Chinhoyi und die blaue Grotte

06.09.2017

Groß oder gar beeindruckend ist die eigentliche Höhle nicht. Doch das über 100m tiefe Wasserloch (wie tief es wirklich ist, weiß so genau keiner, da die Taucher bei 110m aufgegeben haben), das mit glasklarem Wasser gefüllt ist, fasziniert umso mehr. Seht selbst:

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Und nein, es wird nicht künstlich beleuchtet!

Tengenenge – das Künstlerdorf

02.09.2017

Tengenenge bedeutet in der Shona Sprache “the beginning of the beginning” und ist berühmt für die qualitativ hochwertigen Shona Skulpturen.

Nur Künstler und ihre Familien wohnen hier in der Nähe einer Steinmine. Es werden ab und an neue Künstler aufgenommen in die Dorfgemeinschaft. Dies allerdings erst nach eingehender Überprüfung ihrer Handwerkskunst und natürlich auch ihrer Persönlichkeit.

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Schon die Einfahrt ins Dorf ist beeindruckend.

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Herzlich werden wir vom Dorfchef Robert und von Calvin, dem Koch begrüßt. Die Kinder freuen sich, über den Besuch und wir merken schnell, wie stolz die Bewohner dieses Dorf auf das sind, was sie geschaffen haben. Wir werden herumgeführt und jeder möchte uns etwas zeigen.

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Calvin und seine Schwester Stella kochen für uns Sadza (Maisbrei) mit Soße (grüne Blätter von irgendwas mit Tomate und Zwiebeln und Erdnussbutter). Am Abend genießen wir dieses Essen zusammen mit Maisbier. Das Essen war lecker, das Bier fürchterlichCooles Smiley

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Wir bewundern den Fleiß und die Ausdauer, mit denen die Künstler schon früh morgens mit dem Behauen ihrer Werke beginnen. Das gleichmäßige Tackern der Hammer und Meißel weckt uns kurz nach Sonnenaufgang und begleitet uns den ganzen Tag.

Was aus einem Stein, Hammer, Meißel, Feile und viel Geduld und Können entstehen kann seht ihr hier:

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Diese Riesenskulptur wartet auf einen Käufer aus Übersee. “Nur” 50000 Dollar wird dafür aufgerufen. Angesichts der Abmaße und des Gewichtes dürfte der Transport mindestens nochmal soviel kosten.

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Hier sind die Profis am Werk…

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…naja der hier gehört nicht dazu.Vor Lachen auf dem Boden wälzen

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Wir kommen nicht los. Immer und immer wieder schlendern wir durch den Wald, in dem die Künstler ihre Freiflächen haben. Immer wieder entdecken wir Neues. Immer wieder gefällt uns etwas noch besser….Bald steht fest, dass wir hier ein weiteres mal übernachten werden.

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Auch weil viele der Künstler so nett sind. Offen über ihre Gedanken reden und ihre Kunstwerke erklären, ohne in ein Verkaufsgespräch zu kommen. Man kann einfach gemütlich bummeln. Welch eine Wohltat!

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Unfassbar was aus einem Steinbrocken entstehen kann.

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Der Nachwuchs.

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Er hier hatte wohl zu  viel Maisbier?

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Ellen und ich üben uns in der Kunst des Steineklopfens, natürlich unter fachkundiger Anleitung zweier Künstler.

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Natürlich konnten wir nicht wiederstehen und haben eine Kleinigkeit mitgenommen….gut wenn man ein großes Auto hat.Ahnungsloses Smiley

Tengenenge, ein Dorf das einen Besuch wert ist. 3 Tage sind wir geblieben und es hätten durchaus noch mehr sein können. Wir können da nur den Daumen hochhalten für alle anwesenden Bewohner und ihre Arbeit.

