Mali ganz anders als man denkt?

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Wir fahren relativ spät los, da wir die Grenze nach Burkina Faso  erst morgen in Angriff nehmen wollen. Kurz vor der Grenze wollen wir noch eine Höhle besichtigen, die als Naturmoschee benutzt werden soll und dann gibt es noch einen Wasserfall.  Wasserfall in Mali? Viele denken bei diesem Land nur an Wüstenstaub und eintönige Landschaft. Vielleicht kann man da ja übernachten?
Die Fahrt zieht sich doch länger hin als erwartet.

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Wir erreichen die Höhle erst am späten Nachmittag und zu allem Überfluss müssen wir uns erst einmal mit einem selbsternannten Guide herumärgern, der uns mit seinem Moped auf dem Feldweg überholt und uns dann den Weg „zeigt“ indem er mir ständig vor der Karre herumfährt.Vor Wut kochen
Ich mache ihm dann an den Höhlen sofort und eigentlich unmissverständlich klar, dass wir ihn weder benötigen noch Geld für seine Dienste geben werden. Außerdem wären wir viel lieber alleine hier und könnten gut auf seine Gesellschaft verzichten. Naja so einfach geht er natürlich nicht. Also wird er ignoriert…..

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In der Haupthöhle liegt jemand am Boden. Die Kleider total zerfetzt und so wie er liegt und so wie es hier stinkt, bin ich erst der Meinung es ist eine Leiche…..Erstauntes Smiley
Aber irgendwann bewegt er sich. Der arme Tropf lebt hier wie ein Eremit. Unfassbar. Ich lichte ihn nur verdeckt ab, da ich ihn nicht beleidigen möchte. Zum Abschied gebe ich ihm etwas Geld. Bei ihm ist es viel besser angelegt als bei einem aufdringlichen Guide, der mit neuem Moped durch die Gegend fahren kann. Verspotten

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Nun kommen auch ein paar Mädels und wir machen gegenseitig ein paar Bilder von uns.

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Wir haben wenig Zeit, da es bald dunkel wird, also auf zu den nahen Wasserfällen.
Es wird gerade finster als wir die Cascaden erreichen, die keine 100m von der Hauptstraße entfernt sind.
Wir sind sehr überrascht über das was wir antreffen. Ein solch schöner Wildcamping Platz und das so einfach zu erreichen!  Ein einheimischer Besucher verschwindet auch gleich. Wir verbringen die Nacht ruhig auch wenn ein Auto um 2 Uhr kommt, zwei Typen mit Taschenlampe aussteigen und irgendetwas zu suchen scheinen am Ufer.  Nach 10min verschwinden sie wieder und wir schlummern weiter.

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Eine der Seuchen Afrikas ist das Trinkwasser, das in Plastiktüten verkauft wird…..Warum frage ich mich? Denn das kommt dabei heraus.

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Sleeping Camel

Es ist unglaublich schwül und Didi hat die letzten Nächte (bis auf die im Steinbruch) wegen der Hitze nicht wirklich gut schlafen können. Also mieten wir uns in einem Zimmer mit Klimaanlage ein, die wir auf kühle 24 Grad stellen. Dan, ein Overlander, den wir hier treffen und der schon länger hier ist mein lakonisch:” Unter 30 Grad fällt das Thermometer wohl erst so gegen 6 Uhr morgens….dann erst ist an einen erholsamen Schlaf zu denken!”Enttäuschtes Smiley

Das Sleeping Camel  Hase in Bamako ist bei Overlandern bekannt. Es ist von außen nicht zu erkennen und obwohl wir die Koordinaten haben finden wir es zuerst in der Dunkelheit nicht. Es ist direkt neben der Deutschen Botschaft hinter hohen Mauern versteckt und hat einen unglaublichen Sicherheitsstandart. Hier verkehren viele Botschaftsmitarbeiter, UN und Militär, die im Restaurant essen.

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Wir treffen Casper vom Coolcamp, der am nächsten Tag nach Holland zum Heimaturlaub fliegt und eben auf Dan, einen Australier, mit dem Didi schon über Facebook Kontakt aufgenommen hatte. Dan ist mit seinem Jeep alleine unterwegs und möchte ebenso wie wir, Afrika einmal umrunden. Gemeinsam werden Pläne geschmiedet, denn wir scheinen auf einer Wellenlänge zu liegen und symphathisch ist er uns auch. Später verabreden wir uns für einen Treffpunkt irgendwo in Ghana, Togo oder spätestens Benin.

