Ouesso

02.04.2017

Im Kongo fahren wir auf den besten Straßen Afrikas…wer hätte das gedacht? Brandneu und keine anderen Fahrzeuge auf der Straße von der Grenze Gabuns bis zur Abzweig in den Norden, also für ca. 200 km Zwinkerndes Smiley

Der kleine Grenzübergang verläuft übrigens unspektakulär. Wir stempeln am Tag vorher in Lekoni beim freundlichen Beamten aus, übernachten im Canyion Rouge und fahren gemütlich auf guter Straße bis zum freundlichen Zollbeamten im Kongo, der sich gerne beim Ausfüllen des Carnet behilflich sein lässt.

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Das hier ist die Zollstation. Die findet man natürlich auf Anhieb Strebersmiley

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Der Immigrationsbeamte ist dann leider ein Mensch der herrischen Sorte. Er kommandiert seinen “Untergebenen” erbarmungslos und herablassend herum. Wir versuchen die peinliche Situation zu ignorieren. Der arme Mitarbeiter soll dann unsere Personalien auf einen Zettel schreiben. Offensichtlich benötigt er aber eine Brille. Als er danach zu greifen versucht, verbietet es ihm sein Chef. Fehler sind vorprogrammiert und der eingeschüchterte Mann weiß schon, dass er gleich rund gemacht wird. Wir haben Mitleid, können aber nichts tun, außer uns zu unterhalten, so dass dieser Unmensch an Immigrationsbeamten keine Bühne für sein grausames Spiel hat.

Zu spät denken wir daran, dass wir noch Brillen aus Deutschland haben. Dieser Beamte wäre bestimmt froh darüber gewesen. Wir werden aber noch andere Menschen finden, die Schorsch s Brillen dringend benötigen.

Es gibt hier noch keine öffentlichen Verkehrsmittel. So werden wir beim Zoll und bei der Passkontrolle von den jeweiligen Beamten gefragt, ob wir Einheimische mitnehmen können. Zunächst sind es nur 2 Schulkinder, dann möchten noch eine junge Frau mitgenommen werden und als es sich herumgesprochen hat, dass wir Leute mitnehmen, kommen noch mehr. 40 km möchten sie mitfahren… keine Ahnung wie sie sonst dort hingekommen wären. Wir sehen kein anderes Fahrzeug, lediglich Afrikaner, die die Fahrbahn als Gehweg benutzen und mitten auf der gut ausgebauten Landstraße laufen.

Wir übernachten bei Silvano in Makoua, wo Didi sich um unseren Reifen kümmert. Wieder ein Loch! Langsam wird es ein bisschen eng mit der Qualität unserer Reifen…

Auch der Anschluss für die Druckluft zum Reifen aufpumpen muss repariert werden.

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Am nächsten Tag machen wir uns auf den langen Weg in den Norden. Wir möchten einen Nationalpark besuchen und außerdem sollen dort Pygmäen leben.

Die Fahrt dorthin ist eher langweilig. Gute Teerstraße mit viel Grün rechts und links. Wenig Abwechslung.

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In Ouesso angekommen, werden wir am Ortseingang kontrolliert und hier möchte man Geld. Es wird ein bisschen zäh, aber wir schaffen es wieder einmal ohne zu bezahlen weiter zu fahren. Nachdem wir ja jetzt “Freunde” sind dürfen wir sogar noch  ein Foto des Beamten machen…

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Hier tanken wir erst einmal voll. Benzin (Dan s Jeep braucht Benzin) war bislang nicht zu bekommen. Hier kann er volltanken. Glück gehabt. Diesmal Zwinkerndes Smiley…dazu in Brazzaville mehr….

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Um zum Nationalpark zu kommen, müssen wir über den ca. 35 Meter breiten Fluss mit der Fähre übersetzen. Wir fragen nach dem Preis und sind geschockt. 25 Euro die einfache Strecke!!! Mindestens 50 Euro für den Hin- und Rückweg. Ja richtig, nicht 50 Euro … wir kennen Afrika mittlerweile und wissen, wenn wir auf der anderen Seite sind und die Fährmänner mitbekommen, dass wir unbedingt wieder zurück müssen, weil es für uns keine andere Möglichkeit gibt, steigt der Preis.

Nein, das tun wir uns nicht an.

Wir möchten wieder gehen, doch nun hat uns der betrunkenen Immigrationsbeamte entdeckt, der unbedingt unsere Pässe kontrollieren möchte. Wir befinden uns in Grenznähe zu Kamerun und er möchte einfach nicht hören, dass wir die Fähre nicht nehmen und auch nicht aus dem Kongo ausreisen möchten. Er ist ein extrem unangenehmer Genosse, will unbedingt die Pässe haben und behält diese. Verlangt Geld. Ein anderer Beamter kommt und hat keine Ahnung vom Carnet. Angeblich sei es ungültig. Plötzlich ist Dan s Fahrzeugschein verschwunden……Der Betrunkene behauptet ihn an Dan zurückgegeben zu haben, was natürlich nicht stimmt. Nun tickt Dan aus, weil sich auch immer mehr Beamte von verschiedenen Behörden (Zoll, Polizei, Immigration) einmischen.

Es wird laut. Dan notiert den Namen des Beamten, der unsere Dokumente nicht mehr heraus rücken möchte und Didi macht mit seinem Handy ein Foto von ihm. Ich gehe zu einer Zollbeamtin, die irgendetwas in ihr großes Poesiealbum schreibt und entdecke, dass Dan s Fahrzeugschein durch mehrere Hände bis hier hin gelangt ist. Als ich das Dan und Didi zurufe verlagert sich der Schauplatz an ihren kleinen schattigen Unterstand. Laute Worte werden gesprochen. Der betrunkene Beamte möchte, dass Didi das Foto löscht und dieser denkt nicht dran, sagt, dass er es zur Botschaft schicken wird, um sich über ihn zu beschweren. Das machen wir natürlich nicht, aber die Drohung zeigt Wirkung. Der Betrunkene wird kleinlaut……vielleicht überlegt er sich das nächste Mal wie man freundlicher sein kann? Wer weiß.