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Über die Mana Pools nach Tengenenge

01.09.2017

Schweren Herzens durchfahren wir die Mana Pools auf dem Transitweg. Schweren Herzens, da dieser Nationalpark zu einem der schönsten Afrikas zählen soll. Leider macht sich das auch im Preis bemerkbar… Man kann nicht alles haben und so übernachten wir vor dem Gate, um am nächsten Morgen gleich um 6 Uhr einfahren zu können. Grund der frühen Stunde? Wir hoffen, auf der Transitstrecke ein paar Tiere sehen zu können.

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Diese seltene Wildkatze ist dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen. Nein, wir waren es nicht!

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Leider sehen wir kaum etwas auf dem Weg. Die Tiere sind extrem scheu und wir scheinen heute kein Glück zu haben. Nun ja, wir sind ja auch nicht im Zoo.Strebersmiley

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Auch nach dem Park geht es weiter durch bewaldetes Gebiet. Die Strecke lässt sich angenehm fahren, aber ist nicht weiter spektakulär.

Wir erklimmen langsam aber stetig die Berge.

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Kariba Stadt

29.8.2017

Kariba selbst hat nicht wirklich viel zu bieten, aber unser Schlafplatz dort hat eine geniale Aussicht. Wir übernachten am View Point. Zwinkerndes Smiley

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Didi genießt die Aussicht auf ein Eis. Nur ein Scherz..oder welche jetzt? Zwinkerndes Smiley

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Um zu diesem Aussichtspunkt zu gelangen, muss Perry erst mal ein paar Äste kürzen.

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Wir besichtigen den Staudamm. Dazu müssen wir uns an der Grenze eine Erlaubnis einholen. Der Damm liegt nämlich halb auf Simbabwe, halb auf Sambia Seite.

Die Bauarbeiten am Staudamm liegen wohl völlig in chinesischer Hand. Zumindest die Schilder lassen darauf schließen.

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Kariba s Touristenattraktion ist, dass hier Tier und Mensch gleichberechtigt leben dürfen. Dh. jedem wilden Tier (auch Löwen) wird Zugang zum Wasser des Sees gewährt. Und so sieht man eben auch mal Zebras gemütlich die Straße entlang laufen.

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In dieser idylischen Gegend verlangt VAnGO auch wieder mal etwas Zuwendung. Das Kabel ´für die Magnetkupplung am Klimakompressor ist am Stecker abvibriert. Didi muss ein neues Stück einlöten.

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Ein Vorteil mit einem LKW als “Begleitfahrzeug” zu reisen ist, dass diese sicher auch einen Lötkolben dabei haben. Blöd ist, wenn man diesen Lötkolben dann erst mal reparieren muss, bevor man loslegen kann. Vor Lachen auf dem Boden wälzen

Wir gönnen uns eine Nacht auf dem Campingplatz. Hier gibt es Duschen und free Wifi. Zwinkerndes Smiley Außerdem noch ein ganz privates Wasserloch mit einigen Hippos in der Nacht.

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Halbinsel bei Gachegache – TseTse Island

25.8.2017

Das Problem mit dem Kariba See ist, dass sich dessen Uferbereiche entweder in privater Hand befinden oder Nationalparkgelände sind. Bei Gachegache denken wir ein herrenloses Stück Land gefunden zu haben und machen es uns nach dem Hausputz mit einem Sundowner gemütlich.

Jede Menge Wildlife ist hier, so dass keine Langweile aufkommen kann. Vor allem die Hippos, die in größeren Gruppen um uns herum stehen sind eine neue Erfahrung. Gerade in der Abend- und Morgendämmerung kommen sie an Land zum Fressen und so bewegen wir uns doch auch mit Bedacht. Sie sind sehr gefährlich, wenn es um ihr Revier geht und Menschen sind sie an diesem Platz eher nicht gewohnt.

Das abendliche Lagerfeuer ist obligatorisch. Es hält die Tiere in –für uns- sicherer Entfernung.

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Wir üben uns unter Perry s Anleitung im “Lichtschreiben”. Die Buchstaben tanzen noch ein wenig, aber wir finden Spaß an der Sache.