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Zunächst müssen wir unser Mali-Visum verlängern, da es durch die Warterei auf das Schiff in Gambia nun fast ausgelaufen ist. Mit dem Taxi fahren wir zum Immigration Office (Nähe der Botschaft von Burkina Faso) und füllen ein Formular aus. 2 Passbilder pro Person hätte die knurrige Dame noch gerne und pro Person 10.000 CFA plus 5.000 CFA für einen Zettel, auf dem steht, dass unsere Pässe gerade bei ihr im Amt sind. Das für den Fall, dass wir von der Polizei kontrolliert werden. Ich gebe ihr 3 Scheine a 10.000 CFA. Einen davon wirft sie mir wieder zurück. Ich denke: “Oh, wir bekommen es billiger.” Weit gefehlt. Sie möchte 2 Scheine a 5.000 CFA. Hm. Hab ich nicht. Dann muss ich zusehen, wie ich das regle, sagt sie. Zum Glück wartet noch ein anderer Tourist, der wechseln kann. Die unfreundliche Dame heftet die beiden Scheine mit einer Büroklammer an ein Formular. Wir bekommen unsere weißen Zettel und dürfen am übernächsten Tag um 15 Uhr unsere Pässe abholen.

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Wir haben also viel Zeit.

Nach unserer Rückkehr im Sleeping Camel treffen wir Dan, der auch in der Stadt unterwegs war. Er war bei der ghanaischen Botschaft und hat nach einem Visum gefragt. Das wurde schon an der Pforte abgelehnt. Ein Visum bekommt man nur, wenn man Resident Malis –also hier gemeldet- ist. Man solle es in seinem Heimatland beantragen. Gaaaaaanz toll!!! Dann hätten wir uns die Verlängerung des Mali-Visum sparen können… Naja hinterher ist man immer klüger Blitz

Wir genießen dennoch die paar Tage bei außergewöhnlich gutem Essen, viel kühlem Bier und voller Vorfreude durch die gemeinsame Routenplanung mit Dan im Camel.

Im Bus-Taxi fahren wir zum Kunsthandwerker Markt.  Maximal 24 Personen dürfen in diesen Transporter…..nicht mit eingeschlossen sind dabei natürlich die 18 weiteren die auf dem Dach sitzen und die 3 die hinten auf der Stoßstange stehen Party-Smiley

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Hier wird das Fotografieren entweder sehr rüde und unfreundlich abgelehnt oder herzlich begrüßt. Lustig finden wir die Eselskarren voll mit Tabletten ohne Verpackung und Beipackzettel. Da muss man schon genau wissen was man braucht. Beratung oder gar ein Apotheker? Fehlanzeige!

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Oder man geht zum Stand nebenan. Da wird noch auf traditionelle Art geheilt.

Wir nehmen an, dass die toten Tiere nicht wirklich legal sind Zwinkerndes Smiley

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Der Stoffverkäufer hier stellt sich uns als “my name is Mr. best price” vor…..als Didi ihm mit seinem Namen “i am Mr. no buy”  antwortet werden sie beste Freunde. Gekauft haben wir natürlich nicht Cooles Smiley

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draußen gehts weiter

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Best Taxi auf ganze Welt

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Vier Stunden für 100 km

Ich freue mich, weil es laut Navi nur 330 km bis nach Bamako sind. Ein bisschen länger schlafen und den Nachmittag entspannt im “Sleeping Camel” verbringen, denke ich mir. Doch Mali ist noch langsamer als ich dachte. Die ersten 100 km führen vorbei an malerischen Dörfern, die “Straße” ist aber von der Regenzeit ziemlich mitgenommen. Wir brauchen gute 4 Stunden für die ersten 100 km…

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Auf der Teerstraße geht es dann schneller voran…jeder so schnell wie er kann Vor Lachen auf dem Boden wälzen

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…doch in Bamako ist Stau. Für 500 m brauchen wir 1 Stunde und wir sind noch 2 km vom Ziel entfernt. Puh! Smog und Hitze sind unerträglich und selbst unserer Ami Klimaanlage schafft es nicht mehr, uns genug kühle Luft zu verschaffen. Wie muss es erst den Passagieren in den Sammeltaxis gehen. Hier kommt zu alldem noch ganz andere Gerüche dazu….. Auf der Brücke geht es dann schneller voran. Wir kommen abends um 20.30 Uhr an. Gestartet sind wir um 9.30 Uhr Enttäuschtes Smiley

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Coolcamp

Auf dem Weg zum Coolcamp sehen wir nette, saubere, schnuckelig Rundhütten. Die Menschen sind freundlich und winken uns mit einem Lächeln zu.

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Das Coolcamp liegt malerisch an einem Stausee. Casper, der Eigentümer ist nicht da. Wir genießen diese eine Nacht am Fluss trotzdem und essen eine uns unbekannte Frucht, die aber sehr lecker schmeckt. Wir setzen uns am Flussufer ins Wasser und kühlen uns so etwas ab.

Leider müssen wir am nächsten Tag schon weiter, da wir unser Visum in Bamako verlängern lassen müssen.

