Tucson

14.12.2024

Wir schlendern durch “historical downtown” und finden, dass es sich nicht lohnt. Nun denn, auch solche Erfahrungen gehören zum Reisen. Der Übernachtungsplatz in den umliegenden Bergen mit Blick auf die beleuchtete Stadt hingegen war sehr schön.

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Organ Pipes Cactus National Monument

13.12.2024

Da es auf dem Highway 10 Stau bis zum Horizont hat, fahren wir über die wenig befahrene 95 Richtung Süden und dann auf der 8 Richtung Osten. In Yuma sehen wir Sanddünen, die Landschaft ist karg, aber gebirgiger als gedacht. Durch Armeegebiet führt die 85 gen Süden nach Ajo, wo wir kurz vor dem National Monument übernachten möchten.

Ajo selbst gefällt uns so gut, dass wir auf der Plaza mit mexikanischem Flair erst einmal einen Chai Tea Latte trinken, dann ein bisschen im Städtchen umherschlendern und auf ein Straßenfest treffen. Wir bleiben hängen. Viele bleiben anscheinend in Ajo hängen, wie uns eine vor 6 Jahren Zugereiste erzählt. Die Atmosphäre sei so friedlich hier, meint sie. Jeder lässt jeden leben und ist hilfsbereit. Sobald sie die Stadtgrenze überfährt, um in der nächst größeren Stadt Erledigungen zu tätigen, fühlt sie sich unsicher. Kommt sie zurück geht es ihr wieder gut. Ajo lässt einen nicht mehr los, sagt sie. Auch wir spüren die Wohlfühlatmosphäre, lauschen den talentierten life-bands und bleiben bis nach Sonnenuntergang.

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Unseren Übernachtungsplatz finden wir im Dunkeln, allerdings stehen hier schon einige Wohnmobile und im Lichtkegel von Vangos Scheinwerfern ist es nicht leicht einen freien Platz zu entdecken. Wir parken Vango und schlafen erst einmal. Am nächsten Morgen sehen wir, dass wir doch -für amerikanische Verhältnisse- nah an einem anderen Van geparkt haben. Als wir unsere Seitentür öffnen, versteht das unsere Nachbarin als Zeichen, dass wir wach sind und klopft an. Wir hätten ja ziemlich nah geparkt, sagt sie und fragt, ob wir länger gedenken zu bleiben. Falls ja, würde sie umparken. Wir erklären ihr, dass wir gleich in das Organ Pipes Cacuts Nat. Monument fahren und abends für eine weitere Nacht wieder zurück kommen. Sie scheint das nicht gut zu finden, also versichere ich ihr, dass wir uns einen anderen Platz suchen können. Hier gibt es ja viel Land zum Übernachten. Das findet sie gut und taut auf. Sie gibt uns den Tipp die Darby Well Road zu fahren (was wir später auch tun), einen Scenic Drive in der Nähe Ajos und fragt nach unserer weiteren Reiseroute. “Ach Kalifornien. Da habe ich noch Kartenmaterial. Ich bringe sie euch gleich vorbei.” Sie geht von dannen und im gleichen Moment schießt eine wild gewordene Hauskatze mit Glöckchen um den Hals in einem Affentempo auf mich zu. Gleich springt sie mich an, denke ich, und schon, ca. 3 Meter vor mir, dreht sie ab. Die Mietze gehört unserer Nachbarin, die meinte, dass die Katze ein Trauma hätte. Sie sei mit 45 anderen Katzen in einem Van aufgewachsen… nun ja, wie der Herr so`s Gschärr…. Winking smile

Im Park  führt der Weg zunächst am Grenzzaun zu Mexiko entlang. Auf einer Wanderung bewundern wir die Organ Pipes und die vielen Saghuaros (das sind die einzeln stehenden). Eine Anomalie finden wir besonders hübsch. Sie erinnert an eine Blüte, finde ich.