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Suchspiel: Wo ist das Tier?

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Das hier ist leichter zu entdecken.

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Hier gefällt es uns so gut, dass wir beschließen eine zweite Nacht zu bleiben. Doch da taucht ein Toyota mit Touristen auf und fährt direkt auf uns zu. Hm, ob wir wohl verjagt werden? Es stellt sich heraus, dass der Fahrer des Safariautos der Besitzer des Landes ist. “Are you aware that you are on a private hunting concession area?” 

Äh, nö.

Wussten wir wirklich nicht. Höflich fragen wir, ob wir noch eine Nacht bleiben dürfen. Frechheit siegt. Zwinkerndes Smiley Und er sagt ja. Wunderschön.

Im weiteren Gespräch fragen wir, was denn hier gejagt wird. Knappe Antwort “ Everything” Enttäuschtes SmileyErstauntes Smiley  Gerade zahlkräftige amerikanische Touristen “jagen” hier, was vor die Flinte kommt. Eine Sache, die uns nicht wirklich gefällt, allerdings gibt es natürlich auch andere Meinungen. So ermöglicht  das Geld für den Abschuss eines –sagen wir mal Elefanten- auch das Bestehen dieses privaten Landes, welches auch wieder ein Lebensmöglichkeit für andere Elefanten bietet. Es mag jeder darüber denken wie er mag und es gibt sicher tausend Gründe für das Für und Wieder.

Das private Land erstreckt sich O-Ton:

“Here up to the mountains (gerade noch in Sichtweite) and here to this side ähhh you see this mountains? from there maybe 60km more…..” Wow Privatland größer als der Landkreis, aus dem wir kommen!

So genießen wir also noch einmal Ellen und Perry s gute Küche (die beiden sind leidenschaftliche und begnadete Köche) in wunderschöner Landschaft.

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Auf der Weiterfahrt Richtung Kariba Stadt entdecken wir seltsame Landschaften und große Knochen.

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Neben dem Elefantengerippe findet Didi eine Patrone. Füße und Kopf fehlen.

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Binga

23.8.2017

In Binga möchten wir einen ersten Blick auf den Kariba Stausee werfen und dort übernachten. Doch der Zugang zum See ist schwer. Alles ist eingezäunt und entweder privater individueller Grundbesitz oder eine Lodge. Wir versuchen unser Glück bei der Krokodilfarm.

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Doch auch hier möchte man uns nicht übernachten lassen. Weshalb wohl? Zwinkerndes Smiley

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Der Security Guard hilft uns jedoch und fährt in unserem Auto mit zu einem netten Plätzchen. Wir bedanken uns, bringen ihn zu seiner Arbeitsstelle zurück und campen neben bzw. hinter dem Bus, der hier noch schnell vor Einbruch der Dunkelheit gewaschen wird.

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Auf der Weiterfahrt machen wir an zwei Dörfern halt. In diesem Dorf bettelt man leider sehr……

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Im nächsten jedoch werden wir herzlich willkommen geheißen und stolz führt man uns im Dorf herum und zeigt uns alles.

In diesem Gebäude wird der getrocknete Mais aufbewahrt.

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Trockengestell für Mais und ein Wohnhaus im Hintergrund.

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Habt ihr schon mal so eine hübsche Toilette gesehen?

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Wir bedanken uns bei Peter uns seiner lustigen Frau und fahren weiter.

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Nächster Stopp: Tsetse Fliegen Kontrolle. Mit einem löchrigen Netz wird am Auto nach der die Schlafkrankheit übertragenden Fliege gesucht. Falls man eine findet wird gesprüht.