Die Beamtin hält sich die Ohren zu und verdreht die Augen. Als ich ihr erkläre, dass wir die Fähre nicht nehmen werden, legt sofort ihren Stift aus der Hand und fragt, weshalb sie dann alle Fahrzeugdaten aufschreibt? Wir sagen, dass uns diese Vorgehensweise auch schleierhaft ist, wir es mehrfach versucht haben zu erklären, aber ihre Kollegen nicht zuhören können.

Sie schüttelt ihren Kopf, steht auf und bringt uns unsere Pässe, die ein anderer Beamter hatte, zurück.

Der Betrunkene möchte immer noch, dass Didi das Foto löscht. Doch Didi bleibt hart und pflaumt den Beamten an, dass er sich das nächste mal besser benehmen soll. Als auch keiner der anderen anwesenden Beamten ihm zur Seite stehen, kehrt er wieder zu seiner Flasche Bier zurück.

Es ist nicht immer einfach ruhig zu bleiben bei den vielen Kontrollen hier.Manchmal wird man nur kurz verhört (woher, wohin, was macht man …) aber oft wird jede Information bis hin zum Namen des Vaters und der Mutter aufgeschrieben. da in diesem Zeitraum auch noch alle anderen Kollegen aufkreuzen (Militär, Polizei, Custom Control und Douane) und jeder zeitgleich Fragen stellt dauert dies meist eine Stunde bis man weiterfahren kann. Wenn man das Prozedere nun zum dritten mal am gleichen tag durchmacht und das bei diesem Klima das hier herrscht, soviel Baldrian kann kein Mensch nehmen damit er da noch ruhig und gelassen bleibt.

Schön ist es auch wenn einer der Beamten auf der Beifahrerseite nach den Pässen fragt und diese auch von Dani bekommt und zugleich ein anderer auf der Fahrerseite ebenfalls die Pässe verlangt. Sagt man ihm er muss etwas warten da gerade sein Kollege einen Blick darauf wirft kann dieser es nicht begreifen und reagiert ärgerlich das man ihn warten lässt, beschwert sich und/oder fängt an zu uns mit Schikane zu provozieren….(Auto durchsuchen, Gelbfieberimpfung kontrollieren,  Fahrzeugpapiere, Versicherungen usw. usw.)

 

Wir fahren einige Kilometer aus Ouesso raus, kommen an unserer Lieblingspolizeikontrolle vorbei, die uns nun sehr freundlich durchwinken und übernachten auf dem Gelände einer Priesterschule.

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Pygmäen sehen wir leider keine Trauriges Smiley Lediglich am Straßenrand kann ich im Vorbeifahren einen kurzen Blick auf ein paar wenige kleine Menschen werfen.

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Weiter südlich bei einem unserer Buschcamps kommen aber dann doch noch zwei Pygmäen vorbei, die auf dem Nachhauseweg von ihrer Feldarbeit sind.  (Leider keine Fotos. Ich war zu schüchtern…) Wir fragen, ob wir übernachten dürfen und schütteln Hände. Sie sprechen kein Französisch, lachen aber und sind freundlich. Faszinierend. Der eine ist einen ganzen Kopf kleiner als ich, der andere vielleicht einen halben Kopf. Sie haben eine normale Statur. Alles ist nur etwas kleiner. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden sie hier im Kongo nicht als Menschen anerkannt und auch jetzt sind diese ursprünglichen Waldmenschen nicht wirklich in das System der Schulbildung etc. integriert. Ich hätte gerne mehr von deren Kultur erfahren, doch wir haben leider keine Zeit (da wir uns um das Angola Visum kümmern müssen) und würden außerdem sowieso eher nicht kommunizieren können…

Canyon Rouge

29.03.2017

Bei Lekoni in der Nähe Francevilles soll es wunderschöne Canyons geben. Dank unseres Navigationssystems finden wir diese auch recht schnell und fahren an den Canyon Rouge.

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Um an den Canyon zu gelangen, fährt man ca. 5km durch eine sandige Piste. Irgendwann und ganz plötzlich steht man dann vor dem im hohen Elefantengras verdeckten Abgrund! Also etwas aufpassen und besser nicht mit zu viel Schwung durch den Sand pflügen. Nur ein Scherz

 

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Wer schubst hier wen?

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Nachdem es uns hier so gut gefällt und auch die Moskitos bzw Fourros sich zurückhalten, bleiben wir hier ein paar Tage und genießen die Einsamkeit.

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Leider ist ein Plug im Reifen undicht und ich muss einen Neuen setzen bevor wir weiterfahren.

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Einer arbeitet und 15 schauen zu……

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Unser Stammrestaurant Cooles Smiley

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Es gibt hier in der Gegend auch einen Canyon Blance. Allerdings finden wir diesen nicht und haben auch keine Lust auf tagelange Suche. Es wären ca. 80km Piste zu fahren und diese ist kaum zu sehen und verzweigt sich sehr oft. Wir brechen ab.

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Kurz überlegen wir, ob wir hier schon Richtung Kongo fahren wollen.

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Allerdings können wir nicht abschätzen, wie man einen “illegalen” Übertritt der Grenze im Kongo gegenübersteht und wie/wo wir dann unseren Einreisestempel bekommen. Außerdem haben wir gerade ein klein wenig die Lust an schlechten Pisten verloren und fühlen uns auf Teer pudelwohl. Nur ein Scherz

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Hallo Kongo wir kommen!