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Quartzsite

12.12.2024

Jedes Jahr finden sich hier tausende “Snowbirds” (Camper, die hier überwintern) ein. Der kleine Ort Quartsite dehnt sich dann um ein Vielfaches in die Wüste aus. Wer von Mitte September bis April hier bleiben möchte, kann das auf einer Long Term Visitor Area für insgesamt 190 US Dollar bleiben oder auf BLM Land bis zu 14 Tage kostenfrei stehen. Bei Letzterem muss man nach dieser Zeit mind. 40 km weiter ziehen. Die Broschüre spricht von “your public land” und bittet darum seinen Müll, etc. wieder mitzunehmen. Wir stürzen uns ins Getümmel, genießen die friedliche Atmosphäre und staunen über das Produktangebot. Hier gibt es alles, was ein Camper braucht: Werkzeug, Küchenutensilien, sogar einen mobilen Supermarkt.

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Roping in Wickenburg

11.12.2024

Das Roping, zu deutsch das Einfangen von Kühen mit dem Lasso, hat in Arizona Tradition. Zufällig fahren wir zunächst daran vorbei, um sofort beim nächsten Kreisel umzukehren um uns die exzellenten Reit- und Lassokünste anzuschauen. Wie beim Golfen gibt es verschiedenen Handicaps. Heute sind die “Schlechtesten” dran und wir finden sie ziemlich beeindruckend. Der “Header” hat die Aufgabe sein Lasso über die beiden Hörner der Kuh zu platzieren (nicht um den Hals!), so dass der “Legger” anschließend seines um die Hinterbeine der Kuh werfen kann. Das Ganze geht auf Zeit. Einige der Reiter scheinen mit ihrem Pferd nahezu verschmolzen zu sein. Faszinierend! Gerne hätten wir uns das länger angesehen, doch heute ist leider der letzte Tag des 10-tägigen Events.

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Auf dem Weg nach Quartzsite übernachten wir auf BLM Land inmitten von Kakteen und sehen beim Abendspaziergang einen Eselhasen. Jaaaa, den gibt es wirklich! Für ein Foto war er allerdings zu schnell.

Von Cottonwood über die Berge nach Wickenburg

10.12.2024

Wir besuchen das Montezuma Nat. Monument in Camp Verde, das Tuzigoot Nat. Monument in Cottonwood, gehen in Cotttonwood im stylischen Burgercafe Pommes und Eis essen, fahren durch das künstlerische Jerome (das ähnlich wie Bisbee -kommt nochWinking smile– von Hippies “aufgekauft” wurde, als die Immobilienpreise durch die Schließung der Mine drastisch sanken) durch die Berge über Prescott nach Wickenburg.

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Abschied von Maja und Sebastian

9.12.2024

Didi, Maja und Sebastian lernten sich zum Verschiffungstermin bei der Abgabe der Fahrzeuge im Hamburger Hafen kennen. In Halifax holten wir vier gemeinsam unsere Autos vom Hafen ab und reisten eine Zeit lang gemeinsam durch Neuschottland, Brunswick bis Quebeck. Dann trennten sich unsere Wege, da die beiden einen Termin in Edmonton bei Verwandten hatten und somit viel schneller unterwegs waren als wir. Einmal fuhren wir, ohne es zu wissen, in British Columbia (Westkanada) aneinander vorbei. Ein weiteres Treffen gab es somit in Kanada leider nicht. Maja und Sebastian genossen den Schnee in den Rocky Mountains, während Didi und ich die wärmere USA aufsuchten. Als wir kurz vor Utah waren, beschlossen Maja und Sebastian uns einzuholen, da sie unbedingt mit uns Offroad fahren wollten. Am 1.11.2024 gab es ein wundervolles Wiedersehen am Rande des Arches N.P. Seitdem verbrachten wir viel Zeit miteinander, trennten uns auch mal für ein paar Tage, um dann wieder gemeinsam weiter zu reisen. Heute ist es ein Abschied für eine etwas längere Zeit. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle mit Fotos, die die beiden gemacht habt, für die sehr schöne Zeit mit ihnen bedanken und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen. Smile

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Auf dem Weg nach Sedona

5.12.2024

Auf dem Weg nach Williams, durch den ein Teil der Route 66 führt, fahren wir nachts durch ein weihnachtlich bunt geschmücktes Städtchen namens Tusayan.  Das nächste Dorf Valle entzückt mit diversem Kunstwerk (Pferdekutschen, Steine, Autos). Williams überrumpelt uns mit einem Sammelsurium an Route 66 Überbleibseln.