Auch wenn das Cool Camp abgeschieden jeglicher Overlander Strecke liegt und nicht einfach zu erreichen ist, es ist einen Besuch wert! Casper hat hier ein kleines Paradies geschaffen und die Landschaft hier in der Gegend ist einzigartig in Mali.

 

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Einmal im Kreis herum

Wir warten auf die Fähre und ein netter Einheimischer erklärt mir, dass wir nicht noch die zweite Fähre nehmen müssen, sondern über die Eisenbahnbrücke fahren können. Good to know Zwinkerndes Smiley, denn wir wissen ja – der Fährmann hat die Macht und kann einen beliebigen Preis für die Überfahrt verlangen. Und es bestätigt sich auch hier wieder…

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…denn der Fährmann will wieder einmal zu viel Geld. Statt der üblichen 2.000 CFA (6.650 CFA = 10 EUR) möchte er 10.000 haben. Er deutet auf den Lkw, der auch 10.000 bezahlen muss. Unser Argument, dass unser Auto viel kleiner ist, lässt er nicht gelten. Ich probiere es mit Charme und möchte ihm per Handschlag auf die üblichen 2.000 CFA festnageln. Doch die Hand einer Frau wird auch hier nicht geschüttelt (wenn man Muslime ist) – und schon gar nicht für 2.000 CFA. Zwinkerndes Smiley Wir einigen uns auf 5.000 ohne Ticket.

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Die Fähre wackelt ganz schön und bewegt sich etwas vom Ufer weg, als der Lkw drauf fährt. Didi ist erstaunt, dass er es überhaupt noch auf die Fähre schafft Nur ein Scherz

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Um die zweite Fähre zu vermeiden und zur Brücke zur kommen müssen wir 5 km Piste fahren. Ausgeschrieben auf der Karte als RN (Route National, also wichtige Überlandstraße)!!

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Nachdem wir die Brücke überquert haben möchten wir tanken und werden vom Brückenwächter, der wohl leider auf der falschen Seite stand, gesehen haben wir ihn nämlich nicht, übel beschimpft. Wir denken zuerst, dass er sauer ist, weil wir Fotos gemacht haben und ein paar Mopeds hinter Vango das Hupen angefangen haben. Aber das war es wohl nicht. Wir vermuten, dass er vorher hätte gefragt werden wollen… Wie auch immer: Über diese Brücke können wir wohl nicht zurück. Und tanken dürfen wir auch nicht, denn der Tankwart erklärt sich mit dem Brückenwächter solidarisch und verweigert uns den Sprit… egal, hier gibt sicher mehr als eine Tankstelle, und falls nicht haben wir noch genug. Smiley 

Die auf der Landkarte als Straße ausgewiesene Route verliert sich leider nach wenigen Kilometern im Nichts. Hier kommen wir nicht durch!

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Um unseren Weg fortsetzen zu können, müssen wir aber erneut die Fähre nehmen und die 5 km RN fahren, denn unsere Landstraße geht auf der anderen Flussseite weiter. Im Ort wollten wir nur tanken… Also wieder auf die Fähre. Wieder zum gleichen Fährmann. Ich denke mir: “Jetzt krieg ich dich.” Mit 5.000 CFA in der Hand steige ich aus dem Auto. Das Geld wird sofort entdeckt und man verliert kein Wort über den Preis. Kurz vor dem Anlegen am Ufer, drücke ich dem Fährmann das Geld so in die Hand, dass er nun doch meine Hand schütteln muss. Na, für 5.000 CFA geht s dann doch. Zwinkerndes Smiley 

Ach übrigens den LKW der mit viel Qualm die Fähre weggeschoben hat treffen wir unterwegs auch noch mal. Diesmal in einem Schlammloch, das vorübergehend als Werkstatt herhalten muss.Smiley mit geöffnetem MundParty-Smiley

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Wir kommen auf eine relativ gute Straße und werden von einem Polizisten angehalten. Der möchte unsere Pässe sehen und verschwindet mit ihnen in einem Lehmhaus. Didi geht ihm hinterher und als ich frage, was er da so lange gemacht hat meint Didi: “Wieder mal alle Personalien in ein “Poesiealbum” abgemalt.”

Am späten Nachmittag erreichen wir das Coolcamp.

Unsere erste Nacht in Mali

Nachdem man uns 2 Stunden an der Grenze aufhält und die Straßen wieder (wie von Tambacounda im Senegal bis zur Grenze bei Diboli in Mali) voller Schlaglöcher sind ist es klar, dass wir das Coolcamp nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit erreichen.

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Wenn man von diesem einen Unsymphat vom Mali-Zoll absieht, fühlt sich Mali ganz nett und auch sicher an. Bei jedem Grenzübergang bekommt man gleich an der Grenze oder wenige Kilometer danach ein Gefühl dafür, ob man sich hier wohlfühlt oder nicht. Die Menschen hier wirken freundlich und zurückhaltend. Wir fahren durch hügelige Landschaft (hatten wir schon lange nicht mehr) und sehen Tafelberge, die ein wenig an Colorado erinnern. Langsam wird es dunkel und wir suchen nach einem Platz für die Nacht.