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Die lange Fahrt nach Franceville

 

26.03.2017

Wir fahren von Dilolo über Lastoursville nach Franceville

Zum einen soll die Strecke schön sein und zum anderen wollen wir bei Lekoni über die Grenze in die Republik Kongo.
In Afrika sind die Chinesen…..zum einen um Straßen zu bauen, zum anderen um den Kontinent seine Rohstoffe zu entnehmen.
Hier eine andere Hinterlassenschaft die ich am Wegesrand gefunden habe. Arbeitssicherheit spielerisch beigebracht Zwinkerndes Smiley

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Modernes Afrika

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die Strecke wird bald schlechter und wir mögen es noch nicht wahr haben das eine Stadt mit weit über einhunderttausend Einwohnern über solch einen Hauptverbindungsweg verfügt und das wir uns die nächsten 700 km auf dieser Nationalstraße befinden. Erfahrungsgemäß wird es nicht besser Enttäuschtes Smiley

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unerwartet eine schöne Kirche am Wegesrand

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unser erster Übernachtungsplatz ebenfalls am Wegesrand. Verkehr ist hier eh keiner, heute ist uns noch kein Auto entgegengekommen also werden wir sicher nicht gestört heute Nacht. Höchstens vom starken Regen der einsetzt

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Die Beschilderung der Rue National 6 ist ähnlich gut wie in Europa

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die Straße aber nicht. An dieser Stelle haben wir noch 480 km vor uns……Verwirrtes Smiley

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und es wird natürlich nicht wesentlich besser im laufe des Tages

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Bierverkauf am Strassenrand

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Chinesen beim Straßen vermessen,. Mitten im Nirgendwo!

Ob dies ein gutes Zeichen ist und wir bald auf eine neugebaute Teerstraße treffen?

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Nein wohl ehr nicht. Diese Brücke hat mir dann doch eine kleine Sorgenfalte auf die Stirn gemeißelt Trauriges Smiley

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aber am Ende geht´s immer irgendwie

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besser wird es danach aber auch nicht

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Nächste Übernachtung bevor wir kurz vor Franceville wieder auf Teer treffen

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Grüße an eine ganz besondere Freundin Zwinkerndes Smiley

 

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Ein aufgeschleuderter Stein zertrümmert die Scheibe von Dan´s Jeep. Im Innenraum liegen jede Menge Splitter und Tesaband muss herhalten.

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Kaum zu glauben wie sehr wir uns gerade über modernen Straßenbau freuen!

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bei Franceville einer dreckigen und nicht einladend wirkende Großstadt besuchen wir noch einen Stausee und das zugehörige Kraftwerk. Das Militär dort nimmt uns die Pässe ab und dann dürfen wir einfahren. Alles recht unkompliziert hier Cooles Smiley

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Diese alte Hängebrücke war ebenfalls auf dem Gelände. Allerdings konnten wir wegen den Horden an Mosquitos nicht wirklich die Zeit genießen und waren bald wieder weg

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Wir suchen uns ein abgelegenes Plätzchen ganz in der Nähe zum schlafen und genießen bei einem Sundowner die Aussicht

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natürlich alles Originalteile ob mit oder ohne SchreibfehlerStrebersmiley

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Bushmeat

25.03.2017

Schon im Kamerun haben wir das sogenannte Bushmeat, das am Straßenrand zum Verkauf steht, entdeckt. Hier in Gabun sehen wir das erste Mal auch Affen.

Ich lasse die Bilder sprechen:

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Dieses Tier lebt noch Zwinkerndes Smiley und versucht eine Flasche Bier –wohltemperiert bei ca. 37 °C- zu verkaufen. Smiley

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Gemüse wird teure aus Kamerun importiert. Wilde Tiere kann man selbst jagen und muss somit kein Geld in sein “täglich Brot” investieren. Im Gegenteil: Das, was zuviel ist, bindet man einfach an einen Stock, der in einem leeren Ölfass steht. Sobald ein Auto anhält springt man aus seiner Hütte und tritt in die Verkaufsverhandlung ein.

Wir bevorzugen die “food is ready” Plätze mit gegrilltem Hähnchen. Zwinkerndes Smiley

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Von Loanga Lodge zur Shell-Fähre und weiter zum Strand Mayumba

22.03.2017

In der Nacht zuvor regnet es ohne Ende. Es donnert, blitzt und schüttet wie aus Kübeln. Kein Wunder, dass die Straße am nächsten Morgen überschwemmt ist.

Didi und Dan lieben es, in den Pfützen zu spielen… Jungs eben Zwinkerndes Smiley

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Wir müssen, wie auf dem Hinweg auch, durch das Ölfördergebiet von Shell. Alleine darf man hier nicht fahren. Wir werden eskortiert. Bis uns das Pilotfahrzeug an der Schranke abholt, dauert es ein bisschen, denn die Fahrer sind gerade alle beim Essen. Also essen wir auch etwas. Mit 30 km/h gurken wir dem Vorausfahrenden hinterher.

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Wir verlassen nach ca. 8 km das Gelände und sehen einen Elefanten am Straßenrand. Wow. Da fährt man um eine Kurve, sieht Dan mit seinem Jeep, dessen Warnblinkanlage aufleuchtet, stehen, denkt “Oh weh, ein Panne” und sieht im nächsten Moment keine 3 m entfernt einen Elefanten im Gebüsch.

Die Pipelines sehen auf den Fotos zwar nicht hübsch aus, doch in diesem Moment sind wir froh, dass sie eine Barriere zwischen uns und dem Elefanten bilden.

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Wir übernachten in der Nähe des Anglegeplatzes der Fähre und hören einen Elefanten in der Nacht 5 m von VAnGO entfernt grasen. Wir hören, wie er Grasbuschel um seinen Rüssel dreht, aus der Erde herausreißt und schmatzend verzehrt.