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Batterie tot. Wir schleppen das Auto bergauf und hoffen, dass es bergab anspringt. Leider ist wohl doch nicht nur die Batterie kaputt. Vieleicht hat der Fahrer es aber auch kaputtrepariert. Er hat die Batterie mit einem vom Nachbarhaus ausgeliehenen Solarpanel geladen und zudem den ganzen Relaiskasten ausgebaut und darin “herumgespielt”. Nun geht gar nichts mehr  Nur ein Scherz

Oben am Berg angekommen sagt Didi: “So nun Zündung an, 2ter Gang rein, Kupplung treten, losrollen lassen und dann Kupplung loslassen.”

Der Fahrer sitzt zitternd hinterm Lenkrad und stützt seine Stirn aufs Lenkrad…..er traut sich nicht! Augen rollendes SmileyNachdenkliches Smiley

Didi fragt mehrmals, ob denn die Bremse funktioniert so normalerweise… Man darf ja nicht vergessen, dass wir in Afrika sind und es ist keinesfalls selbstverständlich ist, dass ein Kleinlaster mit Ladung auch noch eine betriebsbereite Bremse hat.Party-Smiley

Mehrmals bestätigt der Fahrer, dass die Bremse geht. Also vertraut Didi ihm. Ich übrigens nicht, ich habe Angst als Didi ins Auto steigt und er es den steilen Berg hinabrollen lässt.Enttäuschtes Smiley

Aber die Bremse geht, nur der Motor nicht. Wir lassen also den Fahrer zurück, er setzt sich wieder in den Schatten und wartet. Auf was auch immer.

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Tsetse Fliegen Falle. Der blau/schwarze Stoff soll die Fliegen anlocken.

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Auf dem weiteren Weg nach Gachegache durchfahren wir eine interessante Gegend. Wir sind immer wieder angetan von der Sauberkeit und den gepflegten Dörfern. Sogar Hecken werden hier angepflanzt und geschnitten.

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Angling and Boatingclub bei Deka

21.8.2017

Mit Ellen und Perry, die wir an den Victoria Fällen wieder getroffen haben (wir haben uns in Windhoek kennen gelernt), fahren wir Richtung Kariba See.

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Auf dem Weg dorthin entdecken wir durch Zufall beim Angelklub ein herrliches Fleckchen Erde. Hier muss man einfach bleiben, beschließen wir sofort. Der Charme der 70er kommt überall durch an diesem scheinbar seit Jahrzehnten vergessenem Platz.

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Dieser ältere Herr ist über 80 Jahre alt und paddelt schon sein Leben lang zur Insel, um dort Fische zu fangen. Jedes Jahr baut er sich sein abenteuerliches Floß neu. Hochachtung vor so viel Fitness. Die Strömung hier ist beachtlich!

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Die Mädels möchten ein Foto von mir. Also darf ich sie auch fotografieren? Yes.

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Didi versucht unser Auto an den hinteren Türen staubdicht zu bekommen. Der feinste Staub bleibt scheinbar auf den Türdichtungen liegen und rieselt dann auf den Holperpisten stetig in den Innenraum. Vieleicht sollten wir aber auch einfach öfters mal die Fenster hochkurbeln und die Lüftung anmachen auf den staubigen Pisten. Durch die geöffneten Fenster bildet sich Unterdruck im Fahrzeuginneren und somit hat der Staub leichtes Spiel.

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Victoria Fälle

19.8.2017

An der Grenze nach Simbabwe  müssen wir Schlange stehen. Das hatten wir auch noch nicht…

Busseweise werden die Touristen für einen Tagestrip zu den Victoria Fällen über die Grenze gekarrt. Wir stehen zwei Stunden an, um uns dann in 5 min. für eines der vielen möglichen Visa entscheiden zu müssen. Single entry, double entry, Kombi für Simbabwe und Sambia… Ok, wir entscheiden uns für die Kombi (Kaza Visum), da es uns den Besuch der Victoria Fälle von beiden Seiten aus erlaubt. Ob das für die Verlängerung des Visums eine gute Entscheidung war, wird sich in 30 Tagen herausstellen.