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Wir parken in einem Waldstück Nähe Flagstaff, wo wir übernachten möchten. Nach dem langen Fahrtag möchte Didi nach dem Essen noch einen Spaziergang machen, auch wenn es nun schon sehr dunkel ist. Als er wieder zurückkommt, erzählt er mir was er erlebt hat:

“Ich laufe den Waldweg, auf dem wir hergefahren sind, zurück auf die unbefahrene Nebenstraße, um an dieser entlang zu laufen. So alle 10 Minuten kommt mal ein Auto vorbei. Nach kurzer Zeit gehe ich in eine Nebenstraße, weil dort offensichtlich noch weniger los ist. Ich komme an einem riesigen Wohnmobilpark der sich “Village Camp” nennt vorbei. Hier leben offensichtlich Camper dauerhaft und das Camp ist gut abgesichert. Ich beobachte wie ein Fahrzeug aus dem Park herausfährt. Der Pickup ist sehr auffällig beleuchtet, wodurch er für mich einen sehr guten Wiedererkennungswert hat. Er fährt an mir vorbei und ich schlendere weiter den Weg entlang in den angrenzenden Wald. Nach ca. einem Kilometer drehe ich dann jedoch um, da es im Wald stockfinster ist und ich mir auch etwas unsicher bin, ob sich hier nicht Tiere aufhalten, die Lust auf Deutschen Schinken haben Rolling on the floor laughing. Als ich wieder am Village Camp bin, kommt mir just der auffällig beleuchtete Pickup entgegen. Scheinbar hatte er etwas in der nahegelegenen Stadt besorgt. Ich warte schon darauf, dass er anhält und mich anspricht und fragt was ich hier mache, tut er aber nicht. Er fährt weiter und in die Einfahrt hinein. Kurze Zeit später kommen in einigem Abstand zwei weitere Fahrzeuge die Straße entlang. Ich denke noch “Ganz schön was los hier” und schlendere weiter. Ich beobachte, wie der erste an der Einfahrt zum Camp dreht und er sich mit dem zweiten Fahrzeug unterhält. Dann kommt er wieder in meine Richtung gefahren! Das Auto hält ca. 20 Meter hinter mir mit aufgeblendetem Licht an. Nun stehe ich erstmal da, drehe mich zum Auto um, sehe nichts und mir wird kurz bange. Plötzlich geht die typische US Stroboskop Blaulichtorgel an! Nichts passiert ansonsten für gefühlt eine Minute. Ich stehe da und denke mir “Was denn jetzt?” Ich gehe dem Lichtkegel, welcher mich blendet, entgegen bis ich an den Scheinwerfern vorbei bin. Plötzlich springt die Tür auf, ich trete einige Schritte zurück und ein Officer tritt mir mit der Hand am Halfter entgegenSurprised smile. Danach (viel zu spät) dämmert es mir, warum er das macht. Ich habe wegen der Kälte die Hände in der Jackentasche, was ihn offensichtlich nervös macht. Zudem habe ich darin auch noch eine Taschenlampe. Dies scheint er aber gottseidank nicht zu bemerken und als Waffe zu deuten, sonst hätte die Situation eskalieren können. Hier in Arizona darf jeder eine Waffe bei sich tragen und das wird auch oft praktiziert. Dementsprechend ist die Polizei darauf geschult mit diesen Situationen umzugehen und ist nicht zimperlich bei Kontrollen. Durchaus verständlich finde ich. Naja, alles war dann halb so schlimm. Er fragt mich, was ich hier mache und ob alles Ok mit mir ist. Ich erwidere ihm, dass ich nur ein dummer Tourist bin, der einen Abendspaziergang macht bevor er ins Bett geht. Ich erkläre ihm, dass wir im Wald nebenan stehen und ich im Dunkeln die Teerstraße bevorzuge, statt im Wald herum zu stolpern. Das überzeugt ihn und er wünscht mir noch freundlich einen schönen Abend. Ich laufe also weiter. Wenige Meter später fahren zwei Sheriff Fahrzeuge an mir vorbei! Nun wird mir klar, was abgelaufen ist. Die sind tatsächlich mit  zwei Fahrzeugen aus der Stadt herausgefahren, um mich, den suspekten Spaziergänger, zu kontrollieren. Der eine hat dabei in sicherem Abstand gewartet, während der andere mich ausgecheckt hat. Der Pickup Fahrer mit der auffälligen Beleuchtung hat wohl die Polizei angerufen, weil sowas macht man ja nicht, im Dunkeln spazieren gehen! Während ich den Rest des Weges zurücklaufe, übertrage ich die Situation auf Deutschland. Was würde die Polizei wohl antworten bei einem Anruf “Hier läuft jemand die Straße entlang, schaut mal nach was das für einer ist”. 