Am nächsten Morgen hat es sich ein Spinne an VAnGO gemütlich gemacht….

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Morgens gesellen wir uns zu den Trucks, die auf die Shell-Fähre warten. Es handelt sich nicht um eine öffentliche Fähre. Man muss sich vorab bei Shell registrieren lassen. Wenn es noch Platz auf der Fähre hat, darf man kostenlos mitfahren. Das spart einen Umweg von mehreren Hundert Kilometern. Doch leider lief mit unserer Buchung etwas schief. Niemand von Shell weiß etwas von uns. Der Kapitän würde uns gerne mitnehmen, aber ihm sind die Hände gebunden und er riskiert seinen Job. Er versucht seinen Boss und etliche andere Verantwortlichen zu erreichen. Die Aussage bleibt aber leider gleich. Wir dürfen nicht mitfahren. Wir sind nicht registriert und stellen somit ein Sicherheitsrisiko dar… Die Autofähre und die Personenfähre legen ohne uns ab…

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… und wir fahren den ganzen Weg über Sangala über Kili ca. 180 km zur Hauptstraße zurück, um einen Nationalpark herum (weitere 150 km), um weiter südlich bei Ndende nach weiteren 200 km zum Strand zu kommen. Mit der Fähre wären es keine 40 km gewesen…

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Für alle Overlander, die die Fähre vom Norden aus Richtung Süden nehmen wollen, hier die Wegbeschreibung. Die Straßen sind auf keiner Karte und auch nicht im Osmand/OSM verzeichnet:

Man biegt bei Yombi von der asphaltierten Hauptstraße auf eine gute Lateritstraße Richtung Sangala (Mandji) ab. Hier sollte man bei der Total-Tankstelle noch einmal volltanken, wenn man –bevor man die Fähre nimmt- zur Loanga Lodge fahren möchte. Das nur als Tipp, weiter geht es mit der Wegbeschreibung. Von Sangala aus, folgt man der Straße weiter bis zu einem Schlagbaum. Hier beginnt das 100 km lange Gebiet einer Holzfirma. Das Passieren ist kein Problem. Nach Verlassen dieses Gebietes kommt man zum Schlagbaum der Firma Shell. Soweit wir wissen kann man sich hier für die Fähre registrieren lassen. Was bei uns schief lief, wissen wir nicht. Hier muss man sagen, wo man hin möchte, damit die Eskorte den richtigen Ausgang wählt. Durch das Gebiet wird man eskortiert. Das ist gut, denn das Pilotfahrzeug kennt den Weg. Zwinkerndes Smiley Nachdem man das Shell Gebiet verlassen hat, folgt man der immer noch gut ausgebauten Piste Richtung Süden. Die Straßenführung ist nicht immer ganz eindeutig, doch wenn man den Lkw oder deren Reifenspuren folgt, findet man schlussendlich nach ca. 100 km die Fähre am west-nördlichen Ende der Lagune Nago in der Nähe Sette Cama (das sich auf der anderen Seite der Lagune befindet). Hier kann man sicher und problemlos übernachten. Alles in allem sind es ca. 300 km ab der geteerten Hauptstraße, die auf einer relativ guten Piste zurück gelegt werden müssen.

Die Fähre legt nur einmal pro Woche, immer mittwochs nach Gamba ab und braucht 3 Stunden. Man darf auf der Autofähre nicht mitfahren. Die Personenfähre benötigt ca. 1 Stunde und legt gleichzeitig mit der Autofähre ab. Man kann in Gamba also noch gemütlich einen Kaffee trinken, bis die Autofähre ankommt. Das Auto wird nicht vom Schiffspersonal bewegt, man darf also zuschließen und den Schlüssel behalten.

 

Der Strand bei Mayumba ist ganz nett, aber nicht umwerfend. Wir sind uns gerade nicht sicher, ob sich dieser gigantische Umweg gelohnt hat… Die Wellen sind um diese Jahreszeit so stark, dass man besser nicht zu tief ins Meer geht.

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Über ein Rollfeld versuchen wir zum Parque National de Mayumba zu gelangen. Die Piste wird immer sandiger und führt leider nicht am Strand entlang. Wir kehren nach ca. 1 Stunde fahrt wieder um, da wir nicht denken, durch das dichte Gebüsch auf diesem Weg an den Strand zu kommen.

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Auf dem Weg zum Strand treffen wir auf eine super nette schwedische Familie, die mit zwei kleinen Kindern für ein Jahr Afrika bereist. Wir genießen den Abend mit ihnen und hoffen, sie einmal wieder zu treffen.

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Loanga Nationalpark

19.03.2017

Wir verlassen die gut geteerte Hauptstraße bei Yombi Richtung Westen und fahren zunächst auf guter Piste durch den Regenwald.

Nach ca. 100 km kommen wir an einen Schlagbaum. Dies ist das Gelände der Holzfäller. Wir dürfen ohne Probleme passieren. Die Strecke führt über 100 km durch den Regenwald. Da es dunkel wird und wir das nächste Gate nicht vor Sonnenuntergang erreichen können entscheiden wir uns hier zu übernachten. Leider sind wir nicht ganz alleine. Tausende mini kleine Fourrus möchten die Nacht und unser Blut mit uns teilen. Die Blutsauger sind fast nicht zu sehen, so klein sind sie, hinterlassen aber 1 Cent große rote Flecke. Also verziehen wir uns schon um 19 Uhr in unsere stickig-heißen Autos und wagen es nicht, Licht anzumachen, die diese kaum sichtbaren Mistviecher (sorry) durch unser Moskitonetz fliegen können. Wir verbringen eine heiße Nacht (nicht was ihr denkt Zwinkerndes Smiley) und verlassen früh morgens ohne Frühstück diesen Platz. Bloß schnell weg hier. Ich reagiere leider wieder einmal allergisch auf die Bisse und muss dann drei Tage lang unter brennender, juckender Haut leiden.

