Welcome to Ghana beim Grenzübergang Tatale

Ich habe eine Tourbeschreibung eines Reiseanbieters gefunden, in welchem beschrieben steht, dass man von Sokode über das Bassari Land, mit einer kurzen Besichtigung des altertümlichen Hochofens kurz vor der Grenze gelegen eine der größten Städte Ghanas Tamale erreicht. Liest sich ganz nett. Wir treffen an der Grenze ein deutsches Paar, dass die Tour in umgekehrter Richtung macht und SIE, wohl völlig genervt von der Rüttelpiste im nicht klimatisierten Kleinbus, nicht einmal aussteigt. Es steht nicht in der Reisebeschreibung, dass man den ganzen Tag im Auto sitzt, sich die Straße gerade im Bau befindet und somit unendlich viele Schlaglöcher hat und das Bassari Land eher uninteressant ist. Zwinkerndes Smiley

 

Ein touristisches “Highlight”, das im Reise-Know-How sehr spektakulär beschrieben ist, schauen wir uns doch noch in Togo an:

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Äh, nein. Nicht das. Dieses hier:

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Hier sollen in vergangenen Tagen Hexen in eine Löwengrube geworfen worden sein… 600 m tief. Hm. Wir sind laut Schild eindeutig an der richtigen Stelle. Der Fels ist jedoch nicht mal 30 m hoch, schätzen wir, und eine Grube für Löwen und Krokodile haben wir hier auch nicht gesehen….

Der Berg auf dem wir uns befinden ist gerade mal 670 Meter hoch Party-Smiley

 

Auf dem Weg zur Grenze:

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Wir reisen relativ unspektakulär aus Togo aus. Der Sicherheitsbeamte ist mit einer Steinschleuder bewaffnet (ok, sie ist größer als die der Nachtwächter in SenegalZwinkerndes Smiley), das Carnet wird anstandslos gestempelt, nur der die Pässe stempelt möchte auf einmal noch 2000 CFA haben und den Führerschein sehen – bei der Ausreise!!!? Ihr kennt uns ja mittlerweile…wir zahlen nix. Muss man auch nicht.

Didi lacht die Beamten an und sagt frei übersetzt während er ins Auto steigt “ Nein Nein wir müssen nichts bezahlen für eine Arbeit die ihr macht. Wir benötigen die Einträge nicht die ihr ins Buch schreibt. Das wollt ihr!” Startet den Motor und fährt los

Ein paar Meter weiter ist die Grenze zu Ghana. Endlich wieder englisch sprachig Smiley.

Neu für uns ist, dass man zunächst durch die Gesundheitskontrolle muss. Da es sich um einen kleinen Grenzübergang handelt und es hier kein Fieberthermometer gibt, werden lediglich unsere Impfpässe kontrolliert und weiter geht s zur Passkontrolle. Der Beamte scherzt noch und meint, die Lady könnte mit den Pässen ja schon mal vorlaufen und der Mann fährt mit dem Auto hinterher. Er findet seinen Vorschlag total witzig und lacht sich schlapp.

Wir werden wieder sehr nett mit “Welcome to Ghana” begrüßt, müssen einen kleinen weißen Zettel ausfüllen und stimmen die Grenzbeamten nachdenklich…hier kam wohl noch kein Tourist mit dem eigenen Fahrzeug durch. Sie meinen, dass bevor sie unsere Pässe stempeln (und unser single-entry Visum somit “aufgebraucht” ist), wir zunächst beim Zoll fragen sollen, ob die uns mit unserem Auto überhaupt reinlassen. Wenn die “Ja” sagen, sollen wir zurück laufen und unsere Pässe werden dann gestempelt. Schön, hier denkt man wohl mit. Wir laufen zum Zoll und erklären dem Beamten, wie man das Carnet ausfüllen muss. Er machts, wir laufen zurück und bekommen 60 Tage Aufenthaltserlaubnis in Ghana. Yeah, sehr nette Beamte. Die Aufenthaltsdauer liegt nämlich (selbst wenn man ein 2 monatiges Visum beantragt und auch erhalten hat) in deren Ermessungsspielraum. Smiley

Alles läuft hier total locker ab, mit Wohlwollen und gesundem Menschenverstand. Sehr nette, clevere Leute die Ghanaer.