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Nach einem langen Fahrtag inklusive Grenzübergang sind wir müde und glücklich, dass doch noch ein Weg rechts den Berg hinauf führt. Wir folgen ihm und finden am Ende des Weges einen Steinbruch vor. Da es Samstag ist, wird morgen auch keiner hier arbeiten und so beschließen wir hier zu übernachten. Kurz darauf erscheint der Nachtwächter, der den Bagger bewachen soll. Wir fragen, ob wir hier für eine Nacht bleiben dürfen und er hat nichts dagegen. Er meint noch, dass er auch auf uns aufpassen würde. So gut beschützt schlafen wir, dank der kühlen Brise, die hier oben weht, gut ein und bringen ihm am nächsten Morgen Kaffee und Orangen.

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Auf nach Mali!

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Wir haben es eilig, da unser Mali Visum nicht mehr all zulange gültig ist. Also wird, gegen unsere Gewohnheit, die nächsten Tage früh aufgestanden und den ganzen Tag gefahren. Wir wollen übermorgen nach Mali einreisen. In Gambia kommen wir flott voran. Wenig Polizei und Militärkontrollen und die sind mit kurzem blabla abgehandelt.

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So kann man sein Bike auch vor Dreck und Kratzern schützen…..beachtet den rechten Spiegel und die Instrumente Vor Lachen auf dem Boden wälzen

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Einer der verschlafensten Grenzübergänge überhaupt, erwartet uns beim Einreisen nach Senegal.
Auf Gambia Seite sind extrem freundliche Leute, die froh sind etwas Smalltalk mit uns zu halten. Wir beeindrucken mit unseren Diola Sprachkenntnissen und gehören nun zur Familie als wir von Tumani Tenda erzählen und einer der Beamten erwidert, er stamme aus einem Nachbarort.
Nach einigen hundert Metern kommen wir zum Gebäude der  senegalesischen  Polizei. Hier hat man scheinbar jegliche Amtsehre verloren. Uns erwartet Ein zerfallenes Gebäude, in dem sich niemand aufhält. Mitten im Eingang steht ein Fernseher, in dem eine französische Daily Soap läuft. Davor hockt unser Polizist, der nur widerwillig seiner Verpflichtung nachgeht und unsere Ausweise annimmt. Ein anderer liegt auf einer Matratze neben dem Eingang uns schnarcht was das Zeug hält. Nur der Fernseher hält dem Geräusch entgegen. Im Eingang selbst liegt ein verwahrloster Hund und pennt ebenfalls. Der Typ, der dafür zuständig ist, das Seil an der Schranke für uns auf den Boden fallen zu lassen (die Schranke selbst öffnen und schließen wäre ja viel zu anstrengend….) damit wir ins Land einreisen dürfen kommt auch erst einmal vorbei, um es sich vor dem Fernsehen auf der Holzbank bequem zu machen. Ansonsten sind noch 2 Frauen da, die in Zivil gekleidet scheinbar nur hier sind, um die Männerwelt zu unterhalten bzw. die Macht über die Fernbedienung zu haben.
Unser Polizist ist völlig überfordert mit seiner Aufgabe und so müssen wir ihm erklären, welchen Stempel er wohin machen muss. Sogar das Carnet füllt er uns aus, als wir es ihm hinlegen. Wir sagen wir benötigen dies für den Zoll und hier ist ja keiner.?!?

Wir sind froh, endlich hier wegzukommen als nach ca. 1km ein Zollgebäude rechts auftaucht. Hier weiß man Beschied und stempelt das Carnet nochmals mit dem richtigen Stempel ab……Party-Smiley
Die Straße zwischen Tambacounda und der Grenze ist grauenvoll. Ein Schlagloch nach dem anderen und oft ist wegen der Größe ein Umfahren oder Ausweichen unmöglich.

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Unser Schnitt an diesem Tag senkt sich auf 35km/h. Nachts auf dieser Strecke mit Schlaglöchern von bis zu 50 cm Tiefe! zu fahren wäre eine Materialschlacht sondergleichen. Was auffällt ist, dass hier nur Lkws unterwegs sind und alle paar Kilometer mindestens einer davon am Straßenrand steht und repariert wird. Nach einem kurzen Stück gutem Belag und anschließenden Schlaglöchern sind dies meist die Räder, Radlager oder gar die Achsen, die neben den gestrandeten auf der Straße liegen.

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Die Fahrer reparieren entweder noch oder haben es sich inzwischen auf Liegen oder Hängematten unter den Anhängern bequem gemacht.