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Wir verlassen das Holzfällergebiet und kommen kurz darauf an den nächsten Schlagbaum. Diesmal ist es das Gebiet des Ölmagnaten Shell. Hier lässt man uns nicht einfach so durchfahren. Wir benötigen eine Eskorte für die 8 km.Im Schneckentempo fahren wir hinter dem Pilotfahrzeug her.

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Wir finden ein schönes Plätzchen am Strand und übernachten hier mit der Möglichkeit Elefanten am Strand zu sehen. Die Hinterlassenschaft können wir bereits jetzt im Sonnenuntergang beobachten. Zwinkerndes Smiley

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Bevor wir zur Lodge fahren, tanken wir an der letzten Möglichkeit noch einmal auf. Das Benzin riecht eher nach Pinselreiniger, aber wir haben keine andere Wahl.

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Auf sehr schlechter Piste fahren wir die letzten Kilometer bis zur Lodge. Insgesamt sind es ca. 300 km von der geteerten Hauptstraße bis zur Lodge. Die letzten 80 km sind schmal und schlecht. Die letzten 9 km noch schmaler und noch schlechter.

Wir kommen im Paradies an.

Kleine Bungalows aus Holz befinden sich auf grünem, gepflegtem Rasen unter Palmen. Vom Restaurant überblickt man die Lagune. Am anderen Ufer beginnt das Gebiet des Nationalparks. Die Nacht im Bungalow kostet 300 Euro pro Person! Diese Touristen werden hierher üblicherweise mit dem Boot oder dem Flieger gebracht. Ihnen kann man den Landweg ja auch nicht zumuten. Zwinkerndes Smiley

Ob wir armen Schlucker hier bleiben dürfen?

 

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Wir treffen Jannie, den namibischen Manager. Wir sind uns sofort sympathisch. Er erklärt die verschiedenen Aktivitäten und Safaris. Der Preis für eine Safari ist sogar akzeptabel stellen wir verwundert fest. Ich frage vorsichtig nach der Möglichkeit des Campens.

“Kein Problem. Wo ihr wollt”, meint Jannie, “benutzt den Swimming Pool. Für Dusche und Toilette öffne ich euch einen Bungalow. Im Moment ist es nur ein bisschen hektisch, weil nächste Woche Paul Allen (der Mitbegründer von Bill Gates Mircosoft) die komplette Anlage gebucht hat.”

Wow!! Wer hätte das gedacht?

Jannie ist begeistert von unserer Reise und –wie wir denken- froh sich mit “normalen” Menschen unterhalten zu können. Wir freunden uns schnell an.

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Am nächsten Tag treffen wir Megan und David aus Lagos. Wir gehen gemeinsam mit ihnen auf Safari. Zunächst fahren wir mit dem Boot zum Nationalpark und dann geht es mit dem Toyota weiter. Elefanten am Strand Smiley

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Jannie möchte uns die Tassi Lodge im Nationalpark zeigen. Sie ist total heruntergekommen und er möchte sie wieder aufbauen. Das könnte sehr schön werden… Er erzählt unglaublich interessante Geschichten aus seinem Leben mit reichen Menschen, die er als Hotelmanager auf Principe kennen lernte.

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Auf dem Rückweg sehen wir frische Leopardenspuren und die lustigsten Schweine der Welt. Jannie nennt sie Bushpigs (Red River Hog). Sie haben weiße, lange, haarige Büschel an den Ohren, die lustig umherflattern, wenn sie rennen.

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Das Beste kommt aber erst noch. Wir sehen wilde Gorillas. Auch für Jannie ist es das erste Mal, dass er nicht habituierte Gorillas sieht. Wir sind absolut begeistert und die Gorillas sind wohl ebenfalls fasziniert von uns Zwinkerndes Smiley

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Abends werden wir zur Krokodiljagd eingeladen. Wir erklären den Guide für komplett verrückt, als er ins hüfttiefe Wasser springt, um ein Krokodil mit den Händen zu fangen. Es ist zwar nur klein, aber es ist stockdunkel und die Mutter ist nicht weit!

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Bevor wir am nächsten Tag leider weiter müssen (der Abschied von Jannie fällt sehr, sehr schwer), verbringen wir noch einen schönen Abend mit Jannie, Megan und David.

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Didi s Kamera ist kaputt und wir geben dem Paar aus Lagos die Kamera mit, damit sie sie nach Deutschland zu meinen Eltern schicken können. Ein Kollege fliegt demnächst nach Deutschland und so scheint es uns sicher zu sein, dass die Kamera auch ankommt. Mit der afrikanischen Post hätten wir da Bedenken. Ob wir allerdings dem sympathischen Paar wirklich trauen können? Wir haben ein gutes Gefühl…aber wir müssen abwarten.

Albert Schweitzers Dorf-Krankenhaus in Lambarene

12.03.2017

Albert Schweitzer war ein vielfältig talentierter Mann. Er studierte Theologie, Philosophie, interessierte sich für Atombombentechnologie und Musik, ist Nobelpreisträger und studierte dann Medizin. 1924 gründete er in Lambarene sein erstes Krankenhaus (es sollten zwei weitere folgen). Die Idee war nicht nur ein Krankenhaus, sondern eine ganze Lebensgemeinschaft zu bilden. Familienmitglieder, die für das leibliche Wohl des Patienten sorgen mussten, sollten sich in der Nähe befinden. Außerdem sollte sich der Kranke nicht isoliert und dadurch noch kränker fühlen. So bildete sich eine Dorfgemeinschaft, in der jeder zum Erfolg des Krankenhauses beitrug, sei es durch handwerkliche Arbeiten, sauber machen, etc. Das kam den Angehörigen, die sich die hohen Behandlungskosten nicht leisten konnten, sehr entgegen.