Die Lehmburgen von Koutammakou

Im 11. Jahrhundert verlangte man von den in Burkina Faso lebenden Soma sich zum Islam zu bekehren. Da sie an ihrem Animismus festhalten wollten, flüchteten sie in Benins Norden. Von dort aus, suchten sie nach neuem Lebensraum und ließen sich in diesem Bereich Togos nieder.

Zunächst lebte dieses Volk in den Bäumen, die in der Regenzeit und vor wilden Tieren aber keinen Schutz boten. Auf der Suche nach Unterschlupf fand man Felsüberhänge und einen Baobab-Baum, in dem ca. 20 Menschen schlafen konnten. Von diesem Baum inspiriert ersann man die Bauweise der doppelstöckigen Lehmburgen, den Tatas. Anscheinend war diese Bauweise auch nötig, um sich vor verfeindeten Stämmen und später auch vor den Kolonialmächten (zunächst den Deutschen, dann den Franzosen) zu schützen. Ob sich die Europäer davon haben einschüchtern lassen?… kaum vorzustellenAhnungsloses Smiley

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Ein Tata wird in mehreren Lagen gebaut. Wasser und Erde werden vermischt und nachdem das Fundament gebaut ist, eine ca. 20 – 30 cm hohe Mauer gebaut. Man lässt diese über Nacht trocknen und setzt am nächsten Tag die zweite Lage darauf. So führt man das fort, bis nach ca. 3 Monaten, die Burg fertig ist.

Das Gebäude hat nur einen einzigen Eingang, der verschlossen werden kann. Fenster gibt es keine. Links und rechts neben der Tür, sind Gucklöcher eingebaut. Auch vom ersten Stock aus gibt es ein Guckloch nach unten, welches mit einem Stein abgedeckt ist, so dass man sehen kann, was dort vor sich geht. Im Erdgeschoss leben die Tiere, wie z.B. Hühner. In der Mitte der runden Burg ist ein Platz, in dem Feuer gemacht und gekocht werden kann.

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Über eine Holzleiter gelangt man in den ersten Stock, wo sich die Vorratsspeicher, Waschplatz und die Schlafzimmer befinden. Um ins Schlafzimmer zu kommen, muss man ganz schön sportlich sein Zwinkerndes Smiley Und was ist, wenn man nachts mal zum Pipi-machen muss?? Verwirrtes Smiley In dem Mini-Raum schläft man zu dritt….

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Vor einem Tata befindet sich immer ein Fetisch. Vorher wird das Haus nicht bezogen. Es gilt als unbewohnbar, solange es noch ohne Ahnensegen/Göttersegen ist. Auch im Haus haben wir in fast jedem Raum einen Fetisch gesehen. Nein, nicht die Handtasche, das darunter Zwinkerndes Smiley

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Die Menschen hier sind verpflichtet, zunächst ein Haus in traditioneller Bauweise zu bauen, bevor sie ein “modernes” bauen dürfen. Das ist wohl der Deal für das UNESCO Weltkulturerbe. Wenn man dann kein Geld mehr für ein Haus mit größeren Räumen hat…nun ja, Pech gehabt.