Nun werden erst einmal  wir eine Menge Geld los. Visakosten, Fahrzeugversicherung (man erkennt meine auch hier gültige aus Deutschland nicht an), Carbontax und Straßenmaut. Da kommt man schnell auf 150 US$ für die 30 Tage Trauriges Smiley

Victoria Falls:

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Wir gehen früh morgens los, um dem Ansturm der Touristen zu entgehen.

Die sogenannten “main falls” befinden sich auf Simbabwe Seite und führen das meiste Wasser. Wir sind noch ganz alleine und genießen die Ruhe. Na ja, richtig leise ist es hier nicht. Der Wasserfall macht einen enormen Lärm.

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Mitten auf der Brücke liegt die Grenze. Paviane und Co. kümmern die Grenze nicht.

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Die Fälle sind auf Sambia Seite lieblicher und abwechslungsreicher. Leider macht die Batterie meiner Kamera schlapp und Didi s Handy ist auch nicht mehr wirklich fit. So müssen wir uns auf wenige Fotos beschränken.

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Den Sundowner möchten wir im berühmten Victoria Falls Hotel einnehmen, doch schreckt uns hier das Publikum ab und Aussicht auf die Fälle hat man hier auch keine. Wir sagen den Zigarre rauchenden mit Strohhut und 99 Taschenwesten bekleideten Besuchern die arrogant die Bedienung herumscheuchen ade und auch dem mit einer Art Softair Gewehr bewaffneten Wächter, der hiermit die Affen verscheucht.

Allerdings müssen wir auch sagen, dass die Ausstrahlung des ältesten Hauses am Platz eine ganz besondere ist. Man fühlt sich in die Kolonialzeit zurückversetzt und die Preise bewegen sich auf durchaus normalen Niveau.

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Wir fühlen uns hier am Rande der Schlucht, im Lookout Cafe, aber doch viel wohler.

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Ein offenes Wort zur Situation im Land

18.08.2017

Simbabwe ist ein Land im Ausnahmezustand. Die Wirtschaft ist nahezu kollabiert. Vor 8 Jahren herrschte eine Hyperinflation von von zuletzt über 230 Millionen %, welche im selben Ausmaß in Kürze von der Bevölkerung wieder erwartet wird. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 95-98 %. Trotzdem begegnen uns die Simbabwer mit einer unglaublichen Ruhe und freundlichen Gelassenheit, die für uns nicht erklärbar ist. Egal, ob Schwarz oder Weiß, alle ertragen sie die ständigen Erniedrigungen und Rückschläge des Alltags und verstehen es immer einen Weg zu finden, um zu überleben.

Immer wieder unterhalten wir uns über die politische Lage. Es ist ganz klar. “Der alte Mann muss weg. He is like dead wood. No new ideas.” So die mehrheitliche Meinung. Doch fast kaum einer spricht es so direkt aus. Die Menschen haben Angst, dass sie bei Protest mundtot gemacht werden. Die Handbewegung entlang der Gurgel ist eindeutig. Also schweigt und hofft man und stellt sein Leben eben so um, dass es einigermaßen passt.

Im nächsten Jahr stellt sich der 93jährige Mugabe erneut zur Präsidentschaftswahl… Anfänglich (in den frühen 1980ern) war er beim Land beliebt und das Land florierte. Simbabwe wurde zum größten Getreide- und Tabakproduzenten Afrikas und hatte die niedrigste Analphabetenrate ganz Afrikas. Schulbildung und für Arme eine kostenlose Gesundheitsversorgung waren Grundpfeiler Mugabes Politik. Zwei Dürreperioden (1982 und die Jahrhundertdürre 1991/92) sowie der wechselnde Führungsstil zur diktatorischen Richtung, begründeten die Talfahrt des Landes, welche im Jahr 2000 einen traurigen Höhepunkt erreichte. Ca. 11.000.000 Hektar Land weißer simbabwischer Farmer wurden gewaltsam enteignet und neu verteilt (meist an Menschen, die von Landwirtschaft nicht wirklich Ahnung hatten). Man muss wissen, dass die Farmer zig Arbeitsstellen bieten und dass mit jeder Arbeitsstelle 3-4 Familienmitglieder ernährt werden. Insgesamt waren ca. 300.000 schwarze Simbabwer auf Farmen angestellt, die insgesamt ca. 1 Millionen Menschen ernährten. Leidtragende der Farmvertreiber waren ganz klar ganz besonders diese Menschen. Kurz darauf stürzte nicht nur der Agrarmarkt sondern das gesamte Land in eine tiefe Krise, welche mit Auf und Ab`s immer noch besteht.