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Das kleine Museum enthält viele persönliche Gegenstände Schweitzers.

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Lope Nationalpark – auf den Spuren einer Gruppe von Gorillas

11.03.2017

Wir verlassen die einzige Teerstraße Gabuns bei Mayene, um in den Lope Nationalpark zu fahren. Die Landschaft soll in der Gegend toll sein und sowohl Elefanten als auch Gorillas soll es geben. Gerade die Gorillas interessieren uns.

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Die Landschaft öffnet sich und weite Ebenen überraschen uns. Ob diese von radikalem Kahlschlag stammen? Manche sagen ja, aber es gibt auch Stimmen, die meinen das könnte gar nicht sein, da es schon Jahrhunderte zurückliegen müsste. Was wiederum mit den damalig technischen Mitteln schwer möglich gewesen wäre.

Wie dem auch sei. Das Landschaftsbild, das sich uns bietet begeistert uns. Endlich kann man mal wieder die Augen schweifen lassen und die Ferne genießen. Im Regenwald ist es manchmal schon etwas “bedrückend” Verliebt

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Nein, ich habe VAnGO nicht dort abgeliefert! Bin gleich zurück

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Wunderschöner Übernachtungsplatz auf einem Hügel mit Blick auf den Fluss. Wir sind begeistert.

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Ausblick von unserem Bett

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Abendglühen

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Der Zug nach Franceville fährt abends an uns vorbei (Die Fahrt mit dem Zug soll übrigens eines der Highlights eines Gabun Urlaubs sein.)

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Und Morgens werden wir von Rangern, die zufällig vorbeikommen, um unseren Frühstückskaffee gebracht. Wir sollen weiterfahren meint man bestimmt, da wir uns schon im NP befinden.  Ok wir wollten eh gerade packen, warum also diskutieren, dass es weder Schilder gibt noch, dass das Office zum Park 3 Fahrstunden weiter steht.

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Dort befindet sich auch eine Luxuslodge, die wir neugierig besuchen.

Der supernette Manager gibt uns die Preise für Safaris im Park. Selbstfahren nicht möglich…..Elefanten, Büffel, Affen kann man garantiert sehen meint er.

Als ich ihn frage wie es mit Gorillas aussieht, nur daran hätten wir Interesse…..kommt ein klaren “Nein, keine Chance hier” zurück.

Na das ist wenigstens ehrlich denke ich mir!

“Aber ich kenne jemanden, der kann euch zu Gorillas führen! Die gibt es weiter unten bei Mikongo” 

Wir horchen auf und lassen uns den Namen geben, bedanken uns und fahren weiter, nachdem wir noch etwas auf dem wunderschönen Areal herumgelaufen sind.

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Weit kommen wir nicht…..ein Polizist hält uns an einer Straßensperre auf.

“Woher, wohin, was wollt ihr usw”

“Nach Mikongo, wir wollen zu Gislain Ngonga”

“Der ist nicht dort! Der ist mit seinen Kindern im Busch”

Aha, hier kennt jeder jeden und der Polizist an der Straße sieht ja auch jeden vorbeikommen und hält immer ein Pläuschchen…….das hat durchaus auch seine Vorteile. Nach Mikongo sind es 2 Stunden Fahrtzeit wenn alles gut läuft!

Der Polizist greift zum Telefon und eine Stunde später ist unser Sofa voll mit Gislains Kindern.

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Das sind übrigens nicht alle seine Kinder. Es fehlen noch 2 und am liebsten würde Gislain so zwischen 12 und 20 haben…….Nur die Frau fehlt ihm im Moment. Er ist alleinerziehend seit 5 Jahren!

Respekt Gislain, so guterzogene Kinder findet man selten. Weder hier noch in Europa.

Wir sind uns nicht sicher was uns erwartet. Natürlich sind wir hier nicht im Zoo und wilde Gorillas sind mehr als scheu und auch nicht ungefährlich. Ggilain sagt, dass die Chancen bei 60% liegen, dass er uns zu einer Gruppe führen kann.

Wir kennen ihn nicht und es kann sein, dass wir hier eine Menge Geld bezahlen für einen totalen Reinfall. jeder hier schimpft sich schnell “Guide”, auch wenn er nur als kleiner Junge einmal im Busch war. Aber der Preis den wir aushandeln ist durchaus akzeptabel, billiger werden wir wohl nie mehr die Chance haben. Also zugreifen, auch wenn es vielleicht nur ein Wandertag wird.

Wir decken uns noch mit Lebensmitteln ein und ein paar Militärjungs wollen unbedingt mit Dani fotografiert werden Cooles Smiley

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Gislain fährt nun mit uns nach Mikonko. Die Piste dorthin führt durch wunderschöne Gegend, ist manchmal gut,

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manchmal aber auch nicht Zwinkerndes Smiley

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Bei Mikongo geht es dann noch 9km in den Urwald

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zu einer aufgelassenen Gorilla Research Station. Nun erst erzählt uns Ggilain, dass er knapp 20 Jahre seines Lebens mit Gorillas verbracht hat. Er hat hier gearbeitet und ist der einzige, der geblieben ist. Er liebt die Natur und die Tiere und will hier nicht mehr weg….auch wenn es oft nicht einfach ist für ihn hier.

Wir scheinen den richtigen Mann getroffen zu haben. Wie dem auch sei, Ggilain ist durch seine zurückhaltende freundliche Art ein extrem angenehmer Bursche.

An der Station liegen noch einige Skelette herum welche sehr interessant für uns sind. Wann bekommt man schon einmal einen Gorilla oder Elefantenschädel zu Gesicht?

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Dies ist EIN Elefantenzahn!

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Die Nacht wird überraschenderweise kühl und angenehm. Wir genießen die Geräusche des Urwaldes und träumen bald friedlich vom morgigen Tag.