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Im Walnut Canyon hatten sich Pueblo Indianer vor einigen Jahrhunderten angesiedelt, mussten die Gegend jedoch wegen Wassermangels wieder verlassen.

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Montezumas Well ist kein Brunnen, sondern eine Doline (engl. sinkhole). Auch hier hatten sich früher Menschen angesiedelt.

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Sedonas Umgebung gefällt uns richtig gut, doch soll es hier im Sommer unerträglich heiß werden. Im Winter ist die Gegend bei Wanderern und Mountain Bikern, auch wegen der milden Temperaturen, sehr beliebt. Zu diesem außergewöhnlichen Wohnhaus gelangt man nur mit der privaten Seilbahn.

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Friedlicher Stellplatz an der Soda Springs Road ( Nähe Beaver Creek Road). Wir genießen es, endlich wieder draußen im Warmen sitzen zu können.

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Am Shafer Trai in Utah hatten wir Mark kennengelernt, einen Amerikaner, der gerade mit seinem Motorrad einen Ausflug machte. Wir kamen ins Gespräch und er rief seine deutschstämmige Freundin Maria an, mit der wir eine Weile sehr nett telefonierten. Sie lud uns spontan zu sich nach Cottonwood ein.

Jetzt treffen wir uns gemeinsam mit den beiden und natürlich sind Maja und Sebastian auch wieder dabei. Die Burger im Cottonwood Colt Grill sind wirklich vorzüglich. Wir verbringen einen tollen Abend.

Nach dem Essen werden Pakete von Marks Auto die beiden Reisemobile verladen. Maja, Sebastian und wir fühlen uns fast wie an Weihnachten. Aber wieso diese Aktion? Didi brauchte ein paar Autoteile und wir fragten Maria, ob wir die an ihre Adresse schicken lassen dürfen. “Ja klar”, meinte sie, “bestellt nur fleißig.” Gesagt getan und auch Maja und Sebastian haben sich das nicht zweimal sagen lassen. Winking smile Bei der Verabschiedung überreicht uns Maria selbstgebackenes Brot. Sooo lieb und sooo lecker. Da tut sie uns einen Gefallen und beschenkt uns noch zusätzlich. Vielen lieben Dank. Smile

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Grand Canyon South Rim

1.12.2024

Auf dem Weg zum South Rim soll es die Möglichkeit geben Kondore zu beobachten. Wir fahren zum Sonnenuntergang zu besagter Brücke, doch haben leider kein Glück. Nur die kleineren Piepmätze lassen sich sehen. Sehr schade.

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Anna, die Dame mit der Richtantenne, informiert uns aber ausführlich über die Lebensgewohnheiten der Kondore.

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Abends kommen wir am South Rim an und finden wieder einen guten Stellplatz auf einem BLM Land. Die vielen Aussichtspunkte lassen uns die Landschaft genießen. Für eine Wanderung in den Canyon bin ich noch nicht fit genug. Ein toller Moment war, die Bighorn Schafe so nah zu sehen.

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