Michael mit Messer um den Hals. Getreide, Körner, Chillies, etc werden getrocknet und in den Getreidespeichern (das ist da, wo man das Dach wie einen Deckel abnehmen kann) in Körben aufbewahrt,  der Dorf-Chief und eine Dame mit Hut:

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Wir finden die Häuser und die Geschichte, die uns unser Führer Michael in englischer Sprache erzählt sehr interessant. Obwohl wir eine größere Diskussion mit ihm hatten, scherzen und lachen wir viel. Ich bringe ihm sein erstes deutsches Wort bei “Kichererbse” und er kann es kaum abwarten, den nächsten deutschen Touristen damit zu überraschen. Zwinkerndes Smiley

 

Der Saft dieser Pflanze wird als Heilmittel gegen Schlangenbisse verwendet. Man reibt sich damit ein und trinkt davon (wohl mit Wasser vermischt oder Hirsebier?). Michael sagt noch, als Didi fragt ob er den Saft auch anfassen könne, er soll aufpassen, dass er nichts davon in die Augen bekommt. Für den Moment geht das auch gut. Der Saft trocknet und Didi verreibt den Rest in seiner Hand.

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Auf der Weiterfahrt verlangt er nach Sonnencreme, weil er sich die Nase verbrannt hat. Sonnenbrand jetzt noch? Wo wir so lange schon unterwegs sind? Ich habe keinen bekommen. Nachdem Didi sich das ganze Gesicht mit Creme eingeschmiert hat, brennt das ganze Gesicht. Erst jetzt denkt er an den Schlangenbissbaum. Erstauntes SmileyParty-Smiley

 

 

Leider hat auch dieser Besuch einen kleinen Beigeschmack, den wir hier für andere Reisende noch kurz berichten:

Es geht wieder einmal ums Geld. Im Reiseführer steht, dass man pro Person 1500 CFA “Eintritt für ein Dorf” zahlen muss. Das ist zwar komisch, dient aber dem Erhalt der Lehmburgen und ist somit o.k., finden wir. Dann wollte man aber nochmal 10.000 CFA plus 5.000 CFA für den angeblich obligatorischen Guide. Wir wären fast nicht weiter gefahren. Wir glauben nämlich nicht, dass dies rechtens ist…

Auf unser Nachfragen, wofür wir 2x Eintritt zahlen müssen, erklärt uns Michael, dass die 10.000 CFA dafür da sind, dass wir die ganze Gegend erkunden dürfen. Für die 1.500 CFA pro Person lässt er die Kette am Gate runter. Nach langer Diskussion einigen wir uns mit Michael darauf, dass wir den großen Baobab Baum nicht sehen müssen und uns ein Dorf genügt. Somit entfallen die 10.000 CFA. Nach dem ersten Haus, meint er dann dass die Tour zu Ende sei. Jetzt wird Didi erst richtig sauer und droht sogar mit der Touristenpolizei (keine Ahnung, ob es hier überhaupt eine gibt), denn er hat uns mehrere Häuser in einem Dorf versprochen. Um das Ganze abzukürzen: Wir besichtigen noch zwei weitere Häuser und begrüßen den Dorfchef.

Als Tipp können wir weiter geben, dass wenn man im letzten Dorf vor der Grenze zu Benin übernachtet wohl nur die 1.500 CFA pro Person Eintritt zahlen muss. Wir stellen uns vor, dass es auch in diesem letzten Dorf Tatas gibt, die man dann ungestört und auch ohne Führer besichtigen kann. Eventuell muss man der Familie, der das Haus gehört etwas Geld geben, aber das ist sicherlich billiger als unser Guide. Dennoch war in diesem Fall der Guide ganz gut, da er sehr gut Englisch gesprochen hat und Interessantes berichten konnte. Jedem bleibt nun selbst überlassen, was er mit dieser Info macht Zwinkerndes Smiley

Die Höhlen von Nok

Der Harmattan, der heiße Wüstenwind, versperrt uns die Sicht. Wie bei uns im November im Nebel – nur wärmer.

Eine steile Leiter führt zu den Caves.

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Sie dienten in schwierigen Zeiten als Versteck. Damals musste man an Lianen zum schmalen Felsvorsprung hinunter klettern. Auch hier gibt es wieder Tongefäße, die als Vorratsspeicher dienten. Manche davon sind dreigeteilt.