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Noch in der Morgendämmerung brechen wir auf.

Wir folgen Ggilain in einem Wirrwarr von kleinen Trampelpfaden in den Busch.

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Schon nach 10 Minuten bereue ich, nicht mein Handy dabei zu haben. Ohne Navigation und Standort unseres Auto habe ich keine Chance mehr zurückzufinden…..und das schon jetzt, wo wir gerade mal 500 Metern Luftlinie von VAnGO entfernt sind.

Der Weg führt vom Camp weg über eine Hängebrücke über eine kleinen Fluss und dann über Pfade, die zwischen einem Meter und 30cm breit sind. Die meisten scheinen Trampelpfade von Elefanten zu sein, denn ihre Fußstapfen sind kaum zu übersehen. Zwinkerndes Smiley

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So tief im Regenwald herrscht ein unbeschreiblicher Geruch. Er verfolgt uns regelrecht. Oder doch eher wir ihm? Erstauntes Smiley

Es ist modrig hier. Ich erinnere mich an den Geruch aus meiner Kindheit, als ich oft in uralten Bauernstuben zu Besuch war. Dort hat das alte modrige Holz der Decken und Dielenfußböden ähnlich gerochen.

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Hier jedoch hat man immer wieder einen anderen Geschmack in der Nase. Es mischt sich süßlich der Geruch von Elefantenkot und der fruchtige gärende Geschmack der Früchten mit unserem eigenen Schweißgeruch, der nicht zu verleugnen ist. Es ist fürchterlich schwül und selbst wenn man nur herumsteht tropfen einem die Schweißperlen an der Nasenspitze herunter.

Es klingt lächerlich, aber es scheint abzukühlen wenn man sich bewegt!

Ich erinnere mich an die Geschichte von dem Kamel, das durch die Wüste rennt und irgendwann Tod umfällt …..Es ist weder verdurstet noch vor Erschöpfung gestorben. Nein es ist erfroren Party-Smiley

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Wir sind nun knapp 2 Stunden unterwegs. Schweigsam ohne ein Wort. Nur Handzeichen und leises Flüstern sind erlaubt und auch ein leises Auftreten ohne Ästeknacken wäre schön. Ggilain bleibt immer wieder unverhofft stehen und horcht. Manchmal hat er Spuren entdeckt. Vermutlich sieht er ständig Spuren und zeigt uns nur die wirklich Wichtigen.

Dieser Mann ist unfassbar. Nie habe ich einen solch guten Fährtensucher gesehen. Noch nicht einmal in den Karl May Filmen waren die so gut wie er!

Plötzlich über uns ein Geräusch, das uns sofort an Jurassic Park erinnert, als der Flugsaurier über den Köpfen kreist. Flapp, flapp, flapp, ssssssss. Genau dieses Geräusch ist es, wir sind uns sicher! Unglaublich laut halt es zu uns herunter. Weit oben in den Baumwipfeln fliegt ein riesiger Hornvogel aufgeschreckt davon.

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Unter uns ein Kothaufen von Antilopen, der bedingt durch die Luftfeuchtigkeit hier in kürzester Zeit verschimmelt….irgendwie schaut selbst das schön aus 😛

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Aufgeschreckt springen immer wieder Mandrills und andere Affen in den Bäumen und im Wald umher.

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Nun frische Spuren von Buschschweinen und ein großer Platz, an dem es riecht wie in einer Schwarzbrennerei.

Die Tiere finden hier bestimmte Früchte, die sie lieben. Die harte Frucht in der Größe einer Mandarine fängt am Boden liegend das gären an und somit bildet sich etwas Alkohol…..ja die Viecher wissen was sie wollen 😉

Frisch gepflückt schmeckt diese übrigens auch uns 🙂  Es ist die Bamou Frucht, sie haben eine Haut wie ein Granatapfel. darunter ist eine weiße klebrige Faserschicht, und im gelben Fruchtfleisch stecken vier Nüsse. Diese werden von Gorillas und auch Elefanten sehr hoch geschätzt! Sie riecht ähnlich wie vergorener Apfelsaft.

 

Schon jetzt ist mir klar. Selbst wenn wir heute keine Gorillas finden, diese Wanderung inkl. Fährtensuche durch den Dschungel ist alleine schon ihr Geld wert. Ich bin so fasziniert von all dem was wir hier erleben und lernen können, dass die Gorillas -beinahe- schon Nebensache werden.

Ein schrilles Zirpen begleitet uns eine Zeit lang. Es ist so laut, dass es uns in den Ohren weh tut…überall knackt es laut zwischen den Bäumen….Waldelefanten müssen ganz in der Nähe sein.

Immer wieder findet unser Guide auch Gorillaspuren am Boden und abgebrochene kleine Zweige, an denen unser neuer Freund genau erkennen kann wie lange es her ist, dass hier ein Gorilla daran genagt hat oder beim Vorbeilaufen daran hängen geblieben ist.

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Plötzlich wird Ggilain ganz langsam und vorsichtig. Er deutet uns an stehen zu bleiben und er geht einige Meter weiter. Nun winkt er uns. Er hat die täglich wechselnde Übernachtungsstelle der Gorillagruppe gefunden, der wir auf der Spur sind. Sie schlafen auf dem Boden, den sie vorher schön mit Blättern abdecken. Er bückt sich und hat plötzlich einzelne Haare eines Gorillas in der Hand….wie macht er das nur? Die Haare sind kaum sichtbar so fein sind sie. Viel feiner als ein menschliches Haar.

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Wir erreichen ein liebliches Flussbett und genießen es, dass wir wieder einmal weiter als 5 Meter weit sehen können.

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Sehr beruhigend ist, als uns Ggilain eine ganz frische Spur eines Panters zeigt…..Der Abdruck ist verdammt groß denke ich, und Ggisails Machete ist die einzige Möglichkeit, die wir -theoretisch- hätten, um einen Angriff des schwarzen Panters abzuwehren.

