Gorillas sieht. Wir sind absolut begeistert und die Gorillas sind wohl ebenfalls fasziniert von uns Zwinkerndes Smiley

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Abends werden wir zur Krokodiljagd eingeladen. Wir erklären den Guide für komplett verrückt, als er ins hüfttiefe Wasser springt, um ein Krokodil mit den Händen zu fangen. Es ist zwar nur klein, aber es ist stockdunkel und die Mutter ist nicht weit!

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Bevor wir am nächsten Tag leider weiter müssen (der Abschied von Jannie fällt sehr, sehr schwer), verbringen wir noch einen schönen Abend mit Jannie, Megan und David.

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Didi s Kamera ist kaputt und wir geben dem Paar aus Lagos die Kamera mit, damit sie sie nach Deutschland zu meinen Eltern schicken können. Ein Kollege fliegt demnächst nach Deutschland und so scheint es uns sicher zu sein, dass die Kamera auch ankommt. Mit der afrikanischen Post hätten wir da Bedenken. Ob wir allerdings dem sympathischen Paar wirklich trauen können? Wir haben ein gutes Gefühl…aber wir müssen abwarten.