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Wir fahren bis zur Dämmerung, um wenigstens etwas weiter zu kommen und schlagen uns dann  in die Büsche neben der Strecke. Wir finden ein wunderschön ruhiges Plätzchen. ……wenn nur diese Hitze nicht wäre. Obwohl ich den ganzen Tag gefahren bin und hundemüde ins Dachzelt krieche, ich finde kaum Schlaf. Da hilft auch der schöne Mond nicht weiter….

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Am nächsten Morgen geht’s ohne Frühstück weiter. Bis zur Grenze sind es noch 130 km also ca. 4 Stunden!
Dort erwartet uns das totale Chaos.  Lkw Schlangen von mehreren km in afrikanischer Sorgfalt chaotisch abgestellt, so dass oft ein Vorbeifahren nicht mehr möglich ist. Wir müssen sehen, dass wir das irgendwie umfahren, da wir hier sonst Wochen stehen!

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Irgendwann nach dem Durchfahren von Privatgrundstücken und riesigen schlammigen Pfützen schaffen wir es tatsächlich bis zum ersten Schlagbaum vorzudringen. Die Einfahrt nach Mali kostet uns dennoch 2 Stunden, da man unser Carnet nicht anerkennen will und darauf Diskussionen folgen. Irgendwann haben wir dies geschafft und stehen nun am nächsten Schlagbaum.  Alle sind freundlich hier, aber wir müssen warten, weil nun erst zu Mittag gegessen wird…. dann noch zur Zoll Kontrolle.  Auch hier warten, bis die Herren fertiggegessen haben….. Wer es eilig hat in Afrika ist am falschen Kontinent unterwegs!

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Endlich also sind wir in Mali.  Die Straße wir schnell besser und irgendwie sind mir die Leute sympathischer.  Sie scheinen weniger aufdringlich zu sein, was mir sehr gefällt.

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Mali fühlt sich gut an, dennoch wollten wir eigentlich nicht wild zelten (man kennt ja die Nachrichten)… doch 1. kommt es anders und 2. als man denkt Zwinkerndes Smiley….

Das Warten und der schwere Abschied aus Tumani Tenda

In Deutschland hatte ich beschlossen mir noch einige Ersatzteil anzulegen, die man auf der Reise besser dabei hat.

Radlager vorne und hinten, einen weiteren Ölfilter für den nächsten Ölwechsel und einige weitere Kleinigkeiten. Zusammengenommen kommen da doch ein paar Kilogramm zusammen und so haben wir die Gelegenheit wahr genommen, diese Teile zusammen mit Spenden aus Holland per Schiff nach Gambia zu senden. An sich eine gute Idee, da so unsere 23 kg pro Koffer, die wir im Flieger mitnehmen dürfen besser ausgenutzt werden können (mit Nutella Wurst und anderen Dingen, die man hier schlecht bis gar nicht bekommt).  Leider war es aber nun so, dass erst das Schiff nicht gefahren ist und der Container auf ein anderes Schiff 4 Wochen später gestellt wurde. Ausgerechnet dieser Kahn hatte nun in Spanien 2 Wochen lang gelegen wegen angeblichen Maschinenproblemen, bevor er weiterfahren konnte. Nun schon mittlerweile für uns eigentlich zu spät in Gambia ankommen, darf er nicht in den Hafen fahren, eben weil wohl immer noch etwas defekt ist und das unbedingt außerhalb des Hafens repariert werden muss. Ich vermute mal, dass es sich um einen nicht unerheblichen Ölverlust handelt, den man außerhalb der Hafengebiets viel einfacher vertuschen kann..Nachdenkliches Smiley
Wie dem auch sei, wir warten nun seit 14 Tagen, um unsere Teile in Empfang nehmen zu können. Es zehrt an unserer Geduld, diese ständige Ungewissheit, wann es endlich soweit ist weiterzukommen.

Dennoch lassen wir uns unsere Stimmung nicht vermiesen. Wir beobachten die Tierwelt hier und lassen uns mit leckeren Früchten direkt vom Baum verwöhnen…..Uns geht’s ja prima bei Sanna und unter den großen Mangobäumen. In seinem Garten lässt es sich blendend aushalten.

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Passionsfrucht, Guave, Wassermelone, Mango, Orangen, irgendeiner Palmenerdfrucht (sehr lecker) oder mit frisch gerösteten Erdnüssen

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Wir müssen nur aufpassen, dass die Vögel nicht unser Auto zu sehr in Beschlag nehmen Vor Lachen auf dem Boden wälzen

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Die Tiere halten uns immer auf Trab und so kommt keine Langweile auf. Von herrlich rot leuchtenden Gesellen über gelbe Bienenfresser und Webervögel bis zum blauen Eisvogel ist hier alles. Weiterhin jede Menge Eidechsen von sehr groß bis klein. Selbst ein Waran kommt mal vorbei um “Hallo” zu sagen.