Am 24.09.2017, nachdem wir uns schon 5 Wochen im Land befinden, stürzt Simbabwe erneut in eine Krise (siehe späteren Bericht).

 

 

Zwei wahre Geschichten, ohne Namen nennen zu wollen:

 

Ein älteres Ehepaar (beide Lehrer) erzählen, dass sie 2008 und 2009 keine Bezahlung erhalten haben. Sie quittierte daraufhin ihren Job und versucht seit dem anderweitig Geld ins Haus zu bringen. Zunächst arbeitete sie an einem Projekt, das jedoch nach vier Jahren beendet war. Seitdem versucht sie mit Honig, dem Mahlen von Mais und bald auch mit einer kleinen Bananenplantage ein wenig Bargeld zu verdienen. Bargeld-auch so ein Thema. Dazu später mehr.

Er ist immer noch als Lehrer angestellt, wird aber in ein paar Jahren pensioniert. “Ja, in Simbabwe gibt es eine Rente”, sagt er, “aber es ist kein Geld im Land. Ein Freund von mir wartet seit 3 Jahren (seit er in Rente ging) auf die Zahlung seiner Pension.”

Da will er lieber anderweitig vorsorgen bzw. stellt sein Leben lieber so um, dass er noch glücklich leben kann. Das bedeutet für die beiden, dass sie ihr Wasser aus dem Fluss in Kanistern zu ihrem Haus mit dem Pickup transportieren. Sie im Fluss die Wäsche wäscht und der Strom für das Licht von einer! Solarlampe kommt. Gekocht wird auf einem kleinen Gaskocher. Die Rechnungen für Strom und Wasser können die beiden einfach nicht mehr bezahlen. Sie müssen das Geld sparen und dazu verdienen wo es nur irgendwie geht.

 

Eine Geschäftsfrau, die ein Polstereigeschäft führt erzählt, dass sie gerne weiterhin legal Geschäfte machen möchte, doch dass es einem sehr schwer gemacht wird. Früher wurde Baumwolle in Simbabwe hergestellt und sie konnte die Stoffe im Land ohne Probleme kaufen. Da die Wirtschaft Simbabwes ziemlich am Boden ist und eben kein Geld vorhanden ist hat die Regierung eine Liste der erlaubten zu importierenden Güter ausgegeben. Stoff findet man in der Hierarchie im unteren Viertel der Liste. Sie hat eine Eingabe bei ihrer Bank gemacht und wartet seit acht Monaten auf Bestätigung bzw. eine Antwort. Die wird aber nicht kommen,  da ist sie sich sicher.

Also wird ein sogenannter “Runner” organisiert, der nach Südafrika fährt, um alles Nötige illegal zu besorgen. Der findet seinen Weg zurück über die Grenze (was Geld kostet, denn er muss jemanden schmieren) und will selbst natürlich auch bezahlt werden. Sprit ist auch nicht wirklich billig in Simbabwe und so ist das Besorgen der Dinge, um weiterarbeiten zu können nicht gerade billig. Schwierig wird es jetzt mit den Büchern. Die Buchung der Einnahmen ist kein Problem. Aber wo sind die Ausgaben verzeichnet? Die waren ja illegal…

Sie hat Angst vor Inflation und dem Crash der Währung wie schon in 2008. Damals hat keiner mehr gearbeitet. Jeder war mit dem Tauschhandel beschäftigt. “Ich habe 2 kg Zucker, brauche Benzin.” Den ganzen Tag hing man am Telefon und verhandelte…

Ein zweites Mal würde sie das nervlich nicht mehr aushalten, meint sie.