Unser Guide meint nur, dass dieser keine Menschen angreift……na hoffentlich weiß das auch der Panter 😉 Wir folgen dann doch  wohl besser den Gorillaspuren weiter empfehle ich 😉

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Nach einer Weile findet er auch tatsächlich einen frischen Abdruck eines Gorillas und flüstert

„Sie sind hier…..nicht weit weg“!

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Wir steigen einen Hang hinauf, ganz leise, aber sie haben uns natürlich längst bemerkt. Doch Ggilain ist überglücklich. Er ballt die Faust und freut sich wie ein Olympionike, der gerade eine neue Bestmarke gesetzt hat. Der Typ ist unglaublich, denke ich.Er ist wirklich mit aller Kraft und Seele dabei, uns glücklich zu machen.

Wir schleichen uns immer weiter in die Richtung der Gorillas, die bisher nur Ggilain wahrgenommen hat. Wir haben weder etwas gesehen noch gehört. Aber sie scheinen zu bleiben. Warum sollten sie auch abhauen? Wir sind die Eindringlinge und definitiv die Schwächeren Engel

Nun hören wir es. Das Brustgetrommel des Anführers. Er ruft damit seine Gruppe zusammen und fordert sie auf im näheren Umkreis zu bleiben. Immer wieder sehen wir dunkle Flecken im Busch, die sich bewegen, aber näher heran dürfen wir nicht. Viel zu gefährlich! Diese Gruppe hier ist nicht wie z.B. die Gorillas in Uganda an Besuch von Menschen gewohnt. Sie kennen zwar Menschen, sind also teilhabituiert, aber sie sind nicht daran gewöhnt und reagieren dementsprechend auf Eindringlinge!

Wir beobachten weiter und werden ebenfalls beobachtet! Irgendwann klettert einer der Gruppe auf einen Baum, um uns besser sehen zu können. Das ist gut, denn so haben wir auch beste Sicht auf sie 😉

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So verbringen wir etwa 10 Minuten und ziehen uns dann zurück.

Wir setzen uns ganz in der Nähe auf einen großen Fels, essen etwas und hoffen darauf, dass die Gruppe neugierig wird und sich vielleicht uns nähert. Das tut sie wohl auch, bleibt aber leider sehr versteckt .

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So verbringen wir sicher eine Stunde und horchen auf die Geräusche, die sie machen.

Als plötzlich ein Gorillaruf in anderer Tonlage und weiteres Brusttrommeln zu uns tönt meint Ggilain: “Schnell.”

“Komm auf wir müssen gehen……das war die Frage “Was macht ihr immer noch da, wir haben nun genug von euch!“”

Wir sollten also besser den Rückzug antreten Augen rollendes Smiley

Wir machen uns schnell auf den Rückweg, und Ggilain zeigt uns, dass unsere Spuren, die keine 2 Stunden alt sind nun immer wieder von Elefantenspuren überdeckt sind. Sie sind hier Erstauntes Smiley

Auch liegen wieder jede Menge frischer Früchte herum, als sich plötzlich ein Elefant aus dem Wald meldet. Er kann keine 20 Meter von uns weg sein….aber er ist unsichtbar für uns. Das dichte Gestrüpp schluckt einfach alles. Scheinbar sind wir selbst das Einzige, das sichtbar ist.

Unser Guide meint „Das klingt nicht gut! Er ist unglücklich, hat Schmerzen! Vielleicht ist er krank…wir müssen eine großen Bogen um ihn herum machen. Dürfen keinesfalls näher kommen. Er ist schlecht gelaunt und niemand will einem schlecht gelaunten Elefanten gegenüberstehen.“

Na da hat er aber so was von Recht! Vor allem, wenn man zu Fuß wie wir unterwegs ist…….

Wir schleichen uns also in weitem Bogen um ihn herum und hoffen, dass er bald wieder gesund wird.

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2 Stunden später kommen wir erschöpft und überglücklich wieder im Camp an.

Als wir wieder die 9 km aus dem Dschungel zurück auf die Piste fahren springt Gislain bei einem Halt unvermittelt aus meinem Auto und kommt mit einem abgebrochen Ästchen in der Hand zurück. Er zeigt es mir und sagt: “ Sie sind hier…eine andere Gruppe Gorillas. Maximal eine halbe Stunde her. Schau her. “

Ich sehe mir das Ästchen an und erkenne….Nichts… Er ist abgebrochen und sieht aus, als ob ihn jemand durch die Zähne gezogen hat. Aber wann das war?

Unfassbar unser Gorillaflüsterer.

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Ein unglaubliches Erlebnis. Wie schon erwähnt, wäre ich auch zufrieden gewesen, wenn wir keine Gorillas gesehen hätten. Das Spurenlesen, die Suche an sich und die unvermittelte Nähe zur Natur und so nah dran zu sein an der Wildnis wird mir immer erhalten bleiben. Ohne ein Blechkleid außen herum, ohne Gewehr oder anderer Hilfe, ohne Netz und doppelten Boden eins zu sein mit Mutter Natur.

Nur „bewaffnet“ mit Ggilain, der auf 19 Jahre Erfahrung hier im Dschungel und seinen Tieren zurückgreifen kann. Der die Gorillas mit erforscht hat und den wir ab sofort den Gorillaflüsterer nennen.

Wenn jemand eine ähnlich schöne Erfahrung machen will und zufällig in der Gegend ist Nur ein Scherz

hier seine Kontaktdaten:

 

Sein Haus befindet sich hier:

S 0°6.468´, E 11°36.357´ im Dorf Lope

Ggilain Ngonga

Tel (+241)06795769 oder (+241)07740397

mail: ndjibadi@gmail.com