Allerdings ist unser Mali Visum nur 1 Monat gültig und eigentlich wollten wir schon dorthin unterwegs sein. So wie es momentan aussieht, wird uns die Zeit nicht reichen und wir werden sehen müssen, dass wir das Visum in Mali selbst nochmal verlängert bekommen. Mali ist so ein schönes Land. …viel zu schön zum Durchrasen in kürzester Zeit.

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Auch ein großes Chameleon versüßt unser Frühstück einmal und bringt Schwung in die noch müde Runde. Ein lustiger Geselle, der innerhalb von Sekunden seine Farbe wechselt als wir ihn als Fotomodel missbrauchen.

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Hier im Garten ist immer etwas los. Jede Menge Menschen kommen vorbei und versuchen immer wieder uns in Diola -der ortsüblichen Sprache- zu unterhalten.

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Kaum zu glauben welchen Lärm diese Viecher machen!Erzürnt

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Dani versucht sich als Friseur und stylt Mariam neu.

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vorher

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nachher

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schaut doch gut aus jetzt!Herz

 

Dani hat Tränen in den Augen als wir uns nun wohl zum letzten mal für lange Zeit verabschieden.(Ich durfte das Bild leider nicht hier veröffentlichen). Wir wollen wiederkommen das steht fest. Aber das wird erst in einigen Jahren möglich sein und wir werden sehen, was sich bis dahin verändert hat. Die Kinder werden älter sein und sich vielleicht nicht mehr an uns erinnern. Der freundliche Nachbar (den Dani Mr. Hallo Hallo getauft hat, weil er uns schon von Weitem so begrüßt hat), der uns mehrmals täglich Tee vorbeigebracht hat wird hoffentlich nicht seine lebensfrohe Art verloren haben

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ebenso wenig wie der stolze Onkel Sannas, der uns mit seiner sympathischen ruhigen Art sehr ans Herz gewachsen ist.

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Wie wird sich die Schule in Tumani Tenda entwickeln? Und Sannas Fußballteam und natürlich auch seine Happy Kunda Farm?  Wir wollen dies unbedingt sehen!

Hier sieht man Lamin, den Haudegen, der von Sanna auf die “Strafbank” gesetzt wurde. So alleine schläft er trotzig ein. Alima und Sannas Sohn Buba beim “Kuck kuck Spiel” unter dem Tisch.

 

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Mariama mit neuem Haarschnitt und Klein-Mamuschka (die eigentlich ganz anders heißt, von jedem aber so genannt wird). Alajio, Alima, John und auch Sanna schauen sich unsere Fotos an. Spielende Kinder und auch “Blinde Kuh” kennt man hier.

 

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Good bye Tumani Tenda!Herz

Bumster – Wer oder was sind sie?

Folgende Story beruht NICHT auf eine wahre Begebenheit. Sie könnte sich so oder so ähnlich aber jederzeit hier abspielen.

Wir danken den Autoren von www.auszeitnomadent.de für die Ideengebung

 

Sie sind auf jeden Fall nicht zu verwechseln mit den Speed-bumps, aber ähnlich hinderlich… nur eben in Menschenform.

 

Wir hatte wenig Ahnung, dass es sie gibt, aber wir kennen diese Art Menschen auch aus vorherigen Reisen.

Doch hier im Senegal und The Gambia scheinen sie sich und ihre Aufgaben perfektioniert zu haben.
Wer macht so etwas und wieso? Wer sind “sie”?

In einem armen Land möchte natürlich jeder etwas von dem süßen Stück des touristischen Kuchens abhaben und somit hat hier jeder etwas zu verkaufen oder kennt jemanden, der etwas verkauft oder eine Tour anbietet oder dir irgendeinen “Vorteil” verschaffen kann.
Das fängt schon beim morgendlichen Frühstück an, wo du angesprochen wirst. Oder beim Parken, Einkaufen, am Bankautomaten (besonders unangenehm), Wege suchen…

Irgendeiner findet sich immer, der dich zu textet, bis hin zu den wirklich penetranten jungen Männern, die an jedem Straßeneck auf dich warten und scheinbar selbstlos dein Bestes wollen.

Selbst ein Strandspaziergang wird zur Qual, ein friedlicher Stadtbummel gar unmöglich.

 

Es läuft in etwa so ab…..

Am Strand stehen solche kleinen „Hütten“, die als 1-Mann-Unternehmen geführt werden.
Meisten werden frisch gepresste Säfte oder Softdrinks angeboten.Manchmal sind sie auch schon zerfallen und man lungert einfach so herum.