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Als die Tour beendet ist, bezahlen wir unseren Guide. Kurz darauf kommt ein Einheimischer mit seinem Moped daher gefahren. Er stoppt uns und sagt, dass er der Guide sei. Ohne Führer dürfe man die Höhlen nicht besuchen. Wir deuten auf “unseren Führer” und meinen, dass er sich bitte mit diesem Herrn einigen, der wohl doch kein Offizieller, sondern nur der Kioskbesitzer des kleinen Dorfes in der Nähe ist. Viel Spaß Zwinkerndes Smiley Wir fahren weiter und sehen im Rückspiegel, wie die beiden miteinander diskutieren.

Auf der Fahrt zur Haupstraße:

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Katholische Mission in Dapaong

Unsere erste touristische Attraktion sind Felszeichnungen weit ab der geteerten Straße. Seht selbst, ob sich die ca. 80 km (=3h Fahrt) Hin- und Rückweg lohnen. Zwinkerndes Smiley

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In Togo einen Übernachtungsplatz im Busch zu finden ist schwierig. Überall gibt es Farmland und zerstreute Dörfer. Wir fahren wieder nach Dapaong und sehen auf dem Weg ein Schild, dass zu einer katholischen Mission führt. Vielleicht dürfen wir dort übernachten?

Ich frage den Kaplan, der nicht abgeneigt scheint, aber den Pfarrer dazu holen möchte. Sie haben beide nichts dagegen und laden uns für den nächsten Morgen zur Sonntagsmesse ein. Um 7 Uhr in französischer Sprache, um 9 Uhr in Moba. Der Kaplan ruft noch schnell Christa an und reicht mir den Hörer weiter…Ups, so ganz ohne Vorwarnung…

Christa ist Nonne und kommt aus Deutschland. Ich lade sie für den Abend in unser Auto ein und sie kommt tatsächlich. Wir verbringen einen schönen Abend und sie gibt uns noch den Tipp in die zweite Messe zu gehen, weil dort afrikanische Lieder gesungen werden.

Sehr gute Entscheidung. Smiley Aber leider ohne Fotos für euch.

Die Messe ist total lebendig und lebhaft. Der Chor singt innbrünstig und wird von afrikanischen Instrumenten begleitet. Einige Frauen tanzen vor dem Altar. Wir hätten so gerne gefilmt….

Von der Predigt bekommen wir nichts mit, aber auf französisch hätten wir ja auch nichts verstanden.

Peinlich wird es dann am Ende. Wir sollen vor kommen. Zum Altar. Christa auch. Sie soll übersetzen. Wir sollen uns vorstellen und sagen, was wir machen, woher wir kommen, wie lange wir bleiben,… Unsere Rede wird mit Gejohle positiv bewertet. Am Ende wird uns unbefristete Aufenthaltsdauer bewilligt und das Angebot für uns eine Rundhütte zu bauen.Smiley mit geöffnetem Mund

Und nach der Messe, kann man auf dem Missionsgelände, das nun zum Markt geworden ist, allerlei Leckereien und auch Hirsebier kaufen, zu dem uns Christa einlädt. Hicks.

Am Morgen vor der Messe sieht es so aus:

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Da muss man schon ignorieren können um in Ruhe zu frühstücken Cooles Smiley

Aber die Kinder hier waren völlig entspannt und nett!

Von Ouagadougou nach Togo

Nachdem wir unsere Pässe mit den Visa für Ghana in den Händen halten, hält uns nichts mehr in dieser heißen Stadt. Wir fahren Richtung Togo und sehen, wie immer, Interessantes auf den Straßen. Autofahren ist hier nicht langweilig 😉

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Vor der Grenze möchten wir noch einmal übernachten, da es immer angenehmer ist eine Grenze morgens anzugehen. Man hat keinen Zeitstress und kann sich dann erst mal im neuen Land zurecht finden, bevor man sich übereilt einen Schlafplatz suchen muss, weil es schon wieder dunkel wird. Um 18 Uhr ist hier zappe-duster.