Wenn man risikofreudig ist, kann man in diesem Land viel Geld machen, meint sie noch. Sehr viel Geld. Wer jedoch konservativ ist der bleibt sicher arm bzw. wird noch ärmer.

 

 

Bargeld und Banken:

Geldnoten bei der ersten Krise (3 Monate Gültigkeit ab Druckdatum):

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Die derzeitigen Bond Noten und Münzen:

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Da die Banken kein oder nur sehr begrenzt und selten (täglich max. 40 US $, der US $ ist seit 2009 offizielle Währung in Simbabwe) auszahlen ist man gezwungen mit Kreditkarte zu bezahlen. “We swipe”, heißt es da. Wer keine Karte besitzt muss sich mit Ecocash behelfen. Das sieht dann so aus, dass am Supermarkt an der Kasse erst einmal eine 10stellige Nummer gespickt mit * und # in das Handy eingetippt wird. Dann wird gewartet, denn es dauert bis die Computer mit einander kommuniziert haben. Es kann dann passieren, dass das nicht funktioniert. Dann werden 3 Zettel ausgedruckt, der Kunde schreibt etwas auf die Rückseite, unterzeichnet und geht. Umständlich, aber ok…. Das könnte man noch tolerieren. Richtig gemein und die Not der Menschen ausgenutzt ist allerdings, dass Ecocash bis zu 20% Gebühr abkassiert. Man muss sich vorstellen, dass 99% aller Geldgeschäfte (Auch Lohnzahlungen) im Land über Ecocash laufen und diese je nach Höhe 10% bis 20% davon einbehalten! Unvorstellbare Summen werden da jeden Tag eingenommen!

Es ist wenig Bargeld in Umlauf, da jeder die harte Währung hortet. Auch im Umlauf sind die sog. Simbabwe Bond Noten. Spielgeld. Nix wert im Ausland. Hier in Simbabwe aber ist der Wechselkurs 1 zu 1 zum US $.

Ich sehe zu, dass ich dieses Geld immer so schnell wie möglich wieder loswerde, falls es über Nacht nichts mehr wert sein sollte.

Im Supermarkt fragt mich eine Angestellt höflich: “Is there any chance that you´ll pay cash today?” Verdutzt schaue ich sie an und sage: “Yes.” Sie möchte mein Bargeld haben und dafür mit ihrer Karte für mich an der Kasse bezahlen. Kein Problem für mich. 27,87 Dollar. Ich frage sie, wie wir das mit dem Wechselgeld machen. Sie meint, kein Problem, möchte dass ich noch einen kleinen Schokoriegel für 30 Cent kaufe. Auch kein Problem. Ich gebe ihr 30 Dollar und sie gibt mir 2 Dollar zurück. 

Der Deal war für die Dame um rund 200% billiger, als auf dem Schwarzmarkt Bond Noten gegen US $ umzutauschen. Für 100 US $ zahlt man 120 Bond.

Da sieht man, wie verzweifelt die Jagd auf Bares ist.

Dies alles erzählt man uns immer mit einem Lächeln im Gesicht. Man ist trotzdem gut gelaunt, verzweifelt nicht an dieser Lage. Auch oder gerade weil man das schon durchgemacht hat. Man hat es überlebt und genießt das Leben. Egal ob da “einer” kommt und einem alles nimmt, was man besitzt. Wir können so viel lernen von diesen liebenswerten Menschen.

(Geschrieben hatte ich diesen Bericht später, dachte aber, dass er sich am Anfang gut macht. Dann kann man Vieles vielleicht anders einordnen…)