Das eigentlich ist ja nicht schlimm….
Aber sobald sie dich als „Weißbrot“ schon von weitem erkennen, machen sie sich schlendernd auf, um zufällig deinen Weg zu kreuzen.
Dann geht es los….(wir schreiben es mal in deutsch…die Unterhaltung findet natürlich in englisch oder französisch statt)

Er: Hallo, wie geht es dir ??
Wir: Gut
Er: Wo kommst du her ?
Wir: Deutschland
Er: Ohhhhh, ein schönes Land. Deutsche sind meine Freunde. Ich liebe Deutschland!
Er (zu Dani): Wie heißt Du ?
Sie: Dani

Er: (zu mir): Wie heißt Du ?
Ich: Dietmar
Er: Und gefällt es euch hier?
Wir: Ja, Gambia/Senegal ist ein sehr schönes Land.

Er. Seit ihr das erste mal hier?

(wir haben uns angewöhnt hier zu sagen, dass wir schon 8 mal hier sind….manchmal hilft es ein wenig)

Er: Schaut mal hier, ich verkaufe den besten Saft am Strand. Kommt und setzt euch hin und trinkt was.
Wir: Nein, wir möchten nichts trinken, wir möchten am Strand spazieren gehen….

Nach gefühlten 20 Minuten der Diskussion, ob wir denn nicht doch wollen, werden wir mit den Worten: “Wünsche noch eine schöne Zeit“ entlassen.

Das man am Strand angesprochen wird, ist ja nicht so schlimm und wie oben schon beschrieben auch verständlich.
NUR….. stehen da teilwiese zig Stände hintereinander !!!! Und es vergehen auch in freier Wildbahn keine 5 Minuten bis dich nicht der nächste anquatscht.
Und bei jedem wiederholt sich das Ganze !!!

Da kann dann ein kleiner Spaziergang am Strand schon zu einer Marathon-Tour ausarten! Und die Romantik der zweifelsfrei schönen “einsamen” Strände bleibt irgendwie auf der Strecke.

Und wie schon gesagt es ist ja nicht so, dass das nur am Strand passiert. Nein, vor jedem Geschäft, Restaurant oder Supermarkt steht einer und will dich in den Laden quatschen, dich nach Hause zu sich einladen, dir ein Armband “schenken” usw.

Die Menschen hier sind überaus freundlich !!!! Überhaupt keine Frage !!!!
Aber dieses penetrante Anbiedern, geht einem nach gewisser Zeit doch ordentlich auf die Nerven!

 

Was passiert, wenn man einen eigenen Bumster hat?

Wir haben es nicht ausprobiert! Dafür fehlen uns einfach die Nerven befürchte ich. Und ich sitze ungern wegen Todschlags hier im Knast….

 

 

Hier eine gute Beschreibung eines Reisenden welche wir im Netz gefunden haben.

Wir fanden diese so genial real, dass wir sie gerne hier mit seiner Erlaubnis wiedergeben:

So, nun haben wir auch unseren eigenen Bumster !
Ja, echt !!!
Wie wir dazu gekommen sind ?

Wir sitzen Abends im “NoStress” und trinken gemütlich unser Bier, da werden wir auf deutsch angesprochen.
Wir unterhalten uns nett und er bietet auch Touren an. Das hört sich ja schon mal gar nicht schlecht an.
Da er uns auch ganz sympathisch ist, buchen wir auch eine Tagestour mit ihm, zwei Tage später.

Und jetzt geht es schon los…..das “NoStress” hat ja auch solch einen „Türsteher“….
Er wollte uns auch gleich zu seiner Familie auf’s Dorf einladen, was wir aber dankend abgelehnt haben.
Als er dann mitbekommt, dass wir bei unserem (nennen wir ihn mal) Tourguide eine Tour gebucht haben, wird der voll zickig !!
Das war echt unglaublich !

Seit dieser Zeit werden wir immer schön von unserem Tourguide abgeholt und nach der Tour oder abends nach einem Restaurantbesuch ganz brav bis zum Hotel begleitet.
Einen Fisch lässt man ja bekanntlich nicht von der Angel.

Noch eine kleine Begebenheit….

Unser Tourguide ist gerade nicht da und wir sind am Eingang zum “NoStress” da werden wir von einem anderen ganz nett angesprochen.
Es entwickelt sich eine nette Unterhaltung.
Plötzlich meint er, dass er arbeitslos ist und 6 Kinder zu Hause zu versorgen hat.
Wir mögen ihn doch unterstützen und ihm 1500 Dalasi (ca. 28,30 Euro) geben, damit er für seine Familie Reis kaufen kann.
Wir schnappen uns den Jungen, laufen in den nächsten Supermarkt und wollen ihm einen Sack Reis spendieren…..
Da ist der doch voll sauer, zieht ab und ward nie wieder gesehen !!!