Wir finden ein schönes Plätzchen und fragen eine Bäuerin, die gerade auf dem Heimweg ist, ob wir hier übernachten dürfen. Sie meint, dass das kein Problem sei. Kurz darauf erscheint Mr. Laurence, der Bürgermeister. Auch er gibt uns sein o.k.

Froh, über das laue Lüftchen (endlich ist es mal nicht ganz so heiß), essen wir die hier extrem seltenen Trauben (die letzten habe ich glaube ich in Spanien gesehen). 

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Unsere gute Bierstimmung wird jäh unterbrochen, als 3 Mopeds angefahren kommen. Wie gesagt, es ist stockdunkel. 6 Männer steigen ab und wir sehen noch mehr Mopeds kommen. Ui, was ist jetzt los? Zum Glück ist es dunkel, so dass ich die schweren Holzknüppel und das Gewehr nicht gleich entdecke. Mittlerweile ist das ganze männliche Dorf hier versammelt. 30, 40 oder 50 junge Männer. Oh, ohhhhh……Nachdenkliches Smiley

Didi geht sofort mit einer Taschenlampe bewaffnet auf den ersten zu und leuchtet ihm ins Gesicht. Dann reicht er ihm die Hand und sagt “Hello”

Kommentar Didi” Ich muss zugeben ich hatte die Hose in dem Moment ganz schön voll…..”

Nachdem sie uns mit Taschenlampen begutachtet haben, werden auch wir mit Handschlag begrüßt. Die Situation ist dennoch nicht entspannt. Sie wollen wissen, was wir hier machen. Anscheinend haben sie nicht mit Herrn Laurence gesprochen. Doch der wird gleich angerufen. Das hat leider nicht den Effekt, den ich mir gewünscht habe. Sie sind immer noch misstrauisch, wollen unsere Pässe sehen und ins Auto schauen. Na das ist das geringste Problem. Wir sagen, dass aber nur einer gucken darf, weil es unser Zuhause ist. Sie sind einverstanden und ich gehe mit dem Auserwählten zum Auto. Jetzt entdecke ich, dass auch er ein Gewehr umhängen hat. Hmmmmm.

Die Sache wendet sich dann zum Guten. Wir dürfen bleiben und Didi ist sogar so frech, noch nach einem Foto zu fragen. Leider versagt der Blitz. Der löst nur aus, als die Kamera auf die Füße gerichtet ist… Naja, die meisten sind sowieso schon wieder gegangen.

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Was uns immer wieder etwas beruhigt ist, das man scheinbar vor uns mehr Angst hat als wir vor ihnen.Nur ein Scherz

Am nächsten Morgen werden wir von einem Hüsteln und dann mit einem Bonjour geweckt. Die Kinder des Dorfes sind neugierig und begleiten uns bis zur Hauptstraße.

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Alles nochmal gut gegangen. Smiley

 

Die Grenze ist dann ein bisschen komisch aufgebaut. Im Ort Cinkasse muss man die “Hauptstraße” verlassen, um in den Grenzbereich einzufahren. Angeordnet in Kreisform befindet sich hier alles auf dem gleichen Gelände. Das Carnet kennt man hier nicht wirklich und so versucht man uns bei der Ausreise aus Burkina Faso noch schnell ein “Passavant” zu verkaufen und das ziemlich vehement. Irgendeiner kennt sich dann doch aus. Die wütenden Passavantverkäufer werden ganz still und wir werden durchgewunken.

Auf Togo-Seite geht alles sehr herzlich, offen und freundlich zu.

Wir werden zum Chef der Zollbehörde ins elektronisch gesicherte Zimmer geführt, sitzen einem sehr gepflegten, gebildeten und freundlichem Menschen gegenüber und müssen ihm dennoch das Carnet erklären. Zwinkerndes Smiley Kleine Grenzübergänge sind entspannter und für uns viel relaxter… Auch beim Pass einstempeln werden wir freudestrahlend auf Deutsch begrüßt. Man stempelt platzsparend und das Ganze war auf Togo-Seite in weniger als 15 Minuten erledigt.

Beantragung des Ghana Visums in Ouagadougou, Burkina Faso

Wir planen die Ankunft in der Hauptstadt Burkina Fasos so, dass wir nicht über das Wochenende auf unsere Pässe warten müssen. Großstädte, vor allem die in Afrika sind nicht so unser Ding. Am Montag Mittag tauche wir also vor der Botschaft auf und finden sie GESCHLOSSEN !!!  Zwei Tage Feiertag in Burkina Faso und alle auch die Botschaften machen mit… Dumm gelaufen, jetzt hängen wir doch für 2 Tage hier fest.

Am Mittwoch sind wir schon um kurz nach 8 Uhr in der Botschaft. Der nette Herr an der “Rezeption” fragt, ob wir Einwohner Burkina Fasos seien. “Oh, nein”, denke ich mir, “bitte lass das nicht auch hier eine neue Reglung sein.”

Wir erklären unsere Situation, dass wir schon seit einem Jahr reisen und keine Chance hatten, das Visum in Deutschland zu beantragen. Er händigt uns die Formulare und ein weißes Blatt Papier aus, auf dem wir beschreiben sollen, weshalb es uns nicht möglich war das Visum in unserem Heimatland zu bekommen, weshalb wir es ausgerechnet hier beantragen und weshalb wir überhaupt nach Ghana wollen. Wir überlegen lange und schreiben die ganze DIN A 4 Seite voll. Zwinkerndes Smiley Viel, hilft viel.

Zum Glück haben wir ein Einladungsschreiben eines Freundes von Anne (vielen DANK an Hassan Smiley), sowie eine Hotelbuchung. Beides mit Kopien des Personalausweises der Personen, die uns “eingeladen” haben. Außerdem füge ich noch eine Kopie des Carnet bei, als Ersatz für das im Formular verlanget Rückflugticket. Der Rezeptionist schaut nochmal drüber, meint wir sollen hier und da noch ein bisschen ergänzen und verbessern und nimmt gegen eine Gebühr von je 25.000 CFA unsere Dokumente entgegen. Hoffnung macht er uns jedoch nicht, da ja eigentlich Visa nur für Einwohner Burkina Fasos ausgestellt werden.

Auf mein Betteln hin “We are good people.” entgegnet er, dass es nicht um gut oder böse geht. “Jesus was a good man, but he got rejected.”  Und so verlassen wir um 10.30 Uhr die Botschaft und dürfen am Freitag wieder kommen.

Wir wollen nicht noch mehr Nächte in Ouagadougou verbringen und fahren zum Nationalpark Nazinga (siehe dort).

Am Freitag können wir unsere Pässe mit unseren Visa in Empfang nehmen. Smiley Alles gut gegangen, Dank Hassans Einladungsschreiben, der uns nicht einmal kennt. Herz

Ich habe 60 Tage Aufenthaltsdauer bekommen, Didi nur 30… hm….gut dass ich das bemerkt habe. Ich frage höflich, ob mein “Mann” auch 60 Tage bekommen könnte. Der nette Herr an der Rezeption runzelt die Stirn, nimmt Didi s Pass und läuft zum Konsul oder Botschafter (keine Ahnung, wer hier zuständig ist….). Mit der Rasierklinge hat man schnell aus den 30 Tagen 60 Tage gemacht und wir verlassen beschwingt das Gebäude.

Zeit überbrücken im National Park Nazinga

Natürlich wollen wir nicht die ganze Zeit in Ouagadougou verbringen, um auf das Ergebnis unseren Visa-Antrages zu warten.

Wir tanken erst mal voll. Natürlich nur Markenqualität!…

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…und fahren dann  Richtung Grenze Ghana zum Nationalpark Nazinga,

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auch wenn wir wissen, dass in der momentanen Jahreszeit die Chancen Tiere zu sehen sehr gering ist. Das Gras steht hoch und selbst Elefanten verschwinden leicht hinter der bis zu 3 Meter hohen Wand des undurchdringlichen Grases.