Das muss man wohl nicht verstehen ! 😉

Bei unserem Tourguide haben wir bis jetzt herausbekommen, dass das “NoStress” sein Revier ist.
Hier verkauft er seine Touren und passt auch auf seine „Freunde“ auf.
Und er hat viele Freunde ! 😉

Hast du deinen „Bumster“, hast du deine Ruhe !
Sobald du mit einem Tourguide unterwegs bist, egal wo, Restaurant, Boot, Markt,Taxi usw. hast du absolut deine Ruhe.
Du wirst nicht angesprochen und wirst nicht angebettelt. Sollte aber jemand „an deinen Geldbeutel wollen“, dann wird er von deinem Tourguide ordentlich in die Schranken gewiesen.
Und er wacht über dich.
Er taucht auf, wenn du ihn brauchst, er ist da, wenn du es gar nicht vermutest.
Er weiß alles….er weiß, wo du am Tage warst, wo du gegessen hast !
Das Netzwerk was hier gespannt ist, muss unglaublich sein !!!!

Ok, er versucht dir das Geld aus der Tasche zu ziehen, „beschützt“ dich aber vor anderen.
Wie viel Geld sich nun der einzelne aus der Tasche ziehen lässt, oder wie viel es ihm Wert ist, muss jeder selber entscheiden.

Das sind unsere ganz persönlichen Eindrücke und erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit!

Wir möchten die Menschen hier auch absolut nicht schlecht machen !!

Es sind sehr nette liebevolle Menschen und wir haben in unserer Zeit absolut keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Wir haben einfach unsere Erlebnisse aufgeschrieben.

 

 

Noch eine schöne Begebenheit, was hier so ab geht:

Wir sitzen in unserem „Stammlokal“, die Getränke sind kalt, das Essen ist gut und das Wichtigste..wir haben WiFi !!!
🙂
Wir hatten ja schon am Anfang dieses Berichtes geschrieben, dass der Concierge/Türsteher ein Auge auf uns geworfen hat.
Karim heißt er.
Wir sind seine deutschen Freunde. Immer ein nettes Gespräch auf den Lippen und zwischendurch kommen immer so kleine Anspielungen.
Ihr habt doch bestimmt Second-Hand-Handy’s zu Hause !!
Ich gebe euch meine Adresse und ihr könnt sie mir schicken !!
Ne, können wir leider nicht….wir haben keine rumliegen.
Am nächsten Abend kommt er an den Tisch und flüstert, dass er uns am nächsten Tag seine Zeugnisse mitbringen will, damit wir sie uns einmal anschauen.
Er möchte gerne Network studieren.
Ok, kann er ja machen…..
Am nächsten Abend kommt er tatsächlich mit seinen KOMPLETTEN Akten vorbei und zeigt sie uns.
Wir haben sie uns angeschaut und müssen sagen…sie waren nicht schlecht…die Zeugnisse.
Diesen Abend haben wir das Lokal dann verlassen, ohne dass er bemerkt hat, dass wir gehen.
Am nächsten Abend (also, der dritte) kommt er wieder zu uns an den Tisch und meint, wir haben ja gar nichts zu seinen Zeugnissen gesagt !!
Oh, ja….die waren gut…finden wir.
Dann meint er….
Na, dann können wir ja am Montag zur Schule gehen !!
So…was sollen wir denn in der Schule ??? Weiß nicht, was ich da soll !!!
Er meinte dann…dass wir zur Anmeldung in die Schule gehen und wir die Schulgebühren bezahlen, damit er studieren kann !!
Uns fallen in dem Moment die Augen aus dem Kopf und müssen wir schon fast lachen, wenn das nicht so dreist gewesen wäre.
Wir machen ihm klar, dass wir nicht jedem in Gambia helfen können.
Ein kurzer Fluch von ihm, er schleicht von dannen und seit diesem Zeitpunkt sind wir keine Freunde mehr.
Er redet auch kein einziges Wort mehr mit uns, geschweige denn er schaut uns an……

Soviel zum Thema…..alle wollen nur dein Bestes….dein Geld !!!

 

Dani und ich haben oft den Spruch gehört:

“ Ihr seit doch Europäer, ihr habt doch viel Geld, ihr seit alle reich…” Sind das die Auswirkungen von den zigtausend Projekten in diesem Land, welche von europäischen Ländern aufgezogen und bezahlt werden? Oder/und werden die Einheimischen durch die Freizügigkeit mancher Overlander oder Kurzzeiturlauber ermutigt einfach jeden Weißen um Geld oder Geschenke zu bitten?

Wir wissen es nicht und wollen dies hier auch gar nicht erörtern. Aber es läuft hier etwas nicht richtig, soviel ist uns klar.

 

In der Nebensaison in der Casamance wurden wir übrigens ganz und gar in Ruhe gelassen. Ebenso in Guinea Bissau. Dort gibt es so wenig Tourismus, dass sich das Bumster Geschäft wohl noch nicht etabliert hat. Zwinkerndes Smiley