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Nach 15 km Off Road Piste erreichen wir den Eingang zum National Park.

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Man darf hier Eintritt bezahlen und erfährt dabei, dass man weder im Auto übernachten darf und ohne Guide keine Fahrten unternehmen darf. Aber bis zum Camp im Park (weitere 35km…..)  darf man fahren.  Na das ist schon gut gelöst, denn hat man erst mal Eintritt gezahlt ist man gezwungen ein Zimmer zu nehmen egal wie es aussieht…….Verwirrtes Smiley
Genau das tritt natürlich auch ein. Nach 1 Stunde Fahrt angekommen erfahren wir vom knurrigen Rezeptionisten, dass die “billigen” Zimmer ein „Problem“ haben und wir somit die teuren nehmen müssen. Als wir diese ansehen stellen wir fest dass -abgesehen von dem ja inzwischen auch für uns  schon erwarteten- schlechtem Zustand des Raumes auch kein Moskitonetz vorhanden ist. Somit scheidet das für uns aus. In dieser von den Plagegeistern verseuchten Gegend ohne diesen Schutz zu schlafen geht einfach nicht! Man muss es ja nicht herausfordern Malaria zu bekommen.
Wir wollen also im Auto schlafen. Ein sauberes Bett und der Moskitoschutz ist dort vorhanden. Eine langwierige Diskussion folgt und letztendlich bezahlen wir zu viel Geld für null Gegenleistung. Aber wir dürfen im eigenen Bett schlafen!
Am nächsten Morgen ordern wir einen Guide und fahren “auf Safari”.
Lustig hierbei ist, dass man für das Auto am Einfahrtstor extra bezahlen muss um dann feststellen zu müssen, dass man ohne eigenes Auto gar keine Safari machen könnte und ja auch gar nicht zum Camp gelangen kann. Denn eigene Autos oder Transportmöglichkeiten haben die dort nicht…….
So kurz nach der Regenzeit ist natürlich alles zugewachsen und die Wege oft kaum zu erkennen. Eine fast 3 Stunden andauernde Fahrt durch dieses Terrain ist eine Herausforderung. Der Fahrer – also ich- braucht gar nicht daran zu denken, dass er nach Tieren Ausschau halten kann. Der Guide kommt uns auch ziemlich ahnungslos rüber. Er kennt die Wege. Aber wo man Tiere sehen kann weiß er nicht. Das Interesse herauszufinden, wo sich die verschiedenen Rudel und Herden gerade aufhalten scheint gegen Null zu tendieren!

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Die Quintessenz der Safari ist:
– Keine! Tiere gesehen. Noch nicht mal ein Erdhörnchen….Vor Wut kochen

– Trotz eines Schutzgitters hinter dem Kühler Grill sind alle Kühler an Vango mit Elefantengrassamen, Raupen, Gottesanbeterinnen, Ameisen und sonstigem Getier komplett zugesetzt, so dass ich bei der darauffolgenden Fahrt zurück nach Ouagadougou einen Temperaturunterschied an Wasser und Öl bemerke und die Kühler am nächsten Tag reinigen muss.
-Außerdem ist die vordere Abdeckung der Markise bei der Fahrt durch die engstehenden Bäume zerborsten und wird ab jetzt mit Kabelbindern an ihrem Platz gehalten.

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– Das Highlight der guided tour war jedoch als er uns aussteigen ließ (wir natürlich in der Hoffnung auf eine Tierbeobachtung), um dann gemeinsam gut 50m durchs hohe Gras und schlammigen Boden zu stapfen, um nach dem Weg zu schauen, ob er denn befahrbar ist!
Wieder im Auto angekommen, waren wir von oben bis unten voll von fiesen Stichen von Moskitos und Bremsen. Noch Wochen später haben wir dicke Stellen und Juckattacken, die kaum zu beschreiben sind. Vor Wut kochen

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Alles in allem also ein erfolgreicher Tag, an den wir lange zurückdenken Party-SmileyAhnungsloses Smiley

Auf den 35km, die wir dann wieder alleine aus dem Park herausfahren sehen wir doch noch einige Affen, Gazellen und wunderschöne Vögel. Am Hauptweg wohlgemerkt……..Augen rollendes Smiley

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Ich frage mich, für was der Guide gut war….Nur ein Scherz

Am nächsten Abend kommen wir wieder im “geliebten” Camp Pharaoh an und zur Feier des Tages gibt es Trauben mit Käse – natürlich westafrikanisch serviert. Vor Lachen auf dem Boden wälzen

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Campement le Pharaoh…..die Ansprüche sinken

Nachdem wir in Ouagadougou einige Nächte bleiben müssen und wir auch nicht zu weit aus der Stadt fahren wollen beginnt die Suche nach einem Übernachtungsplatz.
Wir landen beim Campement le Pharaoh, welches schon auf dem ersten Blick einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck macht.

Aber wir haben wohl keine andere Wahl. Enttäuschtes Smiley Campingplätze sind in ganz Westafrika nicht wirklich üblich.
Man lässt uns im eigenen Auto schlafen und wir bekommen den Schlüssel für ein Bungalow, um dort Toilette und Dusche nutzen zu können. Das Ganze -natürlich erst nach Verhandlungen- zu einem akzeptablen Preis.
Der Bungalowzustand?
Unter europäischen Gesichtspunkten würde man sagen: Alles abreißen und neu bauen.
Die Toilette mit europäischer Schüssel ist ja schon mal was. Aber mit fehlender Klobrille nicht wirklich toll. Ahnungsloses Smiley

Die Farbgebung ist auch gaaaanz weit vom ehemaligen strahlenden sanitär weiß entfernt. Ebenso die Farbe des Waschbeckens, welches zudem auch verstopft ist. Alles, was dann mit der Zeit doch noch durch den Abfluss rinnt tropft auf den Boden…..Schildkröte Teufel

Im Schlafraum liegt ein PVC Boden, der wohl eigentlich eine Tischdecke hätte werden sollen, so dünn ist dieser. Natürlich sind 25% davon zerrissen und man stolpert jedes mal. Das Bett, hmmm was soll ich sagen? Ich denke, es gab nur ganz wenige Situationen in meinem Leben, in denen ich mich freiwillig dort hinein gelegt hätte Trauriges Smiley
Aber zum kalt Abduschen reicht es völlig und eine Dusche mit fließend Wasser haben wir auch schon länger keine mehr gehabt.
Auch, wenn diese erst repariert werden muss.Vor Lachen auf dem Boden wälzenParty-Smiley

 

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Das Campement muss einmal richtig schön gewesen sein. Es ist ein riesiges Gelände mit verschiedensten Gebäuden. Mit etwas Phantasie war es hier sicher mal toll. Einige Gemälde an den Mauern deuten darauf hin, dass es wohl hauptsächlich von Franzosen genutzt wurde in besseren Zeiten. Und jetzt? Nun unser Verdacht bestätigt sich als Dani mich fragt, ob ich in dem Regal im Schlafzimmer schon die Tasse gesehen habe. „Klar“, sage ich.  „Die mit den Kaffeebeutelchen drin?“ Fand ich lustig, dass man hier nobel Kaffee und Teebeutel ins Regal stellt, wie in Hotels….

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„Nun“, meint Dani, „das ist kein Kaffee. Das sind Kondome.“

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Wir sind also in einem Stundenhotel untergekommen Cooles SmileyEnttäuschtes SmileyVor Lachen auf dem Boden wälzen

Ich frage mich nur wie groß die Not sein muss, hier seine Schäferstündchen verbringen zu wollen!
Wir machen das Beste draus. Auch wenn es hier heiß, und der Verkehr sehr laut ist, so dass wir sehr schlecht schlafen…..
Der Autoverkehr an der nahegelegenen Straße meine ich natürlich!Herz

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